Document 268 · Letter
20 January 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld confirms the receipt of 1,125 gulden in paper money. He has delivered the letters to the King and to the State Chancellor and has had letters written to General v. Schöler and to Stägemann. The Trąbczyn affair worries him, since the area will probably fall to Russia. He intends to have the Emperor worked on through General v. Schöler. According to Court Councillor Hahn, the officials' statement shows barely half as much income from the entailed estates.
Triebenfeld bestätigt den Empfang von 1125 fl Papiergeld. Er hat die Schreiben an den König und den Staats Kanzler abgegeben und Briefe an General v. Schöler und Stägemann schreiben lassen. Die Trąbczyner Sache macht ihm Sorge, weil die Gegend wahrscheinlich an Russland fällt. Er will den Kaiser durch General v. Schöler bearbeiten lassen. Nach Hoffrath Hahn ergibt der Ausweis der Beamten kaum halb so viel Einkünfte der Majoratsgüter.
- 268
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Ewr Durchlaucht höchſtenrehrtes Schreiben habe ich nebst dem Beilagen
- und 1125 fl Papier Geld gestern erhalten — die beiden Schreiben an Sr Majestät
- und dem Fürſten Staats Kanzler habe ich ſofort abgegeben — auch auf 2 Blanquets
- beigehende 2 Briefe, als eine an dH General v. Schöler und den 2 ten an den Geheimen
- Staats Rath Stägemann schreiben laßen. Eben so habe ich den Revers an B[arbe]: über
- geben. Jezt sehe ich nun den Bericht von Brieg sehnsuchts voll, so auch die Antwort
- des Grafen v. Pourtalès entgegen. Wäre der Bericht so wie Eberhard schreibt, ab
- gefaßt, so ist er schon günstig genug. Der Fürst Kanzler wird gewiß dem Liebling des
- H v Kirch: Ex. nicht schonen — Wird Cosmar abgesezt, und giebt man zur Befrie-
- digung der Cur[ische]: Erben die 112/m rt her, so findet sich alles weitere ohne Schwürig-
- keit von selbst — was mich jezt Kummer macht ist die Trąbczyner Sache höchst wahr
- scheinlich fals doch dieser Winkel der Erde Rußland anheim, und da gelten die Schürzen
- alles — Ich fange daher an dem Kayser durch dem Herrn General v. Schöler ver-
- arbeiten zu laßen. Der General steht bey der Majestät in hohen Gnaden —
- Überhaupt muß, was gethan werden soll, alles schnell gemacht werde, den man
- ſpricht hier ſehr ſtarck vom Kriege — In den Kabinettern herrſcht eine unglaub-
- liche Thätigkeit alles aber wird äußerst geheim gehalten — der Congress sagt man
- könne noch wohl ein paar Monath dauren, artet das dings aber in Zwietracht
- aus ſo kan er auch eben so bliz ſchnell abgebrochen werden —
- bey Hofe soll man jezt nicht mehr sie fröhliche Gesichtern als Anfänglich
- sehen. Unser Allergnädigster König und Herr, speiset fast stets allein und
- eben so geht er immer auch stets allein und einsam spazieren.
