Traces in the Sand

Document 279 · Letter

18 March 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld considers a genuine settlement with the Curisch heiresses decisive. After that, he says, the State Chancellor would arrange an advance and the administration. He is eagerly awaiting Eberhard. Hohenlohe-Bartenstein, Winzingerode and Göschel have written to Langenburg and Kirchberg. He suspects that Prince August has demanded the power of attorney back, which would leave Cosmar unprotected. As to the Polish estates, he says the Chancellor asks for patience until the decision on the estates taken from the donatories. He also reports news and rumours about Napoleon's advance and his outlawing.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 279
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Worauf es jezt noch ankömt ist daß ein reeller Vergleich mit den Curischen Erbinnen gemacht wird.
  5. Kümt der zu Stande so besorgt der Fürst Staats Kanzler daß der Vorschuß gegeben und die Ad-
  6. ministration eingeleitet wird. Ich ſehn daher die Ankunft des Herrn J[ustiz]. C[ommissarius]. Eberhard mit
  7. der größten Sehnsucht entgegen — fürst Hohenlohe, Bartenstein, Gr. Winzingerode und
  8. der gute Geh[eime]. Rath v Göschel haben nach Langenburg und Kirchberg pp geschrieben — ich
  9. denke daß Fürst August wohl die Vollmacht zurück gefordert haben wird — Ist[?] dem
  10. Cosmar diese Brustwehr zerstört den steht er ganz Blanck, und sein Untergang ist beschloßen,
  11. wann auch in jenes bekreuzte Codizill er Gottweis welche Sicherheits maßregeln für
  12. sich eingewelt hätte —
  13. von Pourtalès iſt noch beim Antwort eingegangen und daher hoft B[arbe]. mit größter Zuverſicht
  14. daß er bald selbst kommen wird —
  15. Die kohl Angelegenheit wird mir noch großen Kummer machen, den der R Kayser eniffer[?]-
  16. zug, und Landskoy verkauft alles, und hat von dort her gewaltig — Amstetten und
  17. Zerboni folgen gute Beispiele —
  18. Vom Ende des Congreſſes ist noch nichts zu höhren, vielmehr häufen sich die Arbeiten wegen
  19. der Napoleonschen Geschichte sehr, und behindern alle andere Geſchäfte vorzunehmen.
  20. Mann sagt zwar der Spaas werde nicht lange dauern, gleichwohl müßen 60000 Fran-
  21. zosen und 30000 Osterreicher dahin marschien — der Räuber soll jezt mit seiner Rotte
  22. in die Gebürge ſtecken und dorten ganz stille ſeynen. Er war ſchwe bis Gap auf der
  23. Straße nach Grenoble zu Lion zu vorgedrungen, da ihm aber Graf Bubna in Rükken bedrohte so zog
  24. er sich eiligst bis Castellane zurück — und spielt in die Gebürge Verstellens —
  25. Übrigens ist er jezt Vogelfrey erklärt und da seine Offiziere oder Anhänger, wann ſie nicht
  26. in 8 Tagen zurück Lehren gleiches Schicksahl mit ihm haben sollen, so glaubt mann daß ihm
  27. seine eigene Leute aufheben und überliefern werden.
  28. Im Grunde muß den armen Narren doch ein verschmizter Kopf aufs Eisgeführt
  29. haben — den er erhielt auf Elba die Sicherste Nachricht, daß sich der Congress zerschlagen
  30. und ſämtliche Souverains am 13ten Febr höchſt erbittert aus einander gegangen wären.
  31. und daß sogleich einer dem Andern den Krieg erkläret habe — Die gute
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  1. Kayserin Mar: Lein soll sehr betrübt sein, und wahrlich ist die arme Frau jezt zu beklagen —
  2. Ihr Hoffstat der noch aus puren Franzosen Bestand ist sogleich verabschiedet, und ihr pure Teutſchen
  3. Menschen gegeben — die Ursache wird nicht gesagt —
  4. So eben sagt mann hier daß Napoleon dennoch bis Grenoble vorgedrungen und bereits ein
  5. ganz es Regiment Franzosen zu ihm übergegangen sind. Eben so auch ein Regiment
  6. Piemonteſer — Sonderbar wäre es doch wann ein total geachteter Mensch noch
  7. ſolchen Anhang finden ſolte —
  8. Der Augenblick ist wieder wegen die Pohln[ischen] Güter eine Resolution für mich ein
  9. der Arbeit — der E Kanzler sagt, man Geduld haben bis es mit schieden
  10. sey was wegen den Gütern welche die Pohlen nach den Tilſitter Frieden den
  11. Donatarien abgenommen, bestimmt werden würde. Es ist schrecklich wie sich
  12. das alles hinſchleppt —
  13. O wäre nur H p Eberhard herkommen könnte, damit wir die Sache mit den Curische
  14. Erben vergleichen könten, so wäre doch das Hauptsächlichste geschehen —
  15. In 14 Tagen wollen die Souverains von hier abgehen.
  16. In tiefer Ehrfurcht erſterbe.
  17. Ewr Durchlaucht
  18. Ich liege heute in Eichen Krank.
  19. Wien den 18ten März
  20. 1815
  21. unterthänigster diener
  22. v Triebenfeld