Document 269 · Letter
30 January 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld sends his letter to the State Chancellor, which Court Councillor Barbe handed over together with the Kircheisen correspondence. The matter now lies with Stägemann. He fears for Trąbczyn should the district fall to Russia. He says Hardenberg states that the Prince must otherwise be compensated. He does not yet have permission to approach the Russian authorities about Trąbczyn. He intends to pursue Cosmar's removal and the administration of the entailed estates, and awaits the reply of Count Pourtalès.
Triebenfeld übersendet sein Schreiben an den Staatskanzler, das Hoffrath Barbe mit der Kircheisenschen Korrespondenz überreicht hat. Die Sache liegt nun bei Stägemann. Um Trąbczyn fürchtet er, falls der Kreis an Russland fällt. Hardenberg sage, der Fürst müsse sonst entschädigt werden. Eine Erlaubnis, sich wegen Trąbczyn an russische Behörden zu wenden, hat er noch nicht. Er will Cosmars Sturz und die Administration der Majoratsgüter betreiben und erwartet die Antwort des Grafen Pourtalès.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Aus der beilage wollen Ewr Durchlaucht zu entnehmen geruhen, was ich an das Fürsten
- Staats Kanzlers Durchlaucht, bey überreichung der v Kircheisenschen Correspondence
- geschrieben und in Erinnerung gebracht habe —
- Der Hoffrath B[arbe] hat es den Fürsten (weil ich aus traurigen Gründen nicht ausgehen kan) übergeben,
- Fr Durchlaucht haben es gnädig aufgenommen, und in wohlwollendesten Tone alles Gute
- zugeführt. Jezt liegt es in den Händen des Geheimen Staats Raths Stägemann —
- B[arbe]: hält Cosmars Sturz, und Zeitwurf die Bewilligung des Darlehns für abgemacht —
- wegen Trąbczyn fängt mir an ſehr bange zu werden, den fält der Kreis vorm
- die Güter liegen würklich Rußland anheim, so sieht es böse aus, den dorten
- vermögen die Schürzen, welche schon hier würken, alles — der Kayser soll
- sich bereits geäußert haben — die pohl p Commission habe damals ihre Sache
- Klüger gemacht, als die Preuß. Regierungen — Was hat man da zu
- erwarten? Mann zählt indes auf Fürst Hardenberg — der Last sich nicht ver-
- blüffen — der sagt, solte man den Fürsten die Güter nicht wiedergeben wollen.
- so muß er dedomagirt werden — Übrigens habe ich noch keine Erlaubnis von Fürsten
- mich an Ruße behörden wegen Trąbczyn zu wenden — der Fürst sieht den doch nun weiter
- als alle Schwindler — Minister Humboldt und Geh[eimer]. Staats R[ath] Beguelin würden für mich
- als wahrhaft redliche Männer —
- Übrigens wüthet Constantin in Pohlen fürchterlich, das Land wird reine ausgesogen
- und jedes männliche Wesen welches nur eine Waffe tragen kan, in Reihe und
- Glied gestelt — Hierzu könt deßen Aufruf daß sich die Pohlen zusammenhalten
- und ihre unabhängigkeit behaupten sollen — In welcher Stimmung dies unsern
- König verſezt können ſich Ewr Durchlaucht leicht entziffern —
- Alles spricht hier von Krieg — Gott möge ihn verhüthen — Ich wünsche nur daß
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Aus der beilage wollen Ewr Durchlaucht zu entnehmen geruhen, was ich an das Fürsten Staats Kanzlers Durchlaucht, bey überreichung der v Kircheisenschen Correspondence geschrieben und in Erinnerung gebracht habe — Der Hoffrath B[arbe] hat es den Fürsten (weil ich aus traurigen Gründen nicht ausgehen kan) übergeben, Fr Durchlaucht haben es gnädig aufgenommen, und in wohlwollendesten Tone alles Gute zugeführt. Jezt liegt es in den Händen des Geheimen Staats Raths Stägemann — B[arbe]: hält Cosmars Sturz, und Zeitwurf die Bewilligung des Darlehns für abgemacht — wegen Trąbczyn fängt mir an ſehr bange zu werden, den