Document 272 · Letter
15 February 1815
Unknown
Hahn, court councillor in Hohenlohe-Ingelfingen's service → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Hahn sends, as ordered, the draft reply to Prince August. He attributes the withdrawal of the power of attorney to the decisions taken in Vienna. He fears fresh missteps in Öhringen, which he says could only be averted in person. Should the worst come, he says he would need a secret instruction together with a power of attorney. By inspecting the estates Hahn means to establish their true yield and what building work they require. The estates' funds, he says, should no longer go to a Berlin lawyer.
Hahn übersendet auf Befehl die entworfene Antwort an Fürst August. Die Rücknahme der Vollmacht führt er auf die Wiener Beschlüsse zurück. Er fürchtet neue Missgriffe in Öhringen, die nur mündlich abzuwenden seien. Für den äußersten Fall wäre ihm eine geheime Instruction nebst Vollmacht nöthig. Durch Besichtigung der Güter will Hahn deren wahren Ertrag und den Baubedarf nachweisen. Die Mittel der Güter dürften nicht länger an einen Berliner Advocaten gehen.
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- Euer Durchlaucht heutigem Befehle zu Folge
- übersende ich die concipirte Antwort
- an Fürst August. Die Zurüknahme
- der Vollmacht fließt gewiß aus den
- Folgen der Wiener Beschlüße, es ist
- aber zu fürchten, daß in Öhringen
- neue Mißgriffe gemacht werden, und
- diese dürften nur mündlich abgewendet,
- werden können, da die Erfahrung lehrt
- wie wenig mit allem schrifftlichen Ver-
- handlen bisher ausgerichtet worden ist.
- In Öhringen getraue ich mir alles was
- für Höchst Ihre Ruhe nöthig ist zu be-
- wirken, und im äußersten Falle
- sieht man sich dort die Sachen selbstän-
- und benimmt sich nach den Umständen
- und nach der Art, wie man sich gegen
- Höchstdieselben zu benehmen gemeins
- ist —: Eine geheime Instruction auf
- diesen Fall, wäre mir nebst Vollmacht
272 Euer Durchlaucht heutigem Befehle zu Folge übersende ich die concipirte Antwort an Fürst August. Die Zurüknahme der Vollmacht fließt gewiß aus den Folgen der Wiener Beschlüße, es ist aber zu fürchten, daß in Öhringen neue Mißgriffe gemacht werden, und diese dürften nur mündlich abgewendet, werden können, da die Erfahrung lehrt wie wenig mit allem schrifftlichen Verhandlen bisher ausgerichtet worden ist. In Öhringen getraue ich mir alles was für Höchst Ihre Ruhe nöthig ist zu bewirken, und im äußersten Falle sieht man sich dort die Sachen selbstänund benimmt sich nach den Umständen und nach der Art, wie man sich gegen Höchstdieselben zu benehmen gemeins ist —: Eine geheime Instruction auf diesen Fall, wäre mir nebst Vollmacht
- dringend nothwendig, von der ich nur in
- diesem äußersten Fall Gebrauch ma-
- chen müßte. Ich glaube aber es ist dieß
- alles nicht nöthig und Euer Durchläucht
- werden für das was HöchstIhr Herr
- Sohn dort durch die veränderten Zeit
- Verhältnisse erhälte — hier entschädigt
- da es Ihm leicht fallen wird, auf einen
- Revenuen Genuß zu verzichten, den
- Er bisher gar nicht hatte und so weit
- Ich den dortigen Ideen Gang kenne, noch
- sehr in Zweiffel zieht. Wißeine Ant-
- wort auf dieß Schreiben erfolgt muß
- man über alles heller sehen, und ich hoffe
- wen Höchstdieselben noch eigenhändig ira
- gen des Reißelgeldes etwas anfügen
- so dürfte auch dieß Hinderniß behoben
- ſeye. Den Goldstüker werde ich ſchon durch
- diese Reiße beruhigen, die er schon lan[ge]
- wünscht, weil er sich immer wegen
- des Wechsels vergleichen wollte. Der alber
dringend nothwendig, von der ich nur in diesem äußersten Fall Gebrauch machen müßte. Ich glaube aber es ist dieß alles nicht nöthig und Euer Durchläucht werden für das was HöchstIhr Herr Sohn dort durch die veränderten Zeit Verhältnisse erhälte — hier entschädigt da es Ihm leicht fallen wird, auf einen Revenuen Genuß zu verzichten, den Er bisher gar nicht hatte und so weit Ich den dortigen Ideen Gang kenne, noch sehr in Zweiffel zieht. Wißeine Antwort auf dieß Schreiben erfolgt muß man über alles heller sehen, und ich hoffe wen Höchstdieselben noch eigenhändig ira gen des Reißelgeldes etwas anfügen so dürfte auch dieß Hinderniß behoben ſeye. Den Goldstüker werde ich ſchon durch diese Reiße beruhigen, die er schon lan[ge] wünscht, weil er sich immer wegen des Wechsels vergleichen wollte. Der alber
- ne H: v. Braun ist die Wurzel alles bißferi-
- gen Übels, weil er dem Cosmar in nichts ge-
- wachsen war, und sich in den Wirkungskreiß
- der sich öffnete gar nicht zu finden würde.
