Traces in the Sand

Document 271 · Letter

13 February 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports from the Congress of Vienna: he says the Polish border over Słupca near Pyzdry, the Warthe and the Prosna has been accepted, and that the King of Saxony keeps Dresden, Leipzig and Bautzen. He says he continues to press the Prince Chancellor, and that the files are with Stägemann. The advance of 112/m Rthl he says may be regarded as secure. August is to cancel Cosmar's power of attorney and write about this to the Minister of Justice and to the High Court of Appeal in Brzeg. On the Polish estates he awaits word whether he should come.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-26
  1. 271
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Wegen Pohlen steht es nunmehro erst, daß die Gränze von Thorenſchen Gebiete ab über
  5. Słupca bey Peisern über der Wartha und die Prosna herunter bis Boleslawice gegen
  6. Pitschen über angenommen ist — Eben so ist die Gränze für das bleibende Sachsen
  7. auch bestimmt. Der König von Sachsen, der hier her zukommen geſtern durch einen
  8. Öſterreichſche, und Preußl. Concir eingeladen iſt, behält Dresden, Leipzig und Bautzen —
  9. Hier nach Läute der Congress um wohl noch ehenden als in 3 Woche, seine Endſchaft erreicht haben,
  10. aber nun fängt Engeland neue und ganz teuflische Intrieguen an — diese Waßer hände
  11. wollen Oſt Friesland haben, und wir ſollen, dafür Dannemarck entschädigen —
  12. der Kayser Allexander dringt auf unserm König ein daß dem Vice Königl. von Italien ein
  13. Stück Land auf unſerer Seite in Teutſchland gegeben werden ſoll. Beide Sachen werde
  14. den hartnäckige Debatten nach ſich ziehen, den wie man ſagt wird ſah der König des
  15. durchaus nicht gefallen laßen. Wann hiernächst die Angelegenheiten des Teutschen Reichs
  16. in allgemeinen noch arangirt werden ſollen, wenn alles 15 mahl[?] auf Pergament gemahlen
  17. werden muß, da wird noch manche Stunde Zeit mehr erfordert werden —
  18. Dem sey indes wie ihm wolle, ich quäle dem Fürsten Kanzler forthin, aber noch bleibt er
  19. stets gut und seine Geduld will nicht ermüden — Die Sachen liegen noch bey den
  20. Geheimen Staats Rath Stägemann. Wahr ist es wohl die Arbeit ist fürchterlich
  21. groß, aber ich mahn immer fort, so habe ich z. B. wieder eine Eingabe
  22. wie Figure zeiget am Fürsten eingereicht — Er hat es gnädig aufgenommen
  23. und gewiß zu helfen verſprochen — Jeder von der gute Sorte Männer, hält
  24. Die Sache wegen die 112/m rt Vorschuß für ganz gewiß und abgemacht, mit Cosmar selbst
  25. wird es sich wohl etwas dehnen, den der Fürst wird das Dings starck ahnden, umsomehr
  26. als der Bericht des Brieger O[ber] L[andes] Gerichts so günstig ausgefallen ist.
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  1. B[arbe]: ist sehr thätig und behandelt die Sache weise und rastlos — Alle biedere Seelen wünschen
  2. daß f August nur die dem Cosmar gegebene Vollmacht schnell auf hebt, und sich dabey in kein
  3. pour parlez mit dem Rabulisten einläst, sondern wie ich es schon gerathen habe, an den Justiz Minister
  4. und das Brieger O[ber] L[andes] Gericht schreibt, daß er die dem Cosmar gegebene Vollmacht aufgehoben
  5. habe. Ist dies geschehen, die 112/m rt. gegeben und die Curiſchen Erben damit abgefunden
  6. so ist Cosmar geworffen — das Pupillen Collegium so wie auch das Brieger & L Gericht begraben
  7. ihm den vollends wenn ihm die Vormundschaft wegen Adolph abgenommen wird.
  8. Wegen die Pohlinischen Güter erwarte ich jeden Augenblick den Bescheid — ob ich von kommen
  9. soll oder ob der Fürst Kanzler allein die Sache abmachen will.
  10. von Pourtalès sieht B[arbe]. die Antwort in 10 bis 12 Tagen entgegen. B[arbe] wünscht daß
  11. P[ourtalès]. nicht ehender als gegen Ende Aprill kommen möge, weil bis dahin der Arbeiten noch
  12. schrecklich viele wären — und P ohne ihm die Sache nicht gerne würde abmachen wollen.
  13. vom König liegt an Ewr Durchlaucht ein Schreiben auf der Feld Post — Es ist vermuthlich
  14. die Antwort auf Ihrer Neu Jahrs Gratulation —
  15. Mit dem grösten Respect verharre
  16. Euer Durchlaucht
  17. Wien den 13ten Febr. 1815
  18. ganz gehorsamster Diener
  19. v Triebenfeld