Traces in the Sand

Document 282 · Letter

26 March 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Von Triebenfeld states that without a settlement with the Princesses nothing more can be achieved in Vienna, since the Prince Chancellor has been led to believe there was a settlement over 162/m Rthl. He urges that Eberhard be sent here with a passport. He complains that Prince August has accepted the post of president. A letter demands that the 100/m Rthl be paid to him in cash. He asks that Barbe's servant be dispatched, that a wagon be sent to Prague, and that Tambour and Wawrzyn be sent back to Blizanów. He reports on Napoleon's advance on Paris.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 282
  2. Gnädigster Fürst und Herr!
  3. den Augenblick und zwar etwan 2 Stunden vor Abgang der Post erhalte ich Ewer durch
  4. laucht beide Schreiben vom 18ten mit der Einlage von Eberhard. Ich kan weitere
  5. dabey nichts thun als Ewr Durchlaucht Schickſahl bedauren — das geruhen Sie gnädigſte
  6. Fürst und Herr wohl selbsten einzusehen, daß ohne einen Vergleich mit den kurz Prinzeßen
  7. hier nichts mehr gesagt werden kan, umſomehr als man schon dem Fürſten Kanzler
  8. dadurch belogen hat, daß man mit zuverſicht behauptete, daß ſich die Weiler u. 162/m rt.
  9. vergleichen wolten — und kan die Sache jezt nicht gemacht werden, wo die Damen
  10. in Geld Noth sind, so sind die bester Fürst deraugt 300/m rt ärmern — Recht hat H. p.
  11. Eberhard daß sein Herkommen höchst nöthig wäre — Nur können wir für ihm
  12. hier weder Paß noch weniger Geld erbetteln — Kömt er aber her ſo soll hiewie-
  13. alles für ihm ausgemacht und er außer jeder Verantwortung geſezt
  14. werde. Er braucht nur einen Paß von Ewr Durchlaucht und von Magistrat
  15. dorten einer Grenzstadt, und ginge er mit eigene Pferde so frägt ihnen K[...]
  16. Teufel — Verglichen muß jezt die Sache auf irgend einer Art worden, und ich
  17. kan und mag das nicht allein auf mich nehmen — Übrigens kam es doch
  18. sein daß ich mit meinen Freunden noch wohl zu bald dH Cosmars Schwanen —
  19. Geſang und der Dienſtfertigen Geiſten ihr Panigeritum bald bekannt machen
  20. laßen werde — wann es in der Welt möglich ist und ich von andern
  21. Seiten her nicht irre geleitet werde, den halte ich bey Gott wort und gehe
  22. so lange dem Ziele zu bis ich es erreiche — und ist dies was ich schon in den Güste sehen nur einigermaßen
  23. erreicht, so wird gewiß dann jeder Schuft zum Ritter an der Sache werden
  24. wollen und sich rühmen Ewr Durchlaucht Gott weiß welche Gefälligkeiten in der
  25. Welt gethan zu haben — Ich stehe aber mit meiner Ehre dafür daß keiner
  26. die Räder ſich um Ewr Durchlaucht bekümmert noch weniger einmahl heurig zu
  27. Bette gegangen oder ſchlafloſe Nächte um Sie guter Fürſt durchwacht hätte —
  28. Indes bitte ich zu jenen Wolte nicht einen Hahn, Paille, oder Lombardini, zu zählen
  29. den die mögen auch wohl manchmahl ehender die Sonne als das morgen Brod-
  30. für sich und ihre Kinder im Hause gehabt haben — Denken Sie Edler erhabenen
  31. Fürst ja darinnst an diese treuen Menschen — Ich weiß sie dulden keine Hofmeisterey
  32. aber höhren Sie den Rath eines bidern Kerls, der die Schmeichelig haßt und nicht, wie
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  1. meine alter Richter Sie überzeugt haben will — leyt Genug hiervon
