Document 281 · Letter
1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld asks that Stock, the servant of Court Councillor Barbe, who is to fetch Barbe's sister to Berlin with Triebenfeld's 3 horses, be given a basket wagon, and in addition a two-horse transport to bring the cases of glass belonging to the Court Councillors Barbe, Heym and Philippsborn from Prague to Sławięcice. He says Stägemann has not yet made a report; an intrigue is suspected. Eberhard cannot conclude the settlement with the Curische heiresses. If Trąbczyn is lost, the Prince is to receive other estates, perhaps in Silesia.
Triebenfeld bittet, Stock, dem Bedienten des Hoffraths Barbe, der mit Triebenfelds 3 Pferden Barbes Schwester nach Berlin holen soll, einen Korbwagen zu geben, dazu eine zweispännige Fuhre, die Kisten Glas der Hoffräthe Barbe, Heym und Philippsborn von Prag nach Sławięcice bringen soll. Stägemann hat noch keinen Vortrag gemacht; eine Intrige wird vermutet. Eberhard kann den Vergleich mit den Curischen Erbinnen nicht abschließen. Bei Verlust von Trąbczyn soll der Fürst andere Güter, vielleicht in Schlesien, erhalten.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Herr!
- Überbringer dieses Briefes iſt der Bediente von dem Herrn Hoffrath Barbe
- welcher ins Reich hinaus gehen und des Hoffraths Schwester, deren Mann
- im Bureau des Fürsten Staats Kanzlers angestellt ist, abhohlen und
- nach Berlin bringen ſoll — Ich habe ihm dazu meine 3 Pferde gegeben,
- Ewr Durchlaucht geruhen nun dorten zu befehlen, daß dem Stock, so heißt der
- Bediente ein Korb wagen — über den baldigst eine drillichene halb plane
- gemacht werden kan, gegeben wird um die Reiſe schnell antreten zu
- können. Der Hoffrath wird sich diese Gnade zu verdienen, und nett zu machen
- wißen — dann haben die 3 Hardenbergsche Gehaupt Hoffräthe Barbe, Heym,
- und Philippsborn in Prag etliche Kisten Glaß liegen — diese Wünschen sie von
- dort abgehohlt und nach Schlawenschitz gebracht zu wißen.
- Nun bittet man daß Ewer Durchlaucht die Gnade haben mögten und eine 2
- spannige Fuhre dem Stock mitgegeben, den, da er über Prag gehet
- dorten das Glas laden, und mit dem Frey Paß nach Schlawenschitz schicken
- Möge — Abschlagen läst sich dies nicht — Ewr Durchlaucht werden den mehreren
- Freunde in dies Hauß haben — zur Abhohlung des Glases wird wohl
- müßen der Tambour geschickt werden den der Paß lautet auf den Kerl
- den Knecht waarzug ihm Ewr durchlaucht nicht brauchen können, geruhen Sie mit einem
- Paß versehen nach Blizanow zurück zu schicken, und eben dies kan auch mit dem
- Tambour geschehen, wenn er von ihrer mit dem Glas Fuhre retournirt —
- Ich bitte diese Sachen ja zu bewerckstelligen —
- Übrigens hat H. v. Stägemann noch immer keinen Vortrag gemacht — Es scheint
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Herr!
Überbringer dieses Briefes iſt der Bediente von dem Herrn Hoffrath Barbe welcher ins Reich hinaus gehen und des Hoffraths Schwester, deren Mann im Bureau des Fürsten Staats Kanzlers angestellt ist, abhohlen und nach Berlin bringen ſoll — Ich habe ihm dazu meine 3 Pferde gegeben, Ewr Durchlaucht geruhen nun dorten zu befehlen, daß dem Stock, so heißt der Bediente ein Korb wagen — über den baldigst eine drillichene halb plane gemacht werden kan, gegeben wird um die Reiſe schnell antreten zu können. Der Hoffrath wird sich diese Gnade zu verdienen, und nett zu machen wißen — dann haben die 3 Hardenbergsche Gehaupt Hoffräthe Barbe, Heym, und Philippsborn in Prag etliche Kisten Glaß liegen — diese Wünschen sie von dort abgehohlt und nach Schlawenschitz gebracht zu wißen. Nun bittet man daß Ewer Durchlaucht die Gnade haben mögten und eine 2 spannige Fuhre dem Stock mitgegeben, den, da er über Prag gehet dorten das Glas laden, und mit dem Frey Paß nach Schlawenschitz schicken Möge — Abschlagen läst sich dies nicht — Ewr Durchlaucht werden den mehreren Freunde in dies Hauß haben — zur Abhohlung des Glases wird wohl müßen der Tambour geschickt werden den der Paß lautet auf den Kerl den Knecht waarzug ihm Ewr durchlaucht nicht brauchen können, geruhen Sie mit einem Paß versehen nach Blizanow zurück zu schicken, und eben dies kan auch mit dem Tambour geschehen, wenn er von ihrer mit dem Glas Fuhre retournirt — Ich bitte diese Sachen ja zu bewerckstelligen — Übrigens hat H. v. Stägemann noch immer keinen Vortrag gemacht — Es scheint
