Document 270 · Letter
2 February 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Kalisz will probably become Russian. Triebenfeld is to recover Trąbczyn, but receives no assurance. He says the Emperor is unlikely to overturn the measures of the Administration Commission, and will rather compensate the Prince in some other way. The State Chancellor forbids him any approach. Miączyński, husband of a woman born Prusimska, is a close friend of Count Lanskoy. The matter rests with Stägemann. If the Cur. are satisfied, Cosmar's attachment falls away. The estimate of revenues for the Brzeg protocol alarms him. Also rumours about Saxony and Wellington.
Kalisz wird wohl russisch. Triebenfeld soll Trąbczyn zurückgewinnen, erhält aber keine Zusicherung. Man sagt, der Kaiser werde die Maßnahmen der Wohlverwaltungs Commission kaum aufheben, eher den Fürsten anders entschädigen. Der Staats Kanzler verbietet ihm jede Demarche. Miączyński, Ehemann der geborenen Prusimska, ist mit Graf Lanskoy eng befreundet. Die Sache liegt bei Stägemann. Werden die Cur. befriedigt, fällt Cosmars Arrestschlag. Der Revenuen Überschlag zum Brieger Protocoll erschreckt ihn. Dazu Gerüchte über Sachsen und Wellington.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Wann nicht ganz besondere Ereigniße eintreten, so ist es entschieden daß selbst die
- Stadt Kalisz noch Rußisch wird — Ich muß jezt allein auf der Seite würken im
- Trąbczyn wieder zu erhalten. Noch keiner allen aber hat mir von daher tröstliche Zusicherung
- gegeben, vielmehr sagt man der Käyser würde schwerlich das cassiren was die Wohl
- verwaltungs Commission gethan hätte, ehender würde er dem Fürsten auf eine andere
- Art dedomagiren. Ich bin deßfals in einer verzweifelten Lage der Fürst St[aats]. K[anzler].
- verbietet mir auf der Seite irgends eine Demarche zu machen, da muß ich gehorchen,
- und gleich wohl fürchte ich daß alles schnell beendigt, und dann die Gnaden Pforte ver-
- schloßen sein dürfte — Moscinski, Ehemann der geborenen Prusimska; und Graf
- Lanskoy, sind Busenfreunde, da läßt sich nicht viel Gutes hoffen —
- Gestern ist der große Wellington als Ambassadeur Extraordinair hier eingetrösten
- der soll etwas scheel auf Kosten sehen, und da ließe sich etwas ahnden —
- Inzwischen dauret die Harmonie zwischem unserem König und Kayser von Vesten fort —
- dagegen macht Fürst Met[ternich]: und Fürst Tal[leyrand]: der Caballen ohne Ende — und desfals
- raisonnirt man hier viel von einen und großen Kriegen —
- Heut heißt es daß man uns Dresden und Leipzig nebst den ganzen Strich jenseits
- der Elbe wieder abnehmen, und dem König von Sachsen dort wiedre einsezzen
- wolle — Geschähe das ſo hätten wir für alle Anſtrengung nichts gewonnen, ſondern
- da Rußland ganz Pohlen muet, viel verlohren — Hoffentlich wird unser aner-
- kannt brave König dies den wohl nicht geschehen laßen.
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Wann nicht ganz besondere Ereigniße eintreten, so ist es entschieden daß selbst die Stadt Kalisz noch Rußisch wird — Ich muß jezt allein auf der Seite würken im Trąbczyn wieder zu erhalten. Noch keiner allen aber hat mir von daher tröstliche Zusicherung gegeben, vielmehr sagt man der Käyser würde schwerlich das cassiren was die Wohl verwaltungs Commission gethan hätte, ehender würde er dem Fürsten auf eine andere Art dedomagiren. Ich bin deßfals in einer verzweifelten Lage der Fürst St[aats]. K[anzler]. verbietet mir auf der Seite irgends eine Demarche zu machen, da muß ich gehorchen, und gleich wohl fürchte ich daß alles schnell beendigt, und dann die Gnaden Pforte verschloßen sein dürfte — Moscinski, Ehemann der geborenen Prusimska; und Graf Lanskoy, sind Busenfreunde, da läßt sich nicht viel Gutes hoffen — Gestern ist der große Wellington als Ambassadeur Extraordinair hier eingetrösten der soll etwas scheel auf Kosten sehen, und da ließe sich etwas ahnden — Inzwischen dauret die Harmonie zwischem unserem König und Kayser von Vesten fort — dagegen macht Fürst Met[ternich]: und Fürst Tal[leyrand]: der Caballen ohne Ende — und desfals raisonnirt man hier viel von einen und großen Kriegen — Heut heißt es daß man uns Dresden und Leipzig nebst den ganzen Strich jenseits der Elbe wieder abnehmen, und dem König von Sachsen dort wiedre einsezzen wolle — Geschähe das ſo hätten wir für alle Anſtrengung nichts gewonnen, ſondern da Rußland ganz Pohlen muet, viel verlohren — Hoffentlich wird unser anerkannt brave König dies den wohl nicht geschehen laßen.
