Document 277 · Letter
11 March 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld confirms receipt of the letter of the 6th with the order for 200 # and three blank forms, and again hopes that Eberhard and Hahn will come to Vienna. He says he has handed in the Polish estate matter once more with all the documents, and, on Beguelin's advice, has written to Zerboni; the reply is enclosed. Stägemann had not yet made his report. Cosmar, he says, is as good as ruined, and August should demand the power of attorney back. He reports Napoleon's landing at Antibes.
Triebenfeld bestätigt den Empfang des Schreibens vom 6ten mit der Anweisung auf 200 # und drei Blanquets und wünscht erneut, dass Eberhard und Hahn nach Wien kommen. Die polnische Güterangelegenheit hat er nochmals mit allen Aktenstücken übergeben und auf Anraten Beguelins an Zerboni geschrieben; dessen Antwort liegt bei. Stägemann hatte noch keinen Vortrag. Cosmar gelte als so gut wie vernichtet, August solle die Vollmacht zurückfordern. Er meldet Napoleons Landung in Antibes.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr
- Ew. Durchlaucht gnädigstes Schreiben vom 6ten habe ich pr Estaffette vor etwan — einer
- St[unde] erhalten, da ich eben ein Schreiben an Höchſt Sie angefangen hatte, so legte ich das bei
- seite, und fienge dieses an — Die Anweisung auf 200 # habe ich erstens erhalten
- dann lage 3 Prinzösische Blanquets darin das 2 Schreiben von Ewr Durchlaucht, eines
- von h. Hoffrath Hahn und 5 Dienern, ans Rußland, aus Pohlen, aus Breslau, und aus
- Frankfurt am Main — Ich dencke dafür herzigst. Aber schreiben kan ich heute wenig — den
- ich bin sehr matt und habe großes Kopf wohren auch ist es etwan noch 2 Stunden bis zum Abgang
- den Post — ich habe daher nicht einmahl alles lesen können, und ſchreibe das mehrere mit er
- ster Post — Meinen Wunsch erneure ich nur daß H. p Eberhard und H. Hahn mögte herkommen
- Es würde sich gewiß viel mit den 3 Damen machen, auch glaube ich fort, daß die Sachen
- mit P Adolph gleich geht —
- Stägemann hat immer noch keinen Vortrag gehabt, und es mögte darüber für Kammer crapiren.
- die Pohl[nische]. Güter Angelegenheit habe ich dem Fürsten H Durch nochmahls mit allen Acten Stücken
- übergeben, auch überwand ich mich auf Anrathen des Geh[eimen]. Staats Rathes v. Beguelin an Zerboni
- zu schreiben, die Antwort lege ich hier bey — ein mit nächster Post sende ich die Abschrift
- von allen Armen Eingaben — der Fürst hat es wohl aufgenommen ab ist auch schon das
- Journal passirt, aber wo es wieder liegen bleiben wird, weis ich noch nicht — Die Menschen
- ſind alle hier außer den einzigen Fürſten als ſolten Sie ſich nur belästigen und der leidende
- komt ſchien um — Indes ſteht alles gut, den Cosmar iſt, wie jeder ſagt, ſo gut
- wie vernichtet — ich habe mich einige grimmige Feinde wegen mein freymüthiges Schweitz[?]
- gemacht, doch was frage ich darnach, werden Sie nur gerettet — August muß nur die Voll-
- macht in der vorgeſchriebenen Art abfordern, ich habe ihm dazu einen Sporen in die Seite
- Gesetzt darin ihm gewaltig beygeben wird. Gestern hat nicht nur F[ürst]. Bartenstein, der sich Ewr Durchl.