- von jedem Freunde zu wahrscheinlich, daß hier die infamste Intrigue zum Grunde
- liegt, und es werden jezt andere Demarchen gemacht nun den Ziele näher zu
- rücken — Geschehen wird zu Ewr Durchlaucht Vortheil was, und geschehen muß
- was — Daß einzige Unglück ist daß Eberhard nicht herkommen und
- den Vergleich mit die Curische Erbinnen abschließen kan — ich habe nach den mir ge-
- gebenen Verſicherungen darauf zu erst gebauet. — Jezt muß ich damit die [K?]appe in
- Ließen Berg gehen — Inzwischen werde ich mit meinen Freunden ſehen was wir zogt
- thun können. — Könte der Vergleich aber statt finden, so geschähe weiter könnte
- glück, als, wann auch gleich 50 oder 100/m rt. mehr jezt gegeben werden müßten, als das
- was ich ſchon oft geſagt, die Administration etwas länger dauern würde —
- Der Haupt Zweck wäre indes erreicht — Ewr Durchlaucht können aus den Schulden
- halten zu beken, und wären aller Sorgen überhoben —
- Pourtalès hat noch nicht geschrieben auch die Pohl[nische] Sache liegt noch im Argen —
- Und man weiß jezt gar nicht was werden wird —
- So viel ist nichts bestimmt, daß wenn der Satan Trąbczyner hohlt Ewr Durchlaucht andere Güter
- haben sollen, und das vieleicht in Schlesien.
- Wie ihn auch ſey, ſo hoffe ich mit künftiger Poſt etwas ſehr Gutes Ewr Durchl. meldigen
- zu können, und könte ich Eberhard herzaubern, so wäre alles erreicht was man zu
- wünschen hätte. Geld wird der König freilich dermalen nicht viel zu geben er
- lauben, aber doch würde durch Anweisung sich alles machen laßen —
- Der König von Würtemberg hat dennoch seine sogenannte Constitution an die Stände
- gegeben, allein der Congress hat gegen alles protestirt —
- die Napoleonſche Geſchichte macht hier fortwährend große Sensation — Von
- ein paar Tagen hatt mann auch Briefe, von den Einste König von Italien,
- an Bonap[arte]: aufgefangen — Sonderbar ist es daß man in solchen
- fällen nicht rigoreuser zu Werken geht —
- In tiefsten Respect verharren.
- Ewr Durchlaucht
- Wien den 24ten Mertz 1815.
- ganz gehorſamſter Diener
- v Triebenfeld
von jedem Freunde zu wahrscheinlich, daß hier die infamste Intrigue zum Grunde liegt, und es werden jezt andere Demarchen gemacht nun den Ziele näher zu rücken — Geschehen wird zu Ewr Durchlaucht Vortheil was, und geschehen muß was — Daß einzige Unglück ist daß Eberhard nicht herkommen und den Vergleich mit die Curische Erbinnen abschließen kan — ich habe nach den mir gegebenen Verſicherungen darauf zu erst gebauet. — Jezt muß ich damit die [K?]appe in Ließen Berg gehen — Inzwischen werde ich mit meinen Freunden ſehen was wir zogt thun können. — Könte der Vergleich aber statt finden, so geschähe weiter könnte glück, als, wann auch gleich 50 oder 100/m rt. mehr jezt gegeben werden müßten, als das was ich ſchon oft geſagt, die Administration etwas länger dauern würde — Der Haupt Zweck wäre indes erreicht — Ewr Durchlaucht können aus den Schulden halten zu beken, und wären aller Sorgen überhoben — Pourtalès hat noch nicht geschrieben auch die Pohl[nische] Sache liegt noch im Argen — Und man weiß jezt gar nicht was werden wird — So viel ist nichts bestimmt, daß wenn der Satan Trąbczyner hohlt Ewr Durchlaucht andere Güter haben sollen, und das vieleicht in Schlesien.
Wie ihn auch ſey, ſo hoffe ich mit künftiger Poſt etwas ſehr Gutes Ewr Durchl. meldigen zu können, und könte ich Eberhard herzaubern, so wäre alles erreicht was man zu wünschen hätte. Geld wird der König freilich dermalen nicht viel zu geben er lauben, aber doch würde durch Anweisung sich alles machen laßen — Der König von Würtemberg hat dennoch seine sogenannte Constitution an die Stände gegeben, allein der Congress hat gegen alles protestirt — die Napoleonſche Geſchichte macht hier fortwährend große Sensation — Von ein paar Tagen hatt mann auch Briefe, von den Einste König von Italien, an Bonap[arte]: aufgefangen — Sonderbar ist es daß man in solchen fällen nicht rigoreuser zu Werken geht —
In tiefsten Respect verharren.
Ewr Durchlaucht
Wien den 24ten Mertz 1815.
ganz gehorſamſter Diener
v Triebenfeld

