Traces in the Sand

Document 93 · Letter

December 1798

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld sends the royal reply to the last petition. Minister v Struensee had to lay the files before the King. Colonel v. Köckritz, who presented a memorandum by Triebenfeld to the King, promises a good outcome. In it Triebenfeld offers, should Polajewo stand in the way, to lease the estates for 30 years, to build 6 peasant farms each year, to clear waste ground and to pay 20,000 Rthl in rent. Because of the 7,000 Rthl he wants to bring the Niedernhall matter to an end.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 93
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Herr!
  4. Ewr HochFürstliche Durchlaucht übermache ich anliegend, daß
  5. Allerhöchste Schreiben, welches auf der leztern Eingabe erfolgt
  6. ist. Ich hoffe daß selbiges Höchst dero Wünschen ent-
  7. sprochen wird. Heute schon hatte der Minister v Stru-
  8. ensee sämtliche Acten Sr Majestät vorlegen müßen,
  9. es steht nun zu erwarten, ob alles gehörig erörtert.
  10. werden wird.
  11. Der Wahrhaft redliche Obrist von K[öckritz]. welcher sich Ewr
  12. Durchlaucht ehrerbietigst empfiehlt — verspricht den
  13. wünschenswerthesten Ausgang der Sache
  14. H. C[abinets]. R[ath] Beyme ist zwar gewaltig præoccupirt indes
  15. ist es ein zu redlich und offener Mann daher ich von
  16. Seiten deßen nichts befürchte.
  17. Der ehrliche Krieges Rath v Cöln hatt die Sache
  18. wie Euer Durchlaucht aus der Anlage entnehmen
  19. werden recht gut auseinander gesezt.
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  1. ich habe dieses Schreiben (welches nur Plan bleibt indem ich
  2. es zu späte erhielt) nebst im P[ro]. M[emoria]. den Herrn
  3. Obristen v. Köck[ritz]: gegeben, und dieser hatt die Gefällig-
  4. keit gehabt, es heute Sr Majestät vorzulegen
  5. In diesem P[ro]. M[emoria]. aber habe ich die Offerte von Seiten
  6. meiner gemacht, daß wenn Polajewo der Sache ent-
  7. gegen stünde, ich diese Güter auf 30 Jahre in Pacht nehmen
  8. wolle — zugleich alle Jahr 6 Bauer Güter aus eigen[en]
  9. Mitteln erbauen — alle wüste Gründe für eigene
  10. Kosten roden — jährlich 20000 rt. Pacht bezahlen — und
  11. nach Beendigung der Pacht Jahre das was am Ertrag
  12. von 20000 rt nicht nachweisen sey ersezzen.
  13. Diese schwere Batterie meint mann würde auf
  14. einmahl alle freundlich Stücke elementiren, und da
  15. mann den Feinde schon in der Flancke stünde, ihm
  16. von Haupt April abgedrängt habe, so würde der
  17. Sieg ohnfehlbahr Ewr Durchlaucht bleiben
  18. Jezt will ich nur wegen die 7000 rt ein paar Tage
  19. arbeiten, damit die Niedernhallsche Sache glücklich be-
  20. endigt wird.
  21. Der H. Minister ist abgereiset er hatt eine Dose
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  1. vor etliche Tausend vlld erhalten wobey in sehr
  2. ſchönes Schreiben gelegen.
  3. Übrigens sind weder Ewr Durchlaucht noch ich ihm
  4. einigen Dank schuldig — der gute Mann — hatt
  5. für keinen nichts gethan als — haben Ewr Durch-
  6. laucht aber die Gnade ihm schön zu begegnen, alles
  7. zu glauben — sagen ihm aber gerade daß Sie sehen
  8. man wolle Ihnen ärgern und in Geheim erkken —
  9. Sie würden dies nicht länger dulden, sondern von
  10. nun an gerade heraus sagen was Sie dächten und
  11. gerade zu den König die Augen öffnen.
  12. Ich habe die Tage viele gelitten, meine Offenheit
  13. und geradheit abs[?] scheut doch mancher Bösewicht —
  14. Der Obrist v. Köckritz ist ein braver redlicher
  15. er allein hatt den wahrhaft guten König zu Gunſten
  16. Euer Durchlaucht gestimmt — und den Biedern dH
  17. Cabinets Rath B[eyme]. die Sachen redlicher als alle andere
  18. erklärt —
  19. In tiefſter Hochachtung erſterbe
  20. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  21. Berlin d 18t Xbr 1798.
  22. Treu unterthänigster Dein
  23. v Triebenfeld