fält der Kreis vorm die Güter liegen würklich Rußland anheim, so sieht es böse aus, den dorten vermögen die Schürzen, welche schon hier würken, alles — der Kayser soll sich bereits geäußert haben — die pohl p Commission habe damals ihre Sache Klüger gemacht, als die Preuß. Regierungen — Was hat man da zu erwarten? Mann zählt indes auf Fürst Hardenberg — der Last sich nicht verblüffen — der sagt, solte man den Fürsten die Güter nicht wiedergeben wollen. so muß er dedomagirt werden — Übrigens habe ich noch keine Erlaubnis von Fürsten mich an Ruße behörden wegen Trąbczyn zu wenden — der Fürst sieht den doch nun weiter als alle Schwindler — Minister Humboldt und Geh[eimer]. Staats R[ath] Beguelin würden für mich als wahrhaft redliche Männer — Übrigens wüthet Constantin in Pohlen fürchterlich, das Land wird reine ausgesogen und jedes männliche Wesen welches nur eine Waffe tragen kan, in Reihe und Glied gestelt — Hierzu könt deßen Aufruf daß sich die Pohlen zusammenhalten und ihre unabhängigkeit behaupten sollen — In welcher Stimmung dies unsern König verſezt können ſich Ewr Durchlaucht leicht entziffern — Alles spricht hier von Krieg — Gott möge ihn verhüthen — Ich wünsche nur daß
- Ewr durchlaucht Angelegenheiten, hier zuförderst beendiget werden mögten.
- damit durch einen etwan schnell ausbrechenden Krieg die Sachen nicht wieder liegen bleiben.
- Schon fängt sich einer nach den andern an zu verliehren. Morgen geht die Königin
- von Bayern, der G h von Baden ab und in etlichen Tagen folgt der König von Bayern
- 17ten Febr geht der [Kü?]stl. Kayser auch / vermuthlich über Warschau / auch nach Hauß
- und dann wird, wo nicht früher der ewige Congress wohl beendiget sein —
- Ich werde / sobald ich im andern Zustand versetzt bin / die ante chambres sehr sorgfältig
- hüthen, damit ich nur Cosmar geworfen und die Majoratsgüter unter Administration
- gesetzt sehe — daß Übrige soll sich den alles finden — und das geschieht ganz gewiß.
- Auf die Antwort des Grafen Pourtalès warte ich mit B[arbe]: sehnlichst —
- Auch dies auß, ehe meine Lerm entsteht aufs Reine gebracht und abgemacht sein —
- Die Cabalen des fürsten Metternichs und des herz: v. Benevent (Talleyrands) sind
- gränzenlos, und es wird ein Wunder Gottes sey, wenn alles glücklich und
- ruhig endet —
- Mitt unbegränzster Verehrung bin ich
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Wien d. 30ten Januar
- 1815.
- treu gehorsamster Diener
- v Triebenfeld
Ewr durchlaucht Angelegenheiten, hier zuförderst beendiget werden mögten. damit durch einen etwan schnell ausbrechenden Krieg die Sachen nicht wieder liegen bleiben. Schon fängt sich einer nach den andern an zu verliehren. Morgen geht die Königin von Bayern, der G h von Baden ab und in etlichen Tagen folgt der König von Bayern 17ten Febr geht der [Kü?]stl. Kayser auch / vermuthlich über Warschau / auch nach Hauß und dann wird, wo nicht früher der ewige Congress wohl beendiget sein — Ich werde / sobald ich im andern Zustand versetzt bin / die ante chambres sehr sorgfältig hüthen, damit ich nur Cosmar geworfen und die Majoratsgüter unter Administration gesetzt sehe — daß Übrige soll sich den alles finden — und das geschieht ganz gewiß. Auf die Antwort des Grafen Pourtalès warte ich mit B[arbe]: sehnlichst — Auch dies auß, ehe meine Lerm entsteht aufs Reine gebracht und abgemacht sein — Die Cabalen des fürsten Metternichs und des herz: v. Benevent (Talleyrands) sind gränzenlos, und es wird ein Wunder Gottes sey, wenn alles glücklich und ruhig endet —
Mitt unbegränzster Verehrung bin ich
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Wien d. 30ten Januar
1815.
treu gehorsamster Diener
v Triebenfeld

