Document 58 · Letter
3 June 1809
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld thanks the Prince for 50 Friedrich d'or, which he says he received through Bally and used to buy himself off from the execution for four weeks. At Kosten he says he must provide 80 armed men. Writing from Kalisz, where Garczynski is Chief Prefect and Zychlinski holds office, he reports on the plans of the Poles: the restoration of Poland and Constantine as king. He says he is writing to the King to forbid exports as well, and warns that acting too hastily risks confiscation of the estates.
Triebenfeld dankt für 50 fr d'or, die er durch Bally erhielt und mit denen er sich für 4 Wochen von der Execution loskaufte. In Kosten muss er an 80 bewaffnete Männer stellen. Aus Kalisz, wo Garczynski Ober Prefect ist und Zychlinski amtiert, berichtet er über die Pläne der Pohlen: Wiederherstellung Pohlens und Konstantin als König. Er schreibt dem König, die Ausfuhr ebenfalls zu verbieten, warnt vor Confiscation der Güter bei voreiligem Handeln.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Ew. Hochfürstliche Durchlaucht Schreiben nebst die 50 fr d'or habe ich durch den
- Referendarius Herrn Bally erhalten. Ich sage dafür den herzigſten Dank
- umsomehr als ich mich heute damit von der beschwerlichen Execution wenigstens
- auf 4 Wochen los gekauft habe, wo Gott den wohl weiter helfen wird.
- Ich gehe noch heute Nacht nach Kontop und von da nach Kosten, wohin
- ich, Honrichs dorten an 80 Mann völlig armirte und mit 2 Monats
- löhnung versehen laut[?], stellen muß, auch Cabanis und Hecker bestellt habe. Er
- wann ich von da zurück kehre komme ich sogleich nach Schlawenschitz
- Ubrigens sehe ich daß Ewr Hochfürstliche Durchlaucht so wenig kunde, als und
- ser König von Pohlen haben müßen. Galgen und Rad steht drauf wann
- Jemand Geld Pferde Heu oder Stroh ausführt — Wolle Roggen Waizen
- Ochsen um Schazte erlauben die Pohlen aus, und dafür das Geld in Lande
- zu bringen um ſich zu armiren. Da ich den Auftrag Nachrichten mit
- mein Gutachten einzuſende, ſo ſchreibe ich heute am König, auch lez
- teres ſo ſchnell als möglich ebenfals zu verbieten, damit der
- Rest unſeres Geldes nicht ferner außer Landes gehe und den
- Pohlen der Gift, und die Mittel benommen werden fernerhin
- Leute zu bewaffenen. Ich bin, da dem König so viel daran lag volle
- Nachrichten aus Pohlen zu haben gleich selbst nach Kalisz gegangen wofen
- ich gestern zu rück kam ich habe mich von allen und selbst von
- den geheimsten Plänen der Pohlen unterrichtet was ich heute
- zur Estaffette nach Königsberg sende. Ich weis und habe mich
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Ew. Hochfürstliche Durchlaucht Schreiben nebst die 50 fr d'or habe ich durch den Referendarius Herrn Bally erhalten. Ich sage dafür den herzigſten Dank umsomehr als ich mich heute damit von der beschwerlichen Execution wenigstens auf 4 Wochen los gekauft habe, wo Gott den wohl weiter helfen wird. Ich gehe noch heute Nacht nach Kontop und von da nach Kosten, wohin ich, Honrichs dorten an 80 Mann völlig armirte und mit 2 Monats löhnung versehen laut[?], stellen muß, auch Cabanis und Hecker bestellt habe. Er wann ich von da zurück kehre komme ich sogleich nach Schlawenschitz Ubrigens sehe ich daß Ewr Hochfürstliche Durchlaucht so wenig kunde, als und ser König von Pohlen haben müßen. Galgen und Rad steht drauf wann Jemand Geld Pferde Heu oder Stroh ausführt — Wolle Roggen Waizen Ochsen um Schazte erlauben die Pohlen aus, und dafür das Geld in Lande zu bringen um ſich zu armiren. Da ich den Auftrag Nachrichten mit mein Gutachten einzuſende, ſo ſchreibe ich heute am König, auch lez teres ſo ſchnell als möglich ebenfals zu verbieten, damit der Rest unſeres Geldes nicht ferner außer Landes gehe und den Pohlen der Gift, und die Mittel benommen werden fernerhin Leute zu bewaffenen. Ich bin, da dem König so viel daran lag volle Nachrichten aus Pohlen zu haben gleich selbst nach Kalisz gegangen wofen ich gestern zu rück kam ich habe mich von allen und selbst von den geheimsten Plänen der Pohlen unterrichtet was ich heute zur Estaffette nach Königsberg sende. Ich weis und habe
