Document 57 · Letter
7 May 1809
Świniary (Schweinern)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld says he cannot come to report for lack of money: a trunk worth more than 800 Rthl was stolen from him on the journey. The iron, he says, is lying at Konotop, and the remaining 400 Centner are not enough to pay van der Lahr the 3,000 Rthl. From Königsberg: he says the King ordered that the Prince be spared, and that in the inheritance matter Hoyok is to search for the will in Warszawa. Once his case is decided, he says, the Prince is to become Governor General of Silesia.
Triebenfeld kann aus Geldmangel nicht berichten kommen: Unterwegs wurde ihm ein Koffer im Wert von über 800 Rthl gestohlen. Das Eisen liegt in Konotop; die restlichen 400 Centner reichen nicht, um an von der Lahr die 3000 Rthl zu zahlen. Aus Königsberg: Der König befahl, den Fürsten zu schonen; in der Erbschaftssache soll Hoyok in Warszawa nach dem Testament forschen. Nach Entscheidung seiner Sache soll der Fürst General Gouverneur von Schlesien werden.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht nach meiner Rückkunft persönlich Rapport von der
- Erfolg meiner Reise abzustatten war mein ſehnlichſter Wunsch, umsomehr als
- ich Höchst Denenselben so manches zu sagen hatte was ich der Feder nicht an
- vertrauen darf. Der Geld mangel aber hält mich zurück — ich habe nicht
- 10 rt in mein Vermögen, keinen Rock auf dem Leibe, den ich bin unterwegens
- beraubt, und habe Execution im Hause — Wie mir dabey zu Muthe ist können
- Ewr Durchlaucht, da Sie Kummer kennen, und ein gefühl volles Herz habe, sich
- leicht vorstellen. Gott weis wie ich mich retten soll 1200 rthl ist das Object warum
- ich jezt so sehr leide. Das Eysen liegt noch für Lahr in Kontop den ich
- kan die Absendungskosten nicht aufbringen, und hier sind die Preise dergestalt
- gefallen, daß ich es nicht los werden kan. — Michaelis ist befriediget
- aber nun habe ich noch den von der Lahr zu fürchten, und die für dem
- gebliebenen 400 Centz reichen auch nicht hin ihm die 3000 rt. und Kosten zu be-
- zahlen umsomehr als kaum nach Abzug der Kosten 4 rt. pro Cent
- bleiben werden — zu der Reiß habe ich 600 rt. geborgt und 700 rt auf
- Johanni abzugeben verſprochen, Gott weis wie das enden wird.
- Übrigens habe ich in Königsberg alles sehr gut ausgerichtet — Ewer Durchlaucht
- müßen auch schon die Folgen davon bey sich habe — der König war sehr auf
- gebracht, daß man von seiten des Ober Landgerichts Ewr Durchlaucht ſo hart fiele
- und hat per Estaffette befohlen Ewer Durchlaucht durchaus zu schonen
- In Ansehung der Erbschafts Sache ist par Courier nach Warschau an Hoyok
- geschrieben, daß er vor erst dorten Nachricht einziehen solle, ob das Testament
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht nach meiner Rückkunft persönlich Rapport von der Erfolg meiner Reise abzustatten war mein ſehnlichſter Wunsch, umsomehr als ich Höchst Denenselben so manches zu sagen hatte was ich der Feder nicht an vertrauen darf. Der Geld mangel aber hält mich zurück — ich habe nicht 10 rt in mein Vermögen, keinen Rock auf dem Leibe, den ich bin unterwegens beraubt, und habe Execution im Hause — Wie mir dabey zu Muthe ist können Ewr Durchlaucht, da Sie Kummer kennen, und ein gefühl volles Herz habe, sich leicht vorstellen. Gott weis wie ich mich retten soll 1,200 rthl ist das Object warum ich jezt so sehr leide. Das Eysen liegt noch für Lahr in Kontop den ich kan die Absendungskosten nicht aufbringen, und hier sind die Preise dergestalt gefallen, daß ich es nicht los werden kan. — Michaelis ist befriediget aber nun habe ich noch den von der Lahr zu fürchten, und die für dem gebliebenen 400 Centz reichen auch nicht hin ihm die 3,000 rt. und Kosten zu bezahlen umsomehr als kaum nach Abzug der Kosten 4 rt. pro Cent bleiben werden — zu der Reiß habe ich 600 rt. geborgt und 700 rt auf Johanni abzugeben verſprochen, Gott weis wie das enden wird. Übrigens habe ich in Königsberg alles sehr gut ausgerichtet — Ewer Durchlaucht müßen auch schon die Folgen davon bey sich habe — der König war sehr auf gebracht, daß man von seiten des Ober Landgerichts Ewr Durchlaucht ſo hart fiele und hat per Estaffette befohlen Ewer Durchlaucht durchaus zu schonen In Ansehung der Erbschafts Sache ist par Courier nach Warschau an Hoyok geschrieben, daß er vor erst dorten Nachricht einziehen solle, ob das Testament
- nicht etwan dorten bey den Gerichten deponirt worden. Im Fall sich da nichts findet
- soll dan die Sache dem Grafen Danckelmann übertragen werden.
