Document 85 · Letter
4 December 1798
Berlin
Friedrich Wilhelm III, King of Prussia → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
The King refuses the exchange, applied for by the Prince, of his South Prussian estates for the domain offices of Krotoszyn and Polajewo. According to the report of Minister v. Voss, Krotoszyn alone could yield 49,043 Rthl in revenue once the appurtenances not valued in the present lease are added; he says v. Triebenfeld received 26,000 Rthl in compensation for giving up the lease. The state would lose 17,400 Rthl a year. The Prince's estates, valued at 8,650 Rthl, now bring in 40,500 Rthl after improvements of about 26,000 Rthl.
Der König lehnt den vom Fürsten beantragten Tausch seiner südpreußischen Güter gegen die Domänenämter Krotoszyn und Polajewo ab. Laut Bericht des Ministers v. Voss könne Krotoszyn allein schon 49043 Rthl Revenue gewähren, wenn die bei der jetzigen Verpachtung nicht veranschlagten Pertinenzien hinzukommen; v. Triebenfeld habe für die Abtretung der Pacht einen Abstand von 26,000 Rthl erhalten. Der Staat verlöre jährlich 17400 Rthl. Die auf 8650 Rthl veranschlagten Güter des Fürsten brächten nach etwa 26,000 Rthl Meliorationen jetzt 40,500 Rthl.
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- Abschrifft
- Hochgebohrner Fürst!
- Freundlich lieber Oheim!
- Aus dem, über Ew. Liebden gefälliges Schreiben vom 29ten Febr.
- d. J. worinn Sie mir die Vertauschung Ihre Südßpreüstl. Gü-
- ther gegen die Domainen Aemter Krotoszyn und Polajewo
- antragen, dato eingegangenen Bericht des Et[ats] Minichr. v. Voss,
- habe Ich ersehen, daß das Amt Krotoszin allein, schon
- jezt, wenn nur die bey der jezigen Verpachtung nicht
- mit zum Anschlag gebracht Pertinenzien hinzukommen,
- eine eine Revenue von 49043. Reichth. gewährt, die aber
- bey einer neuen richtigen Veranschlagung noch anſehn-
- lich erhöhet werden kann, weil der Kr[ieges]. Rath v. Triebenfeld
- nur die A. 95. geschehene Abtretung der Pacht, einen
- benen Abstand von 26,000. Richt. erhalten hat. Ich wür-
- de also, ohne diesen Vortheil zu rühmen; und ohne da-
- rauf Rücksicht zu nehmen, daß die überflüßige Wal-
- dung ſehr bedeutende, und vortheilhafte Rodungen zu-
- lässt, ſchon nach dem gegenwärtigen Zustande, jährlich
- 17400. Reicht. gegen den angegebenen Ertrag Ihrer Gü-
- ther und der darauf zuzuschießenden Capitalien ver-
- liere. Bey dieser Lage der Sache, die Ewr Lieb
- den gewiß so wenig, als mir bekant gewesen ist,
- die aber dadurch bestättiget wird, daß selbt Ihre
- nur zu einem jährlichen Ertrage von 8650. Rthl. ver-
- anschlagte
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Abschrifft
Hochgebohrner Fürst!
Freundlich lieber Oheim!
Aus dem, über Ew. Liebden gefälliges Schreiben vom 29ten Febr.
d. J. worinn Sie mir die Vertauschung Ihre Südßpreüstl. Güther gegen die Domainen Aemter Krotoszyn und Polajewo antragen, dato eingegangenen Bericht des Et[ats] Minichr. v. Voss, habe Ich ersehen, daß das Amt Krotoszin allein, schon jezt, wenn nur die bey der jezigen Verpachtung nicht mit zum Anschlag gebracht Pertinenzien hinzukommen, eine eine Revenue von 49,043. Reichth. gewährt, die aber bey einer neuen richtigen Veranschlagung noch anſehnlich erhöhet werden kann, weil der Kr[ieges]. Rath v. Triebenfeld nur die A. 95. geschehene Abtretung der Pacht, einen benen Abstand von 26,000. Richt. erhalten hat. Ich würde also, ohne diesen Vortheil zu rühmen; und ohne darauf Rücksicht zu nehmen, daß die überflüßige Waldung ſehr bedeutende, und vortheilhafte Rodungen zulässt, ſchon nach dem gegenwärtigen Zustande, jährlich 17,400. Reicht. gegen den angegebenen Ertrag Ihrer Güther und der darauf zuzuschießenden Capitalien verliere. Bey dieser Lage der Sache, die Ewr Lieb den gewiß so wenig, als mir bekant gewesen ist, die aber dadurch bestättiget wird, daß selbt Ihre nur zu einem jährlichen Ertrage von 8,650. Rthl. veranschlagte
- Güther, nachdem darin ohngefähr 26,000. Reicht.
- zu Meliorationen verwendet worden, jezt
- schon 40,500. rt. jährlichen Ertrag gewähren, ver-
- den Sie selbst einsehen, daß der Staat sich
- auf die angetragene Vertauschung gar
- nicht einlaßen kann. Ich hatte, durch ich nicht
- Beyspiel belehrt, schon unterm 19ten July d. J.
- dem Et[ats]: Min[ister]: v Voß aufgegeben, alle derglei-
- chen Anträge von der Hand zu weisen. Dem
- nach bin ich aus wehren Hochschätzung Ewr
- Liebden, auf Ihre spätere Vorschlag entrirt
- und nur der evidente Beweiß, von dem daraus
- für das Staats Interesse entspringenden Nach
- theil, hält mich ab, ihn zu genehmigen. Ich bin
- es daher auch versichert, daß Sie hierin die
- Gesinnungen der aufrichtigsten Freundschaft
- und Hochschätzung nicht verkennen werden, wo-
- mit ich verbleibe
- Ewr Liebden
- Berlin
- 1798.
- die 4te Decbr.
- gutwilliger Grün
- Friedrich Wilhelm.
- A Mon Cousin le Prince
- de Hohenlohe Ingelfingen
- à Breslau
Güther, nachdem darin ohngefähr 26,000. Reicht. zu Meliorationen verwendet worden, jezt schon 40,500. rt. jährlichen Ertrag gewähren, verden Sie selbst einsehen, daß der Staat sich auf die angetragene Vertauschung gar nicht einlaßen kann. Ich hatte, durch ich nicht Beyspiel belehrt, schon unterm 19ten July d. J. dem Et[ats]: Min[ister]: v Voß aufgegeben, alle dergleichen Anträge von der Hand zu weisen. Dem nach bin ich aus wehren Hochschätzung Ewr Liebden, auf Ihre spätere Vorschlag entrirt und nur der evidente Beweiß, von dem daraus für das Staats Interesse entspringenden Nach theil, hält mich ab, ihn zu genehmigen. Ich bin es daher auch versichert, daß Sie hierin die Gesinnungen der aufrichtigsten Freundschaft und Hochschätzung nicht verkennen werden, womit ich verbleibe
Ewr Liebden
Berlin
1798.
die 4te Decbr.
gutwilliger Grün
Friedrich Wilhelm.
A Mon Cousin le Prince
de Hohenlohe Ingelfingen
à Breslau

