Document 290 · Letter
20 May 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
After seven months Cosmar has been instructed to pay the money from three years, of which 12/m Rthl a year is assigned to the creditors, into the High Court at Brzeg as quickly as possible and to render account. Stägemann defends Cosmar and advises the Curische heiresses. Minister Stein is pursuing compensation through the office of Sokolnik and has brought in the Chancellor, so that both may propose it to the Emperor. Triebenfeld intends to submit a memorandum on the Curische affair and on his military salary. Triebenfeld urgently asks for 100 # by express courier.
Nach 7 Monaten ist Cosmar angewiesen, die Gelder aus 3 Jahren, von denen jährlich 12/m Rthl den Gläubigern zugewiesen sind, schleunigst beim Oberlandesgericht Brzeg einzuzahlen und Rechnung zu legen. Stägemann verteidigt Cosmar und berät die Curischen Erbinnen. Minister Stein betreibt die Entschädigung durch das Amt Sokolnik und hat den Kanzler hinzugezogen, damit beide sie dem Kaiser vorschlagen. Triebenfeld will ein Memoire zur Curischen Sache und zum Militärgehalt einreichen. Triebenfeld bittet dringend um 100 # per Estaffette.
- 290
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädiger Herr!
- Nach 7 Monathe wird nun endlich der Befehl gegeben, daß Cosmar die hinte
- sich habenden 3 jährigen Gelder welche Ewr Durchlaucht jährlich beziehen sollen,
- und wovon Sie jährl. 12/m rt zu Gunsten Ihrer Creditoren angewiesen haben, auß
- das allerſchleunigſte bey das Brieger Ober Landes Gericht einzahlen ſoll — Er
- wird dabey zur Ordnung und prompten Rechnungslegung angewiesen —
- Daß Stägemann den böſeſten Willen hat zeiget ſich allewege; er macht nun
- den Vertheidiger des Cosmars und der Rathgeber der Curischen Erbinnen —
- Der Fürst Kanzler verspricht hingegen alles — ließt, sieht und höhrt aber
- den weiter nichts wenn er es versprochen hat —
- Minister Stein arbeitet dagegen redlich und besorgt Ewr Durchlaucht die
- vorgeschlagene Entschädigung durch das Amt Sokolnik zu zuwenden.
- Er hat den Kanzler schon mit ins Spiel gezogen, damit beide dem
- Kayser zugleich die Sache vorschlagen —
- Morgen reiche ich dem H. Fürsten wieder ein etwas nachdrückliches me-
- moire wegen die Cur. Angelegenheit so wie auch wegen Ihren
- Milit. Gehalte ein — durchsezze ich die Sachen und solte ich ihm bis
- an den Rhein folgen — Es muß einmahl aufs reine — Morgen früh
- habe ich eine Conferenz mit dh Stägemann folglich auf den Dienstag
- ein Mehreres
- Den Augenblick erhalte ich Ewr Durchlaucht Schreiben vom 9ten darüber
- schreibe ich auch mit erster Post. In Ehrfurcht verharre
- Ew Durchlaucht
- Wie mir H. O[brist]. L[ieutenant]. v F sagt, so hat sich Adolph
- etwas sehr linckisch beim König genommen
- der König frey ihm was macht ihr Vater, wie geht ihm
- die Antwort war — Ich weiß es nicht, ich habe ihm lange nicht gesehen verte[...]
- Wien
- d 20ten May 1815
- ganz gehorſamster diener
- v Triebenfeld
290
Durchlauchtigster Fürst
Gnädiger Herr!
Nach 7 Monathe wird nun endlich der Befehl gegeben, daß Cosmar die hinte sich habenden 3 jährigen Gelder welche Ewr Durchlaucht jährlich beziehen sollen, und wovon Sie jährl. 12/m rt zu Gunsten Ihrer Creditoren angewiesen haben, auß das allerſchleunigſte bey das Brieger Ober Landes Gericht einzahlen ſoll — Er wird dabey zur Ordnung und prompten Rechnungslegung angewiesen — Daß Stägemann den böſeſten Willen hat zeiget ſich allewege; er macht nun den Vertheidiger des Cosmars und der Rathgeber der Curischen Erbinnen — Der Fürst Kanzler verspricht hingegen alles — ließt, sieht und höhrt aber den weiter nichts wenn er es versprochen hat — Minister Stein arbeitet dagegen redlich und besorgt Ewr Durchlaucht die vorgeschlagene Entschädigung durch das Amt Sokolnik zu zuwenden. Er hat den Kanzler schon mit ins Spiel gezogen, damit beide dem Kayser zugleich die Sache vorschlagen — Morgen reiche ich dem H. Fürsten wieder ein etwas nachdrückliches memoire wegen die Cur. Angelegenheit so wie auch wegen Ihren Milit. Gehalte ein — durchsezze ich die Sachen und solte ich ihm bis an den Rhein folgen — Es muß einmahl aufs reine — Morgen früh habe ich eine Conferenz mit dh Stägemann folglich auf den Dienstag ein Mehreres Den Augenblick erhalte ich Ewr Durchlaucht Schreiben vom 9ten darüber schreibe ich auch mit erster Post. In Ehrfurcht verharre Ew Durchlaucht Wie mir H. O[brist]. L[ieutenant]. v F sagt, so hat sich Adolph etwas sehr linckisch beim König genommen der König frey ihm was macht ihr Vater, wie geht ihm die Antwort war — Ich weiß es nicht, ich habe ihm lange nicht gesehen verte[...] Wien
d 20ten May 1815
ganz gehorſamster diener
v Triebenfeld
- Sowohl ich als Barbe und Beguelin hatten ihm instruirt, was er sage
- ſolle — Er konte für seinen Vater in dem Augenblick viel thun.
- kurz Ihre Herrn Söhne werden thun, nie nacharten
- Humboldt und auch Nesselrode wolten ihm ihren Monarchen præſentiren
- da hin war er nicht zu bringen, und eilte von dannen —
- die Gräfin Fries und mehrere sagen, in dem rümt kein Tropfen
- Blut von seinen Vater —
- Schicken Ewr Durchlaucht mir ja die 100 # den ich meist nicht ob ich
- in der Sache nicht gleich mit nach Berlin gehen muß — und hier muß ich
- noch viel bezahlen. Ich habe gebeten, es per Estaffette zu senden
- Sehr schlagen wäre es wenn Sie das nicht thäten.
Sowohl ich als Barbe und Beguelin hatten ihm instruirt, was er sage ſolle — Er konte für seinen Vater in dem Augenblick viel thun. kurz Ihre Herrn Söhne werden thun, nie nacharten Humboldt und auch Nesselrode wolten ihm ihren Monarchen præſentiren da hin war er nicht zu bringen, und eilte von dannen — die Gräfin Fries und mehrere sagen, in dem rümt kein Tropfen Blut von seinen Vater — Schicken Ewr Durchlaucht mir ja die 100 # den ich meist nicht ob ich in der Sache nicht gleich mit nach Berlin gehen muß — und hier muß ich noch viel bezahlen. Ich habe gebeten, es per Estaffette zu senden Sehr schlagen wäre es wenn Sie das nicht thäten.