- mich überzeugt, daß daher jezt auch nichts zu habe, ist, weil die rebellische
- Edelleute jezt mit Gewalt alles wegnehmen. Wäre irgend was zu
- thun so würde ich es im Kalisz wohl bewürkt haben — den dorten ist
- Garczynski Ober Prefect und der gewesene Landrath Zychlinski
- der nur seine Existenz zu danken pöd. prefect. Beides sind meine
- Leute die mir bey ihrer Allgewalt, den sie sind Herr über Lebz und Todt,
- alles thun würden, nur gegen die unter sich bestimmten Gesez zu können
- sie nicht handeln, weil ihr in Geheim errichtetes Vehm und Ihren Gericht,
- worunter sie wieder ſtahn, auch ihnen Todt und Verderben droht
- Ich habe indes das Wort von beiden, daß wann ein wenig Raum zu handeln
- wird, einer wie der Andere helfen werden. Nur jezt kan so wenig
- ich als ein Nerlich was thun, ja man kan leicht die Confiscation der
- Güter herbeiführen, wann man jezt voreilig und zu rasch handelt —
- Hilft Gott die Osterreicher schlage, und Rußland macht keinen Be
- streich so wird sich von selbst alles geben und ſüdpreußen, iſt wieder
- Unser, dan können Menschen wie sie Ewr Durchlaucht immer wollen hin
- geschickt würden. Jetzt aber ist es eine Küzliche Sache. Ich müßte
- hin, ich hatte aber alle Praecaution gebraucht, und bestimmt, daß
- wann ich nicht zu der oder der Zeit zurück wäre — man sogleich alle
- Pohl[nische] Wollſäde und Edelleute welche in Breslau waren arretiren ſolte.
- Es war aber nicht nötig weil ich die Bekannte am Ruder fand.
- übrigens sind die Pohlen so vorsichtig und haben eine Herr Spione die auf
- alles paßen — keiner darf heraus oder herein paßirn der nicht von
- allen Seiten beobachtet wird — Waaren als Wolle Korn oder Vieh
- so ausgeführt wird, wird genau registrirt und jeder muß das Geld
mich überzeugt, daß daher jezt auch nichts zu habe, ist, weil die rebellische Edelleute jezt mit Gewalt alles wegnehmen. Wäre irgend was zu thun so würde ich es im Kalisz wohl bewürkt haben — den dorten ist Garczynski Ober Prefect und der gewesene Landrath Zychlinski der nur seine Existenz zu danken pöd. prefect. Beides sind meine Leute die mir bey ihrer Allgewalt, den sie sind Herr über Lebz und Todt, alles thun würden, nur gegen die unter sich bestimmten Gesez zu können sie nicht handeln, weil ihr in Geheim errichtetes Vehm und Ihren Gericht, worunter sie wieder ſtahn, auch ihnen Todt und Verderben droht Ich habe indes das Wort von beiden, daß wann ein wenig Raum zu handeln wird, einer wie der Andere helfen werden. Nur jezt kan so wenig ich als ein Nerlich was thun, ja man kan leicht die Confiscation der Güter herbeiführen, wann man jezt voreilig und zu rasch handelt — Hilft Gott die Osterreicher schlage, und Rußland macht keinen Be streich so wird sich von selbst alles geben und ſüdpreußen, iſt wieder Unser, dan können Menschen wie sie Ewr Durchlaucht immer wollen hin geschickt würden. Jetzt aber ist es eine Küzliche Sache. Ich müßte hin, ich hatte aber alle Praecaution gebraucht, und bestimmt, daß wann ich nicht zu der oder der Zeit zurück wäre — man sogleich alle Pohl[nische] Wollſäde und Edelleute welche in Breslau waren arretiren ſolte. Es war aber nicht nötig weil ich die Bekannte am Ruder fand. übrigens sind die Pohlen so vorsichtig und haben eine Herr Spione die auf alles paßen — keiner darf heraus oder herein paßirn der nicht von allen Seiten beobachtet wird — Waaren als Wolle Korn oder Vieh so ausgeführt wird, wird genau registrirt und jeder muß das Geld
- dafür einbringen und praesentiren — Alle Briefe, selbst alle Königl. officiale
- Sache die von Preußen her durch dies höllen Land gehen werden geöffnet
- und daher muß jeder vorsichtig zu werde gehe, wä, er nicht leben und
- alles risquiren will.
