Traces in the Sand

Document 36 · Letter

13 March 1808

Öhringen

Letter to von Triebenfeld, partly illegible. The writer defends his handling of the order for 6,000 Rthl: he says Eysenhardt demanded 2,500 Rthl in cash in January 1807 on account of an old debt and received the order in return for repayment of 3,500 Rthl. After payment was suspended, the writer says he instructed Assessor Koppe to pay Eysenhardt and to take back the order held in safekeeping by Amelang. He sends the 3,000 Rthl Courant demanded and asks for a visit on the journey to Vienna.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 36
  2. Cococe[?]t Schreibens an des Herrn
  3. Krieges Rath v. Triebenfeld
  4. Ehefrau gegebohrner
  5. Reichts hat mir seit langer Zeit
  6. so wehr gethan, als Ew. sonst
  7. verehrliche Zuschrifft vom
  8. Ur[?]. v. Mts., die ich gestern erhielte.
  9. da ich nehmlich aus solcher zu
  10. ersehen hätten, daß es denenselben
  11. Unmöglich wären eine
  12. Ergwohe auf meine gegen Sie
  13. beobachtete Handlungsweise
  14. zu werfen, die doch im anders
  15. als gut und unſern freund-
  16. schaftl. Verhältnissen angemessen
  17. seyn kann, und nie anders
  18. zumals gewesen ist: Es möge
  19. Ew p. diese aufrichtige Äußerung,
  20. meines Gefühle zum überzeugende
  21. Beweis dien wenn es deren
  22. gegen Sie noch bedürfte.
  23. wie festgegründet
  24. meine Hochachtung u. Freundsch
  25. gegen Sie seyn, und wie sehr
  26. ich wünsche, daß dieselben
  27. dasjenige, was ich Ihnen
  28. im Nachstehende von Zusagen
  29. die Ehre haben werden von der
  30. Einzig richtigen Seite betrachten
  31. möchten.
  32. Ich sehr erfach: aus
  33. Ew. p. zuschafft, iß dieselben
  34. meine wegen der As[?]he[?] v.
  35. Ihre Rthlr getroffene Maas
  36. Regeln ganz nicht
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  1. ſo betrachten, wie ich dieſes
  2. zur Jhrer Beruhigung wollte
  3. und wünschte, weshalb ich es
  4. nötig finde, Ihnen das
  5. Nähere deutlichſt aus ein
  6. anderzusezen.
  7. Es war nehmlich im
  8. Januar
  9. 1807, daß der Justes Eysach
  10. aus Berlin hier eintraf,
  11. und sich mit mir über
  12. eine von frühere Zeiten her-
  13. rührende Schuld zu Arran-
  14. giren. So ſehr mich dieſes
  15. von incommodirte, so
  16. hatte ich doch Grunde, welche
  17. mich bestimten alles mögl.
  18. anzuwenden, um diesen
  19. Mann über ſeine Forderung
  20. zufrieden zu stellen. Diese
  21. geſchahe unter Vermittlung
  22. des Geheimen Raths Major
  23. deſſen alte Bekannter
  24. Eysenh[ardt] ist, und mit
  25. Opfern von meiner Seite
  26. welche mir unendlich wehe
  27. thaten.
  28. Ausgeſchahe mehrere Wochen,
  29. ſpäter als ich von Ew. die
  30. bekannte Anweisung fr.
  31. 6000 Rthl v. Stettin[?] aus[?] erhalten hatte,
  32. und da der Eysenhardt
  33. obbemerktes Urranget
  34. unter
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  1. kein andern Bedingung eingingen
  2. als wenn ich ihm,
  3. den des Geldes dringend bey
  4. durfte, die Kienier von
  5. 2500 Rthl baar an seiner
  6. Forderung bezahlte; So
  7. ergriff ich
  8. das Hülfsmittel, demselben
  9. der Cession von mir
  10. und zw. Giro vom Geh.
  11. Mayer die von Ew. gehalten
  12. Alligl. abzulassen, unter
  13. Condition, daß er mir
  14. den Rest von 3,500 Rthl
  15. sagt: nach Erhebung der
  16. ganzen 6000 Rthl.
