Document 72 · Letter
23 February 1812 [supplied]
Unknown
The writer says he has given up the exchange project with General v Schimmelpfennig and suspects that the lease to Brzechffa has fallen through. He says he has permitted an inspection of the estates around Zagórów for a new exchange project. He also wants to sell his claims on the Trąbczyn estates and is sending a messenger about the original deed of gift. He asks what came of Brzechffa's intercession in Warsaw in the Trąbczyn lawsuit, and requests the 300 Rthl for Lieutenant Sommer.
Der Schreiber hat das Tauschprojekt mit General v Schimmelpfennig aufgegeben und vermutet, dass die Verpachtung an Brzechffa gescheitert ist. Er hat die Besichtigung der Güter um Zagórów für ein neues Tauschprojekt erlaubt. Er will auch seine Praetensionen an die Trąbczyner Güter verkaufen und schickt wegen der Original-Schenkungsurkunde einen Expressen. Er fragt nach dem Erfolg von Brzechffas Fürsprache in Warschau im Trąbczyner Prozess und bittet um die 300 Rthl für Lieutenant Sommer.
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- Hochwohlgebohrner Herr,
- Hochgeehrtester Herr Krieges und Forst Rath!
- Ew. Hochwohlgebohren zuletzt mir gütigst mitgetheilten Nachrich-
- ten zufolge habe ich seit Empfang derselben von Woche zu Woche
- ich möchte fast sagen von Tage zu Tage Ew Hochwohlgebohren
- so sehnlichst gewünschten Ankunft mit dem H. v. Brzechffa entge-
- gengesehen, und lange Zeit mit solcher Gewißheit darauf ge-
- rechnet, daß ich darüber das ganze Tausch Projekt mit dem
- H. General v Schimmelpfennig Ew. Hochwohlgebohren Willens
- meinung zu folge aufgegeben habe. Ich bin überzeugt
- daß mir die triftigsten Gründe Ew. Hochwohlgebohren
- von Ihrem Vorhaben abgehalten haben können, so wie
- ich bei Ew Hochwohlgebohren gänzlichem Stillschweigen
- über die Sachen auch nicht anders als glauben kann, daß sich das Ver-
- pachtungsprojekt mit dem H. v Brzechffa, welches Ew Hoch-
- Wohlgebohren unter der Bedingung meiner nachträglichen
- Genehmigung abgeschloßen zu haben verſicherten, durch
- eingetretene Umstände wieder zerschlagen haben muß,
- diese mir sich aufdringenden Vermuthungen, verbunden mit
- dem bei mir immer dringender werdenden Bedürfniß, mit
- meinen polnischen Besitzungen endlich einmal einen entschei-
- denden Entschluß zu fassen, sind es, welche mich bewogen haben
- einem neuerdings nur wieder angetragenen Tausch Projekt
- Gehör zu geben, und meine Erlaubniß zu Besichtigung der
- Zagorower Güter zu ertheilen. Ich glaube Ew Hochwohl-
- gebohren durch meine Handlungsweise jederzeit solche un-
- zweideutige Beweise von Nachgiebigkeit und unbedingtem
- Vertrauen gegeben zu haben, wie sie Ew. Hochwohlgebohren
- nach den zwischen uns bestehenden freundschaftlichen Ver-
- hältnissen nur immer verlangen könnten, wenigstens
- trage ich das beruhigende Bewußtseyn mit mir herum
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Hochwohlgebohrner Herr, Hochgeehrtester Herr Krieges und Forst Rath! Ew. Hochwohlgebohren zuletzt mir gütigst mitgetheilten Nachrichten zufolge habe ich seit Empfang derselben von Woche zu Woche ich möchte fast sagen von Tage zu Tage Ew Hochwohlgebohren so sehnlichst gewünschten Ankunft mit dem H. v. Brzechffa entgegengesehen, und lange Zeit mit solcher Gewißheit darauf gerechnet, daß ich darüber das ganze Tausch Projekt mit dem
H. General v Schimmelpfennig Ew. Hochwohlgebohren Willens meinung zu folge aufgegeben habe. Ich bin überzeugt daß mir die triftigsten Gründe Ew. Hochwohlgebohren von Ihrem Vorhaben abgehalten haben können, so wie ich bei Ew Hochwohlgebohren gänzlichem Stillschweigen über die Sachen auch nicht anders als glauben kann, daß sich das Verpachtungsprojekt mit dem H. v Brzechffa, welches Ew HochWohlgebohren unter der Bedingung meiner nachträglichen Genehmigung abgeschloßen zu haben verſicherten, durch eingetretene Umstände wieder zerschlagen haben muß, diese mir sich aufdringenden Vermuthungen, verbunden mit dem bei mir immer dringender werdenden Bedürfniß, mit meinen polnischen Besitzungen endlich einmal einen entscheidenden Entschluß zu fassen, sind es, welche mich bewogen haben einem neuerdings nur wieder angetragenen Tausch Projekt Gehör zu geben, und meine Erlaubniß zu Besichtigung der Zagorower Güter zu ertheilen. Ich glaube Ew Hochwohlgebohren durch meine Handlungsweise jederzeit solche unzweideutige Beweise von Nachgiebigkeit und unbedingtem Vertrauen gegeben zu haben, wie sie Ew. Hochwohlgebohren nach den zwischen uns bestehenden freundschaftlichen Verhältnissen nur immer verlangen könnten, wenigstens trage ich das beruhigende Bewußtseyn mit mir herum
- meinerseits alles erschöpft zu haben, was Ihnen die Ge-
- duld Nachsicht und Achtung eines Freundes und irgend
- darthun könnte, und schmeichle mir daher um so wahr
- einer Billigung dieses meines ohne Ew. Hochwohlgeboh
- Mitwissen gethanen Schrittes, als, wie ich sogleich noch
- die Ehre haben werde zu sagen, ich die dringendsten
- Veranlaſsungen dazu habe. Mit meinem Sohn und Schwie-
- persohnen, welche nur kurze Zeit bei mir zubringen könnte.
