Traces in the Sand

Document 179 · Letter

1 May 1806

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that the dismemberment and the Pszczew affair have been approved by the King and that the yield of the estates has been fixed at 40,260 Rthl. The debts amount to 698,000 Rthl. Together with General v. Köckritz he intends to ask the King for treasury notes to pay them off, the matter being pursued by Court Fiscal Pochammer, for whom he urgently requests a power of attorney. He says Glenck knows nothing of the Prusimska affair; he promised him 8,000 Rthl sub spe rati for the repurchase of his lands. For the 30,000 Rthl he still sees no way.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 179
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht höchst gnädige Schreibe von 19 und 27ten Merz habe
  5. darum so späth erhalte, weil selbige sehr lange in Słupca gelegen habe,
  6. Es ist für mich mehr als traurig, daß ich von Ewr Durchlaucht so weit ent-
  7. fernt leben und ſo ſelte Nachricht haben ſoll. beſonders ſchwer falt es mich
  8. zu handeln wann Ewr Durchlaucht mich so lange ohne alle Antwort belassen
  9. Indes gebe ich mir die Ehre Höchstdenenselben ganz gehorsamst zu berichten
  10. wie alle Sachen gediehen sind.
  11. Ich habe nachdem ich auf den Gütern alles geordnet hatte mich wieder
  12. hierher nach Berlin gemacht um hier zu würken und die Sache wo
  13. möglich zu finaliſiren.
  14. Die Dismembration ist wie Ewr Durchlaucht wißen sehr ehrenvoll genehmigt
  15. und Selbst des Königs Majestät habe mir hoch Dero Beifall gewürdigt.
  16. Auch die Betscher Sache ist bey der Kammer genehmigt von General Hinrich
  17. Departement, dem König zur Approbation vorgelegt, und eben heute
  18. solche von König vollzogen hier eingegangen. Diese Sache welche
  19. Ewr Durchlaucht große Gefahr drohete ist nun auch ganz in reinen.
  20. Die Taxen der Kalischen Kammer sind ebenfals beendiget, sie sind
  21. wie die Abschrift sub A zeigt ausgefallen und liegen eben dem
  22. General Finanz Departement vor von welchen ich Morgen ein Authen-
  23. tisches Attest über die für immer festehende Revenuen der Güter
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  1. erhalten soll und worin der Ertrag 40260 rthl nach alle, nur
  2. möglichen Prüfungen festgeſezt iſt. — Jedoch išt hierbei weder der
  3. Wald noch die Laudemien und Jurisdictions Fälle angenommen, sondern
  4. Ewr Durchlaucht Disposition allen überlaßen worden.
  5. So groß der Ertrag nun auch ausgefallen ist, so sind die Schulden
  6. nach der Sub. B. beigebogenen Designation nicht nieder groß und
  7. wichtig und gehören eine Reihe von Jahre dazu bis alles rein ab-
  8. gezahlt werden wird.
  9. Ein Glück war es daß ich eben zu dieſer Zeit hier eintraft den eben
  10. lag die Sache wieder wegen der Curischen Post und den Intresse Zahlungen
  11. vor umsomehr da der Minister v. Stein jezt alles aufräumt und
  12. zu dem Ende eine Comission niederzusezzen erbeten hatt, die aus
  13. dem Minister v. Voss dem Groß Kanzler und ihm, visa vis dem
  14. Hern Minister Gr. v. Schulenburg besteht, die alles untersuchen und
  15. alles sichern laßen solle, damit man besonders wegen der Banque
  16. und Seehandlung, wo man große Defecte vermuthet, hell sehr
  17. will. Ich habe über diese Sache viel mit dem Herrn
  18. General v. K[öckritz]. conferirt und mich am Ende mit demselben dahin
  19. geeiniget, von des Königes Majestät so viel Tresor scheine
  20. zu erbitten als zur Bezahlung Ewr Durchlaucht Schulden
  21. überhaupt erforderlich sind.
  22. Die ganze Summa ist wie die Designation es besagt
  23. aber 698000 rt., excl. der mir zustehenden Posten mit denen
  24. ich bis zu glücklichern Ereignißen warten werde.