  17. baar herausgebe. Dies
  18. thal ich um so unbedeut-
  19. licher, als ich, wie Ewg
  20. nen leicht selbst sich
  21. überzeugen können, damals
  22. nach das Mindeste nicht
  23. von dem durch derselben
  24. vorgekehrten Zahlungs‗
  25. Sistirung wissen konnte.
  26. Ich daher ganz
  27. ruhig mein Geld von den
  28. J. Eys[enhardt]. geschikt zu erhalten
  29. als ich von demselben
  30. zuerst die höchstung
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  1. unvermiethete Nachricht erhielt,
  2. Empfätten die zu geschehenden
  3. Zahlung sistirt.
  4. Meine Verlegenheit wurde
  5. hiedurch, Ew. gestehe ich
  6. es, in mehrerer Hinsicht
  7. großen, indem ich theils der
  8. erwarteten 3,500 Rthl. sehr
  9. dringenden bedurfte, theils aber
  10. auch vorauszusehen hatte, iſt
  11. ich über Anrunde oder lang die
  12. dem Eys[enhardt]. aſtigl. 2,500 Rthl.
  13. werde auf ander Art zahl
  14. meßen. Dennoch thät ich
  15. auch in Breslau die erfordel.
  16. Schritte, um Ew p Willen nach
  17. auch das die Auszahl der
  18. 6,000 Rthl zu ſiſtiren.
  19. Dieses ist nur der wahr Hergang
  20. dieser Sache bis je vora
  21. Zeitpuncte, und ich habe, und
  22. [?]ich aufs volleste bege
  23. Er p zu rechtfertig nun nur
  24. noch das zur hinzugefügen,
  25. was ist hierüber weiter in
  26. Bezug auf Dero Wünsche gethan
  27. habe.
  28. Als ich nehmlich frey Zuſchft
  29. vom erhielten, worin
  30. dieselben die Zweck Gabe des
  31. efterwähnten Alligl. wünschte,
  32. habe ich sogleich — da ich keine
  33. eifrigere [f?]angen haben als
  34. Er p in allem zu zeigen,
  35. wie sehr ich mich beinahe,
  36. Ihren Wundl zu entſprechen.
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  1. mich entschlossen, denenselben solche
  2. seyn es auf mit der
  3. größten Aufopferung alsbalden
  4. wieder zu handen zu spätten.
  5. Und da ich noch ohngefähr so viel
  6. als die f dem J. Eys. angewesen
  7. Summe betracht, von denen
  8. für das Kriegschaft deponirt
  9. gewesenen Geldern zu beziehen
  10. hatten so habe ich seyen nach
  11. in dem Empfang des
  12. Schreibens von fir, den Es
  13. Ulli. Koppe
  14. nirgends nach be[?]ler a[?]e [?]rath
  15. schriftl. ersucht,
  16. dem J. Eys[enhardt]. ohne Verzug die
  17. guthabenden Summe die 2500 Rthl
  18. durch obiges Geld zu zahlen, die Äſtigl. von
  19. Ein /: welche Hr. G. M. Amelang
  20. in Verwahrschafft :/ dagegen
  21. zurückzunehmen, und solche
  22. Denenselben zuzustellen.
  23. da nun der H. Ass[essor]. Koppe
  24. jezt zurück ist, so wie mich
  25. Briefe von Heidelburg, wo er
  26. deuspassirten, belehren so
  27. daß ich meinen Auftz an
  28. denselben als vollzogen
  29. und Ew. Wunsch hierüber
  30. als erfüllten betrachten.
  31. für p werden sich nur aus vorſehen
  32. genaure Geschichte Erzählung
  33. zu überzeugen geruhen,
  34. daß ich schlechterdings nichts in
  35. dieser Sache gethan haben, was nicht
  36. den Stempel der größten Hochachtung
  37. und freundschft für dieselben
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  1. trage, und daß daher die
  2. wie dieselben sagen, in dem
  3. Mayndl. Schreiben enthaltene
  4. Ausdruke nicht von mir her,
  5. rühren, noch es irgend
  6. meine Absicht war, die
  7. Sache von der von Ew p
  8. aufgefaßten Seite darstellen
  9. zu wollen, da ich Ihnen viel-
  10. mehr für dasjenigen, was
  11. dieselben mir (wie zur
  12. Freundschaft gethan haben,
  13. immer höchst dankbar seyn
  14. werde.
  15. Dieser Versicherung nun werden Ein
  16. den höchsten Glauben nicht verſagen
  17. konnen, wenn ich Ihnen hier zu
  18. melden[?] die Ehre haben, daß ich
  19. Ihnen.
  20. den in Dero lezterem Schreiben
  21. vom 25t v. Mts. geforderten
  22. Betrag von 3000 Rthl Courant
  23. sende; Ew. etc. dürfen glauben, daß
  24. ich mich somit mein beynahe
  25. meiner lezten Gelder beraube,
  26. und Dero Wünschen zu entsprechen,
  27. und wahrlich nur die es gehörte
  28. die Stärke meiner Anhänglich-
  29. keit an Sie dazu, auch zu
  30. diesem Schritt zu entschließen.
