Traces in the Sand

Document 227 · Letter

4 January 1812

Blizanów

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld forwards the offer of the sub-prefect von Brzechffa to lease the lordship of Zagórów for 6 years at 20,000-25,000 Rthl a year and to put the 3 demesne farms in order for 3,000 Rthl. Triebenfeld advises accepting the contract, since he says he cannot raise the dues and interest, among them 1,250 Rthl to the Invalids' Fund, and a new sequestration threatens. He asks for a decision between a deal with General von Schimmelpfennig and the lease, followed by a settlement with Weigel and Stössel to free Koszęcin.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 227
  2. Durchlauchtigster Fürst,
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Ob zwar der lezte Bote noch nicht zurück ist, und Ew. Durchl. erleuchtete
  5. Entschlüße mir unbekannt sind, so mag ich nicht Anstand nehmen Ew.
  6. Durchlaucht eine mir von dem H. Unterpräfecten von Brzechffa
  7. gemachte Proposition ganz gehorsamst durch einen reitenden Boten
  8. einzusenden. Gedachter H. v. von Brzechffa will die Zagorower
  9. Herrschaft auf 6. Jahre pachten.
  10. Er biethet jährlich 20,000 — 25,000 rt. Er will die 3. Vorwerke für
  11. 3000 rt. wieder complett in Stande setzen, und alle Lasten tragen
  12. Die Zahlung leistet er halbjährig und macht mit seiner Haabe und
  13. Gütern Caution. Er verlangt aber daß wenn die Güther verkauft
  14. und er aus der Pacht gesetzt würde, daß ihm alsdann ein Abstands
  15. Quantum von 10,000 rt: gegeben oder bewilligt werden solle, welches er
  16. berechtigt seyn dürfe aus den Kosten hernach beyzutreiben, die nach
  17. seiner Meinung nicht so bald von den Einwohnern zu erhalten seyn
  18. dürften
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  1. Ob Ew. Durchlaucht von diesem Antrage des H. von Brzechffa
  2. einigen Gebrauch machen wollen, stelle ich höchst Dero Ermeßen an
  3. heim, und bitte ganz gehorſamst mich deßfalls gnädigſt zu belehren
  4. Mein Unvorgreiflicher Vorschlag wäre, diesen Plan nicht so ganz abzuweisen,
  5. und einen Contract zu schließen.
  6. Ganz gehorsamst bemerke ich daß es wegen dem bevorstehenden Krieg und
  7. den und drohenden schrecklicher Revolutionen unumgänglich nöthig wird
  8. wegen die Güther so schnell als möglich einen Entschluß zu faßen.
  9. bey der fürchterlichsten Anstrengung bin ich nicht im Stande so viel zu
  10. sammen zu bringen, daß die entsezlich hohen Abgaben, und die Interessen
  11. bezahlt werden könten. Ich will soll, und auß
  12. 1ten. Die Podothen mit diein — 1200. rt. bezahlen
  13. 2. die neuen exorbitanten lieferungen
  14. nach Warschau hin mit 1240. rt. 8 g. berichtigen
  15. 3. Interessen an die Invaliden Casse — 1250 rt. senden
  16. 4. An Weigel 1250 rt. ſchikenlaßen
  17. 5. alte Podatten[?] und sonstige Kosten 1730 rt. bemühtiger
  18. Alle Arrestschlage sind zwar aus Freundschaft für mich von dem Prefecten
  19. Podprefecten und Tribunals Präsidenten aufgehoben — werden die Kosten
  20. aber nicht bezahlt, so tritt die Sequestration von neuen ein, und was
  21. risquire ich nicht mit der Invaliden Casse?
  22. Der Herr Prefect von Brzechffa ist jezt so gut und nimmt sich, da
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  1. Der Podsedek [G?]ukarski sein Freund, uns aber stets entgegen gewe-
  2. sen ist, die betreibung der Zinße und Reste an — Er wie ich aber
  3. zweifelt, daß bey der jezigen schrecklichen Geldnoth, viel zusammen
  4. gebracht werden dürfte. Die Menschen sind wahrlich nicht nur Arm,
  5. sondern halstarrig, und durch die seelen wiederwärtige Verfügun-
  6. gen, verworren — Ein Mann wie den Podprefect Brzechffa kann
  7. nach und nach bey der ihm beywohnenden Gewalt nur alles wieder in gu-
  8. ten Geleiß bringen. Geruhen Er. Durchlaucht mich also gnädigst
  9. zu belehren, was höchst Sie zu thun gemeint sind.
  10. Ob Sie demnach mit dem H. General von Schimmelpfennig handeln, oder
  11. ob mit Brzechffa der Pachtcontract geschloßen, und hernach
  12. ob dann mit Weigel und Stössel der Verein bewürkt und Koschen-
  13. tin frey gemacht werden soll?
  14. Im ersten Falle würde ich zwar Ew. Durchlaucht alles nur denklich
  15. Glük aus Herzens Grunde wünschen, übrigens mich aber bey dieser
  16. Sache zurück ziehen, und in Ehrfurcht verstummen müßen, umsomehr
  17. als ich bey dies Geschäft weiter keinen Nutzen sehe, als daß Ew.
  18. Durchlaucht etliche tausend Frey inne[?] rt. in schlechtschenden Pappie-
  19. ren erhielten, dagegen aber schrecklich verlöhren. Genehmigen
  20. Er Durchlaucht den 2ten Plan, so käme ich mit Hl. p. vor Brzechffa
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  1. nach Schlawenschitz — der Contract würde geschloßen, und H. S.
  2. von Brzechffa brächte auch wohl ein Paar tausend v. mit, und
  3. dann könnten die Negocationen mit Weigel und Stössel einge-
  4. leitet und beynekt werden, wozu ich gerne meine Blizanower,
  5. die Güther welche ich noch dagegen einsandle mit drinigebe
  6. Die Olesnicer und Wrąbczyner, wird endlich künftige Woche vor-
  7. kommen, ich hoffe fest, daß dieſe Geſchichte von ſeegensreichen
  8. Folgen sein wird — Ehe indes diese Sachen noch nicht beendigt sie
  9. kann ich von hier noch nicht weg.
  10. Übrigens iſt der Reichstag in Warschau ſehr stürmisch be-
  11. endigt, und grausam viele, drükende neue Abgaben den Guts
  12. besitzern aufgelegt. Der König ist nach Dresden zurück
  13. Mann hat ſtarke Reden gehalten,
  14. Zum heut angetrettenen Neuenjahr wünsche Ew. Durchlaucht
  15. ich mit dem treuesten Herzen daß nur denklichst Glük, und die
  16. dauerhafteste Gesundtheit — und ersterbe
  17. Ew Hochfürstliche Durchlaucht
  18. Blizanow
  19. d 4. Jan.
  20. 1812
  21. treu unterthänigſter Diener
  22. v. Triebenfeld