- Nach den von den Franzoßen verlohren Schlachten stechen sie zwar die Köpfe
- zu sammen, aber ihr Entschluß steht rest — Pohlen soll ganz her-
- gestellt, und Konstantin, den ein Heer von 60/m Mann, was sie eilig
- organibus aufrufen soll, ihr König werden.
- Inzwischen zähle ich auf einem Zwist dem Liste Telung und bis Velun
- herauf habe alle Städte schon erklärt, daß sie weder Waffen vor
- Leute mehr geben würden, daß es ihnen gleich sey war sie beherrsch
- den sie müsten dem einen wie dem andern ihre Abgabe geben und
- mehr könte, und würden sie nicht thun.
- Bey uns ſchlummert alles nur die Tugend Freunde und ſchwarze Brüder
- sind wach es ist schrecklich wie das zu geht
- Hätte Ewr Durchlaucht nur doch nur etwas von Böhmen geschrieben
- daß ich mit einsenden können.
- zu läufftens 10 Tagen lege ich Höchst denenselbe mich persönlich
- zu Füßen und den ein Mehreres — Geruhen Ewr Durchlaucht
- in Betref Ihrer Militairiſchen Sache ja meine vorherigen Briefe
- zu beherzigen Antworten über alles wahr und offen schönen kenne,
- dam verehrt Schlesien in Ihm schnell die General Gouverneur
- und alles gewinnt eine andern Gestalt —
- Ehrfurchtsvoll ersterbe als
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- In Sudpreußen wird Ewr Durchlaucht von Mühe und
- Glück widerkehrt, nichts entgehen, und hier muß man
- Sie Gnädigster Fürst jezt ungekränckt laßen. Beyme
- wolte wieder Toll werden, aber der König bezahl
- Breslau den 3ten Juny 1809.
- treu gehorsamster Diener
- v Triebenfeld
dafür einbringen und praesentiren — Alle Briefe, selbst alle Königl. officiale Sache die von Preußen her durch dies höllen Land gehen werden geöffnet und daher muß jeder vorsichtig zu werde gehe, wä, er nicht leben und alles risquiren will.
Nach den von den Franzoßen verlohren Schlachten stechen sie zwar die Köpfe zu sammen, aber ihr Entschluß steht rest — Pohlen soll ganz hergestellt, und Konstantin, den ein Heer von 60/m Mann, was sie eilig organibus aufrufen soll, ihr König werden.
Inzwischen zähle ich auf einem Zwist dem Liste Telung und bis Velun herauf habe alle Städte schon erklärt, daß sie weder Waffen vor Leute mehr geben würden, daß es ihnen gleich sey war sie beherrsch den sie müsten dem einen wie dem andern ihre Abgabe geben und mehr könte, und würden sie nicht thun.
Bey uns ſchlummert alles nur die Tugend Freunde und ſchwarze Brüder sind wach es ist schrecklich wie das zu geht Hätte Ewr Durchlaucht nur doch nur etwas von Böhmen geschrieben daß ich mit einsenden können.
zu läufftens 10 Tagen lege ich Höchst denenselbe mich persönlich zu Füßen und den ein Mehreres — Geruhen Ewr Durchlaucht in Betref Ihrer Militairiſchen Sache ja meine vorherigen Briefe zu beherzigen Antworten über alles wahr und offen schönen kenne, dam verehrt Schlesien in Ihm schnell die General Gouverneur und alles gewinnt eine andern Gestalt —
Ehrfurchtsvoll ersterbe als
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht In Sudpreußen wird Ewr Durchlaucht von Mühe und Glück widerkehrt, nichts entgehen, und hier muß man Sie Gnädigster Fürst jezt ungekränckt laßen. Beyme wolte wieder Toll werden, aber der König bezahl Breslau den 3ten Juny 1809.
treu gehorsamster Diener
v Triebenfeld


