Document 35 · Letter
25 April 1808
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld protests against the instructions the Prince issued through Court Councillor Meyer to Privy Councillor Amelang: sums are to be drawn on the bank order for 6,000 Rthl that has been declared invalid. He says he was arrested as authorised representative over 5,000 Rthl of interest; with the help of Minister v Zastrow, 5,000 Rthl were borrowed from van der Lahr, payable on 14 May. He urgently asks for advice on paying the missing 3,125 Rthl and for an order to Amelang to return the bank order to him.
Triebenfeld protestiert gegen die Verfügungen, die der Fürst durch Hoffrath Meyer an Geh. Rath Amelang erließ: Beträge sollen auf die für ungültig erklärte Bankanweisung über 6000 Rthl angewiesen werden. Wegen 5000 Rthl Zinsen sei er als Bevollmächtigter arretiert worden; mit Hilfe des Ministers v Zastrow wurden 5000 Rthl von der Lahr geborgt, zahlbar am 14. May. Er bittet dringend um Rat zur Zahlung der fehlenden 3125 Rthl und um Befehl an Amelang, ihm die Bankanweisung zurückzugeben.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädiger Herr!
- Ewr Durchlaucht Verfügungen welche Höchst Sie durch den H. Hoffrath Meyer an den Hn. Geh[eimen]. Rath Ame-
- lang erlaßen haben, haben mein zumres erschüttert, und meine Cörperliche Leiden dergestalt ver-
- wehrt, daß ich meine völlige Herstellung wohl um 4 Wochen später hoffen darauf.
- wenn wäre es Ihnen gnädiger Fürst und Herr möglich solche Entschlüße zu faßen die mich in diesen
- Zeiten und bey den Gesinnungen des H. Bau von Stein ins tiefste Elend hätten stürzen können —
- Sie weisen auf auf jener Banke Anweisung, die ich schon vor [1?]/4 Jahren für Null und nichtig acklärk-
- noch heute Summen an, und H. p. Meyer sagt, daß sie dies aus Barmherzigkeit für mich thäten
- indem Sie Ihren lezten Nothpfennig angriffe. Wie wehe diese Ausdrüke meinen Herzen
- thun bin ich nicht im Stande zu schildern —
- Sie wollen durchlauchter Herr aus Barmherzigkeit für mich, von mein Eigenthum
- 2600 rt anweisen — Was soll das? ich habe hier für Sie ungerecht und schrecklich gelitten
- ja sogar Arrest / was ich in meinen Leben nicht erduldet, ausstehen müßen — ich muste
- das Geld, wan ich nicht fortwährend 2 Gensdarmes in meer Stube haben wolte, die
- mir hier täglich an 20 rt. kosteten anschaffen und bezahlen — der würdige Minister
- v Zastrow half dazu, indes mußte ich mich gegen diesen verpflichten, nicht ehender
- von hier zu gehen, als bis die 6000 rt bezahlt und er seinen Wechsel zurück habe
- würden. Ich meldetere Durchlaucht diesen unerhörten Vorfall, und bitte Sie beizutragen
- daß die 6000 rt, welche ich für sie hier bezahlen müßen, berichtiget werden mögten.
- Ich beth zugleich mir jene bancke Anweisung auch auf [?]000 Rthl zurück zu senden, indem solche vor
- ungültig erklärt, und ich schon mehreremahle von der Bank monirt worden selbige
- zurück zu schaffen, damit mir meine Kontopper Hypotheque nebst meinen Wechsel
- der nur auf 3 Monathe gestellt und längst abgelaufen war retradirt werden könte.
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädiger Herr!