- habe ich die nöthigen Verabredungen so weit es sich vor
- der Hand thun ließ, wegen meines Arrangemens ge-
- troffen, und es hängt dies größentheils mit vom
- dem Ausfall der mehr oder weniger glücklichen Vollendung
- meines jetzt intendirten Tausch Projekts ab. Wie sehr
- ich übrigens von allen Seiten gedrängt und bestürmt
- werde, dies Arrangement mit meinen Gläubigern
- auszuführen, vermag ich Ew Hochwohlgebohren nicht
- zu schildern und mag Ihnen auch damit nicht läßig
- fallen, sondern begange mich mit der wiederhohlten
- Versicherung, daß der Drang meiner Umstände mir
- ferner nicht die mindeste Frist mehr gestattet, sondern
- mich durchaus zu ſchnellen und decisiven Entſchlüſſe nöthigt, // der
- Ueberzeugung von Ew Hochwohlgebohren freundschaft
- lichen Gesinnungen gegen mich flößt mir das Vertrauen ein Ew
- Hochwohlgeb. werden mit der Ihnen eignen Thätig-
- keit und Geschaftskunde zu der Ausführung meiner
- Ewer mitwirken, // und da ich um allen gerecht
- werden zu können, auch alle meine Kräfte auf
- bieten muß, so habe ich eine Gelegenheit, auch meine
- Praetensionen an die Trąbczyner Güter an Mann
- bringen zu können, wahrnehmen müſſen. Mir
- ist zu diesem Behuf die Original Schenkung
meinerseits alles erschöpft zu haben, was Ihnen die Geduld Nachsicht und Achtung eines Freundes und irgend darthun könnte, und schmeichle mir daher um so wahr einer Billigung dieses meines ohne Ew. Hochwohlgeboh Mitwissen gethanen Schrittes, als, wie ich sogleich noch die Ehre haben werde zu sagen, ich die dringendsten Veranlaſsungen dazu habe. Mit meinem Sohn und Schwiepersohnen, welche nur kurze Zeit bei mir zubringen könnte. habe ich die nöthigen Verabredungen so weit es sich vor der Hand thun ließ, wegen meines Arrangemens getroffen, und es hängt dies größentheils mit vom dem Ausfall der mehr oder weniger glücklichen Vollendung meines jetzt intendirten Tausch Projekts ab. Wie sehr ich übrigens von allen Seiten gedrängt und bestürmt werde, dies Arrangement mit meinen Gläubigern auszuführen, vermag ich Ew Hochwohlgebohren nicht zu schildern und mag Ihnen auch damit nicht läßig fallen, sondern begange mich mit der wiederhohlten Versicherung, daß der Drang meiner Umstände mir ferner nicht die mindeste Frist mehr gestattet, sondern mich durchaus zu ſchnellen und decisiven Entſchlüſſe nöthigt, // der Ueberzeugung von Ew Hochwohlgebohren freundschaft lichen Gesinnungen gegen mich flößt mir das Vertrauen ein Ew Hochwohlgeb. werden mit der Ihnen eignen Thätigkeit und Geschaftskunde zu der Ausführung meiner Ewer mitwirken, // und da ich um allen gerecht werden zu können, auch alle meine Kräfte auf bieten muß, so habe ich eine Gelegenheit, auch meine Praetensionen an die Trąbczyner Güter an Mann bringen zu können, wahrnehmen müſſen. Mir ist zu diesem Behuf die Original Schenkung
- Urkunde, not welche ich Ew Hochwohlgebohren vor zwey Jahren durch den Hallkleister[?] Bailig[?]
