Traces in the Sand

Document 266 · Letter

10 January 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

He reports that Russia is demanding the Prosna as the border, which would place Trąbczyn and Triebenfeld's Blizanów estates under foreign sovereignty and make Trąbczyn hard to recover. He says the Prince Chancellor is opposing this. Should Russia obtain the districts, he says the matter would have to be settled with Emperor Alexander, since Dąbska or Miączyńska stands in favour with Lanskoy. He awaits the report of the High Court of Appeal at Brzeg. He asks for blank forms, powers of attorney, the letter to the Chancellor, and the written undertaking for Barbe, since Pourtalès will probably come in.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 266
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Seit einigen Tagen ſezt es hier große Debatten wegen Pohlen, wann weicht außer Seits man erſten Vertrage
  5. ab und verlangt absolut die Prosna zur Gränze, das heiſt von Thoren ab bis am Einfall der
  6. Prosna in der Wartha und dann die Prosna herunter bis nach Ostroszew zu — Geſchieht dies ſo
  7. kommen die Trąbczyner und selbst meine Blizanower Güter unter Wüste[?] Hoheit — Und da wird es
  8. Hizze fezzan Trąbczyn zurück zu bekommen — Der biedere Fürſt Kanzler ſezt ſich dieſem allein heftig
  9. entgegen und beruft sich auf des R Kaysers gegebenes Wort — der redliche Mann hatte sich ganz brand
  10. geärgert, und müſte 3 Tage das Bett hüthen — des Königes Majeſtät ſeinem auch ſtehr mit ver-
  11. gnügt, der schon 6 Tage hat der Herr ganz allein von der Serviette gespeiset und sieht
  12. sich mit Niemand — dies giebt hier zu vielen Gerüchten Anlaß — Ganz Wien ist ein Gesammste
  13. von bevorſtehenden große Kriegen — ja ſelbſt von Berlin für kommen zum ſolche
  14. Nachrichten — Ich muß nun um so aufmerksame sein und paßen wohin sich die Waageſchale
  15. weigen wird, den erhält Rußland die Districte, worin die Güter liegen so auß blos
  16. der Fürst Kanzler die Sache umfürehr mit dem Kayser Alexander abmachen als er
  17. nicht zugab daß ich Ewr Durchlaucht Schreiben dem Kayser überreichen durfte — den die
  18. Dąbska oder Moscinska steht bey Landskoy in hohen Gnaden und daher kan nur allein
  19. alles mit dem Kayser allein gemacht werden —
  20. Übrigens sieht hier jeder Freund und Verehrer von Ewr Durchlaucht den Bericht des Brieger O L
  21. Gerichts begierig entgegen, Sie ja daß ich selbigen schleunig hin her erhalte
  22. und daß er dem ersten Memoirs Conform ausfält — den wird alles nach Wunsch enden —
  23. Ihre Briefe an mir geruhen Sie jezt, über Breslau und Dresden unter Addresse des Königl.
  24. Preußl. Post Director Balke nach Dresden gehen zu laßen —
  25. 1. An mir weiter nichts als an den p v Triebenfeld und Faßen den mit Oblat zu machen, den laßen Sie
  26. 2 darüber ein Courirt[?] an Barbe machen, die Adresse ist — d Kö Pr Hoffrath und Maß[?] Ritter H. Barbe Hochwol[z?] in Wien
  27. 3. Über diesen wird ein Couvert an den König Pr Post Director H. Balke Wohlge in Dresden gemacht —
  28. allein auf der Art erhalten wir die Briefe sicher und geſcheinnde den seit den 17ten Decbr.
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  1. habe ich von Eure Durchlaucht keine Sylbe — Sehnsuchts voll, sehe ich die Blanquets Vollmachten
  2. und alles entgegen, besonders nüzlich wäre der Brief an dH. E. Kanzlers durchlaucht
  3. Schrecklich nachteilig können am Ende diese Zögerungen werden —
  4. Auch ist der Revers an Barbe höchst nöthig, den Pourtalès / nicht Portalis / wird sehr schnell
  5. antworten, und entrirt gewiß — Er hat am Vermögen von mehr den 1 1/2 Million rt. in Baaren Gelde
  6. und folgt blind seinen Jugend Freund und Schul Cammereden B[arbe]:
  7. wie ich übrigens hier lebe, das ist Hände mäßig, ich habe nichts auf, und öfters nichtes im Leibe — Schon bin
  8. ich heute an B 104 Ducaten schuldig; Auf ſieht er wenn ich borgen will ein wenig finster
  9. Was daraus werden soll weiß ich nicht, den Bricht der König einmahl schnell auf, was soll den aus
  10. nur werden? Ich würde und handle für Sie gnädigster Herr als ehrlicher Kerl fort. Die Sache
  11. ist für Sie von der höchsten Wichtigkeit — Ruhe, Ehre, und Glück für sie steht auf dem
  12. Spiele, dies soll ich erringen, und sie laßen mich schier in Noth und Kummer umkommen, ja sei laße
  13. mich hungern — selbst B[arbe] schüttelt ist schon der Kopf — B[arbe] hat im Rußischen Cabinet freunde
  14. auch diese wird man am Ende noch faitiren müßen, und mit leerer Hand ist das unmöglich —
  15. Können nur erst die 100 # hier an daß ich B befriedigen könte — aber den muß ich
  16. abſolut des allerbaldigſten noch 200 # haben damit ich alles bezahlen, und zulegt den guten
  17. Leuten für ihre treue Hülfe wohl thun kan —
  18. Wegen Ihre an mir gesandte Briefen laßen Sie gnädigster Herr Laufzeddeln nach
  19. gehen, damit ich die Briefe und das Geld erhalte —
  20. Hochachtungsvoll ersterbe
  21. Ewr Durchlaucht
  22. Meine Arme Kinder vergeßen
  23. Sie auch ja nicht —
  24. J. Mutter: heißt es wird abgesetzt.
  25. Wien d 10ten Januar
  26. 1815.
  27. treu unterthänigster Diener
  28. v Triebenfeld