  2. Gott wird und kan helfen —
  3. Daß F August die Presidentenstelle, die alle Edlen abgelehnt haben, angenommen
  4. hatt, ist herzerſchütternd — den nun wird man ihm hier nicht mehr für ſchwach
  5. ſondern für — Toll halten — der Congress hat dem König von Würtemberg
  6. alles unterſagt und ihnen auf einer allgemeinen Conſtitution verwieſen —
  7. selbst jeden Vollmacht aller dort versammleten Stände und Menschen hat die
  8. Protestation in sich begriffen — Wie komt der Mann / wo ich doch selbst Ewr.
  9. Durchlaucht dafür gewarnt habe (dazu jezt im Horn des Königs zu blasen, und
  10. den Character anzunehmen den jeder von ſich zurück stiess — was wird
  11. F[ürst]. Langenburg, was F[ürst]. Kirchberg, und andere von dieſen jungen Mann ſagen.
  12. das er die gemahlene Charge annehm, die jeder mit Standhaftigkeit und
  13. Edelmuth von sich ablehnte — O das ist ein Weiser Landes Vater —
  14. Nach gestern ist ein Schreiben an F[ürst]. August, und eins nach Berlin abgegangen, daß ihm
  15. die 100/m rt. aber absolut baar / den vieleicht will Cosmar Papiere geb / verabfolgt
  16. werden sollen — Sie wolten es ja, und noch zweifle ich daß er die Vollmacht
  17. zurücknehmen wird —
  18. Auf alles andere sage ich weiter nichts als daß ich mich auf die seit 4 Tagen abgesandten
  19. Briefe beziehe — Den Bedienten des Barbe laßen Ewr durchlaucht ja wie ich gebeten
  20. Spediren — der nimt meine Pferde und Sie laßen dorten einen feste Korb Wege, mit
  21. einer Plane geben. Dann gebet Sie auch die 2 Spännige Fuhre nach Prag und
  22. das Glaß zu hohlen — zulezt geruhen Sie den Tambour und Wawrzyn mit
  23. einen Post und etwas Weise Geld nach Blizanow zu rückzusenden —
  24. Nach den heutigen Nachrichten drängt Napoleon immer mehr nach Paris zu — der König-
  25. ſtalt bey Melun eine Armee muß, die geschah bey Grenoble und Lion auch — Napo-
  26. leon ist aber ſo ſchlau, daß er wo ihm Gefahr droht, dieſelbe umgeht —
  27. und man nicht jemand die auf seinen Kopf gesagte Praemie von 12 Millionen
  28. franden zu verdienen bemüht sein dürfte, so könte es ihm wohl gelingen
  29. seine Visite in Paris abzustatten — Die Urtheile sind darüber sehr verschieden —
  30. und das Gewirre ist groß Meinand befindet sich hier dabey beßer als die Stockhobbers —
  31. O Gott wäre es möglich nur den Eberhard her zu senden —
  32. Respectsvoll ersterbe
  33. Ewr Durchlaucht
  34. Glenck habe ich heute aufgefunden, er empfehle
  35. sich zu Gnaden, und will Ewr durchlaucht im Op[...]urg gleich
  36. 200000 rt baar in sche[?]er Geld schasten[?] —
  37. Wien den 26ten März
  38. 1815.
  39. treuester Diener
  40. v Triebenfeld
Written sideways on the page
  1. N. S. Ich werde morgen noch einen Vorsuch machen, Ob Muß Humboldt nicht dem Curischen Vergleich abmachen und das was[?]
  2. Die Advocaten haben wollen verdienen will — ich meine Eberhard wird das Ganze nicht können — die da die erste Erklärung
  3. nicht wahr war, so traue ich den 2 ten gar nicht, und wie mir durcht so gehören zu der Sache hernach noch ganz andern
  4. Herbel, gelänge es so sende ich desfals eine Estaffette dem Bedarff es dH. C. nicht — könt[?] uber in[?]
  5. 4 Tagen keine Estaffette so muß Eberhard absolut her —