- Die Königin wird Ewr Durchlaucht nach Eingang der Antwort von Hoyok alles
- Schreiben, durch mich konte dies nicht geschehen, weil ich seitwärts nach Pohl[e]n geheimstes
- Sie sagt indes ihre ganze Hoffnung auf Ewr Durchlaucht — und hat nicht desfals mündlichen
- Aufträge ertheilt
- In Betreif Ewr Durchlaucht militairischen Angelegenheiten — So habe ich Ihnen schon
- vieles geschrieben. Mündlich kan ich nur mehr sagen
- Das Resultat ist, daß wann Ihre Sache entschieden ist Ewr Durchlaucht als Gene-
- ral Gouverneur von ganz Schlesien gleich angestelt werden sollen. Halten
- Höchst Sie dies aber geheim damit nicht Neuer und Bösewichte neue Cabalen
- schmieden — Scharnhorst ist fortwährend kranck und will seine Erklärung
- wegen Massenbach / der sich allein auf ihm beruft/ nicht abgeben und davon
- hängt sehr vieles ab —
- Ewr Durchlaucht wahrhaft biederer Freund der Herr Obristwachtmeister von
- Pirch besteht darauf, daß Ewr Durchlaucht schreiben und auf die Beendigung
- Ihrer Sache dringen sollen. Er hat jezt wieder an seinen Bruder geschrieben
- und den Brief nach Cosel adressirt — Ein Brief seines Bruders ist unter
- Adresse des H. v. Scharnhorst gegangen — Dieser hat den Brief geöffenet
- und ihm dem Hrn Obrist Wachtmeister mit vielen Entschuldigungen zugeschickt
- darüber war der gute Major sehr böse, und läst seinen Herrn Bruder desfals
- bitten seine Briefe directe an ihm zu adressiren oder gehen zu laßen.
- Das wichtigste für mich war, daß der Monarch die Königern andere bey Hofe und Besonders
- Der Gen[eral]: Köckritz mit Freundschaft Achtung und warme von Ewr Durchlaucht sprechen
- ich hoffe nun allewege das beste.
- Die Politischen Sachen stehen gut — Wann nur Gott den Österreichern Glück
- giebt — Rußland spielt eine eigene Rolle indes steht es zwischen unsern
nicht etwan dorten bey den Gerichten deponirt worden. Im Fall sich da nichts findet soll dan die Sache dem Grafen Danckelmann übertragen werden. Die Königin wird Ewr Durchlaucht nach Eingang der Antwort von Hoyok alles Schreiben, durch mich konte dies nicht geschehen, weil ich seitwärts nach Pohl[e]n geheimstes Sie sagt indes ihre ganze Hoffnung auf Ewr Durchlaucht — und hat nicht desfals mündlichen Aufträge ertheilt In Betreif Ewr Durchlaucht militairischen Angelegenheiten — So habe ich Ihnen schon vieles geschrieben. Mündlich kan ich nur mehr sagen Das Resultat ist, daß wann Ihre Sache entschieden ist Ewr Durchlaucht als General Gouverneur von ganz Schlesien gleich angestelt werden sollen. Halten Höchst Sie dies aber geheim damit nicht Neuer und Bösewichte neue Cabalen schmieden — Scharnhorst ist fortwährend kranck und will seine Erklärung wegen Massenbach / der sich allein auf ihm beruft/ nicht abgeben und davon hängt sehr vieles ab — Ewr Durchlaucht wahrhaft biederer Freund der Herr Obristwachtmeister von Pirch besteht darauf, daß Ewr Durchlaucht schreiben und auf die Beendigung Ihrer Sache dringen sollen. Er hat jezt wieder an seinen Bruder geschrieben und den Brief nach Cosel adressirt — Ein Brief seines Bruders ist unter Adresse des H. v. Scharnhorst gegangen — Dieser hat den Brief geöffenet und ihm dem Hrn Obrist Wachtmeister mit vielen Entschuldigungen zugeschickt darüber war der gute Major sehr böse, und läst seinen Herrn Bruder desfals bitten seine Briefe directe an ihm zu adressiren oder gehen zu laßen. Das wichtigste für mich war, daß der Monarch die Königern andere bey Hofe und Besonders Der Gen[eral]: Köckritz mit Freundschaft Achtung und warme von Ewr Durchlaucht sprechen ich hoffe nun allewege das beste.
