Traces in the Sand

Document 73 · Letter

27 January 1812

Sławięcice (Schlawenschitz)

Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen → Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent

The Prince sets conditions for Brzechffa's offer to lease the Zagórów estates: lease payments every half year in advance, a cash security, protection against claims for remission, all burdens to be borne by the tenant, and a sum to be paid for withdrawal in case of a sale. Triebenfeld is to come soon with Brzechffa, who is to bring several thousand Rthl with him. The estate dealings with Schimmelpfennig have stalled. He thinks the plan to sell to Weigelt and Stössel has little prospect. He wishes success in the Oleschnica and Trąbczyn matter and hopes for a considerable sum.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 73
  2. Copia
  3. Hochwohlgeboren Herr
  4. Hochzuehrender Herr Königl: Forstrath!
  5. Der reitende Bode der Ewr Hochwohl diese Antwort auf dero Schreiben
  6. vom 1ten januar überbringt. Kann vorgesteren Nachmittag an
  7. ich schritte sogleich einen reitenden mit Ihrem Brief an H v Weithausen
  8. nach Cosel welcher mir die Freundschaft erwies nach gestern anhero
  9. zu kommen, wo wir alles zusammen mit Zuziehung des guten Bally
  10. in Überlegung zogen, worauf dann dieses unser gemeinschaftl. freund die
  11. gefälligkeit hat, sich dieses mein Schreiben dictiren zu laßen, daher es denn
  12. aufzugleich den Stempel Seiner Beystimmung trägt; der Pacht Antrag
  13. des herrn v Brzechffa verdient meiner Aufmerksamkeit, und da
  14. Euer Hochwohlgl. Rath und Wegnung in allen Fällen bei mir großes gewicht
  15. hat so werde ich statt wie ich Ihre Einsicht ehre mit Dero anſetzt mit
  16. Vorliebe berücksichtigen hoffentlich wird man bei dem ersten Geboth
  17. nicht stehn bleiben wollen, über die instandisetzung der 3 Vorwerke
  18. werden wir uns wohl einigen die halbjährige Zahlung der Pacht Pension
  19. scheinet mir röthlich und muß solche natürlich prenumerando erfolgen
  20. einige bare Caution scheint mir zur gehörigen Sicherstellung noth-
  21. wendig erfoderlich zu seyn, und bitte ich Ewr Hochwohlgl. hierauf die
  22. Einleidung zu treffen: Daß der Pact contract so abgeschloßen wird
  23. daß mit aller Vorsicht allen Remissions und Regress Klagen vorgebaut
  24. werde liegt in der Natur der Sache, die angebodene Caution mit
  25. von sämtlichen Vormügen des Pächters Kann sehr gut seyn, allein
  26. bei jetziger Zeitten ist fast nur bare Klingende Münze ein
  27. ſicheres Gute[?] Pfand, daß Tragen aller Lasten von Seiten des Pächters
  28. finde ich Natürlich; Ein Abstands Quantum auf den möglichen
  29. Verkauf während der Pachtzeit zu fixiren finde ich Selbst fürge
  30. und werde ich mich darüber bei schliesung des Contracts möglich billig
  31. finden laßen, im Contract wurde sodann hierüber alles genann
  32. zu bestimmen seyn; dieses und sonst etwa auf Einen Verkauf
  33. der Güther obziehlenden Verbedingungen würden denn bei den
  34. Unterhandlungen hier, sich näher ergeben
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  1. Nach diesen meinen Aeußerungen glaube ich daß Ewr Hochwohlgeb. bilde
  2. mit Ihren Freunde mehrer kommen könne, wo ich denn gerne die Hand
  3. zum Abschluß der Pacht bieden werde, hiebei würde nun mich meiner
  4. Meinung sich die Pachtzeidt, daß Pachtquantum und die Nothwendigen
  5. bedingungen auch erst ganz genau bestimmen laßen, hiebei Vorschaff
  6. es sich allerdings von selbst, daß Herr v. Brzechffa mehrere Tauße
  7. Rechstl. mitbringen müste, um alles sofort beendigen zu können
  8. Mit dem Hr Ger v Schimmelpfennig bin ich noch wegen Unseres
  9. Güther Handels um keinen Schritt weiter vorgerückt welche Ver-
  10. zögerung theils durch seine schwer erlittene Krankheit, theils durch die
  11. nicht so erwünscht vorgerückte Unterhandlung seiner Söhne
