Document 1 · Letter
29 January 1815
Sławięcice (Schlawenschitz)
Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen → Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent
The Prince presses Triebenfeld to obtain from Prince Hardenberg the advance of 112,000 Rthl and the immediate administration of the entailed estates; with that, he says, Cosmar's power would end. He says an agent has promised to hand over the debt instrument in return for 12,000 Rthl and a secure order for a hundred thousand Rthl. The favourable report of the High Provincial Court at Brzeg has been sent in, he says. Triebenfeld is also to pursue the matter of Trąbczyn and Kamionna: the estates granted by the King were taken away by the Poles on their own authority, and the Emperor must order their return.
Der Fürst drängt Triebenfeld, bei Fürst Hardenberg den Vorschuss von 112000 Rthl und die sofortige Administration der Majoratsgüter zu erwirken; damit ende Cosmars Macht. Ein Mandatarius habe gegen 12000 Rthl und eine sichere Anweisung auf hunderttausend Rthl die Auslieferung des Schuldinstruments zugesagt. Der günstige Bericht des Oberlandesgerichts Brzeg sei eingesandt. Zudem soll Triebenfeld die Sache Trąbczyn und Kamionna betreiben: Die vom König verliehenen Güter hätten die Polen eigenmächtig weggenommen, der Kaiser müsse die Rückgabe befehlen.
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- Hochwohlgeborner Herr,
- Hochzuehrender Herr Krieges und Forst Rath!
- Vor wenig Stunden erhielt ich von einen bewährten Freund die Nach
- richt, daß Österreich, Vnß land und Preußen sich wegen Sachsen
- und Pohlen geeiniget hätten und daß der Begrif jezt schreib beendiget
- werden dürfe.
- Mit den 13 Januar habe ich keine Nachricht von Ihnen, Ich lebe desfals in großer
- Besorgniß — Nach den mehreren Versicherungen von Seiten des Fürsten Staats
- Kanzlers Durchlaucht, durfte ich mit höchster Zuverſicht auf Rettung zählen. Wann
- aber der Congress geendiget wird, ohne für mich was gethan zu haben, so bin
- ich unwiederbringlich verlohren, und muß in der gröste Noth umkommen
- bieten Sie daher alles auf und legen dem Fürsten Hardenberg, der doch stets
- mein Freund war meine noth ans Herz —
- Der Bericht des Brieger Ober Landes Gerichts ist schon unterm 14 ten V. M.
- an dHerrn Fürsten Kanzlers durchlaucht eingesandt — Er ist für mich günstig
- und beweiset alles was von mir darüber gesagt worden. Der Fürst
- kan mich jezt mit allem Rechte helfen.
- Ich bitte weiter um nichts / das beherzigen Sie sehr wohl / als daß des Fürsten
- Durchlaucht den Vorschuß von 112000 rt gewähren, und dagegen
- sogleich die sämtl Majorats Güter in Administration nehmen laßen.
- den ist Cosmars Macht an Ende. Noch ehegestern hat den Kurz Mandatarius dies versichert, daß sobald er die
- 12000 rt Baur und eine sichere Anweisung auf die hundert Tausend rttl.
- erhält, er sofort das Schuld Instrument quittirt aus liefert, und dies ist
- es ja nur wenn sich immer die Majorats Güter einzinsicht hat Gewährt der Fürst nur das den bin ich schon gerettet, die Güter sind
- von dem Belange daß der König den Vorschuß bald zurück erhält, jeder
- erhält das Seinige, und ich darf nicht fernerhin hungern.
- Wegen Cosmar findet sich dann die Sache von selbst Er scheidet
- sogleich von die Majorats Güter aus, seine Executori hört auf, er
- muß sofort Rechnung legen, und alle hinter sich habende Summen ad De-
- positum geben, den dahin weiset der Bericht des Brieger O[ber]. L[andes]. Gerichts, und
- es die Sache auf Recht und Billigkeit gestüzt. Die dürfen Sie im
- Gründe nur beiläufig urgiren, weil sich hier alles von selbsten ergeben muß.
- Nur nur die 112000 rt bitten Sie Sr Durchlaucht, daß er diese Vorschuß gemühet
- den bey ich mit dem König und mit die Cur. Erben auseinander, und bin aus dem
- Kleinen des Cosmars gerettet.