Die Politischen Sachen stehen gut — Wann nur Gott den Österreichern Glück giebt — Rußland spielt eine eigene Rolle indes steht es zwischen unsern
- und den Rußischen Hoff alles sehr gut, ich hoffe die Pohlen werden sich im Kurzen
- von den Rußen überlittet sehen und zu Lahn Kriechen —
- Die Nachrichten von 23ten aus Wien, die der Schwedische Gesandte gestern an
- Jemand schickte lauten ja ganz vortreflich. Gott gebe Seegen und Glück
- Was Ewr Durchlaucht wißen geruhen sie nur schnell mitzutheilen — ich soll
- Nachrichten einsenden
- Morgen eile ich nach Kalisz um meinen echapirten jüngsten Sohn, der zu den
- Kayserlichen gehen wollen, und in Kalisz arretirt ist zurückzuhohlen, ich
- war so dahin zu gehen befehliget, weil es an alle Nachrichten
- aus Pohlen in Königsberg mangelt — Ich habe besondere Aufträge, und
- der König mit jezt Südpreußen gerne zurück.
- Der Erzherzog Ferdinand schickte Falkenhausen der jezt in seiner
- Suite als Rittmeister dient, am König, um lies ihm ersuchen Pohle,
- gleich hinter ihm her zu besezzen. Da Majestät entschuldigt sich für
- dem Augenblick, versprochen aber doch bald beitreten zu können.
- Rußland kann nur die Maske noch nicht abnehmen, und davon accoutirt
- sich so manches.
- Die sogenannten Tugend Freunde oder Schwarzen Brüder machen jezt
- dem König viel Verdruß. Es ist schrecklich wie weit die Bosheit
- dieser Menschen geht — Indes sieht der König nun nach gerade was ihm
- die Alten sind.
- Die Dinastie stürzen nötig democratische Regierung einführen war
- der Bösewichte ihre Absicht — viel ist den Hunden schon gelungen
- gute Menschen sind völlig ab und zurück gesezt, und lauter solche
- Buben an deren Stelle. Schwer wird es dem König jezt werden
- das alles zu redressiren.
- Es sind deren mehrere die wie man sagt um der Kronebühlten
und den Rußischen Hoff alles sehr gut, ich hoffe die Pohlen werden sich im Kurzen von den Rußen überlittet sehen und zu Lahn Kriechen — Die Nachrichten von 23ten aus Wien, die der Schwedische Gesandte gestern an Jemand schickte lauten ja ganz vortreflich. Gott gebe Seegen und Glück Was Ewr Durchlaucht wißen geruhen sie nur schnell mitzutheilen — ich soll Nachrichten einsenden Morgen eile ich nach Kalisz um meinen echapirten jüngsten Sohn, der zu den Kayserlichen gehen wollen, und in Kalisz arretirt ist zurückzuhohlen, ich war so dahin zu gehen befehliget, weil es an alle Nachrichten aus Pohlen in Königsberg mangelt — Ich habe besondere Aufträge, und der König mit jezt Südpreußen gerne zurück.
Der Erzherzog Ferdinand schickte Falkenhausen der jezt in seiner Suite als Rittmeister dient, am König, um lies ihm ersuchen Pohle, gleich hinter ihm her zu besezzen. Da Majestät entschuldigt sich für dem Augenblick, versprochen aber doch bald beitreten zu können. Rußland kann nur die Maske noch nicht abnehmen, und davon accoutirt sich so manches.
Die sogenannten Tugend Freunde oder Schwarzen Brüder machen jezt dem König viel Verdruß. Es ist schrecklich wie weit die Bosheit dieser Menschen geht — Indes sieht der König nun nach gerade was ihm die Alten sind.
Die Dinastie stürzen nötig democratische Regierung einführen war der Bösewichte ihre Absicht — viel ist den Hunden schon gelungen gute Menschen sind völlig ab und zurück gesezt, und lauter solche Buben an deren Stelle. Schwer wird es dem König jezt werden das alles zu redressiren.
Es sind deren mehrere die wie man sagt um der Kronebühlten
- den großen Anfang soll der M St. Haben.
