Traces in the Sand

Document 230 · Letter

January 1812 [inferred]

Unknown

Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen → Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent

The Prince complains that Triebenfeld has missed the date of the 8th, which he had set himself, for coming to him with Brzechffa. Since he draws nothing from the estates, he wants to make use of General von Schimmelpfennig's interest in buying Zagórów; the General means to view it at the beginning of March. He demands a definite answer and financial help. He has no objection to the lease to Brzechffa, but presses for haste, since he has asked the King for a commission to settle his debts.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 230
  2. Hochwohlgebohrner Herr
  3. Hochzuehrender Herr Krieges und Forst Rath!
  4. Es sind heute 12 Tage über den von Ew Hochwohlgebohren
  5. sich selbst gesetzten Termin, welches der 8ten dieses Monats
  6. war, wo Sie mit dem H. v. Brzechffa bei mir eintreffen
  7. wollten, ohne daß ich mit einem Wort über die Ursache
  8. dieses Aufschubes benachrichtig worden bin. Ich wartete
  9. auf Sie von einem Tag zum andern vergebens
  10. und doch ist es so dringend wegen meiner dortigen
  11. Güter eine Parthie zu nehmen, wozu besonders die
  12. nahe Anwesenheit meines Sohnes bei mir, welcher
  13. in etlichen Tagen hier seyn wird, eine neue
  14. dringende Veranlassung ist. Ich kann nicht länger
  15. bestehen, wenn ich fortdaurend von diesen Gütern
  16. nichts beziehen kann, und da ich nicht einmal
  17. weiß, worauf ich dabei zu rechnen habe, so
  18. muß ich die Mittel aufsuchen, die mir einigen
  19. Ruhen noch gewähren können. Ich darf daher
  20. die erneuerte Begierde des Herrn General
  21. von Schimmelpfennig zur Acquisition von Za-
  22. gorowo nicht erkalten lassen. Dieser Herr
  23. will zu Anfang März sich dorthin zur Be-
  24. sichtigung begeben, und dann bald wenn wir
  25. uns einigen können, das Geschäft mit mir requ-
  26. line. Ich scheint ihm heute, daß ich Ew Hochwohlge-
  27. bohren hievon praevenirte, Ihre Antwort anbewer-
  28. ten, und ihm dann nähern Bescheid ertheilen würden
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  1. Der Reitknecht der Ihnen dieses überbringt wird wahr-
  2. scheinlich den 22ten des Abends bei Ew. Hochwohlgebohren
  3. seyn, und ich erwarte ihn spätstens den 26t zu-
  4. rück, durch leere Hoffnungen, und unbestimmte
  5. Aussichten kann ich mich nicht abhalten lassen, nun
  6. thätig zu wirken. Ich rechne hiebei auf Ihre freund-
  7. schaftliche Mitwirkung, so daß wir dorten bei
  8. jeder Unternehmung Hand in Hand zu Werke
  9. gehen. So wie ich Ihre Antwort erhalte, werden
  10. ich meine fernern Maaßergabe nehmen, und solche
  11. Ew. Hochwohlgebohren sogleich wieder melden
  12. Ich bitte ein ganz bestimmte Antwort und Nach-
  13. richt über Ihre Aussichten und Absichten, die
  14. aber zu etwas schnell führen müssen. Können
  15. sie mir schleunig bedeutende Geldhülfe schaffen
  16. so werde ich sehr danken, da ich ihr dringendste
  17. bedarf. Es ist um so nöthiger, daß ich bald einen
  18. Entschluß fasse, wozu die mich gütig belehren.
  19. wollen, da der Aufenthalt meines Sohnes
  20. nicht von so gar länger dauer wird bei mir
  21. seyn können. Vor dem Parobek nehmen
  22. sie meinen Dank an, er hielt sich bei der
  23. ersten Probe brav, wurde aber auch bleichet
  24. was ihm aber nicht schadete. Noch immer schmeichelt
  25. ich mir, Ew Hochwohlgebohren recht balde bei
  26. nur zu sehen, und es würde mich sehr schmerzen
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  1. Ew. werden also aus dieser Lage der Dinge sich selbst