  12. in Berlin über das Capital Ihrer Frau Mutter entstanden ist. Da
  13. ich gestern aber die Nachricht erhalten habe, daß der Herr General
  14. nun selbst wieder seiner Geschäfte nimmt, so werde ich Ihn beschick[en]
  15. und seinen Endschluß näher zu vernehmen, ich gestehe es daß jeder
  16. anständige Verkauf der Zagorower Güther mir stets daß angenehm
  17. seyn wird, daher will ich auch hier so handlen daß ich mir keine
  18. Vorwürfe meiner Unterlaßungs Pflicht gegen mir Selbst
  19. vorwerfen darf, da Ihr freund beim Pachten aber stets durch die
  20. Bestimmung der Schadloshaltung gedeckt werden soll, so hoffe
  21. ich Euer Hochwohlgeboren werden sich durch nichts abhalten
  22. laßen mit Ihre möglichst balde hierher zu kommen, da ich aus
  23. manchen gründen besonders wünschen muß daß bey Ankunft
  24. meiner Kinder ich müge auch weisen können, daß mit den Zagorower
  25. Güthern durch Eure Hochwohlgl. Bemühung und Vorarbeit eine
  26. möglich nützliche Portin gezogen worden ist, nach können wir Sie es
  27. davorhalten Politische Vorfallenheiten, und die tringende Lagen in
  28. der Sie Sich wegen denen von den Güthern zu leisten habenden
  29. Abgaben befinden die Eille im Unternehmen röthlich machen
  30. wobei ich Sie nicht verhindern mag, Euer Hochwohlgl
  31. Verkaufs Project an Hr Weigelt u Baron v Stössel.
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  1. würde mir ebenfalls willkommen seyn, wenn ich es nur noch [?]a[y?]
  2. denen mir von dem H. Rittmeister v. Stössel aus Ruschinowitz gemacht
  3. Eröfnungen als ausführbar betrachten dürfte, der alte Baron v. Stössel
  4. hat seine Ankunft bei mir auf diese Tage bestimt, und ich erwarte
  5. Ihn schon seit dem 6ten d. m. bei dieser Gelegenheit will ich
  6. Versuchen Ihm dero Plan nochmals vorgetragen um auch hierüber
  7. ohnerachtet ich nichts davon erwarte keiner Unterlaßungs Sünde
  8. schuldig zu machen Wir müssen nun zusammen alles Anstrengen
  9. um mir mehr Geldhülfe zu verschaffen und ein konettes Aran-
  10. gement meiner Angelegenheiten zu erziehlen, Gott segne
  11. Ihre Bemühungen bei der Oleschnicer und Trąbczyner Sache
  12. wenn nur dadurch balde Eine bedeutende Summa einkommt
  13. suchen Sie ja recht balde zu mir zu kommen und bringen mir
  14. auch sonst gute Nachrichten mit, ich rechne darauf daß Sie balde
  15. 300 rt. für den L. Sommer die ich nur Erbott hierher schicken
  16. wurde, zum überfluß lese ich mir einen Revers übers die Art
  17. geben wird dorten ohne meinen Nachtheil diese Gelder beschaft
  18. werden können die Wahl der Mittel bleibt übrigens demselben
  19. überbsen nur werde ich es als Eine mir selbst erwiesene große
  20. Gefälligkeit ansehn wenn diese Sache recht balde negociert
  21. wird. Da Sie ein baar Rehböcke zu erhalten wünschen
  22. so habe ich meiner Jägerni aufgetragen mir etliche Stück Wild
  23. Von welcher Art es sey zu verschaffen ich werde sie dann
  24. gleich nach Blizanow unter Begleidung Ihres Fußbothens
  25. obschicken den ich denn dieses wegen hier noch zurückbehalten
  26. Von den mir als schon beschriebenen großen Hund welchen
  27. mir Eins Hochwohlgl. bestimmen danke ich ergebenst, und
  28. ich wünsche daß Sie mir ihn balde schicken oder mitbringen
  29. mögen noch bleibt mir übrig Ewr Hochwohlgl. wunsch zum
  30. neuen Jahr aus treuem Herzen zu erwiedern und umfasen
  31. meiner wünsche für Ihr wohl und zufriedenheit alles vor
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  1. alles uns Ihr Selbstmücksentes Glück nur befördern kann
  2. hiebei erbitte ich mir aufs neu die fortdauer Ihrer
  3. Freundschaft, die ich gewiß treu erwiedere, ich freue mich auf
  4. baldige Wiederſche zu verbleibe stets in der Vorzüglichsten
  5. Hoch achtung
  6. Ewr Hochwohlg.
  7. Schlawenschitz d 27ten Januar
  8. 1812
  9. treu Ergebenster Freund und diener
  10. F. L. Fürst zu Hohenlohe