Traces in the Sand

Document 11 · Letter

6 March 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that the Prince's matter is to be decided favourably this week, but urges that Eberhard be sent to Vienna in haste to conclude a settlement with the heiresses; in the worst case the estates would have to be administered for 5 years longer. He complains that Prince August Cosmar will not accept the power of attorney, proposes a step to be pursued through Hardenberg in favour of Prince Adolph, and asks for 100 # in order to pay Barbe. With news of the congress and rumours of war.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 11
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Nach einer reſten Verſicherung wird Ewr Durchlaucht Angelegenheit noch dieſe Woche vorkommen
  5. und gewiß günstig entschieden werden. Leer Stroh aber würde man nun doch am Ende
  6. gedroschen haben, wann kein Vergleich mit dem Churp. Erbinen zu Stande gebracht werden solte.
  7. Ich bitte daher nun alles in der Welt dem Herrn Eberhard so ſchleunig als möglich anhero zu ſenden,
  8. damit nicht neue Hindernis entstehen. — Bey den guten Willen des Herrn Fürsten Staats Kanzlers
  9. Durchlaucht würde sich, wann der Vergleich abgeschloßen würde, auch dennoch alles machen laßen
  10. wann auch nun 50 oder hundert tausend allen mehr gegeben werden müßte. Der Unfall für
  11. das Hohenlohesche Hauß würde nur darin bestehen, daß die Güter 5 Jahr länger Administrirt
  12. werden müsten.
  13. Er halten Ewr Durchlaucht jährlich nach dem ersten Plan 10 oder 12/m rt und wann Gott Glück giebt
  14. jährlich auch nur 6/m rt. Pension so können Sie glücklich leben, es administrire dem die Güter war da
  15. wolle. Kein anderer kan Ihnen gnädiger Herr den nicht stören und was verkümmern
  16. Nur senden Ewr Durchlaucht eilig H. Eberhard her, der Congress dürfte nun schnell zu
  17. Ende gehen.
  18. Die Sachen auf den Congress wechseln hier wie Ebbe und Fluth — bald ruhnet man sich einen
  19. wenigen Frieden errungen zuhaben, zubald aber raisonirt alles wieder von einen sehr nahen
  20. Krieg — der König von Sachsen ist in Presburg, dahin eilte sogleich nach seiner Ankunft der Fürst
  21. Talleyrand und jezt wird der Kayser Franz und alle, außer unsern Herrn, dahin gehens — Er beharre
  22. west auf seinen Eigenſinn und will von keiner Theilung Sachſens wißen, ſelbſt fehlen glaubt er
  23. zu rück fordern zu können. Worauf er sich so trotzend stüzt weiß niemand, zählt er auf hinwelischen
  24. Heerſchaaren oder wieder ſüdliche Räuber Hoorden, dies iſt noch unbekandt Ich glaube aber
  25. daß wenn er sehen wird daß es unserem Herren ein wahrer Ernst ist, den wird er
  26. ſich wohl fügen, unterſchreiben, und nehmen was ihm Gotsbeſcheert hat.
  27. der König von Würtemberg raset und drohet aufs Neue — es scheinet hier und da zu gähren
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  1. zu gähren; sonderbar ist es daß man ihm darüber nichts sagt, sondern ehender Complimente macht
  2. Rußland tritt und alle Menschliche Rechte in Pohlen im Staube, tausende von Zernmieden gehen hier
  3. ein, aber niemand von den Behörden würdiget einen klagenden sein Ohr — Es herrscht jezt
  4. aller Orten große Verwirrung, und Gott verhüte, daß der unter der Asche glimmende facule[?]
  5. nicht zur Flamme wird und mit einer fürchterlichen Explosion hervor bricht —.
  6. O! Mein Gott da höhre ich den Augenblick, daß der Fürst August dem Cosmar die Vollmacht nicht
  7. abnehmen will — Ist es möglich daß ein Sohn, der von seinen Vater mit überschwenglicher Güte
  8. behandelt ist, so — denken, und sich mit einen überwiesenen Bösewicht und Räuber gegen
  9. den Vater verbinden kan? Ich weiß nicht in welcher Chattgoria man dies sezzen soll. Hier kan
  10. es Niemanden befremden wenn die Curischen und andere Creditoren argwöhnen, wenn der eigene
  11. Sohn, so — handelt — Ach Schade um die 100/m rthl — Indes Geduld —
  12. Ewr Durchlaucht haben wie ja von dem Prinzen Adolph so viel Gutes gesagt seinen Kopf
  13. sein Herz, und seine veste Anhänglichkeit an seinen Vater gerühmt — Was meinen Sie gnädig
  14. ster Herr, wenn man den biedern Jungen Mann, als Magirenn erklären ließe — da
  15. hätten Sie doch einen Sohn und eine Stüzze an der Sie sich im Alter Lehnen könten.
  16. Sagen Sie mir darüber Ihre Meinung — der Fürst Hardenberg leitet das sogleich in die
  17. Wege, wenn dies nicht expres in das Testament der alten Fürstin Sakkin, deren Erbe Er doch
  18. allein ist, untersagt worden — Mann rettet den braven jungen Mann aus den Klauen
  19. des Bösewichts, der in des guten Adolphs Haube schwelget und es schrecklich sich mälert —
  20. Beherzigen Ewr Durchlaucht dieser treu gemeinten Rath und ist mein Vorschlag Ihnen genehm so schicken
  21. Sie nur den Eberhard und geben ein Schreiben am Fürsten Staats Kanzler, und ein Blanquet
  22. um am König zu schreiben mit — dies geht den schnell und sicher — B[arbe] sagt der Fürst
  23. würde dies alleine beſorgen — M[inister]. Hum[boldt]: aber meint, es dürfe doch wohl nötig ſein am König
  24. ein Schreiben einzureichen — Ach gelänge auch dies den wäre alles gelungen —
  25. Jezt nur gnädigster Fürst erbarmen sie sich und schicken mir wenigstens 100 # darauf ich nur Barben
  26. bezahlen kan, der fängt würklich an zu murren. — Ich weis mir so wahr der Himmel
  27. über uns ist, keinen Rath oder Hülfe. Es ist hier so rasend theuer, ich lebe schlechter als ein Tage
  28. lehme. Sie können doch unmöglich wollen, daß ich für alles was ich für die thu in Schande und Spott
  29. Ärger und Hunger umkommen soll? Ich ersterbe
  30. Ewr Durchlaucht
  31. Wien den 6ten Merz
  32. 1815.
  33. ganz gehorſamſter treuer Diener
  34. v Triebenfeld
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  1. In diesen Stunde erfahre ich / eine Sage die von dem Gt. Cab. Secret Neuperg Court / daß seit heutigen
  2. Befehl die Ostere Armee auf den Kriegs Fuß gesezt wird. Daß heute schon Truppen marchiren
  3. und viel Artillerie nach Italien fortgeführt wird — Mann sagt Murat machen & pertacte und
  4. wolle den König von Sachsen auch Napoleon einzerhoben — Tolles Zeug wird geschwäzt, es
  5. raisonirt alles vom Kriegen — Sachsen bleibt von Preußen besetzt —