Document 4 · Letter
19 March 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Reports on Napoleon's return: he says Grenoble is in his power, that he has about 30/m men, and that 10 million Francken have been put on his head. Asks the Prince for a basket wagon for the servant of Court Councillor Barbe, who is to travel from Sławięcice to fetch Barbe's sister from Switzerland, and for a vehicle with 2 horses for glass crates belonging to the Court Councillors Barbe, Heym and Philipsborn from Prague. Wishes Eberhard would come, asks what steps F. August has taken about the power of attorney, and requests further blank forms.
Berichtet über Napoleons Rückkehr: Grenoble sei in seiner Gewalt, er habe etwa 30/m Mann, auf seinen Kopf seien 10 Millionen Francken gesetzt. Bittet den Fürsten um einen Korbwagen für den Diener von Hoffrath Barbe, der von Sławięcice aus Barbes Schwester aus der Schweiz holen soll, und um ein Fuhrwerk mit 2 Pferden für Glaskisten der Hoffräthe Barbe, Heym und Philipsborn aus Prag. Wünscht Eberhards Kommen, fragt nach F. Augusts Schritten wegen der Vollmacht und erbittet weitere Blanquets.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädiger Herr
- Die Napoleonſche Geſchichte macht hier eine arge Senſation, und der Himmel droht
- täglich mit mehr Gewitter schwangereren Wölden — Indes haft man wird Frankreich
- allen den hervorgebrochenen Baselick den Kopf getreten — Andere behaupten
- wieder daß Bonap[arte] — viel Anhang finde und täglich weiter vorück
- Grenoble und Livn ſind bereits in der Gewalt des Böſen Ruheſtörers, jezt
- soll er ſchon etliche 30/m Mann ſtarck ſein und das ganze Geſchütz was im Grenoble
- ſtand an ſich gebracht haben. Soult Lefebvre und Bertrand ſind
- seine größten Anhänger — Auf die Köpfe dieser Rebellen sind große Summen
- gesezt. Auf Napoleons Haupt hat mann 10 Millonen Francken, von Seiten der
- Regierung geſezt und Marsena hat 3 Millionen Francken aus ſein Ver-
- mögen dazu zu zahlen versprochen — Man glaubt daß dies am mehresten
- fruchten wird.
- Hoffrath Barbe der ſich Ewr Durchlaucht ehrerbietigſt empfühlt wird ehrſtens
- ſeinen Bedienten dorthin nach Schlawenschitz ſenden welcher von dort mit meine
- Pferde nach der Schweiz gehen und seine Schwester abhohlen soll, deren
- Mann in Berlin in E. H. Bureau angestelt wird; Er und ich bitten
- daß Ew Durchlaucht dorten einen recht guten Korbwagen über dem
- aber eine dritchene Pläne gemacht werden muß geben laßen möchten, womit
- der Bediente dahin gehen und deßen Schwester hohlen können. — Laßen Sie
- das ja geſchehen — B[arbe] wird es Ihnen gewiß wett machen — auch
- haben die 3 Hoffräthe aus dem Hschen Bureau Barbe, Heym und Phi-
- lipsborn etliche Kistchen Glaß in Prag liegen, daß soll nach Schlawen
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädiger Herr Die Napoleonſche Geſchichte macht hier eine arge Senſation, und der Himmel droht täglich mit mehr Gewitter schwangereren Wölden — Indes haft man wird Frankreich allen den hervorgebrochenen Baselick den Kopf getreten — Andere behaupten wieder daß Bonap[arte] — viel Anhang finde und täglich weiter vorück Grenoble und Livn ſind bereits in der Gewalt des Böſen Ruheſtörers, jezt soll er ſchon etliche 30/m Mann ſtarck ſein und das ganze Geſchütz was im Grenoble ſtand an ſich gebracht haben. Soult Lefebvre und Bertrand ſind seine größten Anhänger — Auf die Köpfe dieser Rebellen sind große Summen gesezt. Auf Napoleons Haupt hat mann 10 Millonen Francken, von Seiten der Regierung geſezt und Marsena hat 3 Millionen Francken aus ſein Vermögen dazu zu zahlen versprochen — Man glaubt daß dies am mehresten fruchten wird.
