Document 256 · Letter
7 December 1814
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports that the order is to go to Berlin to Kircheisen and the Finance Minister v. Bulow to set up a commission to investigate Cosmar's conduct. He says Stägemann is to draw up an opinion for the State Chancellor, but Triebenfeld distrusts him as a friend of Zerboni and Cosmar. The settlement with the Curische heirs and an advance of 112/m Rthl remain unresolved. He complains of a lack of money, files and instructions, the settlement of 1811 being incomplete, and asks for evidence, blank forms and support for his children in Wrocław.
Triebenfeld berichtet, dass der Befehl nach Berlin an Kircheisen und Finanzminister v. Bulow abgehen soll, eine Kommission zur Untersuchung von Cosmars Handeln einzusetzen. Stägemann soll für den Staats Kanzler ein Gutachten erstellen, doch Triebenfeld misstraut ihm als Freund Zerbonis und Cosmars. Abfindung der Curischen Erben und Vorschuss von 112/m Rthl bleiben offen. Er klagt über fehlendes Geld, Akten und Instruktionen (Transact von 1811 unvollständig), erbittet Beweise und Blanquette und Unterstützung seiner Kinder in Wrocław.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Die Ansichten im Allgemeinen haben sich seit meinen lezteren Schreiben sehr geändert —
- Die Abreisen der hohen Verbindeten waren wie ich im vorigen die Ehre hatte zu melden
- so sicher um den 8-9-10ten bestimmt, jezt aber soll noch eine Bahn von 4 ad 6 Wochen
- Länge durchlaufen werden — und in diesem Augenblick ist nach den eingetretenen Tournare
- so viel als gar nichts geschehen — dieß macht daß in den pohl. Güter Angelegenheiten
- noch nichts mit Zuversicht bestimt werden kan — Indes können sich Ewr Durchlaucht beyden
- wahrhaft edlen freundschaftlichen Gesinnungen des H. Ewr. Staats Kanzlers Durchlaucht des
- besten Ausgang es sich vergewißert halten —
- In der Haupt Sache hat der Fürst den Geheimen Staats Rath Stägemann beauftragt alles zu
- prüfen und so durchlaucht gutachtlichen Bericht zu erstatten —
- Resolvirt ist heute daß ein allerhöchster Befehl nach Berlin an dHl. M v Kircheisen und Finanz
- Minister v. Bulow Exel. sofort abgeht nach welchen eine Comission niedergesetzt werden soll
- welche alles was Cosmar gethan auf das gründlichste untersuchen soll —
- Viel sehr viel ist gewonnen, Aber in der Haupt Sache, das ist die Abfindung der Curischen
- Erben und der Vorschuß von 112/m rt da liege ich noch vor Anker, beigehendes Schreiben wird
- morgen früh des Fürsten Durchlaucht wieder übergeben. B[arbe] — küßt nicht loß, er hält
- auch dies für gelungen —
- Unendlich traurig für mich ist es daß ich hier ohne Geld, ohne gründliche Instruction, und
- ohne alle authentische Auskunft würken und leben soll — Ich habe an und vor sich
- eine vielköpfige Hydra zu bekämpfen, und nun ohne Acten und alle Beweise,
- der Transact von 1811 ist nicht vollständig — die andern Transacte und das Codizill
- habe ich nie gesehen — was soll ich sagen, und wie soll ihn auskunft geben?
- Geruhen Sie beigehendes Billet zu lesen, und denken die dich gnädigster Fürst an
- meine Stelle, da in den Stückweise nur mitgegebenen Transact nichts von dem steht
- daß Sie bezahlen, und Ihre geschiedene Frau ex nexu gesezt haben —
- die Sache erfordert hier Kopf Herz und Freunde — ohne Information Acten und
- Geld ist es die höchste Kunst dennoch zu würken — Stägemann traue ich nicht
- Er ist dicken Freund des Zerboni und Cosmar — ich zähle jedoch allem auf den
- biedern fürsten StK durchl. Eilen Sie und schicken mir, wann auch durch einen weiten
- Bothen, mehrere Beweiße — und senden mir einige Blanquette — ich dringe
- sicher durch — Unterlaßen Sie daß nicht den schon ist sehr viel gewonnen
- und das weitere und gröste Güte wird noch geschehen.