  25. Ich habe desfals unter meinen Nahmen wie die Beilage
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  1. Sub Litt C. zeigt schreiben wollen, und zwar umsomehr da der
  2. König nur jezt die mir gebührende Gerechtigkeit wiederfahren
  3. läst. Indes hat dHl. Geh[eimen]. Cab[inets]. Rath B[eyme]. noch nicht sein fiat gegeben
  4. und der würdige General fürchtete mit allen Rechte, daß die
  5. Sache gänzlich scheitern dürfte. Daher schlug der bidere Freund
  6. vor, daß der Busen Freund des H. p B: — der Hoff Fiscal
  7. Pochammer diese Sache betreiben solle.
  8. Mitt diesen habe ich mich nur geeiniget, Ew. will alles besorg
  9. und verlangt für seine Mühe ein ebenmäßiges Honorarium als
  10. er von dem Prinz. v Hesse zugesagt erhalten hat.
  11. Inzwischen muß er eine Specielle Vollmacht haben und
  12. hatt er zu dem Ende das Sub Litt D. beigefügte Formulas
  13. mir so eben zu gesandt, welches ich Ewr Durchlaucht mit dem
  14. gehorsamsten Bitte übermache, selbiges dorten in forma
  15. Probante / insofern alles Höchst Ihren Beifall hatt
  16. ausfertigen zu laßen zu vollziehen, und es eiligste anhero
  17. zusenden, damit ich schnell würden, und alles
  18. zu Stande bringen kan — umsomehr da Johanni
  19. vor der Thür ist — und bey diesen so höchst bedrängten
  20. Zeiten sonsten woher kein Groschen, da besonders alle
  21. Cassen gespeiert sind, zu erhalten ist, um die so
  22. dringenden Schulden bezahlen zu können.
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  1. Alles wird darauf ankommen, daß H. p. Pochammer dem Hlrn. Cabinets Rath
  2. dahin stimmt, daß wir die Gelder oder Tresor scheine zu 3 pct erhalten
  3. der Prinz v Oranien muß zwar 4 pct geben, indes glaubt H. Pochammer
  4. gens zu reussiren und das Capital a 3 pct. los zu eisen.
  5. Wär dies dan könten sich Euer Durchlaucht über aus glücklich
  6. schäzzen. Sie wären auf einemahle alle Ihre Schulden los
  7. hätten nach einige 30 Jahre die reinſten Güter, und zogen einstweilen
  8. dennoch jährlich an 10000 rt. aus den beiden Herrschaften
  9. und wären aller Sorgen Kummer und besonders des Verdrußes
  10. wegen den entehrenden Prozeßen los und ledig —
  11. Den Amortisations Pläne habe ich zu dem Ende und
  12. besonders zu Ewr Durchlaucht über sicht angefertiget um
  13. begellige Sub Litt E. hier gehorsamst bey
  14. Geruhen Sie gnädigster Fürſt und Herr alles zu prüfen
  15. und schicken mir besonders die Vollmacht für den
  16. Hoff Fiscal Herrn Pochammer — damit dieses so
  17. äußerst wichtige und zu Ewer Durchlaucht Wohl Ruhe
  18. und Ehre abzweckende Werck eifrigſt betrieben
  19. und einmahl glücklich beendiget werden könne.
  20. Höchst belohnend für mich ist es daß nur der Monarch seinen
  21. Beifall nicht verſagen können, und daß dieſe Sache ſelbſt
  22. das Staunen des Cabinets Rathes Beyme erregt hat, vor
  23. züglich aber hat mir dies gefreut, daß der Minister v. Voss
  24. mein Benehmen seinen Cammeren zum Muster aufgestellt hat.
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  1. Was nun das Glencksche Schreiben von 28ten Febr betrift so erwieder ich darauf
  2. Tief gehorſamſt, daß die Prusimskische Sache dem Glenck ſo fremd iſt als
  3. dem Blind gebohrnen die Farbe. Wäre es mir möglich allgegenwärtig zu sei
  4. so würde ich auch diese Geschichte mit gleichforcie betreiben. Dan dies aber
  5. ohne sich Göttliche Eigenschaften wie Tollhäuseler zu zweigenen nicht geschehen kan,
  6. so muß ich bey den Haupt Sachen stehen bleiben und diese, um Ewr Durchlaucht
  7. Ruhe zu begrüncken mit redlichen Eyfer bei bearbeiten.
  8. Übrigens tröste ich mich damit daß Hr. Glenck diese Sache mit seinem Jahr nur
  9. fingirt hatt, nun Stoff zu haben an Ewr Durchlaucht zu schreiben, und höchst dieselben
  10. seine Pracheregen[?] im Gedächtnis zu revociren.
