Traces in the Sand

Document 72f · Letter part of Document 72

22 May 1812 [supplied]

Kopojno (Kopoyno)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that an excessive delivery of grain and straw has been imposed on the Zagórów estates and that they have again been placed under sequestration; he says the Upper Prefecture in Kalisz refused to collect the interest from the peasants. He says Brzechffa was willing, at his request, to settle the deliveries, and that the sequestrator was recalled. Triebenfeld is laid up with gout and complains of the billeting of troops, of subjects who have fled and of lack of money. He says Honrichs is to be arrested for embezzling dues.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. Gnädigſter Fürſt und Herr!
  2. Vor mehrere Wochen als ich im Begriff einer nach
  3. Schlawenschitz mit den Herrn p v. Brzechffa zu reisen,
  4. meldete mann wir nach Blizanow daß den Zagoro-
  5. wer Gütern eine excibitante Lieferung an Getreide
  6. zum und Stroh unter schrecklicher Drohung angekündigt
  7. sey. Ich wie dagegen bey der Ober Prefectur zu Kalisz
  8. ein erhielt abschlag Antwort, ich bath man solle Execution
  9. bey den Bauren pp einlegen und einen Theil der rückständigen
  10. Zinsen beitreiben laßen um die Lieferung als auch die Abgaben
  11. zu bezahlen, dies würde mit dem bemerken wieder refusirt
  12. daß man die Einwohner schonen müße, weil diese eben
  13. fals viel liefern, viel Vorspann leisten, und die durch
  14. gehenden fremden Truppen ernähren müßten.
  15. Kaum hatte ich diese Resolution erhalten ſo erhielt ich per
  16. Expresse die Nachricht daß die Güter wieder unter Sequestration
  17. genommen waren, ich eilte sofort hier her um die Güter
  18. aus den Klauen des Sequesters zu retten, den der Kerl würde
  19. für die Verpflegung der Truppen wo hier manchen Tag im
  20. 30, 40, um mehr offiziere ohne ihre Leute von der Herrschaft
  21. umsonst gefüttert werden müßen, noch 10 mahl so viel an
  22. gerechnet, und keine Lieferung abgeführt haben
  23. der biedern Podprefect hatte 2000 rt liegen die er Eine durch
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  1. nach Schlawenschitz mitbringen wolte, ich baht ihm davon
  2. die Lieferungen zu berichtigen und die Quitungen deren
  3. als Pacht abgegeben, damit wir nur die Sequestration und
  4. von Halse schäften und die Güter retteten, der Edle
  5. Brzechffa war dazu ſogleich bereit — der Sequestor iſt sein
  6. einigen Tagen abgerufen und wegen verschiedenen Vergehun-
  7. gen in Observation genommen. Ich aber hätte mir über alle
  8. die widrigen Ereigniße so schrecklich geärgert, daß ich an
  9. Gallen Fieber bekam Elend an diesen liegend bekom-
  10. ich vor 14 Tagen das ärgste Podogra in beide Füße
  11. und liege nun schon viel Wochen gleich einen Erquilett
  12. unter den wütſendesten Schmerzen. Taglich iſt seit
  13. 8[?] Mahn hier einquartierung oft sind 20 Offizium mit
  14. ihren Bedienten zu ernähren, vorgestern in arm 62 Mensch
  15. zu füttern. Die Menschen sind Grob wenn man nicht
  16. giebt, so nehmen sie mit Gewalt alles weg.
  17. die Unterthanen sind davon gelaufen, weil sie selber
  18. nichts haben die Häuser stehn leer, und will sich der
  19. guts Besitzer nicht den fürchterlichsten Mißhandlungen
  20. aus seyn, zum sich Vieh Pferde und Schaafe nehmen laßen
  21. so muß er selbst reich schaffen. Nachdem Edelleute
  22. hat man gemordet andere, mit hundert v. Arspiegel
  23. regulirt, einen Podprefecten auf den Fleck Tod gestagt
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  1. Gott weis was daraus werden und wie lange diese
  2. ſchreckliche Plage noch dann wird — Hier wäre alles
  3. verlohren Hülfe nicht der ehrliche Brzechffa. Ich liege
  4. elend, habe keinen Groschen Geld nirgends woher zu
  5. nehmen, die Unterthanen selbst in meinen Gütern
  6. sind geflüchtet und sippen von Krüter und Wurzeln lebend
  7. in den Wäldern. Einresant kan nicht werden dem
  8. mann bis Edellmann und Bauer alles Getränke und
  9. Pferde weg nehmen, bin und Brandwein wird nicht ver-
  10. kauft, keiner That mehr einen Groſchen zu vertrunken auch
  11. reicht das was gebrannt und gebräunt werden kaum
  12. kann für die Truppen aus — Kurz die Noth hatt den
  13. höchſten Gipfel erreicht. Bis zum erſtem Junch ſoll dieſe
  14. Landplage dauern — dann werde ich mit dem Podprefecten
  15. handeln. Auch kan bis dahin nichts geben werden den alle
  16. Gerichts höfe ruhen. Die Werbizer Baurn seid nach Warschau
  17. an das Cassaten Gericht gegangen, ich muß das Decret ab
  18. warten. Eben so seyn ich den Entscheid wegen Olleinue
  19. entgegen. Ist dies entschieden erhält ſorrechſta gegen Johanni
  20. sein Geld was ihm mit 10000 rt ausgezahlt werden soll
  21. so komme ich ein Johanni mit ihm ihm zu Euer durchlaucht
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  1. wir bringen was möglich ist an baaren Gelde
  2. mit, über die c Sache erfahren den Ewr Durchlaucht
  3. das weitere Mehrere herinaden mag ich nicht sehr erb
  4. die Noth ist gränzenlos — Ich leide die gröste
  5. mit meinen Kindern — Alles müßte ich anwenden
  6. um mir die Güter zu retten den die wäre an,
  7. immer verlohren wenn sich der Lübl. Sequestra-
  8. tor darin erhielt. Sobald diese hause Land Plagen
  9. aufhört und ich hergestellt bin werde ich würk
  10. und hoffe zu Gott, daß ich noch so graußen
  11. voll auch alles ausſieht dennoch alles erhalten
  12. und die Noth beseitigen werde
  13. Die tiefste Verehrung ist es in der ich Respects voll
  14. ersterben
  15. Ewr Durchlaucht
  16. Honrichs wird wohl dieser Tage arretirt werden Er
  17. war als weit über die hiesigen Güter patentirt — hatt aber
  18. Abgaben unterschlage, und andere beträgereinen gemacht
  19. Verzeihen Euer durch nicht
  20. mein Geschreibsel
  21. habe an 4. Stunden
  22. rüber zu bringen müßen.
  23. Kopoyno
  24. 22ten May 1812
  25. unterthänigster Diener
  26. v Triebenfeld