Document 3 · Letter
February 1815 [inferred]
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Von Triebenfeld complains of a shortage of money: he says he had counted on 1,400 Rthl for 4 weeks, but received only 932 Rthl in 5 months, and he urgently asks for 200 #. He says he intends to go with Barbe to Minister Nesselrode about the Polish matter. He advises proposing, by way of a memorandum, a loyal administrator of the entailed estates for the royal account, one able to give security and competent in the business. He hopes soon to have the Prince's decision on the advance and the Polish estates.
v. Triebenfeld klagt über Geldnot: Er rechnete mit 1400 Rthl auf 4 Wochen, erhielt in 5 Monaten aber nur 932 Rthl, und bittet dringend um 200 #. Mit Barbe will er in der polnischen Sache zu Minister Nesselrode. Er rät, per Pro Memoria einen ergebenen, kautionsfähigen und sachkundigen Administrator der Majoratsgüter für königliche Rechnung vorzuschlagen. Er hofft bald auf die Resolution des Fürsten über den Vorschuss und die polnischen Güter.
- 3
- Zwey Briefe vom 19ten und 28ten Januar habe ich erhalten mehr nicht.
- Dagegen habe ich ſeit den 13ten 7 Stück von hier geſandt — zu allen habe ich um
- Hülfe gebeten, in dem vom 19ten geben Ewr Durchlaucht Höffnung in den vom 28ten
- ſagen Sie darüber kein Wort. Wovon glauben Sie gnädiger Herr den daß ich
- hier bey der schrecklichen Theuerung leben soll? Ich rechnete anfänglich 1400 rt auf 4
- Wochen — Noch habe ich nicht mehr als 932 rt erhalten, und zwar durch 5 Monath —
- Eine Höllen, Quaal ist es daß ich dem Fürsten und Barben 170 # schuldig bin, ich
- schäme mich fast zu Tode — das Leben in Tobolckis Wüsten ist wahrhaft nicht
- so Quaal voll als das meine — würken will ich Seelen gern aber mit
- gänzlich leeren Händen — O das ist ein vermaladirtes Leben —
- Morgen will B[arbe] mit mir zum Minister Nesselrode und zum trosten Geheimen hoffen
- Rath Schröder fahren um in der Pohl[nischen] Sache nichts zu verſäumen, sondern viel
- mehr alle Wege vorzubungen. Ich weiß aber wahrhaftig nicht wo ich die 12. fl.
- hernehmen soll um den Lehn Kutschen zu bezahlen —
- Kurz erhalte ich nicht balde Hülfe und schaffen Sie nicht sehr sehr schnell Rath, so fahre
- alles zum Teufel, ich kan mich weiter nicht helfen, sondern muß mich mit Schande
- und Spott belastet von hier heimlich entfernen.
- Ich habe hier für Sie viel bewürkt, und wolte eben noch das bewürken daß Sie
- der Fürst, auf seiner Rükreise besuchen solte, den er kehrt nicht über Dresden
- zurück. — Aber ich kan mich vor ihm nicht füglich zeigen — Mein Plan war
- dann Ihre Militairische Angelegenheiten die glücklichste Wendung zu geben und
- dies am erwünschten Ziele zu bringen. Wie soll ich aber vortret u. ich kan
- vor Schaam nicht die Augen aufschlagen —
- von des Fürsten Staats Kanzlers Reise sagen Ewr
- Durchlaucht auch noch keiner lebenden Seele
- ein Wort — Es ist nur nach mein und B[arbe]s Plan.
