Document 7 · Letter
20 March 1815
Wrocław (Breslau)
Charlotte von Triebenfeld, Triebenfeld's daughter → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Charlotte von Triebenfeld asks the Prince to have one of his subordinates send her her father's address, so that she can write to him herself. This is her third letter without a reply; she says a letter from her father referred her once again to the Prince's kindness. She says her misery has passed all bounds, especially as she must give up the hope of describing her situation to her father in person. She no longer dares to ask for help.
Charlotte von Triebenfeld bittet den Fürsten, ihr durch einen seiner Untergebenen die Adresse ihres Vaters zukommen zu lassen, damit sie ihm selbst schreiben kann. Es ist ihr dritter Brief ohne Antwort; ein Brief des Vaters habe sie erneut an die Gnade des Fürsten verwiesen. Ihr Elend habe alle Grenzen überschritten, zumal sie die Hoffnung aufgeben müsse, dem Vater ihre Lage mündlich zu schildern. Um Hilfe wage sie nicht mehr zu bitten.
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- Durchlauchtigſter Fürſt!
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Aufs neue durch einen Brief meines Vaters an Eur Durch
- laucht Gnade angewiesen, wage ich es dennoch mich schriftlich
- an Eur Durchlaucht zu wenden, obgleich ich noch von Eu
- Durchlaucht mit keiner Antwort beehrt worden bin. Es
- ist dieß bereits mein dritter Brief, und ich würde ge-
- wiß meine Dreistigkeit nicht so weit treiben, wenn
- ich nur irgend die adresse an meinen Vater hätte, und daß
- ohne Eur Durchlaucht zu belästigen schreiben könnte. Mein
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Durchlauchtigſter Fürſt!
Gnädigster Fürst und Herr!
Aufs neue durch einen Brief meines Vaters an Eur Durch laucht Gnade angewiesen, wage ich es dennoch mich schriftlich an Eur Durchlaucht zu wenden, obgleich ich noch von Eu Durchlaucht mit keiner Antwort beehrt worden bin. Es ist dieß bereits mein dritter Brief, und ich würde gewiß meine Dreistigkeit nicht so weit treiben, wenn ich nur irgend die adresse an meinen Vater hätte, und daß ohne Eur Durchlaucht zu belästigen schreiben könnte. Mein
- Elend hat jezt alle Gränzen überſchritten, um ſo mehr
- da ich auch jezt die Hofnung aufgeben muß, meinen Vater
- durch eine mündliche Beschreibung meine Lage bekant wer-
- den zu lassen. Ich wage es nicht mehr Eu Hochfürstlichen
- Durchlaucht um Hülfe anzuflehen; allein die billige Bitte,
- wiederhohle ich ganz unterthänigst mir durch irgend einen
- Ihrer Untergebener die Adresse meines Vaters zukommen.
- zu lassen; damit ich Euer Durchlaucht nicht mehr mit Klagen
- beſchwerlich fallen dürfte, die mir zu thun eine ſchreckliche
- Ueberwindung kosten.
- Mit den tiefſten Ehrfurcht verſamme ich Ew Hochfürſtlichen
- Durchlaucht
- ganz unterthänigste Dienerin
- Breslau den 20ten März 1815.
- Charlotte von Triebenfeld.
Elend hat jezt alle Gränzen überſchritten, um ſo mehr da ich auch jezt die Hofnung aufgeben muß, meinen Vater durch eine mündliche Beschreibung meine Lage bekant werden zu lassen. Ich wage es nicht mehr Eu Hochfürstlichen Durchlaucht um Hülfe anzuflehen; allein die billige Bitte, wiederhohle ich ganz unterthänigst mir durch irgend einen Ihrer Untergebener die Adresse meines Vaters zukommen. zu lassen; damit ich Euer Durchlaucht nicht mehr mit Klagen beſchwerlich fallen dürfte, die mir zu thun eine ſchreckliche Ueberwindung kosten.
Mit den tiefſten Ehrfurcht verſamme ich Ew Hochfürſtlichen Durchlaucht
ganz unterthänigste Dienerin
Breslau den 20ten März 1815.
Charlotte von Triebenfeld.

