Document 278 · Letter
12 March 1815
Brzeg (Brieg)
Eberhard, justice commissioner at Brzeg → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Eberhard urgently asks the Prince to raise at least 5 to 600 Rthl for a journey to Vienna, which v. Triebenfeld is pressing him to make. He says a settlement with the Curisch heirs is possible only now, while the 3 princesses are in Vienna in person. The obstacles are an instruction from the heirs' general mandataries not to interfere, his lack of money, and the passports he needs. He is sending v. Triebenfeld a plan setting out 2 ways of justifying the journey.
Eberhard bittet den Fürsten dringend, mindestens 5 bis 600 Rthl für eine Reise nach Wien aufzubringen, zu der v. Triebenfeld ihn drängt. Ein Vergleich mit den Curischen Erben sei nur jetzt möglich, solange die 3 Prinzessinnen persönlich in Wien seien. Hindernisse sind eine Weisung der General Mandatarien der Erben, sich nicht einzumischen, sein Geldmangel und nötige Pässe. Einen Plan mit 2 Wegen, die Reise zu begründen, schickt er v. Triebenfeld.
- 278
- Copia
- Durchlauchtigster Fürst
- p. p. p.
- Auch ich erhielt mit lezter Post vom H. v Triebenfeld
- ein Schreiben, worin er mir dringend ans Herz legt,
- nach Wien zu kommen.
- Nach einem von mir durchdachten Plan der auf die
- bisherigen von Seiten des Ministerii ertheilten abschläg-
- lichen Resolutionen gebaut ist, scheint es mir auch
- möglich zu sein, die Curischen Erben welche gerade
- in Persohn in Wien sind, zur Annahme Eines
- Vergleichs zu bewegen, und ich selbst würde vieleicht
- dazu würken können, wenn ich dort wäre; allein
- 1 Mal kann ich bey der mir von Seiten der General
- Mandatarien der Curischen Erben, ertheilten Weisung,
- mich jeder Einmischung in dieser Sache zu enthalten,
- nicht entgegen handlen, und ohne alle Veran-
- laßung von Seiten der Erben nicht exabrupto in
- Wien erscheinen; 2te fehlt es mir gänzlich an Gelde
- und ich bin auser Stande, diese Reise Kosten
- zuschießen, noch irgend wo zu erborgen; 3tes kann
- ich ohne Pöſe vom Justiz Münster u Staats Kanzler
- nicht ins Curland Reiſen; welche ich erst nachsuchen
- müßte
278
Copia
Durchlauchtigster Fürst
p. p. p.
Auch ich erhielt mit lezter Post vom H. v Triebenfeld ein Schreiben, worin er mir dringend ans Herz legt, nach Wien zu kommen.
Nach einem von mir durchdachten Plan der auf die bisherigen von Seiten des Ministerii ertheilten abschläglichen Resolutionen gebaut ist, scheint es mir auch möglich zu sein, die Curischen Erben welche gerade in Persohn in Wien sind, zur Annahme Eines Vergleichs zu bewegen, und ich selbst würde vieleicht dazu würken können, wenn ich dort wäre; allein 1 Mal kann ich bey der mir von Seiten der General Mandatarien der Curischen Erben, ertheilten Weisung, mich jeder Einmischung in dieser Sache zu enthalten, nicht entgegen handlen, und ohne alle Veranlaßung von Seiten der Erben nicht exabrupto in Wien erscheinen; 2te fehlt es mir gänzlich an Gelde und ich bin auser Stande, diese Reise Kosten zuschießen, noch irgend wo zu erborgen; 3tes kann ich ohne Pöſe vom Justiz Münster u Staats Kanzler nicht ins Curland Reiſen; welche ich erst nachsuchen müßte
- Das 2t Hinderniß ist nun wohl das wichtigste, wenn
- Ihro Durchlaucht nicht Rath zu schaffen vermögen, so
- ist das Unglück groß, und nicht zu Übersehn, denn
- nur jetzt in Wien bey der Persöhnlichen Anwesenheit
- der 3 Prinzessinnen ist ein Vergleich Danckbar oder
- nie. Steht Ihrer Durchlaucht denn gar kein
- Mittel zu gebothe, wenigstens 5 bis 600 rt aufzu-
- bringen. Noch nie würde ein Capital so gewuchert.
- haben als dieses. Der Ertrag ist gewiss eben so
- unberechbar als es der Schaden, wenn Höchst Sie
- Diese Reise Kosten nicht aufbringen; ich Vermögen
- es bey Gott nicht.
- Die Abreise des Königs den 26ten an die ich
- nicht glaube, da nach andern Nachrichten der König
- Die Miethen biß Ende April verlängert haben soll
- würde nicht Schaden, da der fürst Staats Kanzler
- dort bleibt, und dieser allein alles schaffen kann
- Ich schreibe heute an H. v Triebenfeld, u. lege ihm meinen
- Plan zu Seiner Beurtheilung vor, in welchem 2.
- Weege angegeben sind, auf welchem für mich wenig-
- stens Veranlassung genommen werden könnte, Meine
- Reise nach Wien zu Motiviren. H. v. Triebenfeld
Das 2t Hinderniß ist nun wohl das wichtigste, wenn Ihro Durchlaucht nicht Rath zu schaffen vermögen, so ist das Unglück groß, und nicht zu Übersehn, denn nur jetzt in Wien bey der Persöhnlichen Anwesenheit der 3 Prinzessinnen ist ein Vergleich Danckbar oder nie. Steht Ihrer Durchlaucht denn gar kein Mittel zu gebothe, wenigstens 5 bis 600 rt aufzubringen. Noch nie würde ein Capital so gewuchert. haben als dieses. Der Ertrag ist gewiss eben so unberechbar als es der Schaden, wenn Höchst Sie Diese Reise Kosten nicht aufbringen; ich Vermögen es bey Gott nicht.
Die Abreise des Königs den 26ten an die ich nicht glaube, da nach andern Nachrichten der König Die Miethen biß Ende April verlängert haben soll würde nicht Schaden, da der fürst Staats Kanzler dort bleibt, und dieser allein alles schaffen kann Ich schreibe heute an H. v Triebenfeld, u. lege ihm meinen Plan zu Seiner Beurtheilung vor, in welchem 2. Weege angegeben sind, auf welchem für mich wenigstens Veranlassung genommen werden könnte, Meine Reise nach Wien zu Motiviren. H. v. Triebenfeld
- wird sich sogleich zurecht finden, da Er das
- Terrain genau kennt, und wird wissen was
- zu thun ist, und wird auch schnell handlen, so daß
- seine balde zu erwartende Antwort alles entscheiden
- wird. Ich beschwere Ihro Durchlaucht immittelst das
- Stunde Geld zu besorgen. Korb kann er wird
- gewiſ Rath ſchaffen.
- In tiefster Ehrfurcht unterzeigen ich
- mich.
- Ewr Durchlaucht
- Brieg
- d 12ten März 1815
- ganz unterthänigster
- Eberhard
wird sich sogleich zurecht finden, da Er das Terrain genau kennt, und wird wissen was zu thun ist, und wird auch schnell handlen, so daß seine balde zu erwartende Antwort alles entscheiden wird. Ich beschwere Ihro Durchlaucht immittelst das Stunde Geld zu besorgen. Korb kann er wird gewiſ Rath ſchaffen.
In tiefster Ehrfurcht unterzeigen ich mich.
Ewr Durchlaucht
Brieg
d 12ten März 1815
ganz unterthänigster
Eberhard