- übersandt, und wovon bereits der erforderlich gewesene
- Gebrauch gemacht worden, unmöglich nöthig, und
- dies die Ursach warum ich Ihnen gegenwärtig
- durch einen Expressen meinen
- übersende. welchem Sie selbige zu übereignen die Gegenheit haben wer Ew. Hochwohlgebohren hätten
- dieselbe Güte mir in Ihrem letzten Schreiben
- zu versichern, daß der H. v. Brzechffa bei seiner
- Anwesenheit in Warschau sich für meinen Trąb-
- czyner Prozeß intercediren wolle; es würde
- mir äußerst angenehm und erfreulich seyn
- wenn Ew H. mir jetzt den Erfolg seiner gü-
- tigen Bemühungen melden konnten, darinkeiten
- auch danach meine Maaßregeln modificiren
- könnte. Die Ueberzeugung von Ew Hdl. Freunde
- schriftlichen Gesinnungen gegen mich flößt mir das
- vertrauen ein, Ew. H. werden meine Schritte
- nicht nur billigen, sondern wo möglich thätigst
- beiwissen zu Realisirung meiner Plane, // indem
- mir selbst äußerst daran gelegen ist, Ew.
- Hochwohlgebohren durch längere Geschäftsführung
- meiner Zagorower Angelegenheiten nicht ferner
- flüßig zu fallen, und dadurch das Maaß meiner
- Dankbarkeit gegen dieselben noch mehr zu häu-
- fen. // Und so wende ich mich denn aus einer lege
- ten dringenden Bitte an Ew H, welche darin
- beſteht, ebenfals durch Ueberbringer dieſes
- die bewußten 300 rt für den Lieut[enant]. Sommer
- zu übersenden, welcher in einigen Wochen zu
- einer anderweitigen Bestimmung von hier ab
Urkunde, not welche ich Ew Hochwohlgebohren vor zwey Jahren durch den Hallkleister[?] Bailig[?] übersandt, und wovon bereits der erforderlich gewesene Gebrauch gemacht worden, unmöglich nöthig, und dies die Ursach warum ich Ihnen gegenwärtig durch einen Expressen meinen übersende. welchem Sie selbige zu übereignen die Gegenheit haben wer Ew. Hochwohlgebohren hätten dieselbe Güte mir in Ihrem letzten Schreiben zu versichern, daß der H. v. Brzechffa bei seiner Anwesenheit in Warschau sich für meinen Trąbczyner Prozeß intercediren wolle; es würde mir äußerst angenehm und erfreulich seyn wenn Ew H. mir jetzt den Erfolg seiner gütigen Bemühungen melden konnten, darinkeiten auch danach meine Maaßregeln modificiren könnte. Die Ueberzeugung von Ew Hdl. Freunde schriftlichen Gesinnungen gegen mich flößt mir das vertrauen ein, Ew. H. werden meine Schritte nicht nur billigen, sondern wo möglich thätigst beiwissen zu Realisirung meiner Plane, // indem mir selbst äußerst daran gelegen ist, Ew. Hochwohlgebohren durch längere Geschäftsführung meiner Zagorower Angelegenheiten nicht ferner flüßig zu fallen, und dadurch das Maaß meiner Dankbarkeit gegen dieselben noch mehr zu häufen. // Und so wende ich mich denn aus einer lege ten dringenden Bitte an Ew H, welche darin beſteht, ebenfals durch Ueberbringer dieſes die bewußten 300 rt für den Lieut[enant]. Sommer zu übersenden, welcher in einigen Wochen zu einer anderweitigen Bestimmung von hier ab
- zugehen entschlossen ist, und ohne dies zu seinem grö-
- sten Nachtheil daran verhindert seyn würde. Ich wür[de]
- Ew. Hl. nicht so inständigst darum angehen, wenn ich diese
- Auslage zu machen im Stande wäre, so aber ist mir dies
- jetzt platterdings unmöglich, und ich verlasse mich darin gänzlich
- auf Ew. Rahten
- Geruhen Ew. H. die Versicherung der unveränderlichen
- Hochachtung und Freundschaft aufzunehmen, mit welchen
- ich nun anschönen werde zu seyn
zugehen entschlossen ist, und ohne dies zu seinem grösten Nachtheil daran verhindert seyn würde. Ich wür[de] Ew. Hl. nicht so inständigst darum angehen, wenn ich diese Auslage zu machen im Stande wäre, so aber ist mir dies jetzt platterdings unmöglich, und ich verlasse mich darin gänzlich auf Ew. Rahten Geruhen Ew. H. die Versicherung der unveränderlichen Hochachtung und Freundschaft aufzunehmen, mit welchen ich nun anschönen werde zu seyn