  11. Den Zweck hat er erreicht, daß ich ihm nun sehen und sprechen müße — Mein Urteil
  12. war indes richtig, den von der Prusimskischen Sache wüste er nichts, nur der Consens
  13. wegen den Verkauf ſeiner Gründe war der Gegenſtand worüber er raisonirten
  14. Er rühmte seine vieljährige Dienst mit und daß er 42 Reisen in Ewer Durchlaucht
  15. Angelegenheiten gemacht — wo er nach seiner Meinung eine weit größere
  16. Remuneration als diese Bagatelle verdient zu haben glaubte
  17. Um dem Dinge am Ende zu machen frug ich ihm was er den eigentlich,
  18. wann er Euer Durchlaucht die Gründe zurük verkaufte, haben wolte.
  19. seine Antwort war, daß er solche keine X zur unter 8000 rt laßen
  20. könte. Den ſchon habe er Ewr Durchlaucht 330 Morgen Gründe
  21. Die Höchstete ihm außer der Voigtey, und den 300 Morgen Wald, zuge-
  22. sagt hätten, geschenkt — dies sey den doch schon mehr als raisonable
  23. und im Fall man ihm den Consens verweigern wolte, würde er Klage
  24. und diese auch noch fordern — Ich habe um alle diese bachensee des
  25. Glencks ein Ende zu machen ihm die 8000 rth. Sub. spe rati zugesagt, und
  26. submittire hierüber Ewr Durchlaucht befehle — den Consens
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  1. aber seinen Verkauf können Ewr Durchlaucht ihm nicht geben, es sey den daß Sie
  2. etliche 20 neue Prozeße vorziehen — den jeder Bauer und Chalupniker
  3. der innerhalb der 700 Morgen, Grunde hat, würde nicht weichen
  4. wollen und gegen dismembration und alles protestirt ich werde nun sehen es möglich zu machen um einen Theil
  5. der Gelder aufzutreiben und den Glenck zu bezahlen.
  6. Was dem Consens wegen Santomisl betrift, so remittire ich daß davon
  7. erhaltene Stück / den die Mittlen Bogen fehlen / mit der Submissen bitte
  8. es ja sofort zu cassiren —
  9. Santomisl ist ein Pertinenz von der Herrschaft Betsche die an-
  10. den Unterthanen verkauft ist — es sey nun ein Dominial oder
  11. Rustical Grundstück — Genug es ist den Leuten alles verkauft und
  12. alles ist jetzt genau wirt was zu dieser oder jener Sache geschlagen
  13. ist — Ewr Durchlaucht habe Sich kein Recht über Grundstücke sondern
  14. nur das Obereigenthums Recht in der Art vorbehalten, daß Sie
  15. alles, was Ihnen jene Leute, die jezt eigenthümig Besitzer heißen, vorlegen,
  16. Approbiren, und dafür Ihre 10 pro Cent Laudemien erhalten wollen.
  17. die so genannten Erb Leute haben auch schon die Landebergschen Erben
  18. im Anspruch genommen und fordern das Gut da der Contract
  19. des Radki[?] falsch ist, zurück. würden Ewr Durchlaucht nun jezt
  20. diesen und dem Contract entgegen Sachen Approbiren, und verkäufer
  21. ohne der Erbesitzer wißen consentiren. So hätte die Menschen ein
  22. Recht zu Klagen und jedes einzelne Individuum könte Ihnen
  23. einen so kostspieligen Prozeß formiren der alle errungene
  24. Vortheile anstreiben würden
  25. Überden ist es auch wieder reichtlich einen bürgerlichen jezt Dominial
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  1. Rechte einzuräumen. Es ist das nach einer neuen Cabinets Ordre durchaus
  2. verboten und zieht den Verlust des Incolats nach sich.