- Hiernächst bitte ich die Trąbczyner und Kamener Sache jezt wahrzunehmen
- Der König hat mir die Güter selbige mittelst Urkunde die Sie dort haben (verliehen
- ich habe die Güter über 12 Jahre ruhig beseſchen, und die Pohlen nahmen nur
- ſelbige 14 Wochen nach den Tilſetter Frieden eigenmächtig weg. Hier mußte
- nun der Kayser befehlen, daß nur die Güter wieder eingeräumt und die daraus
- gezogene Revenuen von der Moscinska rembocersirt würden. Weiter kan auf heute
- nichts mehr hinzufügen, sondern nur noch wie stets meine dankbare Freundschaft
- und Hochachtung versichern als
- Ewr Hochwohlgebornen
- Schlawenschitz den 29ten Januar
- 1815
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Hochwohlgeborner Herr,
Hochzuehrender Herr Krieges und Forst Rath!
Vor wenig Stunden erhielt ich von einen bewährten Freund die Nach richt, daß Österreich, Vnß land und Preußen sich wegen Sachsen und Pohlen geeiniget hätten und daß der Begrif jezt schreib beendiget werden dürfe.
Mit den 13 Januar habe ich keine Nachricht von Ihnen, Ich lebe desfals in großer Besorgniß — Nach den mehreren Versicherungen von Seiten des Fürsten Staats Kanzlers Durchlaucht, durfte ich mit höchster Zuverſicht auf Rettung zählen. Wann aber der Congress geendiget wird, ohne für mich was gethan zu haben, so bin ich unwiederbringlich verlohren, und muß in der gröste Noth umkommen bieten Sie daher alles auf und legen dem Fürsten Hardenberg, der doch stets mein Freund war meine noth ans Herz — Der Bericht des Brieger Ober Landes Gerichts ist schon unterm 14 ten V. M. an dHerrn Fürsten Kanzlers durchlaucht eingesandt — Er ist für mich günstig und beweiset alles was von mir darüber gesagt worden. Der Fürst kan mich jezt mit allem Rechte helfen.
Ich bitte weiter um nichts / das beherzigen Sie sehr wohl / als daß des Fürsten Durchlaucht den Vorschuß von 112,000 rt gewähren, und dagegen sogleich die sämtl Majorats Güter in Administration nehmen laßen. den ist Cosmars Macht an Ende. Noch ehegestern hat den Kurz Mandatarius dies versichert, daß sobald er die 12,000 rt Baur und eine sichere Anweisung auf die hundert Tausend rttl. erhält, er sofort das Schuld Instrument quittirt aus liefert, und dies ist es ja nur wenn sich immer die Majorats Güter einzinsicht hat Gewährt der Fürst nur das den bin ich schon gerettet, die Güter sind von dem Belange daß der König den Vorschuß bald zurück erhält, jeder erhält das Seinige, und ich darf nicht fernerhin hungern. Wegen Cosmar findet sich dann die Sache von selbst Er scheidet sogleich von die Majorats Güter aus, seine Executori hört auf, er muß sofort Rechnung legen, und alle hinter sich habende Summen ad Depositum geben, den dahin weiset der Bericht des Brieger O[ber]. L[andes]. Gerichts, und es die Sache auf Recht und Billigkeit gestüzt. Die dürfen Sie im Gründe nur beiläufig urgiren, weil sich hier alles von selbsten ergeben muß. Nur nur die 112,000 rt bitten Sie Sr Durchlaucht, daß er diese Vorschuß gemühet den bey ich mit dem König und mit die Cur. Erben auseinander, und bin aus dem Kleinen des Cosmars gerettet.
Hiernächst bitte ich die Trąbczyner und Kamener Sache jezt wahrzunehmen Der König hat mir die Güter selbige mittelst Urkunde die Sie dort haben (verliehen ich habe die Güter über 12 Jahre ruhig beseſchen, und die Pohlen nahmen nur ſelbige 14 Wochen nach den Tilſetter Frieden eigenmächtig weg. Hier mußte nun der Kayser befehlen, daß nur die Güter wieder eingeräumt und die daraus gezogene Revenuen von der Moscinska rembocersirt würden. Weiter kan auf heute nichts mehr hinzufügen, sondern nur noch wie stets meine dankbare Freundschaft und Hochachtung versichern als
Ewr Hochwohlgebornen
Schlawenschitz den 29ten Januar
1815