Hoffrath Barbe der ſich Ewr Durchlaucht ehrerbietigſt empfühlt wird ehrſtens ſeinen Bedienten dorthin nach Schlawenschitz ſenden welcher von dort mit meine Pferde nach der Schweiz gehen und seine Schwester abhohlen soll, deren Mann in Berlin in E. H. Bureau angestelt wird; Er und ich bitten daß Ew Durchlaucht dorten einen recht guten Korbwagen über dem aber eine dritchene Pläne gemacht werden muß geben laßen möchten, womit der Bediente dahin gehen und deßen Schwester hohlen können. — Laßen Sie das ja geſchehen — B[arbe] wird es Ihnen gewiß wett machen — auch haben die 3 Hoffräthe aus dem Hschen Bureau Barbe, Heym und Philipsborn etliche Kistchen Glaß in Prag liegen, daß soll nach Schlawen
- schl. geschaft werden, sie haben darüber einen frey Paß — da geruhen
- Ewr Durchlaucht eine Eufrchn mit 2 Pferde zu geben die das Glaß nach
- Schlawenschitz hohlt. Meine beiden Kerl dem Tambour und dem Kutschen
- geben Sie einen Paß, daß sie nach Blizanow zurükkehren — Es wäre da, daß
- Ewr Durchlaucht den Kutscher dorten brauchen könten.
- daß diese Männer u Barbe, Philipshorn, und Heym wieder was Guts stiften werden, können Sie gnädiger
- Herr glauben — den sonsten würden sie sich schämen das alles zu verlangen
- da wenig Tagen soll ich in ein paar Sachen was sehr gutes erfahren — Zeit 3)
- genug wird es dann sein es Ewr Durchlaucht zu sagen.
- wäre es in der Welt möglich so schien Sie Eberhard her — den möglich ists
- daß er die Sache wie er sagt vergleicht — die Damm brauchen und suchen Geldten
- Eberhard ſchreibt ſo eben ich ſolle bewürken daß ihm der Kanzler rufen ließen
- einen Vorſpan Paß geben und Reiſe Koſten bezahlen ſolle. — O Himmel was bilden ſich
- die Menschen ein — Ich habe manchen Freund, aber ich könte alsiren und würde
- doch keine Dicelten oder zu Kosten sehen — Geben heißt hier, sey seeliger den nehmen
- Sehnsuchts voll ſehe ich die Nachricht entgegen, ob Eberhard kommen wird oder nicht
- Eben ſi wünſche ich herzlich zu erfahren, was F August im Betreff der Vollmacht
- gethan hätt — den nun ist der Handschu geworfen und redlich muß ausge-
- kämpft werden.
- Übrigens haben Ewr durchlaucht wir nicht geantwortet, wenn Sie sie ann dem
- Fall eintreten wird / ſich wohl als Administrator dahin wünſchten — Genuß
- wird man einen Mann erinnern der dort alles leiten sollen
- Einiger Blanquets schicken Euer Durchlaucht mit noch — die sind alle bis auf
- das am Kaysern — und ich könte jetzt mit höchsten Nuzzen nach welche brauchen.
- Es wüste dies aber sehr völlig geschehen
- Ich hoffe meine Taufendfache dorzu, und kümer soll dennoch belohnt werden.
- te tiefen Respect ersterben
- Ewr Durchlaucht
- treu gehorsamer Diener
- 19ten Mertz 1815
- Nun komm nach Eberhard
- v Triebenfeld
schl. geschaft werden, sie haben darüber einen frey Paß — da geruhen Ewr Durchlaucht eine Eufrchn mit 2 Pferde zu geben die das Glaß nach Schlawenschitz hohlt. Meine beiden Kerl dem Tambour und dem Kutschen geben Sie einen Paß, daß sie nach Blizanow zurükkehren — Es wäre da, daß Ewr Durchlaucht den Kutscher dorten brauchen könten.