Ewr Durchlaucht Verfügungen welche Höchst Sie durch den H. Hoffrath Meyer an den Hn. Geh[eimen]. Rath Amelang erlaßen haben, haben mein zumres erschüttert, und meine Cörperliche Leiden dergestalt verwehrt, daß ich meine völlige Herstellung wohl um 4 Wochen später hoffen darauf. wenn wäre es Ihnen gnädiger Fürst und Herr möglich solche Entschlüße zu faßen die mich in diesen Zeiten und bey den Gesinnungen des H. Bau von Stein ins tiefste Elend hätten stürzen können — Sie weisen auf auf jener Banke Anweisung, die ich schon vor [1?]/4 Jahren für Null und nichtig acklärknoch heute Summen an, und H. p. Meyer sagt, daß sie dies aus Barmherzigkeit für mich thäten indem Sie Ihren lezten Nothpfennig angriffe. Wie wehe diese Ausdrüke meinen Herzen thun bin ich nicht im Stande zu schildern — Sie wollen durchlauchter Herr aus Barmherzigkeit für mich, von mein Eigenthum 2,600 rt anweisen — Was soll das? ich habe hier für Sie ungerecht und schrecklich gelitten ja sogar Arrest / was ich in meinen Leben nicht erduldet, ausstehen müßen — ich muste das Geld, wan ich nicht fortwährend 2 Gensdarmes in meer Stube haben wolte, die mir hier täglich an 20 rt. kosteten anschaffen und bezahlen — der würdige Minister v Zastrow half dazu, indes mußte ich mich gegen diesen verpflichten, nicht ehender von hier zu gehen, als bis die 6,000 rt bezahlt und er seinen Wechsel zurück habe würden. Ich meldetere Durchlaucht diesen unerhörten Vorfall, und bitte Sie beizutragen daß die 6,000 rt, welche ich für sie hier bezahlen müßen, berichtiget werden mögten. Ich beth zugleich mir jene bancke Anweisung auch auf [?]000 Rthl zurück zu senden, indem solche vor ungültig erklärt, und ich schon mehreremahle von der Bank monirt worden selbige zurück zu schaffen, damit mir meine Kontopper Hypotheque nebst meinen Wechsel der nur auf 3 Monathe gestellt und längst abgelaufen war retradirt werden könte.
- Ewr Durchlaucht antworten auf mein Schreiben erreichen bedauern mich höchlich, erwahnte aber
- von der Banke Anweisung nichts — hingegen schreibt Herr, Meyer an den Geh[eimen]. Rath Ame-
- lang in einen drohenden Styl und weiset aus Barmherzigkeit für mich — 1600 rt an die un-
- Der G. Rath, meinen Gelde durch den Königl. Bank an der ich dafür mein Eigenthum ver-
- pfändet, und meinen Wechsel gegeben auszahlen laßen soll.
- das ist doch wahrlich mehr als unerhöhrt — Ich werde von Marcul in den wichtigsten An-
- Gelegenheiten hierher geschickt — ich soll, wan ich hier die Geschäfte beendiget habe als
- nach Wien gehen, ich werde hier auf eine im denkbar gewesene Art um 5000 rt. Zinse
- die Euer Durchlaucht zahlen sollen, als Ihr bevollmächtigter attaquirt, ich beweise daß ich
- diese Zahlung zu leisten nicht verbunden bin — alles dies hilft nichts — man arretirt mich
- legt mich 2 Gensdarmen in die mich bewachen müßen, und die ich hier in Gasthaft täglich
- ernähren muß — Ich soll vor yre mal gre bezahlen —
- die mir aufgetragenen Geschäfte, durfte und konte ich unter einer solchen Aufsicht
- nicht nachgehen — die Folgen davon werden noch großen Einflus auf manches Menschen Schick
- sal haben. Ja dieser Lange rieth der redliche Minister v Zastrow das Geld aufzu-
- treiben und zu bezahlen. Die Zinsen Betrugen von 2 Jahren 5000 rt und die Kosten 125.
- Ich hatte 2000 rt reise Gelder bey auf 5000 rt. Borgte der Minister v. J. von einem
- gewißen Baugmer von der Laar in Staats Papiere den 14 ten May d. J. in Courant
- zahlbar, zurück zu geben, — die 5000 rt wurden in Courant umgelegt, und wir
- brachten kaum, die Summa zusammen um die Zinsen berichtigen zu können.
- Der Termin ist nun wieder vor der Thür um dem Van der Laar die 5000 rt ist
- zu bezahlen, — ich habe schon Himmel und hölle aufgeboten nun das Geld aufzu-
- treiben. Es ist aber bey diesen schweren Zeiten vergeblich. Ich bin drüber krank
- geworden liege hier elend — habe mich festgefristen, habe kein Reise Geld und
- was das allerschlimmste ist ich kan in die mir aufgetragenen Geschäfte nicht
- würken — Hierzu komt nun noch daß der M Stein nicht mein Gönner ist und daß
- ich die Anweisung an der Bank auf jene vor 2 Jahren geliehene 6000 rt zurück
- geben soll und auf der Art bey ich um Ewer durchlaucht Sache willen in fort
Ewr Durchlaucht antworten auf mein Schreiben erreichen bedauern mich höchlich, erwahnte aber von der Banke Anweisung nichts — hingegen schreibt Herr, Meyer an den Geh[eimen]. Rath Amelang in einen drohenden Styl und weiset aus Barmherzigkeit für mich — 1,600 rt an die unDer G. Rath, meinen Gelde durch den Königl. Bank an der ich dafür mein Eigenthum verpfändet, und meinen Wechsel gegeben auszahlen laßen soll.
