Traces in the Sand

Document 20 · Letter

7 March 1809

Sławięcice (Schlawenschitz)

Under a new cabinet order, payment must be made in Courant even where the sum was lent in paper money. He says this means a loss of 1,500 Rthl in the van der Lahr matter. The writer fears arrest by van der Lahr over 3,000 Rthl. He says he wrote to Amelang telling him to offer van der Lahr a settlement: 1,000 Rthl in cash and 350 Centner of iron at 6 Rthl by the end of April. For this he asks for 950 or 1,000 Centner of iron to be sent to Konotop by 20 April.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 20
  2. Unterthänigstes Pro Memoria
  3. Aus das beigebogene Schreiben des Geheimen Raths Amelang werden Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  4. zu ersehen geruhen, daß abermals eine neue Cabinets Ordre gegeben ist, daß man ganz das
  5. LandRecht und alten Geſezzen entgegen jezt absolut Cour: zahlen muß wann auch gleich
  6. die Valuta nur in Papieren gegeben worden.
  7. dieser Schlag trift hart und erregt einen Verlust von 1500 rt in der vd Lahrschen Sache.
  8. bezahlt muß nun nach der verſ. Cabinets Ordre / die nur allein zu Gunsten der Juden,
  9. und Wucherer gegeben worden / absolut in baar Courant werden. Wo aber hernehmen?
  10. Ich bin herunter und kan mich selbst nicht helfen; den noch jezt sizt ein Sequestor in meine
  11. Kontopper Güter — ich muß von ferne stehen, und darf mich meinen eigenen Heerd
  12. nicht nähern; Ja ich risquire alle Tage wegen die 3000 rt. aufgehoben und aufs neue
  13. durch den van der Lahr arretirt zu werden, welche Schmach ich aber mehr als den Todt fürchte
  14. Ich habe um Unglük vorzubeugen in dieser Noth heute an. Amelang Nachmäus
  15. Ewr Durchlaucht geschrieben,
  16. "daß er sich in dieser Sache mit dem van der Lahr vergleichen solle, daß er
  17. dem von der Lahr Ein tausend rt baar Geld, und 350 Centner Eysen a 6 rt
  18. bis Ende Aprill abgeliefert bieten solle."
  19. Ich hoffe der Weiterer wird die offerte annehmen, ich schreibe desfals Nahmens Ewr
  20. Durchlaucht auch an den von der Lahr selbst.
  21. Die 1000 rth will ich aufbringen und abführen, damit es Ewer Durchlaucht nicht zu schwer
  22. fält. Höchſt dieſelben haben aber dan die Gnade und ſchicken mir 950 Centner und
  23. wann es sein kan 1000 Centz vor voll bis Gegen den 20ten Aprill hierher nach Kontop
  24. ich beſorge gleich alles von hier nach Berlin, ſchicke an Michaelis die 600 Centz und
  25. an von der Lahr so viel als ihm kömt. Den die Kosten betragen, noch viel, und
  26. Grunde habe ich deren, nicht wenig so wie jezt die Zagorower die für Ausfertigung
  27. aller Vollmachten Reise Kosten des Hawich, Hecker und des Justiz Bürgermeister Schenck
  28. von Neufeln mit seinen Actuarius den 163 rt baar Cour: betragen haben.
  29. Schicken Ewr Durchlaucht mir indes die 1000 Centz Eysen, so bringe ich alles aufs reinen
  30. und man kan mit Muthe wie der beigebogene Bericht zeigt ein neues Leben und
  31. Wandel anfangen, im Gegentheil aber muß ich, wan Ewer dies nicht bewerk-
  32. stelligen, wie ein Vogel auf dem Dache und jezt stete Einkerkerung von dem
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  1. van der Lahr, und hernach vom 1 sten May ab auch vom Michaelis befürchten
  2. Ich hoffe indes zu Gott, daß Ewr Durchlaucht meine Bitte gewähren auch diesen in
  3. höchster Noth gefaßten Entschluß approbiren wird, auch daß der van der Lahr
  4. das Nahmens Ewr Durchlaucht gethane Anerbiete, annehmen wird.
  5. Ich schicke daher dies Schreiben, da es durchlaucht in Ansehung Ihrer Pohlinischen Be-
  6. sizzungen einige Ruhe gewähren wird, und zugleich die dringende Bitte wegen
