Document 263 · Letter
28 December 1814
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld welcomes the sending of Court Councillor Hahn and Lombardini to Brzeg with powers of attorney, and hopes with Eberhard that the Curische heirs will be satisfied. He warns, however, that the Prince Chancellor wants the Prince examined in person, either at Brzeg or through a commissioner at Sławięcice who is to report to him. Göschel is submitting a further note to the Congress. As for Poland, everything rests until the Congress ends. He also reports the departure of the King of Württemberg.
Triebenfeld begrüßt, dass Hoffrath Hahn und Lombardini mit Vollmachten nach Brzeg gesandt wurden, und hofft mit Eberhard auf Befriedigung der Curischen Erben. Er warnt jedoch: Der Fürst Kanzler will den Fürsten persönlich vernehmen lassen, in Brzeg oder durch einen Commissarius in Sławięcice, der an ihn berichten soll. Göschel reicht eine weitere Note beim Congress ein. Zu Polen ruht alles bis Congressende. Außerdem berichtet er von der Abreise des Königs von Württemberg.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Österreichs Hauptstadt trauret über die schnelle Abreise des Würtembergischen Monarchens
- Unter den Nahmen eines Grafen v Teck verlies er gestern früh im tiefsten Incognito
- Wien — Genereux und mit würklich Königl. Stolze, hat dieser Menscher liebende König
- etliche Tage vor seiner Abreise an die Kayserliche Dienerſchaft eigenhändig 4000 Ducat
- vertheilt — Theater Prinzeßinnen im Casperls, welche die Natur mit feisten Theilen des hinten,
- Leibes begabt hatte, genoßen von dieser Majestät hinter den Coulissen ausgezeichnete
- Wohlthaten — und mit viele Tausend Seegens wünsche von dieser Classe Menschen begleitet
- trat er die Reise in seinen Staaten gestern an —
- der Kron prinz Winzingerode, und Linden, leztere beide mit Vollmachten von ihm,
- sind, und blieben bis am Ende des Congresses noch hier —
- der Geheime Raths Göschel giebt heute Nahmens Ewer Durchlaucht noch wieder eine
- Note beym Congress ein —
- Jezt von der Haupt Sache. — Aus Ewr Durchlaucht Schreiben von 17ten welches ich gestern
- Abend erhielt, ersehe ich daß Sie den Hoffrath Hahn und Lombardini mit Vollmachten
- versehen, nach Brieg geſandt haben — Dies hat mich Freude gemacht, den beides ſind ehrliche
- Männer, und Ein besonders mit Eberhard etwas Gutes wegen Befriedigung der Curischen
- Erben gemäß meines lezthinigen Vorschlags bewürkt werden — Inzwischen bange ich
- daß hier kein Irrthum obwalten möge — der Fürst Kanzler will, daß Ewr Durchlaucht
- selbst persönlich vernommen werden sollen, und daß sie alles daß bestätigen
- und ausweisen sollen was ich und Hahn in der Eingaben gesagt haben,
- Hn dem Ende befahl der Fürst daß Ewr Durchlaucht nach Brieg gefordert werden,
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Österreichs Hauptstadt trauret über die schnelle Abreise des Würtembergischen Monarchens Unter den Nahmen eines Grafen v Teck verlies er gestern früh im tiefsten Incognito Wien — Genereux und mit würklich Königl. Stolze, hat dieser Menscher liebende König etliche Tage vor seiner Abreise an die Kayserliche Dienerſchaft eigenhändig 4,000 Ducat vertheilt — Theater Prinzeßinnen im Casperls, welche die Natur mit feisten Theilen des hinten, Leibes begabt hatte, genoßen von dieser Majestät hinter den Coulissen ausgezeichnete Wohlthaten — und mit viele Tausend Seegens wünsche von dieser Classe Menschen begleitet trat er die Reise in seinen Staaten gestern an — der Kron