- Der Fürst Kanzler ist Ewer Durchlaucht treuer Freund, und wird gewiß, wie mir
- noch gestern des H. M v Humboldt Exz versicherten, helfen — wären die Arbeiten
- hier nicht so überhaupt viel so wäre das, was hier geschehen kan, schon
- abgemacht — die Sache liegt, wie ich lezthin meldete, dem Herrn Geheimen
- Staats Rath Stägemann vor, aber der kan wegen den Exorbitanten Geſchäften
- nicht daran gehen. B[arbe] — der doch täglich mit ihm zusammen ſizt ent-
- schuldiget ihm selbst — Aber gut geht die Sache aus — Kurtz
- Werden die Cur. befriediget, ist Cosmars Arrestschlag von die Majorats Güter
- genommen, und Ewer Durchlaucht wieder als würk. Majorats Herr eingesezt,
- den hat Cosmar keinen Theil mehr an diese Güter — hier muß er sofort
- ausſcheiden, ſeine Bubenſtückcke werden entdeckt, und ſie Ende wird
- traurig sein — Was mich übrigens hauptsächlich erschreckte war der
- dem Brieger Protocoll beigefügte Revenuen Überschlag von den Majo-
- rats Gütern, der weicht ja schrecklich von Ewr Durchlaucht Angabe
- ab — Wie konte man den die Hämster fragen, ob sie viel
- oder wenig eingeschlept habe, und ob noch was einzusammlen ist —
- Ich fürchte daß mich dies am Ende einigen Kummer machen wird —
- den Augenblick war der Geh[eime] Rath und Land Triechses v. Fullenbaum beywie[?]
- der versichert daß auch Wellington zu Gunsten des Königes von Sachsen
- spräche — der König an[?] Pr aber wolle man nichts führen — eine Ap-
- panage von 1200000 rt habe er für den alten Herrn bewilliget mehr aber
- nichts — Übrigens träte auch der Ost: Kayser was er von Pohle habe
- an Rußland ab — und erhielte dagegen ein bedeutendes Stück
- auf der Lottaringenſchen Seite —
- Die würksamste Person ist jezt hier die Dame welche Ewr
Der Fürst Kanzler ist Ewer Durchlaucht treuer Freund, und wird gewiß, wie mir noch gestern des H. M v Humboldt Exz versicherten, helfen — wären die Arbeiten hier nicht so überhaupt viel so wäre das, was hier geschehen kan, schon abgemacht — die Sache liegt, wie ich lezthin meldete, dem Herrn Geheimen Staats Rath Stägemann vor, aber der kan wegen den Exorbitanten Geſchäften nicht daran gehen. B[arbe] — der doch täglich mit ihm zusammen ſizt entschuldiget ihm selbst — Aber gut geht die Sache aus — Kurtz Werden die Cur. befriediget, ist Cosmars Arrestschlag von die Majorats Güter genommen, und Ewer Durchlaucht wieder als würk. Majorats Herr eingesezt, den hat Cosmar keinen Theil mehr an diese Güter — hier muß er sofort ausſcheiden, ſeine Bubenſtückcke werden entdeckt, und ſie Ende wird traurig sein — Was mich übrigens hauptsächlich erschreckte war der dem Brieger Protocoll beigefügte Revenuen Überschlag von den Majorats Gütern, der weicht ja schrecklich von Ewr Durchlaucht Angabe ab — Wie konte man den die Hämster fragen, ob sie viel oder wenig eingeschlept habe, und ob noch was einzusammlen ist — Ich fürchte daß mich dies am Ende einigen Kummer machen wird — den Augenblick war der Geh[eime] Rath und Land Triechses v. Fullenbaum beywie[?] der versichert daß auch Wellington zu Gunsten des Königes von Sachsen spräche — der König an[?] Pr aber wolle man nichts führen — eine Appanage von 1,200,000 rt habe er für den alten Herrn bewilliget mehr aber nichts — Übrigens träte auch der Ost: Kayser was er von Pohle habe an Rußland ab — und erhielte dagegen ein bedeutendes Stück auf der Lottaringenſchen Seite — Die würksamste Person ist jezt hier die Dame welche Ewr
- Durchlaucht einst dem F[ürst]. August zur Gemahlin bestimmt hatten —
- Sie ist die Ausvermählte und heiß geliebte vom für Mett:
- Da sie nun die Neisse des Fürz. Tal[leyrand]: ist so steht sie zwischen
- beide und macht große Geschäfte —
- Schlüßlich und zu meiner Schrecken führe ich daß den Kayser Frantz so aber auch
- alle die Logis für die hiesigen Freunden, auch die Leute welche zu
- deren Bedienung gemiethet ſind, auf weitere 2 Monath zu wirthe
- und beyzubehalten befohlen hat — Gott stehe uns bey —
- Mit künftiger Post Bau ich ein Mehreres und gewiß schon was
- Wichtiges melden.
- In tiefsten Respect ersterbe.
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Wien den 2ten Febr.
- 1815.
- treuester unterthänigen Diener
- v Triebenfeld
Durchlaucht einst dem F[ürst]. August zur Gemahlin bestimmt hatten — Sie ist die Ausvermählte und heiß geliebte vom für Mett: Da sie nun die Neisse des Fürz. Tal[leyrand]: ist so steht sie zwischen beide und macht große Geschäfte — Schlüßlich und zu meiner Schrecken führe ich daß den Kayser Frantz so aber auch alle die Logis für die hiesigen Freunden, auch die Leute welche zu deren Bedienung gemiethet ſind, auf weitere 2 Monath zu wirthe und beyzubehalten befohlen hat — Gott stehe uns bey — Mit künftiger Post Bau ich ein Mehreres und gewiß schon was Wichtiges melden.
In tiefsten Respect ersterbe.
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Wien den 2ten Febr.
1815.
treuester unterthänigen Diener
v Triebenfeld