  7. Abhelfung meiner Leiden in sich faßt, zu Expressen; haben höchst dieselben die
  8. einzige Gnade und senden mich durch den Bothen Ihre Einwilligung, besonders
  9. aber die beruhigende Nachricht, ob die 950 oder 1000 Centner Staab und reifen
  10. Eysen bis zum 20ten Aprill hier auf meiner Boyadler Ablade sein können,
  11. damit ich mich nicht in den Wäldern verkriechen, sondern frey und muthvoll handeln
  12. kan. Ewr Durchlaucht verlieren dabey wenig, den Sie erhalten ja die vom
  13. Französischen Gen Gouvernement für mich angewiesene Summa aus die Zago-
  14. rower Güter zurück und den sind die 1000 Leute Eysen wieder bezahlt — ich
  15. hingegen habe schon viel verlohren, arrest und Millionen Ärger um die Geschichte
  16. dulden müßen und bin in der damaligen Carriere dergestalt zurück gesezt daß
  17. ich nie mehr redressiren kan.
  18. Der Gen[eral]. Leut[nant]. v Zastrow, der sich dermalen hier auf seine Güter aufhält
  19. empfiehlt sich Ewr Durchlaucht zu Gnaden. Er ist gewis Ewr durchlaucht
  20. treußer Verehrer. Er falle[?] in Ihrer Sache als redlicher Mann behauptet, daß
  21. Sie dem N. bey Jena würklich geschlagen haben, nur daß Sie auf hohen Befehl den
  22. Gen[eral]. B. verboten mit der Caval. vorzugehen, und alle dadurch sey alles vor
  23. lohrn gegangen.
  24. Schade nur daß dieser ehrliche Mann für diese Wahrheit im steten Scat wird
  25. liegen müßen.
  26. Wann ich Ewr Durchlaucht Nachricht erhalte um hier alles darnach orden
  27. zu können, gehn ich gleich nach Wien und natürlich lege ich mich dem Hochstdieselben
  28. im Schlawenschitz persönlich zu Füßen.
  29. Kontop
  30. den 7ten März 1809
  31. v Triebenfeld
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  1. Abschrift des Briefes an
  2. den Banquier Herrn
  3. van der Lahr
  4. Hochwohlgeborn in Berlin.
  5. Hochwohlgeborner Herr
  6. Hochgeehrter Herr Banquier
  7. Ewr Hochwohlgeborn haben die Güte gehabt in meinen Angelegenheiten dH. K[rieges]. R[ath]. v. Triebenfeld gegen einen
  8. von ihm und dH. Gen[era]l und M v. Zastrow Ew. ausgestelten Wechsel 5260 rt. im Papier, vorzuleihen
  9. die in Cour: zurück zu zahlen versprochen sind. Herr v. Triebenfeld hat Ewr darauf 2260 rt. w[?] Capi-
  10. tal und 153 rt. Zinsen bereits zurück gezahlt, und es sollen noch 3000 rt und hieran die Zinsen von
  11. July an restiren. Es würde meiner Denkungsart ganz entgegen laufen, wan ich zugeben
  12. P[?], daß H. v Trieb[enfeld] um dieser Sache willen leiden oder einige Unannehmlichkeit haben solte
  13. Ich ersuche Euer daher freundschaftlich dem Herrn zu v Trieb[enfeld]: ex nexu zu laßen, den Prozeß
  14. gegen ihm bald aufzuheben, und die Bezahlung der Schuld von mir anzunehmen.
  15. Ich erbiete mich Ihnen sogleich 1000 rt und den Rest bis Ende Aprill zu bezahlen.
  16. und wollen Sie meine Bitte ganz statt finden laßen, so nehmen Sie von mir / da das baare
  17. Courant zu erhalten sehr schwer hält 350 Centl gutes Staab und Weise Eisen a 6 rtlr an
  18. die ich Ihnen sogleich von meinen Eysen Werden zu übersenden auf das heiligste versichere
  19. DH. Geheime Rath Amelang ist von mir bevollmächtiget diese Sache mit Ew. zu verſenden
  20. mit Sie abzuschließen, und mir auf das schnellste davon Nachricht zu geben, damit ich
  21. sofort die 1000 rt einsenden, auch das Eysen packen und zu Waßer fortbringen laßen kan.
  22. Ich werde Ew. Einwilligung in dieses mein Ansuchen als eine Beweis Ihrer Freundsche
  23. ansehen, und dafür mit wahrer Hochschäzzung stets sein
  24. Ewr
  25. Schlawenschitz den 7ten März
  26. 1809
  27. wie in Blanquet zu Ho.