- empfiehlt, sondern auch Göschel an den Fürst Langenburg geschrieben, daß sie im Harde[nberg] Hause
- ſehr hart von ihm dauf August reden hören, weil er ſich mit einen höchſt intriganten Advocaten gegen
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr Ew. Durchlaucht gnädigstes Schreiben vom 6ten habe ich pr Estaffette vor etwan — einer St[unde] erhalten, da ich eben ein Schreiben an Höchſt Sie angefangen hatte, so legte ich das bei seite, und fienge dieses an — Die Anweisung auf 200 # habe ich erstens erhalten dann lage 3 Prinzösische Blanquets darin das 2 Schreiben von Ewr Durchlaucht, eines von h. Hoffrath Hahn und 5 Dienern, ans Rußland, aus Pohlen, aus Breslau, und aus Frankfurt am Main — Ich dencke dafür herzigst. Aber schreiben kan ich heute wenig — den ich bin sehr matt und habe großes Kopf wohren auch ist es etwan noch 2 Stunden bis zum Abgang den Post — ich habe daher nicht einmahl alles lesen können, und ſchreibe das mehrere mit er ster Post — Meinen Wunsch erneure ich nur daß H. p Eberhard und H. Hahn mögte herkommen Es würde sich gewiß viel mit den 3 Damen machen, auch glaube ich fort, daß die Sachen mit P Adolph gleich geht — Stägemann hat immer noch keinen Vortrag gehabt, und es mögte darüber für Kammer crapiren. die Pohl[nische]. Güter Angelegenheit habe ich dem Fürsten H Durch nochmahls mit allen Acten Stücken übergeben, auch überwand ich mich auf Anrathen des Geh[eimen]. Staats Rathes v. Beguelin an Zerboni zu schreiben, die Antwort lege ich hier bey — ein mit nächster Post sende ich die Abschrift von allen Armen Eingaben — der Fürst hat es wohl aufgenommen ab ist auch schon das Journal passirt, aber wo es wieder liegen bleiben wird, weis ich noch nicht — Die Menschen ſind alle hier außer den einzigen Fürſten als ſolten Sie ſich nur belästigen und der leidende komt ſchien um — Indes ſteht alles gut, den Cosmar iſt, wie jeder ſagt, ſo gut wie vernichtet — ich habe mich einige grimmige Feinde wegen mein freymüthiges Schweitz[?] gemacht, doch was frage ich darnach, werden Sie nur gerettet — August muß nur die Vollmacht in der vorgeſchriebenen Art abfordern, ich habe ihm dazu einen Sporen in die Seite Gesetzt darin ihm gewaltig beygeben wird. Gestern hat nicht nur F[ürst]. Bartenstein, der sich Ewr Durchl. empfiehlt, sondern auch Göschel an den Fürst Langenburg geschrieben, daß sie im Harde[nberg] Hause ſehr hart von ihm dauf August reden hören, weil er ſich mit einen höchſt intriganten Advocaten gegen
- ſeinen alten guten Vater verbunden dem Advocaten eine unbeſchränckte Vollmacht gegeben, woran
- der alles dem alten guten Fürsten mit Arrest belegen und verkümmern müßen — wan wiße nicht sey
- dies ans Mangel an Klugheit oder aus Boschwil und günstige Zeiten.
- Gr. Winzingerode thut ein gleiches und wärret ihnen, die Vollmacht aufzuholen, sich nicht selbst zu Grunde
- zu richten und das Urtheil der ersten Männer Eurgnis[?] von sich zu lehnen —
- Ich meine das soll starck würken, man hält den armen Herren für sehr schwach —
- Pourtalès hat noch nicht geantwortet. B glaubt daß er des ehestens sollesten hier eintreffen werden.