daß diese Männer u Barbe, Philipshorn, und Heym wieder was Guts stiften werden, können Sie gnädiger Herr glauben — den sonsten würden sie sich schämen das alles zu verlangen da wenig Tagen soll ich in ein paar Sachen was sehr gutes erfahren — Zeit 3) genug wird es dann sein es Ewr Durchlaucht zu sagen.
wäre es in der Welt möglich so schien Sie Eberhard her — den möglich ists daß er die Sache wie er sagt vergleicht — die Damm brauchen und suchen Geldten Eberhard ſchreibt ſo eben ich ſolle bewürken daß ihm der Kanzler rufen ließen einen Vorſpan Paß geben und Reiſe Koſten bezahlen ſolle. — O Himmel was bilden ſich die Menschen ein — Ich habe manchen Freund, aber ich könte alsiren und würde doch keine Dicelten oder zu Kosten sehen — Geben heißt hier, sey seeliger den nehmen Sehnsuchts voll ſehe ich die Nachricht entgegen, ob Eberhard kommen wird oder nicht Eben ſi wünſche ich herzlich zu erfahren, was F August im Betreff der Vollmacht gethan hätt — den nun ist der Handschu geworfen und redlich muß ausgekämpft werden.
Übrigens haben Ewr durchlaucht wir nicht geantwortet, wenn Sie sie ann dem Fall eintreten wird / ſich wohl als Administrator dahin wünſchten — Genuß wird man einen Mann erinnern der dort alles leiten sollen Einiger Blanquets schicken Euer Durchlaucht mit noch — die sind alle bis auf das am Kaysern — und ich könte jetzt mit höchsten Nuzzen nach welche brauchen. Es wüste dies aber sehr völlig geschehen Ich hoffe meine Taufendfache dorzu, und kümer soll dennoch belohnt werden. te tiefen Respect ersterben
Ewr Durchlaucht
treu gehorsamer Diener
19ten Mertz 1815
Nun komm nach Eberhard
v Triebenfeld
- hier ist forthen an Neuigkeiten Ebbe und Fluth zu einen Augenblick bäut Nachraht des
- Napoleon gefangen ist — in der folgenden Stunde ist er schon in Paris mit 100000 Mann
- eingerückt und so bringen sich die Nachrichten, je nachdem es die Juden und Stock Jobbers
- ihrer Convenenz gemäß finden,
- Was indes hier die Beſorgniß der Allerhöchſten Herrn erregt, ſind die Bonapartiſchen
- Aufforderungen an der Gemeinsten Classe der Menschen — eigentlich an die Canaille
- diese macht er große Versprechungen und sagt ihnen alle Reichthümer und Haaben
- der Welt zu — Mann fürchtet doch daß ihm dies einigen Anfang verschoßen und
- Aus Pohlen hätte mann gerne sehr sichere Nachrichten wie diese Na[v?]e dorten denckte. Ein
- unschuldigen Pohle sagte hier gestern / Ah Gott sey danck unser Erlöser nicht sich / Sie soll
- ganz Toll für Freude sein. Was wird der H. Groß Fürst wohl jezt mit seinem
- 40000 Mann machen?
hier ist forthen an Neuigkeiten Ebbe und Fluth zu einen Augenblick bäut Nachraht des Napoleon gefangen ist — in der folgenden Stunde ist er schon in Paris mit 100,000 Mann eingerückt und so bringen sich die Nachrichten, je nachdem es die Juden und Stock Jobbers ihrer Convenenz gemäß finden, Was indes hier die Beſorgniß der Allerhöchſten Herrn erregt, ſind die Bonapartiſchen Aufforderungen an der Gemeinsten Classe der Menschen — eigentlich an die Canaille diese macht er große Versprechungen und sagt ihnen alle Reichthümer und Haaben der Welt zu — Mann fürchtet doch daß ihm dies einigen Anfang verschoßen und Aus Pohlen hätte mann gerne sehr sichere Nachrichten wie diese Na[v?]e dorten denckte. Ein unschuldigen Pohle sagte hier gestern / Ah Gott sey danck unser Erlöser nicht sich / Sie soll ganz Toll für Freude sein. Was wird der H. Groß Fürst wohl jezt mit seinem 40,000 Mann machen?