- Warum der König von Würtemberg Wien und den Congress verlaßen hat
- waß man nicht mit Gewißheit zu entschiffen. Er hat indes schon
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Ewr Durchlaucht höchſtenrehrtes Schreiben habe ich nebst dem Beilagen und 1,125 fl Papier Geld gestern erhalten — die beiden Schreiben an Sr Majestät und dem Fürſten Staats Kanzler habe ich ſofort abgegeben — auch auf 2 Blanquets beigehende 2 Briefe, als eine an dH General v. Schöler und den 2 ten an den Geheimen Staats Rath Stägemann schreiben laßen. Eben so habe ich den Revers an B[arbe]: über geben. Jezt sehe ich nun den Bericht von Brieg sehnsuchts voll, so auch die Antwort des Grafen v. Pourtalès entgegen. Wäre der Bericht so wie Eberhard schreibt, ab gefaßt, so ist er schon günstig genug. Der Fürst Kanzler wird gewiß dem Liebling des H v Kirch: Ex. nicht schonen — Wird Cosmar abgesezt, und giebt man zur Befriedigung der Cur[ische]: Erben die 112/m rt her, so findet sich alles weitere ohne Schwürigkeit von selbst — was mich jezt Kummer macht ist die Trąbczyner Sache höchst wahr scheinlich fals doch dieser Winkel der Erde Rußland anheim, und da gelten die Schürzen alles — Ich fange daher an dem Kayser durch dem Herrn General v. Schöler verarbeiten zu laßen. Der General steht bey der Majestät in hohen Gnaden — Überhaupt muß, was gethan werden soll, alles schnell gemacht werde, den man ſpricht hier ſehr ſtarck vom Kriege — In den Kabinettern herrſcht eine unglaubliche Thätigkeit alles aber wird äußerst geheim gehalten — der Congress sagt man könne noch wohl ein paar Monath dauren, artet das dings aber in Zwietracht aus ſo kan er auch eben so bliz ſchnell abgebrochen werden — bey Hofe soll man jezt nicht mehr sie fröhliche Gesichtern als Anfänglich sehen. Unser Allergnädigster König und Herr, speiset fast stets allein und eben so geht er immer auch stets allein und einsam spazieren. Warum der König von Würtemberg Wien und den Congress verlaßen hat waß man nicht mit Gewißheit zu entschiffen. Er hat indes schon
- viel von sich höhren laßen — Eine seiner wichtigsten Erklärung ist, daß er
- die Stände wieder einsezzen, ihre Praerogationen sie wiede geben und dem
- König von Bayern nichts nachgeben wolle — Gärtner meint er fürchte
- sich vor Aufruhr, oder es sey nicht weit vor seinem Ende —
- General v. Köckritz hat um seinen Abschied gebeten, und selbigen erhalten.
- der König beläßt ihm sein ganzes Gehalt bis an sein Ende auch bleibt
- er Cheff des Jäger Corps —
- In diesen Augenblick erhalte ich ein Schreiben von Ihren Hoffrath Hahn — was
- mich wahrlich in die tiefsten Traurigkeit versetzt hat —
- H. Hoffrath sagt, daß die Beamten einen Ausweis über die Einkünften der
- Majorats Güter geben sollen, in diesem kämen kaum halb so viel —
- Revenuen heraus als Ewr Durchlaucht mir angezeigt haben —
- Wenn das nicht wohl überlegten Streich der Beamten ist, so wäre das schrecklich
- den wohne und wann solte da der Vorschuß von 112/m rt. getilgt werden?
- Ich bin würklich ganz Muthlos — Zugegeben wird jezt freilich nicht werden
- daß Fürst August nach Wartenberg die 100000 rt noch weniger die 18000 rt
- jährlich erhält und das gewährt schon einen sichern Fond — aber dersteten
- Menſch hat keinen Contract über ſeine Lebensdauer —
- Ich will indes nur sehen was der Bericht von Brieg in sich halten und
- was der für einen Eindruck hier machen wird —
- sind nur Cosmars die Gift zähen ausgebrochen, verliehrt der die Executorie
- und seinen Einfluß auf die Majorats Güter, den zerfält der Transact von 1811
- in sich selbst — und muß er die Adolphschen Revenuen das Pupillen Collegien
- abgeben, dem hohlt ihm alsobald Mons: Satanus — auch denen Herrn Beamten
- wird man hernach die Künste wohl abfragen —
- Die tiefſte Verehrung iſt es an der ich erſterbe als
- Ewr Durchlaucht
- Wien den 20ten Januar
- 1815
- treu unterthäniger diener
- v Triebenfeld