das ist doch wahrlich mehr als unerhöhrt — Ich werde von Marcul in den wichtigsten AnGelegenheiten hierher geschickt — ich soll, wan ich hier die Geschäfte beendiget habe als nach Wien gehen, ich werde hier auf eine im denkbar gewesene Art um 5,000 rt. Zinse die Euer Durchlaucht zahlen sollen, als Ihr bevollmächtigter attaquirt, ich beweise daß ich diese Zahlung zu leisten nicht verbunden bin — alles dies hilft nichts — man arretirt mich legt mich 2 Gensdarmen in die mich bewachen müßen, und die ich hier in Gasthaft täglich ernähren muß — Ich soll vor yre mal gre bezahlen — die mir aufgetragenen Geschäfte, durfte und konte ich unter einer solchen Aufsicht nicht nachgehen — die Folgen davon werden noch großen Einflus auf manches Menschen Schick sal haben. Ja dieser Lange rieth der redliche Minister v Zastrow das Geld aufzutreiben und zu bezahlen. Die Zinsen Betrugen von 2 Jahren 5,000 rt und die Kosten 125. Ich hatte 2,000 rt reise Gelder bey auf 5,000 rt. Borgte der Minister v. J. von einem gewißen Baugmer von der Laar in Staats Papiere den 14 ten May d. J. in Courant zahlbar, zurück zu geben, — die 5,000 rt wurden in Courant umgelegt, und wir brachten kaum, die Summa zusammen um die Zinsen berichtigen zu können. Der Termin ist nun wieder vor der Thür um dem Van der Laar die 5,000 rt ist zu bezahlen, — ich habe schon Himmel und hölle aufgeboten nun das Geld aufzutreiben. Es ist aber bey diesen schweren Zeiten vergeblich. Ich bin drüber krank geworden liege hier elend — habe mich festgefristen, habe kein Reise Geld und was das allerschlimmste ist ich kan in die mir aufgetragenen Geschäfte nicht würken — Hierzu komt nun noch daß der M Stein nicht mein Gönner ist und daß ich die Anweisung an der Bank auf jene vor 2 Jahren geliehene 6,000 rt zurück geben soll und auf der Art bey ich um Ewer durchlaucht Sache willen in fort
- währenden Arrest — Nach Königsberg kan ich um Ewr Durchlaucht Ehre willen
- die Ursache nicht schreibe, — ich habe gerechte Ursach gehabt mich bis daher an
- Krankheit zu entschuldigen, man Ende aber komt die Sache doch am Tage in
- Sie dürfte selbst Ewer Durchlaucht nachteilig werden.
- Mit redlichen Herzen war ich bemüht Rath zu schaffen, ich hofte auf etwas durch Ihre
- Hülfe zu bekommen, und habe schon 2000 rt es fehlen nur noch 3125 rt
- Nun erfahre ich durch Amelang zu meinen allergrösten Schrecken daß die 2000
- rt. welche H. p. Meyer aus Mittleid für mich anweiset — von jene 6000 rt genommen
- werden sollen, die ich vor 2 Jahren Ewr Durchlaucht anwies —
- Wäre dies mir nicht durch Amelang entdeckt die Gelder mit 2600 rt. a. mich um
- mit 3400 rt an Eysenhardt bezahlt, so hätte die Banck oder der Minister Stein
- da der für die 6000 rt von mir gegebene Wechsel längst abgelaufen ist — und
- sofort nach Wechselrecht behandelt und aufs neue förmlich arretiren
- laßen. Ewr Durchlaucht bitte ich nun auf das allerdringendeste Rath zu schaffen
- daß wenigstens die 3125 rt hier bezahlt werden können. Den mit meine 2000 rt. und
- mit den ausgelegten Kosten will ich warten, und mir Geld zur Reise nach Wien ver-
- schaffen. Sodann bitte ich eben so dringend gleich einen Befehl an dH Geheime
- Rath Amelang zu senden, daß er mir die Banke Anweisung auf 6000 rt retradio-
- weil sie Eysenhardt bey ihm originaliter deponirt hat —
- Es ist dies das einzige Mittel daß diese fameuse Sachen beseitiget, Ewer durchlaucht
- und meine Ehre gerettet, und ich wieder frey werde, um die mir allgst aufge-
- tragene Geschäfte, wan meine Gesundheit, die durch die verflüchten Ereigniße ganz
- erinnert ist, hergestellt worden, nachgehen und wo möglich vieles retabliren zu können.
