Document 265b · Letter part of Document 265
15 January 1815 [supplied]
Sławięcice (Schlawenschitz)
The writer asks a general to obtain from the Emperor the return to him of the Trąbczyn estates together with 8 years of revenues. The late King, he says, granted him the confiscated Prusimski estates of Kamionna and Trąbczyn in 1796. In 1807 the administrative commission handed them over to Prusimski's daughter, now Miączyńska. The tribunal at Kalisz referred him to Napoleon. Now the Prosna is to become the border. He fears Miączyński's influence with the Governor General and asks that v. Triebenfeld be heard.
Der Schreiber bittet einen General, beim Kaiser zu erwirken, dass ihm die Trąbczyner Güter samt 8 Jahren Revenuen zurückgegeben werden. Der verstorbene König hatte ihm 1796 die konfiszierten Prusimski-Güter Kamionna und Trąbczyn verliehen. 1807 übergab die Verwaltungskommission sie der Tochter Prusimskis, jetzt Miączyńska. Das Tribunal in Kalisz verwies ihn an Napoleon. Nun soll die Prosna Grenze werden. Er fürchtet Miączyńskis Einfluss auf den Generalgouverneur und bittet, v. Triebenfeld anzuhören.
- Hochwohlgeborner Herr
- Höchstverehrter Herr General
- der verstorbenen König verliche mir in Jahr 1796 in der Provinz Südpreußen, die einem
- gewißen Prusimski confizirten Kaemener und Trąbczyner Güter. Erstere liegen unter
- Meseritz im Posenschen Departement, leztere aber im Kalischer dieseits der Warthe an
- Koniner Kreise. Die 1806 in der Provinz Warschau zusammengetretenen verwaltungs Commission, nahm mir
- die Güter gewaltsamer Weise 1807 und zwar 14 Wochen nach den Tilsitter Frieden weg und
- gab sie der Tochter des Prusimski, jezt verehelichte Moscinska zurück. Ich klagte da
- rüber bey dem Kalischen Tribunal, nach Jahr und Tag erhielt ich von gedachten Tribunal
- die Resolution, daß sich selbiger nicht ermächtiget hielte, die Verfügung der damaligen
- Commission aufzuheben, ich solle mich desfals an den Kayser Napoleon wenden —
- dies war meinem Gefühle entgegen, und es besitzt die v. Moscinska die Güter noch bis
- daher. Voriges Jahr wandte sich mein General Bevollmächtigter der Krieges und Forst-
- rath v Triebenfeld in dieser Sachen an d H. Fürsten v Hardenberg. Der Fürst beschied diesem dahin, diese
- Geschichte so lange ruhen zu laßen, bis Pahlens Angelegenheiten entschieden sein würden. Wie
- nun der Wust sagt, so ist dies geschehen, und wie ich höhre, so soll die Prosna die Gränze halten
- Auf der Art falt der District, worin die Trąbczyner Güter liegen des Wüstl. Kaysers Maj anheim —
- Unbekant mit dem Vn[?]stl. Geschäftsgang weiß ich nun nicht an wem ich mich wegen recto-
- mirung der Güter wenden soll, ja noch mehr, ich fürchte den Einfluß welchen Moscinski
- auf den General Gouverneur Landsko[g/y?] haben soll.
- In dieser bedrängten Lage wende ich mich mit der herzigsten Bitte an Ewr Hochwohlgeboren
- mich bey des Kaysers Majestät Ihr Vorwort angedeihen zu laßen, und es dahin zu lenken
- daß der Kayser selbst befiehlt, daß mir die Trąbczyner Güter nebst dem 8 jährigen
- Revenuen zurück gegeben werden. Dem Krieges Rath v Triebenfeld geruhen Ewr
- Hochwohlgeboren ein geneigtes Gehör zu verstatten, und ertheilen ihm gütigst
- die nöthigen Belehrungen.
- Mit unbegränzter Dankbarkeit, und der aller vorzüglichsten Hochachtung werde ich
- stets sein.
- Ewr Hochwohlgeborn
- Schlawenschitz
- den 15ten Januar 1815.
Hochwohlgeborner Herr
Höchstverehrter Herr General der verstorbenen König verliche mir in Jahr 1796 in der Provinz Südpreußen, die einem gewißen Prusimski confizirten Kaemener und Trąbczyner Güter. Erstere liegen unter Meseritz im Posenschen Departement, leztere aber im Kalischer dieseits der Warthe an Koniner Kreise. Die 1806 in der Provinz Warschau zusammengetretenen verwaltungs Commission, nahm mir die Güter gewaltsamer Weise 1807 und zwar 14 Wochen nach den Tilsitter Frieden weg und gab sie der Tochter des Prusimski, jezt verehelichte Moscinska zurück. Ich klagte da rüber bey dem Kalischen Tribunal, nach Jahr und Tag erhielt ich von gedachten Tribunal die Resolution, daß sich selbiger nicht ermächtiget hielte, die Verfügung der damaligen Commission aufzuheben, ich solle mich desfals an den Kayser Napoleon wenden — dies war meinem Gefühle entgegen, und es besitzt die v. Moscinska die Güter noch bis daher. Voriges Jahr wandte sich mein General Bevollmächtigter der Krieges und Forstrath v Triebenfeld in dieser Sachen an d H. Fürsten v Hardenberg. Der Fürst beschied diesem dahin, diese Geschichte so lange ruhen zu laßen, bis Pahlens Angelegenheiten entschieden sein würden. Wie nun der Wust sagt, so ist dies geschehen, und wie ich höhre, so soll die Prosna die Gränze halten Auf der Art falt der District, worin die Trąbczyner Güter liegen des Wüstl. Kaysers Maj anheim — Unbekant mit dem Vn[?]stl. Geschäftsgang weiß ich nun nicht an wem ich mich wegen rectomirung der Güter wenden soll, ja noch mehr, ich fürchte den Einfluß welchen Moscinski auf den General Gouverneur Landsko[g/y?] haben soll.
In dieser bedrängten Lage wende ich mich mit der herzigsten Bitte an Ewr Hochwohlgeboren mich bey des Kaysers Majestät Ihr Vorwort angedeihen zu laßen, und es dahin zu lenken daß der Kayser selbst befiehlt, daß mir die Trąbczyner Güter nebst dem 8 jährigen Revenuen zurück gegeben werden. Dem Krieges Rath v Triebenfeld geruhen Ewr Hochwohlgeboren ein geneigtes Gehör zu verstatten, und ertheilen ihm gütigst die nöthigen Belehrungen.
Mit unbegränzter Dankbarkeit, und der aller vorzüglichsten Hochachtung werde ich stets sein.
Ewr Hochwohlgeborn
Schlawenschitz
den 15ten Januar 1815.