prinz Winzingerode, und Linden, leztere beide mit Vollmachten von ihm, sind, und blieben bis am Ende des Congresses noch hier — der Geheime Raths Göschel giebt heute Nahmens Ewer Durchlaucht noch wieder eine Note beym Congress ein — Jezt von der Haupt Sache. — Aus Ewr Durchlaucht Schreiben von 17ten welches ich gestern Abend erhielt, ersehe ich daß Sie den Hoffrath Hahn und Lombardini mit Vollmachten versehen, nach Brieg geſandt haben — Dies hat mich Freude gemacht, den beides ſind ehrliche Männer, und Ein besonders mit Eberhard etwas Gutes wegen Befriedigung der Curischen Erben gemäß meines lezthinigen Vorschlags bewürkt werden — Inzwischen bange ich daß hier kein Irrthum obwalten möge — der Fürst Kanzler will, daß Ewr Durchlaucht selbst persönlich vernommen werden sollen, und daß sie alles daß bestätigen und ausweisen sollen was ich und Hahn in der Eingaben gesagt haben, Hn dem Ende befahl der Fürst daß Ewr Durchlaucht nach Brieg gefordert werden,
- oder daß ein Commissarius zu Ewer durchlaucht nach Schlawenschitz hin deputirt werden
- solte, der von Ihnen alles höhren alles ad protocollum nehmen, unterſuchen, und alle Beweise
- Mittelst Bericht an dem Fürsten Kanzler einsenden solle —
- Indes hoffe ich daß des Brieger O[ber]. L[andes]. Gericht den Irrthum nicht einsetzlichen ſondern die
- Sache gemäß Vorschrift und Willen des Fürsten behandeln wird —
- Fält der Bericht um hallwege Vorteilhaft aus, so sind alle Ihre Sachen auf das wünschens
- würtheste geordnet —
- Wegen Pohlen ruht noch alles, und wird diese Geschichte nur beym Schluße des Congresses und bey
- Publizirung des ganzen erst verlautbart werden —
- sonsten geht, wie auch die Beilage zeiget, alles gut, und es hat den
- Anschein als wenn Ewr Durchlaucht von allen Kummer befreit, in
- Ihren Alter glücklich und ruhig werden leben sollen —
- Gott laße Ihnen gnädigster Fürst und Herr dies bevorstehende
- Neujahr so anfangen, und dann noch eine lange Reihe von
- Jahren zufrieden fortleben, dies ist der Inbegriff meiner Wünsche
- der aber aus dem treuste Herzen könte —
- Ewr Durchlaucht Wohl wollen empfehle ich mich den im alten wie
- zu meinen Jahre und erſterbe Ehrfurchtsvoll
- Ewr Durchlaucht
- Wien d. 28ten Decbr
- 1814.
- treu unterthäniger Diener
- v Triebenfeld
oder daß ein Commissarius zu Ewer durchlaucht nach Schlawenschitz hin deputirt werden solte, der von Ihnen alles höhren alles ad protocollum nehmen, unterſuchen, und alle Beweise Mittelst Bericht an dem Fürsten Kanzler einsenden solle — Indes hoffe ich daß des Brieger O[ber]. L[andes]. Gericht den Irrthum nicht einsetzlichen ſondern die Sache gemäß Vorschrift und Willen des Fürsten behandeln wird — Fält der Bericht um hallwege Vorteilhaft aus, so sind alle Ihre Sachen auf das wünschens würtheste geordnet — Wegen Pohlen ruht noch alles, und wird diese Geschichte nur beym Schluße des Congresses und bey Publizirung des ganzen erst verlautbart werden — sonsten geht, wie auch die Beilage zeiget, alles gut, und es hat den Anschein als wenn Ewr Durchlaucht von allen Kummer befreit, in Ihren Alter glücklich und ruhig werden leben sollen — Gott laße Ihnen gnädigster Fürst und Herr dies bevorstehende Neujahr so anfangen, und dann noch eine lange Reihe von Jahren zufrieden fortleben, dies ist der Inbegriff meiner Wünsche der aber aus dem treuste Herzen könte — Ewr Durchlaucht Wohl wollen empfehle ich mich den im alten wie zu meinen Jahre und erſterbe Ehrfurchtsvoll Ewr Durchlaucht
Wien d. 28ten Decbr
1814.
treu unterthäniger Diener
v Triebenfeld