- Die Sache hätte käme, ſehr gefährlich für den guten König und das Land
- werden, wan die Buben stücke des Cracow nicht entdeckt wären werden
- Indes sieht man aus diesen, daß mehrere große in den Complots verwal-
- kelt sind, weil C dennoch, so gehen es auch gehalten wurde, ihn zu arre-
- tiren, benachrichtiget war, um das praevenire zu spielen und sich aus
- dem Staube zu machen.
- Sein Brief an den König, nach seiner Flucht geschrieben, soll das Non
- plus ultra aller Grobheit und Niederträchtigkeit sei.
- Vieles könte ich Ewr Durchlaucht noch vortragen nun darauf ich es der Feder
- nicht anvertrauen
- wäre mir nicht der Koffer mit Geld, Kleidung, und Wäsche gestohlen was
- über 800 rt beträgt so hätte ich reisen können. Jezt bin ich ein wahrer
- Bettelhund und muß noch Gott danken, daß ich nicht selbst gemordet bin.
- Köckritz war so redlich und both nur 100 fr. d'or an ich schlug es aus. Die Königen wolte
- mich was aufdragen ich wies es zurück, ich hatte, oder litt Noth doch hätte ich lieber
- hänger crepirt als von diese Menschen was angenommen. Ich habe in Königsberg
- nichts über trocken Brod mit meinen Richter gefreßen und dan und wan Abends eine
- Buttelin Bier halb getrauten und halb ihm gegeben — demohngeachtet kostet die
- Reise 713 rt, jezt bin ich indes froh nur wieder hier zu sein ganz beruhiget
- wäre ich Ewr Durchlaucht zu sehen und noch so manches sage, zu können.
- Der Erzherzog Ferdinand wird Sache an mir schicken die nach Schlawenschitz
- oder nach Lüblinitz adressirt sein solle, solte dorten was eingegangen sein
- so geruhen Ewr Durchlaucht mir solche schnell hierher zu senden.
- Gott was hätte ich Ewr Durchlaucht zu sagen, aber ich kan nicht reisen, den ich
- bin der ärmste Lungenhänd in diesen Augenblick, den Sie sich denken können
- wollen Sie mich haben so schicken Sie höchst[?] Ehrfurchtsvoll ersterbe ich als
- Ewr Durchlaucht
- Schweinern
- d 7ten May 1809.
- treuſter Diener
- v Triebenfeld
den großen Anfang soll der M St. Haben.
Die Sache hätte käme, ſehr gefährlich für den guten König und das Land werden, wan die Buben stücke des Cracow nicht entdeckt wären werden Indes sieht man aus diesen, daß mehrere große in den Complots verwalkelt sind, weil C dennoch, so gehen es auch gehalten wurde, ihn zu arretiren, benachrichtiget war, um das praevenire zu spielen und sich aus dem Staube zu machen.
Sein Brief an den König, nach seiner Flucht geschrieben, soll das Non plus ultra aller Grobheit und Niederträchtigkeit sei. Vieles könte ich Ewr Durchlaucht noch vortragen nun darauf ich es der Feder nicht anvertrauen wäre mir nicht der Koffer mit Geld, Kleidung, und Wäsche gestohlen was über 800 rt beträgt so hätte ich reisen können. Jezt bin ich ein wahrer Bettelhund und muß noch Gott danken, daß ich nicht selbst gemordet bin. Köckritz war so redlich und both nur 100 fr. d'or an ich schlug es aus. Die Königen wolte mich was aufdragen ich wies es zurück, ich hatte, oder litt Noth doch hätte ich lieber hänger crepirt als von diese Menschen was angenommen. Ich habe in Königsberg nichts über trocken Brod mit meinen Richter gefreßen und dan und wan Abends eine Buttelin Bier halb getrauten und halb ihm gegeben — demohngeachtet kostet die Reise 713 rt, jezt bin ich indes froh nur wieder hier zu sein ganz beruhiget wäre ich Ewr Durchlaucht zu sehen und noch so manches sage, zu können. Der Erzherzog Ferdinand wird Sache an mir schicken die nach Schlawenschitz oder nach Lüblinitz adressirt sein solle, solte dorten was eingegangen sein so geruhen Ewr Durchlaucht mir solche schnell hierher zu senden. Gott was hätte ich Ewr Durchlaucht zu sagen, aber ich kan nicht reisen, den ich bin der ärmste Lungenhänd in diesen Augenblick, den Sie sich denken können wollen Sie mich haben so schicken Sie höchst[?] Ehrfurchtsvoll ersterbe ich als Ewr Durchlaucht
Schweinern
d 7ten May 1809.
treuſter Diener
v Triebenfeld



