Traces in the Sand

Document 6 · Letter

6 May 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports on the compensation in the Russian share: he has claimed the Starost's estate of Sokolnik, set against the Prince's claim; Minister Stein is to settle this with Nesselrode. In the Curisch matter he received, through Stägemann, instructions to come to terms with the Curisch heirs. They gave notice that Cosmar had offered them the Sytener estates. He expects the King's declaration in 2 days. He says Hardenberg only makes promises. He urgently asks for 100 ducats by express courier.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 6
  2. Durchlauchtigſter Fürſt,
  3. Gnädigster Herr!
  4. Ewr Hochfürstl Durchlaucht höchst verehrtes Schreiben von Aprilen erhielt ich gestern
  5. und da Prinz Adolph heute abgeht, so melde ich darauf das was ich weis
  6. In Würtembergsehen ist vor der Hand nichts zu thun dies hängt von den
  7. Conjunctoren pp. ab — Ich habe nur dermalen zwey Sachen in Auge, das ist das
  8. Dedomagement in Rußischen Antheil, und die Curische Angelegenheit
  9. In Betref der ersten muß ich nur daß der Kayser und König entschädigen müßen,
  10. und wollen, wozu aber wieder Zerboni noch sonst ein Gewürme der Act
  11. helfen kan — vielmehr höhre ich daß diese Itali besten hinderlich sein mögte.
  12. Ich habe die Starosten Sokolnik ohnmit Wieruszew gefordert, diese giebt
  13. rt. Pacht und compensirt sich mit Ewr Durchlaucht Forderung — Minister Stein
  14. wird dabey mit Nesselrode allein würden und E. H. wird, was die wollen bestätigen
  15. Inseckten gehören unter deren Füße — M. die 85/m rt. von Kaemen ist baar gegebenes Geld von Ewer Durchlaucht darum darfür Zu seiner Zeitung des Wort geben
  16. die Curische Angelegenheit steht jezt etwas poſſierlich — der Cabinets Rath
  17. Albrecht befahl mir / nach einer glücklichen Rückkehr/ beigehendes abschrifft Schreiben an
  18. Ihm zu geben — dies geschah, und alles weis jezt der König —
  19. Nun erhielt ich durch Stägemann den eiligen erredlichen Auftrag mich mit die Curische Erben
  20. zu vergleichen — diese Sache ist jezt in Arbeit — Ein alter Freund behandelt
  21. die Donner und kurzen hoffe ich am Rande zu sein.
  22. Übrigens gnädigster Fürst und Herr ertheilen Sie ſehr ſchrift man Sie glauben,
  23. Das Fürst Hardenberg in Ihrer Sache was gethan hat, oder je was thun wird
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  1. dieser große Mann verſpricht ewig und hält nichts — Er hätte auch damals mit
  2. ſeinen Stägemann nicht den Bericht von Brieg gefordert, wenn lezterer nur ahnde
  3. können, daß Cosmar der Grube so nahe stände — Es blieb dan nichts übrig als schur-
  4. kische Zögerung da man die Bestätigung von ein Landes Collegium erhielt —
  5. Leichen ähnlich stand Stägemann als er den Unfale des Cosmars aus meinen
  6. Munde vernahm — Mann combenirte — konte aber die Wolde nicht entdecken
  7. aus der der Bligestrahl gefahren war. Selbst Fürst H. /der prüfende Mann/
  8. ist vom Stuhl aufgefahren, als es ihm Barbe in Sarkastiſchen Tone geſagt hat.
  9. die Bachanalien, in Syten waren bey jedem in zu frischen Andenken /Euphrodite/
  10. hatte dort ihren Sizz aufgeschlagen und schuft nur — Vergnügen — jeden Wollüßtung
  11. und Schlemmer besuchte diesen Tempel der berichtigten H. v.
  12. Indes regte sich doch der Neid zu sehr — selbst Große-ſahren dazu ſchmel und gerne
  13. Mißntrags schlichen sich so lange um diesen Tempel des Vergnügens bis sie gelegen
  14. heit standen, in Jannen zu Blicken und das getünchte Bild näher zu beleuchten.
  15. zwey kopillen Räthe traten nun auf und forderten schnelle Rechnung — die aber heute nicht
  16. gelegt ist — Eine noch schnellere Anmahnung der Curischen Erben, in Form einer Denuntia-
  17. tion erfolgte, wo diese anzeigten, daß Cosmar ihnen die Sytener Güter für ihre
  18. Forderung angetragen, wodurch man sich daß sich der Dieb retten wolte —
  19. Gericht, Sie aber gnädigster Fürst darüber nicht zu sprechen, — den genug daß
  20. meine beiden Freunde in Berlin und ich hier wach —
  21. Meinen Plan und des Cabinets Raths Albrechts ersehen Sie aus der Beilage, in 2
  22. Tagen habe ich die Erklärung des Königs — Zahlt er ala bonheur — sagt er
  23. sich los so ist der Vergleich in 2 mahl 24 Stunden abgeschloßen, und der Vorſchuß
  24. muß geleistet werden — Das Spiel steht gut auf jeden Falle bitte ich defach —
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  1. Nur zählen Sie nichts auf St. Rechnung der hat bey Gott nichts gethan — Es könte
  2. sein daß jezt mancher zum Ritter an der Sache wird werden, wollen ich werde
  3. auch keinen die Bahn vertreten — nur zulezt werden Sie und jeder staunen
  4. wie die Marconetten geleitet wurden
  5. Von Pourtalès ist noch keine Antwort — wir glauben daher daß erkauft — Er
  6. sucht nur seine Capitalien aus Frankreich zu ziehen.
  7. Adolphs Sache ist so weit recht gut gegangen, doch darüber zu seinen Zeit
  8. ein mehreres — Übrigens hat er selbst gesehen wie alles hier steht und
  9. wie man sich hier Bummeln muß —
  10. Ohne Geld ist es hier ein schreckliches Leben — und ich habe so wahr Gott ist nichts
  11. das meist F[ürst]. Adolph selbst — Er nimt viel mit — ich hatte aber nicht das Herz
  12. ihm um was anzusprechen — Schicken Sie nur 100 Ducaten und zwar per Estaffette oder der Teufel hohlt mich
  13. das solle Ihnen hundertaufende gewinnen also laßen Sie mich nicht in Noth und
  14. Schande umkommen —
  15. F[ürst]. August ist ein armseeliger elender Mensch, dies Beweise Ihnen der beigehende
  16. Brief aus Langenburg, ein gleichlautender liegt bey Winzingeroden
  17. Er soll es aber bereuen — Er kan von Rechts wegen nicht Majorats Herr und Fürst
  18. man Öhringen heißen. Wüste ich mir erst was Adolph für ein Mann werden
  19. wird.
  20. Der Kopf thut mich fürchterlich wehe so daß ich unmöglich weiter schreiben kan.
  21. In tiefer Ehrfurcht verharre ich als
  22. Ewr Durchlaucht
  23. Beguelin empfiehlt ſich zu Gnaden
  24. so auch Barbe
  25. die Piece an Albrecht bitte
  26. ich noch wieder aus den ich habe
  27. keine Abschrift pr. Estaffette und Geld
  28. Wien d. 6ten May
  29. 1815.
  30. treu gehorſamer Diener
  31. v Triebenfeld
Written sideways on the page
  1. Es wäre wohl sehr gescheid wenn P. Adolph über Berlin giengen
  2. und dorten von Cosmar Geld erpreßte und alles zu erfahren suchte
  3. ich hätte ihm gerne ein Schreiben an Grevenitz mit gegeben, aber ist mir zu obstinat