- In allen andern Sachen beziehe ich mich auf meine vorhergehende Briefe, um
- stelle es Euer durchlaucht Ermeßen anheim, was Sie zu thun geruhen wollen.
- Nur zur Bezahlung der 3125 rt schaffen Sie den schleunigsten Rath, und schreiben an dH. p.
- Amelang, daß er mir die banke Anweisung auf die 6000 rt. sogleich retradire, wozu
- er willig und bereit ist — den allzu ungern mögte ich die Sache in Königsberg
- ruchbar werden laßen, und die wahre Verzögerung meiner Reise bekannt machen
- In der Hoffnung der allerſchleunigten Willfahrung meines Antrags verharren ich als
- Ewr Durchlaucht
- Ich bemerke daß der Zahlungs Termin an von der Laar
- den 14ten May ansteht, und daß es nur noch netto 22 Tage
- güet ist — diese will ich hier noch abwarten, da gehe es wie Gott will
- Berlin den 25ten Aprill
- 1808
- treu gehorsamster Diener
- v Triebenfeld
währenden Arrest — Nach Königsberg kan ich um Ewr Durchlaucht Ehre willen die Ursache nicht schreibe, — ich habe gerechte Ursach gehabt mich bis daher an Krankheit zu entschuldigen, man Ende aber komt die Sache doch am Tage in Sie dürfte selbst Ewer Durchlaucht nachteilig werden.
Mit redlichen Herzen war ich bemüht Rath zu schaffen, ich hofte auf etwas durch Ihre Hülfe zu bekommen, und habe schon 2,000 rt es fehlen nur noch 3,125 rt Nun erfahre ich durch Amelang zu meinen allergrösten Schrecken daß die 2,000 rt. welche H. p. Meyer aus Mittleid für mich anweiset — von jene 6,000 rt genommen werden sollen, die ich vor 2 Jahren Ewr Durchlaucht anwies — Wäre dies mir nicht durch Amelang entdeckt die Gelder mit 2,600 rt. a. mich um mit 3,400 rt an Eysenhardt bezahlt, so hätte die Banck oder der Minister Stein da der für die 6,000 rt von mir gegebene Wechsel längst abgelaufen ist — und sofort nach Wechselrecht behandelt und aufs neue förmlich arretiren laßen. Ewr Durchlaucht bitte ich nun auf das allerdringendeste Rath zu schaffen daß wenigstens die 3,125 rt hier bezahlt werden können. Den mit meine 2,000 rt. und mit den ausgelegten Kosten will ich warten, und mir Geld zur Reise nach Wien verschaffen. Sodann bitte ich eben so dringend gleich einen Befehl an dH Geheime Rath Amelang zu senden, daß er mir die Banke Anweisung auf 6,000 rt retradioweil sie Eysenhardt bey ihm originaliter deponirt hat — Es ist dies das einzige Mittel daß diese fameuse Sachen beseitiget, Ewer durchlaucht und meine Ehre gerettet, und ich wieder frey werde, um die mir allgst aufgetragene Geschäfte, wan meine Gesundheit, die durch die verflüchten Ereigniße ganz erinnert ist, hergestellt worden, nachgehen und wo möglich vieles retabliren zu können. In allen andern Sachen beziehe ich mich auf meine vorhergehende Briefe, um stelle es Euer durchlaucht Ermeßen anheim, was Sie zu thun geruhen wollen. Nur zur Bezahlung der 3,125 rt schaffen Sie den schleunigsten Rath, und schreiben an dH. p. Amelang, daß er mir die banke Anweisung auf die 6,000 rt. sogleich retradire, wozu er willig und bereit ist — den allzu ungern mögte ich die Sache in Königsberg ruchbar werden laßen, und die wahre Verzögerung meiner Reise bekannt machen In der Hoffnung der allerſchleunigten Willfahrung meines Antrags verharren ich als Ewr Durchlaucht
Ich bemerke daß der Zahlungs Termin an von der Laar den 14ten May ansteht, und daß es nur noch netto 22 Tage güet ist — diese will ich hier noch abwarten, da gehe es wie Gott will Berlin den 25ten Aprill
1808
treu gehorsamster Diener
v Triebenfeld