- den die Bürgen und Einnehmen von Neuchatel habe eine Deputation mit großen Beschwerden
- gegen ihren Staatsrath am König geschickt — der Staats rath soll nun auch eine Deputation
- ſterer Seits herſenden — da um Pourtalès auf in dieſen Rath und Hofte, Gäste als Gedienter Offizien
- bekannt ist, so wird er auch wohl selbst erscheinen — Er braucht so unterstützung nöthig —
- Jezt das große Wichtige — daß Nopelon[Napoleon] entwischt ist, weißen Ewr Durchlaucht — Er ist nach dem
- heutigen Nachrichten in Antibes gelandet und wendet sich nach Toulon zu — In Toulon steht Massen
- Der sehr mißvergnügt ist daß man ihm nicht zum Pair ernannt hat — dann ist dort nach der
- General v. Bertrand und der Gen[eral]. Molis alles Anhängen von Napoleon — In der Schweiz ist
- alles in Gährung, das wird eine günstige Märte werden, und Murat soll ich fürchterlich
- brüsten — um von der Seite durch Italien zu dringen — Mann sagt schon N habe
- dort viel Zukunft — der König von Sachsen weigert sich noch zu unterschreiben —
- Wellington und Talleyrand sind noch bey ihn in Presburg — Indes glaubt man daß Gott demnach
- den Krieg verhüthen wird —
- Was der König von Würtemberg an die Hohenloher erlaßen, was ihm von allen Seiten geantwortet
- worden, was das fals hier bey Congress eingereicht ist, liegt alles hier an —
- vom Congress ist dem König ein starkes Mercuriale gegeben, das erhalten Ewr Durchlaucht
- künftig — In tiefsten Hochachtung ersterbe
- Ewr Durchlaucht
- Wien den 11ten März
- 1815
- treu gehorsamster Diener
- v Triebenfeld
ſeinen alten guten Vater verbunden dem Advocaten eine unbeſchränckte Vollmacht gegeben, woran der alles dem alten guten Fürsten mit Arrest belegen und verkümmern müßen — wan wiße nicht sey dies ans Mangel an Klugheit oder aus Boschwil und günstige Zeiten. Gr. Winzingerode thut ein gleiches und wärret ihnen, die Vollmacht aufzuholen, sich nicht selbst zu Grunde zu richten und das Urtheil der ersten Männer Eurgnis[?] von sich zu lehnen — Ich meine das soll starck würken, man hält den armen Herren für sehr schwach — Pourtalès hat noch nicht geantwortet. B glaubt daß er des ehestens sollesten hier eintreffen werden. den die Bürgen und Einnehmen von Neuchatel habe eine Deputation mit großen Beschwerden gegen ihren Staatsrath am König geschickt — der Staats rath soll nun auch eine Deputation ſterer Seits herſenden — da um Pourtalès auf in dieſen Rath und Hofte, Gäste als Gedienter Offizien bekannt ist, so wird er auch wohl selbst erscheinen — Er braucht so unterstützung nöthig — Jezt das große Wichtige — daß Nopelon[Napoleon] entwischt ist, weißen Ewr Durchlaucht — Er ist nach dem heutigen Nachrichten in Antibes gelandet und wendet sich nach Toulon zu — In Toulon steht Massen Der sehr mißvergnügt ist daß man ihm nicht zum Pair ernannt hat — dann ist dort nach der General v. Bertrand und der Gen[eral]. Molis alles Anhängen von Napoleon — In der Schweiz ist alles in Gährung, das wird eine günstige Märte werden, und Murat soll ich fürchterlich brüsten — um von der Seite durch Italien zu dringen — Mann sagt schon N habe dort viel Zukunft — der König von Sachsen weigert sich noch zu unterschreiben — Wellington und Talleyrand sind noch bey ihn in Presburg — Indes glaubt man daß Gott demnach den Krieg verhüthen wird — Was der König von Würtemberg an die Hohenloher erlaßen, was ihm von allen Seiten geantwortet worden, was das fals hier bey Congress eingereicht ist, liegt alles hier an — vom Congress ist dem König ein starkes Mercuriale gegeben, das erhalten Ewr Durchlaucht künftig — In tiefsten Hochachtung ersterbe
Ewr Durchlaucht
Wien den 11ten März
1815
treu gehorsamster Diener
v Triebenfeld

