Traces in the Sand

Document 24 · Royal rescript

18 May 1805

Poznań (Posen)

The War and Domains Chamber at Poznań, on a royal cabinet resolution, refuses the request of the Prince of Hohenlohe-Ingelfingen to give the lordship of Pszczew in hereditary lease to the burgesses and the other inhabitants, and returns the contract. Other lords, it says, would follow, and the estates of the province's numerous nobility, whose preservation must be considered, would be diminished; the Pszczew forest, the only large one in the area, could not be properly managed; the inhabitants have land enough, the burgesses should rather follow town trades, and most are too poor.

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  1. Von Gottes Gnaden Friedrich Wilhelm König von Preußen
  2. Unsere Freundschaft, Königliche Gnade und guten Willen zuvor
  3. Hochgebohrner Fürst, besonders Lieber Freund und Lieber
  4. Getreuer! Im Verfolg der Ewr. Liebden, auf das unterm
  5. 31sten December v. J. angebrachte Gesuch um die Erlaubniß
  6. zur Verabpachtung der Herrschaft Betsche an die dortige
  7. Bürgerschaft und die übrigen ländlichen Einsaßen, am
  8. 5ten Februar d. J. gewordenen Bekanntmachung, laßen
  9. Wir Ewr. Liebden mit Rückgabe des eingereichten Erbpachts
  10. Contracts auf den Grund des in Gemäßheit einer Aller-
  11. höchsten Cabinets-Resolution vom 11ten v. M. an Unsere
  12. Cammer ergangenen Rescripts Unsers SüdPreußl. Finanz
  13. Departement vom 15ten v. M. hierdurch zum Bescheide
  14. geben, daß die in Rede stehende Vererbpachtung ganz
  15. unzuläßig befunden worden ist, und Ewr. Liebden der
  16. dazu nachgesuchte Consens nicht ertheilt werden kann,
  17. denn
  18. 1tens würden, wenn Ewr. Liebden dieser Consens nicht ver-
  19. sagt worden wäre, mehrere Grundherrschaften
  20. ähnliche Anträge wagen, und dadurch die Besitzungen
  21. des in hiesiger Provinz so zahlreichen Adels auf deßen Con-
  22. servation Bedacht genommen werden muß, vermindert
  23. und demselben die Gelegenheiten zu Güter Acquisitionen
  24. benommen werden. Falls indeß auch dieses erhebliche
  25. Hinderniß in Ewr. Liebden Vorhaben nicht schon entgegen stünde,
  26. so würde die mehrerwähnte Verabpachtung nicht genehmiget
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  1. werden können, weil
  2. 2tens die zweckmäßige Bewirthschaftung der Betscher
  3. Forst, welche, da diese Forst die einzige beträchtliche
  4. in der dortigen Gegend ist, alle Rücksicht verdient, nicht
  5. statt finden könnte, indem, wenn den Erbpächtern d.
  6. freye Benutzung überlaßen wird, auch die beste Aufsicht
  7. die Devastation nicht ganz verhütten könnte,
  8. 3tens ist hierbey auch noch der Umstand zu erwägen
  9. daß wenn Ewr. Liebden Antrage deferirt würde
  10. die von den Einsaßen in Erbpacht zu nehmenden
  11. Ländereyen nicht einmal ordnungsmäßig bewirth
  12. schaftet werden könnten, da jeder Einsaße und
  13. auch jeder Bürger der Stadt Betsche so viel an Land
  14. besitzt als er zu einer ordentlichen Bewirthschaft
  15. nöthig hat über dem aber, in Absicht der Bürger
  16. dahin zu sehen ist, daß sie sich mehr auf den Betrie-
  17. städtischer Gewerbe als den des Ackerbaues lege
  18. die mehrsten Einsaßen über dieß zu unbemittel-
  19. sind, um die zur Bewirthschaftung erforderlichen
  20. Geldsummen aufbringen zu können. Sind Ewr
  21. Liebden, mit Freundschaft, Königlichen Gnade und
  22. gutem Willen, wohlbeygethan.
  23. Posen den 18ten May 1805
  24. Königl. SüdPreuß. Krieges und Domainen Cammer
  25. [G?] v Köller
  26. An
  27. Den Regierenden Fürsten
  28. zu Hohenlohe Ingelfingen
  29. Liebden, General Lieutenant
  30. der Infanterie und Gouverneur
  31. der Residenz Breslau Chef eines
  32. Regiments zu Fuß auch des schwarzen
  33. und rothen Adler Ordens Ritter zu Breslau
  34. 434 R. Anno
  35. Raeder[?]