Traces in the Sand

Document 56 · Letter

20 April 1809

Konotop (Kontop)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld waits in vain for the 1,000 Centner of iron, without which he says he has neither travel money nor any way to satisfy Michaelmas and travel to Königsberg, and he asks for prompt delivery to Bojadła. In a postscript he reports that iron has left Opole, but that he is expected to pay the freight. Lahr is to receive 400 Centner at 5 Rthl 12 Groschen, that is 2,200 Rthl. He asks that the freight be taken over and that the missing 217 Centner be sent.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 56
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Noch bis jezt laure ich vergeblich auf die Ankunft des Eysens und verzögere um des willen
  5. meine Reiſe, den ehe das nicht hier, iſt kan ich nicht abgehen, ich habe weder Reise
  6. Geld, noch weniger kan ich Michaelis der so eben von Berlin hier angekommen,
  7. iſt befriedigen — Das gröſte Unglück iſt es daß ich ſo lange hier ſezzen muß, und
  8. nicht nach Königsberg, wo gegenwärtig so viel Gutes gestiftet werden könte,
  9. abgehen kan. Haben Ewr Hochfürstliche Durchlaucht die einzige Gnade und
  10. verfügen, daß die 1000 Centner Eysen recht sehr bald hier in Boyadel abgeliefert
  11. werden, damit ich alle Arangements treffen und abreisen kan.
  12. Michaelis bringt die Nachricht mit daß unsere Truppen in Berlin bereits scharfe Patronen
  13. erhalten hätte, und daß man jeden Augenblick eine Krieges Erklärung entgegen sähe.
  14. Eine Sache hat in Berlin große Sensation gemacht; Sie ist dieſe als die
  15. Nachricht in Berlin angekommen, daß der Erzherzog Carl sein Hauptquartier im
  16. Hoff habe hat der Gl. Listog[?] die Parole gegeben Carl u Hoff
  17. der Französische Gesandte ist darüber sehr aufgebracht gewust und hat
  18. solches sogleich per Courir an Napoleon berichtet. Alles ist voller Erwartung
  19. der Dinge die da kommen sollen. Die Rußiſchen Truppen fangen ſich an
  20. den Pohlnischen Gränzen in Bewegung zu sezzen — der Grosfürst Kon-
  21. stantin ist von Petersburg abgegangen um mit das Corps von 75000
  22. Mann welches in und bey Brześć steht zu Manoeveriren —
  23. Daß Silber einliefern geht ſehr gut von ſtatten in Berlin iſt das Gedränge
  24. so groß daß man ein starkeres Personale anstellen müßen, die ab-
  25. stempelung zu befördern weil die Leute aus der Provinz Acht Tage
  26. und länger zum Teil warten müßen ehe ſie abgefertiget werden können.
  27. dermalen werden hier viel Menschen und Pferde zusammen getrieben
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  1. um ein starkes Corps zusammen zu bringen und schnell Mobil zu machen —
  2. Es scheint gewiß zu sein, daß unser Hauß wieder Theil an der Geschichte wird
  3. nehmen müßen.
  4. An dH General von Zastrow hat der König einen eigenhändigen äußerst
  5. verbindliche Brief geschrieben und ihm nur noch auf kurze Zeit zur Ge-
  6. duld verwiesen.
  7. Ich brenne vor Begmode in Königsberg bald alles ausführlich zu erfahren um
  8. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht über alles bestimmte Auskunft geben, oder
  9. selbige Höchst Ihnen persönlich überbringen zu können.
  10. In tiefſter Ehrerbietigkeit erſterbe.
  11. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  12. Kontop d 20ten April
  13. 1809.
  14. treu gehorſamſter Knecht
  15. v Triebenfeld
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  1. Verzeihen Ewr Hochfürstliche Durchlaucht gnädigst diesen Nachtrag. Den Augenblick als
  2. ich dieses Schreiben abschicken wolte bringt mein Hoh Verwalter beigehende Briefe
  3. in diesen wird gemeldet wie viel Eysen von Oppeln abgegangen ist.
  4. So sehr mich dies gefreut haben würde, so sehr schlägt das meinen Muth darnieder
  5. daß ich das Frachtlohn bezahlen soll — ich habe noch kein Reise Geld — wo soll
  6. ich die Fracht Kosten hernehmen.
  7. Michaelis erhält 600 Rtl. Eysen diese Kosten über 240 rt. Fracht und Zoll Abgab
  8. von hier bis Berlin — Lahr bekämt für Intressen Kosten und Capital 400
  9. Centz a 5 rt 12 ggl. dies sind 2200 rt da muß ich eben wieder an 200 rt. Fracht
  10. Zoll und Abgabe von hier zu legen und komme damit noch nicht aus, wenn
  11. die Kosten mehr betragen werden.
  12. Schon habe ich alles aufgeboten um Reise Geld aufzutreiben noch ist es mir
  13. nicht gelungen, indes habe ich Versprechung den Sontag 500 rt zu erhalten
  14. glückt das den reise ich sogleich nach König: ab — aber das frachtlichen
  15. kan ich nicht bezahlen, dies geruhen Ewr Hochfürstliche durchlaucht sehen
  16. gnädigst bestreiten zu laßen und befehlen, daß die zu 1000 noch fehlende
  17. 217 Centz Eysen des allerbaldigsten hierher geschickt werden damit
  18. selbige von hier sogleich nach Berlin an van der Lahr abgeschickt werden
  19. können — ich reise sonst kummervoll und kan nicht mit ruhigen
  20. Herzen und offener Stirn fortarbeiten