  2. zu übergangen geruhen, wie nothwendig es für mich, ist von
  3. dem wahren gegenwärtigen Zustande meiner sämtlichen
  4. Güter genaue und gründliche Kenntniß zu besitzen
  5. zugleich aber auch, diejenigen Vorkehrungen in denselben zu treffen, wo
  6. nöthig sind, um als wahrhafter und rechtlicher Mann
  7. vor gedachter Commission mit Ehrer bestehen zu können
  8. Dies ohngefähr sind die Gründe, welche mich bewogen
  9. haben, Ew. H. den Lieutent binnen zu zusenden, obscho[...]
  10. ich weiß, daß Ew desselben Gegenwart vielleicht nicht so angenehm
  11. als die irgend eines andern seyn möchte, indeß da durch-
  12. aus zu diesem Auftrage, ein mit der Lage jener Güter
  13. bekannter Mann erfordert wird, so schmeichte ich mir
  14. Ew. H. werden sich von der Strügung meiner Molike[?]
  15. selbst überzeugen, wenigstens wünschte ich nicht, daß diese
  16. meine Wahl unsrer Guten Sache irgend einigen Süh[?]-
  17. theil bringen möchte, den ich von gedachten p Sommer
  18. die zuverläßige Zusicherung erhalten habe, bei seinem
  19. Aufträge mit Beiseitigung jeder andern Rücksicht
  20. als bloß der auf unser gemeinsames Wohl abzwe-
  21. ckenden zu handeln. Ich ersuche daher Ew, eben so
  22. demgend als ergebenst mit ihm ganz ohne Rückhalt
  23. und aufrichtig über die Sache zu conferiren, oder aber
  24. welches nur noch lieber wäre, mit ihm anhero
  25. kommen, damit wir hier bei mehrerer Muße die Sache
  26. in Ueberlegung nehmen könnten. Indem ich mit Unge-
  27. duld ein genügendes Resultat ihrer gegenseitigen Be-
  28. rathschlagungen erwarte, habe ich die Ehre mit der
  29. vollkommensten Hochachtung zu verbleiben.
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  1. E. H. haben mein Schreiben vom 19. pr so ganz oder wenigstens die Haupt-
  2. gegenstände desselben unbeantwortet, und unerfüllt ge-
  3. lassen, daß ich nicht umhin kann dasselbe hiemit zu wieder
  4. hohlen, und nochmals dringend sowol um Uebersendung der
  5. Trapergner Schenkungsurkunde, als um Bekanntmachung zu
  6. bitten, welches soliden Project H. und meinen Zagoro-
  7. wer Gütern intendiren, oder welchen Plan sie bei deren
  8. fernern Administration zu befolgen gedenken, damit
  9. nicht sowohl diese Güter nur erhalten werden, sondern ich auch
  10. endlich einmal zu irgend einem Genuß von Revenuen
  11. gelangen möchte. Bisher gewohnt jeder von Ew H. und
  12. gethanen Proposition unbedingt nachgegeben, bin ich
  13. auch jetzt noch weit entfernt irgend etwas gegen
  14. die intendirte Verpachtung meiner Güter an den Herrn
  15. v Brzechffa einzuwenden, nur muß ich Ew. H. unverſohlen
  16. hiemit melden, daß die Lage der Dinge sich hier bei
  17. mir dergestalt geändert hat, daß eine so weite
  18. Hinausschiebung der Sache, wie Sie mir zu melden die
  19. Gute hätten, sehr leicht eine gänzliche Aufhebung dieses Geschäfts
  20. bewirken könnte, mithin alſo wenn ja etwas geſchehen
  21. kann, grade jetzt noch der entscheidende Moment ist.
  22. Ich habe nämlich, da ich, selbst in meinen gerechtesten Erwar-
  23. tungen so oft und hast getäuscht nicht mehr im Stande war
  24. dem ungestümen Andringen meiner Gläubiger zu steuern
  25. und durch eigne Kräfte meine kritische Lage abzuändern
  26. des Königs Majestät Beihülfe anzustehen mich
  27. genöthigt gesehen, und erwarte binnen Körpern die
  28. zu Regulirung meines Schuldenwesens erbetene Commission
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  1. wenn meine Hoffnungen darüber unerfüllt blieben.
  2. sie geruhen, die Versicherungen der Hochachtung
  3. an Anhänglichkeit anzunehmen, mit der ich
  4. stets bleiben werden.
  5. Ew Hochwohlgebohren