- Ich bitte Sie also nochmals um Gottes willen schicken Sie eiligst die 200 #
- daß ich aus der Schuld komme — Nun noch dies — Wenn wünschen Sie als ad
- ministrator der Nahmens des Königes die Majorats Güter Administriren soll hier
- müßen Sie sehr vorsichtig zu werke gehen — so ein Mann soll Cautions fähig
- sein. König hat zwar viel Geld aber das ist eine Bestie — ich rathe vom
- allen Ihrem Alten keinen zu nehmen, und wie leicht kan nicht noch ein oder der
3 Zwey Briefe vom 19ten und 28ten Januar habe ich erhalten mehr nicht. Dagegen habe ich ſeit den 13ten 7 Stück von hier geſandt — zu allen habe ich um Hülfe gebeten, in dem vom 19ten geben Ewr Durchlaucht Höffnung in den vom 28ten ſagen Sie darüber kein Wort. Wovon glauben Sie gnädiger Herr den daß ich hier bey der schrecklichen Theuerung leben soll? Ich rechnete anfänglich 1,400 rt auf 4 Wochen — Noch habe ich nicht mehr als 932 rt erhalten, und zwar durch 5 Monath — Eine Höllen, Quaal ist es daß ich dem Fürsten und Barben 170 # schuldig bin, ich schäme mich fast zu Tode — das Leben in Tobolckis Wüsten ist wahrhaft nicht so Quaal voll als das meine — würken will ich Seelen gern aber mit gänzlich leeren Händen — O das ist ein vermaladirtes Leben — Morgen will B[arbe] mit mir zum Minister Nesselrode und zum trosten Geheimen hoffen Rath Schröder fahren um in der Pohl[nischen] Sache nichts zu verſäumen, sondern viel mehr alle Wege vorzubungen. Ich weiß aber wahrhaftig nicht wo ich die 12. fl. hernehmen soll um den Lehn Kutschen zu bezahlen — Kurz erhalte ich nicht balde Hülfe und schaffen Sie nicht sehr sehr schnell Rath, so fahre alles zum Teufel, ich kan mich weiter nicht helfen, sondern muß mich mit Schande und Spott belastet von hier heimlich entfernen.
Ich habe hier für Sie viel bewürkt, und wolte eben noch das bewürken daß Sie der Fürst, auf seiner Rükreise besuchen solte, den er kehrt nicht über Dresden zurück. — Aber ich kan mich vor ihm nicht füglich zeigen — Mein Plan war dann Ihre Militairische Angelegenheiten die glücklichste Wendung zu geben und dies am erwünschten Ziele zu bringen. Wie soll ich aber vortret u. ich kan vor Schaam nicht die Augen aufschlagen —
von des Fürsten Staats Kanzlers Reise sagen Ewr Durchlaucht auch noch keiner lebenden Seele ein Wort — Es ist nur nach mein und B[arbe]s Plan.
Ich bitte Sie also nochmals um Gottes willen schicken Sie eiligst die 200 # daß ich aus der Schuld komme — Nun noch dies — Wenn wünschen Sie als ad ministrator der Nahmens des Königes die Majorats Güter Administriren soll hier müßen Sie sehr vorsichtig zu werke gehen — so ein Mann soll Cautions fähig sein. König hat zwar viel Geld aber das ist eine Bestie — ich rathe vom allen Ihrem Alten keinen zu nehmen, und wie leicht kan nicht noch ein oder der
- andere mit Cosmar zugleich in Anspruch genommen werden — den natürlich wird man
- zu wißen verlangen, warum nicht mehr aus die Güter gezogen worden, und da
- Bäte wohl eine Abschäzzung statt finden — Nach welcher man den fragen würde
- wo sind die Recenzen geblieben?