- Meine Kinder unterstüzgen Sie gnädigsten Herr in Breslau, damit diese nicht gleiches
- Schicksahl mit mir haben und erhungern müßen.
- Den ſchlechten Bedienten laßen Ewr Durchlaucht dorten ja aufhalten — der Menſch hat mich
- häßlich hintergangen, Schmerzlich iſt es daß ich keine Nachricht von Euer Durchlaucht erhalten.
- In Tiefer Hochachtung ersterbe,
- Ewr Durchlaucht
- Wien den 7ten Dezember
- 1814.
- treu unterthänigen dienen
- v Triebenfeld
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Die Ansichten im Allgemeinen haben sich seit meinen lezteren Schreiben sehr geändert — Die Abreisen der hohen Verbindeten waren wie ich im vorigen die Ehre hatte zu melden so sicher um den 8-9-10ten bestimmt, jezt aber soll noch eine Bahn von 4 ad 6 Wochen Länge durchlaufen werden — und in diesem Augenblick ist nach den eingetretenen Tournare so viel als gar nichts geschehen — dieß macht daß in den pohl. Güter Angelegenheiten noch nichts mit Zuversicht bestimt werden kan — Indes können sich Ewr Durchlaucht beyden wahrhaft edlen freundschaftlichen Gesinnungen des H. Ewr. Staats Kanzlers Durchlaucht des besten Ausgang es sich vergewißert halten — In der Haupt Sache hat der Fürst den Geheimen Staats Rath Stägemann beauftragt alles zu prüfen und so durchlaucht gutachtlichen Bericht zu erstatten — Resolvirt ist heute daß ein allerhöchster Befehl nach Berlin an dHl. M v Kircheisen und Finanz Minister v. Bulow Exel. sofort abgeht nach welchen eine Comission niedergesetzt werden soll welche alles was Cosmar gethan auf das gründlichste untersuchen soll — Viel sehr viel ist gewonnen, Aber in der Haupt Sache, das ist die Abfindung der Curischen Erben und der Vorschuß von 112/m rt da liege ich noch vor Anker, beigehendes Schreiben wird morgen früh des Fürsten Durchlaucht wieder übergeben. B[arbe] — küßt nicht loß, er hält auch dies für gelungen — Unendlich traurig für mich ist es daß ich hier ohne Geld, ohne gründliche Instruction, und ohne alle authentische Auskunft würken und leben soll — Ich habe an und vor sich eine vielköpfige Hydra zu bekämpfen, und nun ohne Acten und alle Beweise, der Transact von 1811 ist nicht vollständig — die andern Transacte und das Codizill habe ich nie gesehen — was soll ich sagen, und wie soll ihn auskunft geben? Geruhen Sie beigehendes Billet zu lesen, und denken die dich gnädigster Fürst an meine Stelle, da in den Stückweise nur mitgegebenen Transact nichts von dem steht daß Sie bezahlen, und Ihre geschiedene Frau ex nexu gesezt haben — die Sache erfordert hier Kopf Herz und Freunde — ohne Information Acten und Geld ist es die höchste Kunst dennoch zu würken — Stägemann traue ich nicht Er ist dicken Freund des Zerboni und Cosmar — ich zähle jedoch allem auf den biedern fürsten StK durchl. Eilen Sie und schicken mir, wann auch durch einen weiten Bothen, mehrere Beweiße — und senden mir einige Blanquette — ich dringe sicher durch — Unterlaßen Sie daß nicht den schon ist sehr viel gewonnen und das weitere und gröste Güte wird noch geschehen.
Meine Kinder unterstüzgen Sie gnädigsten Herr in Breslau, damit diese nicht gleiches Schicksahl mit mir haben und erhungern müßen.
Den ſchlechten Bedienten laßen Ewr Durchlaucht dorten ja aufhalten — der Menſch hat mich häßlich hintergangen, Schmerzlich iſt es daß ich keine Nachricht von Euer Durchlaucht erhalten. In Tiefer Hochachtung ersterbe,
Ewr Durchlaucht
Wien den 7ten Dezember
1814.
treu unterthänigen dienen
v Triebenfeld