viel von sich höhren laßen — Eine seiner wichtigsten Erklärung ist, daß er die Stände wieder einsezzen, ihre Praerogationen sie wiede geben und dem König von Bayern nichts nachgeben wolle — Gärtner meint er fürchte sich vor Aufruhr, oder es sey nicht weit vor seinem Ende — General v. Köckritz hat um seinen Abschied gebeten, und selbigen erhalten. der König beläßt ihm sein ganzes Gehalt bis an sein Ende auch bleibt er Cheff des Jäger Corps — In diesen Augenblick erhalte ich ein Schreiben von Ihren Hoffrath Hahn — was mich wahrlich in die tiefsten Traurigkeit versetzt hat —
H. Hoffrath sagt, daß die Beamten einen Ausweis über die Einkünften der Majorats Güter geben sollen, in diesem kämen kaum halb so viel — Revenuen heraus als Ewr Durchlaucht mir angezeigt haben — Wenn das nicht wohl überlegten Streich der Beamten ist, so wäre das schrecklich den wohne und wann solte da der Vorschuß von 112/m rt. getilgt werden? Ich bin würklich ganz Muthlos — Zugegeben wird jezt freilich nicht werden daß Fürst August nach Wartenberg die 100,000 rt noch weniger die 18,000 rt jährlich erhält und das gewährt schon einen sichern Fond — aber dersteten Menſch hat keinen Contract über ſeine Lebensdauer — Ich will indes nur sehen was der Bericht von Brieg in sich halten und was der für einen Eindruck hier machen wird — sind nur Cosmars die Gift zähen ausgebrochen, verliehrt der die Executorie und seinen Einfluß auf die Majorats Güter, den zerfält der Transact von 1811 in sich selbst — und muß er die Adolphschen Revenuen das Pupillen Collegien abgeben, dem hohlt ihm alsobald Mons: Satanus — auch denen Herrn Beamten wird man hernach die Künste wohl abfragen — Die tiefſte Verehrung iſt es an der ich erſterbe als Ewr Durchlaucht
Wien den 20ten Januar
1815
treu unterthäniger diener
v Triebenfeld
- 268 a)
- Metamorphosirt werde ich morgen sein — Eine Frade ein Überrock, Stiefeln
- nebst Wäsche werde ich haben, und mich wenigstens wieder zeigen dürfen.
- die Geschichte kostet 926 fl. — 1100 erhielt ich folglich ist alles all —
- und kein Abend verstreicht wo nicht ein paar Freunde aus dem Bureau
- zu mich kommen. Ich bitte also um aller Barmherzigkeit willen, mir so eilig
- als es in der Welt möglich die 200 Ducaten zu schicken, den sonst bin ich
- aller Schande und Spott Preis gegeben — Ich entbehre alles noch habe
- ich hier Niemanden von andern Menschen geschweige einen von den Regierenden
- Herrn außer den König von Wurtemberg gesehen — die Freunde aus dem
- Fürstl. Hause, ohne welche ich nicht einen Hund aus den Ofen locken könte,
- muß ich stets wohl aufnehmen, und das kostet dennoch viel —
- die mir vom Fürsten Hardenberg vorgeschoßene 100 # muß ich absolut schnell
- und bald bezahlen, den der Geh[eime]. Leg[ations]. Rath Jordan hat mich schon so ganz
- ſpöttisch darum gemahnt — Ich bitte Ewr Durchlaucht alſo um Gottes
- Barmherzigkeit willen schicken sie, und wenn es sein könte pr Estaffette
- die 200 #, die Sache ist jezt in voller Arbeit und geht gut — ich müßte
- aber ermüden, wann ich nicht ſchreibe die 200 # bekomme um die Schulden
- abzuzahlen — Hierauf sieht der alte Herr sehr starck
- v Triebenfeld
268 a) Metamorphosirt werde ich morgen sein — Eine Frade ein Überrock, Stiefeln nebst Wäsche werde ich haben, und mich wenigstens wieder zeigen dürfen. die Geschichte kostet 926 fl. — 1,100 erhielt ich folglich ist alles all — und kein Abend verstreicht wo nicht ein paar Freunde aus dem Bureau zu mich kommen. Ich bitte also um aller Barmherzigkeit willen, mir so eilig als es in der Welt möglich die 200 Ducaten zu schicken, den sonst bin ich aller Schande und Spott Preis gegeben — Ich entbehre alles noch habe ich hier Niemanden von andern Menschen geschweige einen von den Regierenden Herrn außer den König von Wurtemberg gesehen — die Freunde aus dem Fürstl. Hause, ohne welche ich nicht einen Hund aus den Ofen locken könte, muß ich stets wohl aufnehmen, und das kostet dennoch viel — die mir vom Fürsten Hardenberg vorgeschoßene 100 # muß ich absolut schnell und bald bezahlen, den der Geh[eime]. Leg[ations]. Rath Jordan hat mich schon so ganz ſpöttisch darum gemahnt — Ich bitte Ewr Durchlaucht alſo um Gottes Barmherzigkeit willen schicken sie, und wenn es sein könte pr Estaffette die 200 #, die Sache ist jezt in voller Arbeit und geht gut — ich müßte aber ermüden, wann ich nicht ſchreibe die 200 # bekomme um die Schulden abzuzahlen — Hierauf sieht der alte Herr sehr starck v Triebenfeld