- Das gerathenste ist die schicken ein eigenes Pro Memoria hier her — und schlagen
- gerade hin Jemanden vor, der die Gäntz Majorats Güter für Königl. Rechnung
- Administriren solle — dies muß aber ein Mann sein, der
- 1tens Ihnen gnädigster Fürst wahrhaft anhängt, und ergeben ist, damit der lezte Betrug
- nicht ärger als der erste wird — den solcher Mensch kan Ihnen den Himmel oder
- Hölln bereiten
- 2tens Muß er Cautions fähig sein, die Caution kan in Baar Geld, nicht aprin oder in
- liegenden Gründen geschehen —
- 3tens Muß er sowohl oconomische Kenntniße besizze, als auch sonst wißen
- schaft haben
- 4tens muß er nicht ohne alle Kenntnis vom Hütten fache sein — haupt er indes
- Ewr Durchlaucht treulich an so wird er da von Ihnen belehrt werden können
- 5, was muß er ohne brutalität zu Werke gehen, natürlich klug sein, damit
- ihm die alten Blut: Igel kein X für ein U machen —
- Wenn Sie vorschlagen, besonders mit diesen Eigenschaften dem genehmiget
- der Furst Kanzler gewiß —
- Diese Sachen aber muß ich sehr schnell her haben, den ich hoffe in wenig Tagen
- die Resolution des Fürsten, sowohl wegen den Vorschuß als wegen die Pohle
- Güter zu erhalten und den sezze ich keinen Augenblick länger hier wann
- ich besonders in Stand gesezt werde die Schulden abzuzahlen — auch weil ich
- gewiß hoffe dem Fürsten zu bewegen, daß er über Schlawenschitz gehen soll
- Ich dächte Sie schickten Jemanden mit meine Pferde hierher entweder reitend
- oder fahrend — zu 4 Tagen kan der Mensch hier sein, da erhalte auf das
- Geld sicher und die Papiere schnell — Beharrzige sie das
- Ihr Pro memoria muß absolut, wann das Geld ja schon unter
- wegens sein solte, dennoch sehr schnell und gewiß in der
- vorgerügten Angelegenheit haben
andere mit Cosmar zugleich in Anspruch genommen werden — den natürlich wird man zu wißen verlangen, warum nicht mehr aus die Güter gezogen worden, und da Bäte wohl eine Abschäzzung statt finden — Nach welcher man den fragen würde wo sind die Recenzen geblieben?
Das gerathenste ist die schicken ein eigenes Pro Memoria hier her — und schlagen gerade hin Jemanden vor, der die Gäntz Majorats Güter für Königl. Rechnung Administriren solle — dies muß aber ein Mann sein, der 1tens Ihnen gnädigster Fürst wahrhaft anhängt, und ergeben ist, damit der lezte Betrug nicht ärger als der erste wird — den solcher Mensch kan Ihnen den Himmel oder Hölln bereiten 2tens Muß er Cautions fähig sein, die Caution kan in Baar Geld, nicht aprin oder in liegenden Gründen geschehen — 3tens Muß er sowohl oconomische Kenntniße besizze, als auch sonst wißen schaft haben 4tens muß er nicht ohne alle Kenntnis vom Hütten fache sein — haupt er indes Ewr Durchlaucht treulich an so wird er da von Ihnen belehrt werden können
5, was muß er ohne brutalität zu Werke gehen, natürlich klug sein, damit ihm die alten Blut: Igel kein X für ein U machen — Wenn Sie vorschlagen, besonders mit diesen Eigenschaften dem genehmiget der Furst Kanzler gewiß — Diese Sachen aber muß ich sehr schnell her haben, den ich hoffe in wenig Tagen die Resolution des Fürsten, sowohl wegen den Vorschuß als wegen die Pohle Güter zu erhalten und den sezze ich keinen Augenblick länger hier wann ich besonders in Stand gesezt werde die Schulden abzuzahlen — auch weil ich gewiß hoffe dem Fürsten zu bewegen, daß er über Schlawenschitz gehen soll Ich dächte Sie schickten Jemanden mit meine Pferde hierher entweder reitend oder fahrend — zu 4 Tagen kan der Mensch hier sein, da erhalte auf das Geld sicher und die Papiere schnell — Beharrzige sie das Ihr Pro memoria muß absolut, wann das Geld ja schon unter wegens sein solte, dennoch sehr schnell und gewiß in der vorgerügten Angelegenheit haben