  31. Ein dieselben bitte ich nun die
  32. ganze Sache vollends zu wirken
  33. giren, und mir baldigſte Nachl.
  34. darüber zuvertheilen.
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  1. Das anl. Rhlr an p Amelang
  2. geruhen Sie der Behörde zuzusch
  3. lassen zu wollen, wenn ich
  4. gleich erwarten darf, daß die
  5. Retradition der Alligl. bereits
  6. zert wird Statt gehabt
  7. haben.
  8. Aus Ew. verehel. Schreiben
  9. möchte ich fast vermuthen, daß
  10. dieselben mit dem Minister
  11. Er. v. Stein nicht in den besten Ver-
  12. nehmen stehen; Ich muß
  13. Denenselben aufrichtig bekennen,
  14. daß dies mich sehr schmerz[en]
  15. würde, da ich glaube, daß dieser
  16. herr einer von den ist
  17. welcher auf jeden Fall müßen
  18. geschont werden.
  19. Sehr wünschte ich, daß Euch auf
  20. Ihrer Reise nach Wien mir
  21. des Vergnügen machen möchte
  22. mich hier selbst zu besuchen; Es
  23. würde mir dieses ganz außer
  24. ordentl. erwünscht seyn, indem
  25. es nicht mögl. ist, alles darzu
  26. worüber ich sehr gerne Ihren
  27. Rathhören u. worüber ich
  28. Auskunft von Ihnen haben
  29. mochte, schriftl. abzuthun.
  30. Gerne hätte ich mich zu dazu
  31. entschlossenen Diensehalb einen
  32. vertrauten zu Ihnen zu senden
  33. wären mich aber einzig
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  1. der Gedanke abhält, daß Ew. p vielleicht
  2. nicht gerne alles, was mir
  3. wissensrath wäre, jemand
  4. anders als mir selbst sage[n]
  5. möchten. Ich kenne daher kein
  6. anderes Mittel als einer expu-
  7. besucht v. Ew p. hier biß nur
  8. welches keinen gar zu großen
  9. Umweg verursach würde
  10. da Sie ohnehin über Dresden
  11. gerügen, und ersuche
  12. Derselben daher dringendst
  13. wo nur irgenden mögl.
  14. mir dieses Vergnügen zu
  15. machen. Finden Sie es
  16. räthlich, dem Hl. Assessor Koppe davon
  17. etwa zu ſagen, ſo bitte ich darum,
  18. In hinsicht des Geldgeschäftes bin ich hier nicht müßig, nur wenn ich
  19. vor Ablauf v. 8-14 tg. nichts weiteres hierüber sagen
  20. weil nur dazu noch verschiedenen Pappiere fehlen, die ich
  21. tags. erweite. Er, bitte ich nur, daß zu sorgen, alß die
  22. Cession des Hypothequen sogl, wenn solches erfordern seyn und,
  23. geſchehen braut, damit des Geſchäft daran keine
  24. befindenen finden. Meinem Hoffacte hiesch lägern habe
  25. ich befohlen sich bz furch in Bedi zu melden, weshalb
  26. ich umso mehr wünscht, iſt dieſelben dsser Ankunft
  27. zu Berlin abwarten möchte, da ich glaube, u würde
  28. zu einem mir sehr wünscheneruth Geldgeschäft |
  29. viertl. zu Gebrauch seyn.
  30. Was ich gestern in Betr des Wildeganes erhielt, sende ich
  31. Ewch hier abschafft mit der Bitte, mich zu belehren, was
  32. etwa hierüber zu thun seyn, auch, um die Veranlassung
  33. zu geben, so Ewg hierin d. Ihnen dienl. scheinend |
  34. Schütt einleit möchte.
  35. Mit derselben Bitte erhalten Eine hier, welche Vorschlag waren
  36. beten eines Takts von Jeg. gemacht werde ist, u ersucht
  37. ich dieselben sehr, mir Ihn Mögen in Rath hierüber
  38. bädigſt zukom zu laſſen.
  39. Ew. Hochw.
  40. Öhringen 13 März 1808
  41. Ihr Hochw. d. H. K[rieges]. R[a]t[h]. v. Tr[iebenfeld].