Traces in the Sand

Document 226 · Letter

20 December 1811

Blizanów

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld thinks the exchange plan with General Schimmelpfennig has fallen through or been held up by obstacles, since neither Sommer nor the General has arrived. He sends on a letter from Count Wartensleben: he says everything depends only on a letter from the Prince to Stössel, to the effect that Stössel and Weigel can be satisfied only out of the estates in the Duchy of Warsaw. The Prefect demands the original deed for Zagórów, failing which confiscation threatens. He asks whether the lawsuit over the Trąbczyn estates should be continued.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 226
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Höchst verehrtes Schreiben habe ich nebst den
  5. verschiedenen Beilage durch den rükkehrenden Fußboten erhalten
  6. Wann ind es mein erster Bothe, welcher d. 9ten dort abgehen und den 12ten
  7. hier eintreffen solte, oder dh. Sommer, noch weniger der General Schimmel-
  8. pfennig sich hier eingefunden haben, so muß ich glauben daß der Plan
  9. wegen eines Tauschandels mit den Gen[eral]: Schimmelpfennig, gescheitert ist, oder
  10. daß Hindernis im Wege getörten sind, die vorhero aus dem Wege ge-
  11. räumt werden müßen. Inzwischen habe ich gemäß Ewr Hochfürstliche
  12. Durchlaucht Befehlen jedes Individuum unterrichtet wie es ſeine Rolle
  13. bey Ankunft des Generals v. S. spielen soll. Ob übrigens der Plan
  14. mit Sch: für Ewr Durchlaucht wahrhaft nüzlich um mit Ihrem Ehr
  15. Gefühl völlig übereinstimmend ist, darüber wenn ich nicht weiter
  16. zu urtheilen, sondern verstumme im Ehrfurcht, und befolge soweit
  17. es in meiner Macht steht, Höchst Ihre Erleuchter Weisungen. Eben dies
  18. ist der Bewegungs Grund der jezigen expresse Sendung eines Briefes
  19. von dem Grafen v. Wartensleben, welcher der intimste Freund des
  20. alten Stössels ist und für welchen ich anfangs die Sache einleitete.
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  1. höchst Sie geruhen zu befehlen, daß ich das Geschäft mit Stössel und Weigel
  2. nicht fahren laßen soll, und diesem Grunde sende ich das Wartenslebensche
  3. Schreiben — woraus Ewr Durchlaucht entnehmen wollen, daß es lediglich
  4. auf ein Schreiben an Stösseln von Höchstdieselben ankömt und
  5. = daß Ewr Durchlaucht keinen andern Ausweg hätten, ihm
  6. = und dem p Weigel zu befriedigen als durch die Güter in
  7. = Herzogthum Warschau
  8. = Wann ihm / Stösseln / dies genehm wäre, so würde er er
  9. = sucht desfals mit Triebenfeld in Unterhandlung zu treten und
  10. = die Güter zu besichtigen
  11. Ob und was Ewr Durchlaucht zu thun gemeint sind, stelle ich lediglich
  12. Höchst den erleuchten Ermeßen anheim, nur bitte ich mich desfals Gnädigst
  13. zu belehren —
  14. Das übrigens jezt aus den Gütern keine Gelder zu ziehen, sind ist nicht
  15. meine Schuld. Es ist die allgemeine Noth die selbst dem Begüterse.
  16. und wohlhabendesten tritt und zu Boden drückt —
  17. daß weiter dem Prozeß beendiget oder gewonnen wird ist eben so
  18. wenig mein Verschulden. — Ich habe durch ein ganzes Jahr für ihrer
  19. durchlaucht wohl und Ung zu mit dem glühendesten Eyfer gemacht.
  20. Rastlos gearbeitet, und dafür mit den Meinen die grenzenlose
  21. ste Noth gelitten — die Einregistrirung der Prozeße sind
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  1. gemacht, ich habe Himmel und Hölle aufgeboten die Sachen auf den Gerichts
  2. Tisch zu bringen — Geschenke und Gabe vermögen nichts, was soll
  3. Ich weiter thun? — Schon viele Gros sprechen haben zu Rittern an diese
  4. Geschichten werden alles gewinnen und das Ende herbey führen wollen —
  5. Im ersten Anlauf rennte noch immer jeder mit der Nase gegen den
  6. fels, die Folge war daß jeder Preischer Leidsum machte und mich
  7. stets allein stehen lies —
  8. Haben indes Ewr Durchlaucht jemanden der es beßer als ich versteht,
  9. ſenden Sie ihm zur Führung der Geſchäfte her, mit dem treuesten Herz in
  10. will ich ihm noch gerne auf alles hinweisen, und die Feder niederlegen
  11. der Vorwurf dem Ewr Durchlaucht mir wegen den Prozeßen zu machen
  12. belieben trift mein Herz zu sehr, es ist mir ein dolch stich, und von Ihnen
  13. alzu unerwartet — Gewöhnt an ungerechten Tadel, würde ich jeden
  14. Schwätzer dorten, seinen Geifer, ungerührt hinter mich herprudeln,
  15. sehen. Nur allein von Ewr Durchlaucht kränkt noch ein Vorwurf
  16. der Art zu tödtlich, und Sie zwingen mich das zu sein was ich Ihnen
  17. mit dem mir demlichst treuen Herzen bis her war.
  18. Das Wartenslebensche Schreiben erbitte ich nur durch diesen Bothen
  19. zurück —
  20. Übrigens verlangt die Prefectus die Original Urkunde von den Zagorower
  21. Gütern / die über Trąbczyn Betsche ist hier / laut beigehenden Rescript —
  22. kom diese nicht vorgelegt werden, so conficirt man die Güter!
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  1. Ewr Durchlaucht bitte ich solche durch diesen Expreßen höchst gefälligst
  2. mit zu senden.
  3. Schlüßlich frage ich gehorsamst an, ob der Prozeß wegen den
  4. Trąbczyner Gütern fortgesezt werden soll, oder ob man
  5. auf die Ereigniße der Zeit sehen, und die Sache abwarten soll?
  6. Zu verliehren ist die Sache nicht —
  7. In tiefer Erniedrigung verharren
  8. Ewr Durchlaucht
  9. Blizanow
  10. den 20ten Decbr. 1811
  11. unterthänigster
  12. v Triebenfeld