- die Fürstin Emilie hat hier mehrmal ihm
- den Stab gebrochen, und ihn bey seinem
- Namen gegen mich genannt, es scheint aber
- nicht, daß ihm dieß in der Meinung
- des Fürsten geschadet hat. Durch die
- specielle besichtigung der Güter hoffe ich
- Höchstdieselben von ihrem wahren zu hoffen-
- den Ertrag für das nächste Etatsfähr
- überzeugen zu können, denn aus derselben
- fließet auch wie viel für die Baulichkeit
- ten unumgänglich nöthig sind, und ich
- werde, alsdann Höchstdenselben einen
- fond neuen, aus welchem diese baaren
- Verwendungen bestritten werden kön-
- nen, ohne die wirklichen Revenuen zu
- schmälern. Bey allen diesen Sachen hängt
- vieles von den Formen ab, die man be-
ne H: v. Braun ist die Wurzel alles bißferigen Übels, weil er dem Cosmar in nichts gewachsen war, und sich in den Wirkungskreiß der sich öffnete gar nicht zu finden würde. die Fürstin Emilie hat hier mehrmal ihm den Stab gebrochen, und ihn bey seinem Namen gegen mich genannt, es scheint aber nicht, daß ihm dieß in der Meinung des Fürsten geschadet hat. Durch die specielle besichtigung der Güter hoffe ich Höchstdieselben von ihrem wahren zu hoffenden Ertrag für das nächste Etatsfähr überzeugen zu können, denn aus derselben fließet auch wie viel für die Baulichkeit ten unumgänglich nöthig sind, und ich werde, alsdann Höchstdenselben einen fond neuen, aus welchem diese baaren Verwendungen bestritten werden können, ohne die wirklichen Revenuen zu schmälern. Bey allen diesen Sachen hängt vieles von den Formen ab, die man be
- obachtet.
- die höchste Zeit ist es, daß die großen
- Mittel der Güter nicht ferner für
- einen Berliner-Advocaten zersplittert
- werden, sondern denjenigen zukom-
- men, welchen sie gehören. Ist alles
- im Reinen, so hoffe ich mit der That,
- bewiesen zu haben, wer es eigent-
- lich redlich mit Höchst Ihnen und der
- höchsten Familie gemeint hat, wenn
- ich gleich meine redlichen und wohlmei-
- nenden Gesinnungen nicht offt wört.
- lich nenne, weil es mir Ernst damit
- Hahn
- d 15ten Febr. 1815
obachtet.
die höchste Zeit ist es, daß die großen Mittel der Güter nicht ferner für einen Berliner-Advocaten zersplittert werden, sondern denjenigen zukommen, welchen sie gehören. Ist alles im Reinen, so hoffe ich mit der That, bewiesen zu haben, wer es eigentlich redlich mit Höchst Ihnen und der höchsten Familie gemeint hat, wenn ich gleich meine redlichen und wohlmeinenden Gesinnungen nicht offt wört. lich nenne, weil es mir Ernst damit Hahn
d 15ten Febr. 1815