  3. selbst Verarbrachtungen aus dieser Güter, an nicht besizigfähige sind durchaus
  4. untersagt, und sollen keinesweges gelitten werden.
  5. Für die Olesnicer Erbpächter ist mir diese Cabinets Verfügung und die daraus
  6. publicirten Edicte stehe heilsam, den durch diese allein müßen die Sub[en?] räumen.
  7. vorzüglich aber muß außer allen diesen Ewr Durchlaucht noch bemerklich machen, daß
  8. Sie selbst / wann Sie würklich das Recht dazu hätten / schrecklich verlern würden.
  9. wan Sie um die elenden 6000 rth willen diesem schändlichen Plan approbirten.
  10. Santomisl wird darauf wan es die jetzigen Erbbesitzer zertheilen an
  11. 100/m rthl. werth haben. Alle 20 Jahre sind die Stellen rund herum verkauft.
  12. und da haben Ewr Durchlaucht und Ihre Nachkommen die guter durch die 10 pct
  13. Laudemien aufs neue bezahlt. Dies ist doch eine so wesentliche Sache die
  14. sich kein Grundherr fur die Ewigkeit vergiebt
  15. Was die 30000 rt anbetrift, so sehe ich noch keine Möglichkeit ein wie[?]
  16. diese so schnell ſchaffen ſoll. Erhalte ich das Capital von König
  17. so erhalten Ewr Durchlaucht zwar viel — allen das geht rein auf wen
  18. alle Schulden bezahlt würden sollen. Lezteres muß sein, weil
  19. der Hypothequer Schnee reine sein muß. Woher also nehmen?
  20. Der einzige Fall wäre wenn ich Geld auf eine meiner Hypotheque auf
  21. Schweinern und Kontop bekommen könte, oder daß die Erbkäufer
  22. in Zagorowo und Trąbczyn häufig kaum und Geld brächten
  23. zu leisten, aber gehört, daß ich zu Hausen oder in jenen Gegenden
  24. seyn könte; das geht aber nicht, den ich muß absolut hier würden.
  25. Ist es indes eine Möglichkeit so zählen Ewr Durchlaucht auf meinen
  26. Eyfer Ihre Wünsche alle Wege zu realisiren.
  27. Mit erster Post werde ich höchst denenselben das weitere hierüber
  28. schreiben.
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  1. vieleicht last sich irgendwo ein Mittel auffinden noch hinter das
  2. Große Darlehn etwas zu erhalten. Vieleicht glückt es, auch den jeder
  3. will jezt helfen, da selbst der König meinen Handlungen laut gelobt
  4. und Gerechtigkeit hat widerfahren laßen, ging der Creditoren zu besänftigen
  5. Das traurigſte für mich ist daß Ewr Durchlaucht jezt ſo entfernt
  6. von hier leben und daß ich so ganz allein alle diese Lasten tragen
  7. muß. Auf keinen Menschen kan ich mich verlaßen, ich mag bey meinem
  8. Abreisen ändern was ich will, so geschieht nichts — was ich wieder
  9. kommen muß ich nur Gott danken, daß ich es finde, als ich das gelaßen
  10. hatte — Grattenauer ist jezt fortwährend krank, kan nicht schreiben
  11. noch weniger weisen — Schenck hat sich ganz zum faulsten Hände
  12. umgestaltet — Grimm läst alles so lange liegen bis er denkt ich könte
  13. ihm wieder aufm Dache steigen. Melzern darf ich erst nicht schildern
  14. den deßen brutalitaet und Faulheit ist Ewr Durchlaucht gar
  15. Gnüge bekannt.
  16. Hilft mir aber Gott jezt daß ich das Darlehn erhalte alle
  17. Schulden zahle, und dadurch den großen Theil aller Prozeße beheben
  18. dann werde aber auch Ewer Durchlaucht einen Plan vorlegen
  19. nach welchen man die unnüzzen bestimmen in Steat[?] legen kan.
  20. Jezt muß ich nur noch behutsam gehen, damit die Buben nicht
  21. zum Verräther und der guten Sache schädlich würden,
  22. Ist es in der Welt möglich so geruhen Ewr Durchlaucht mir doch
  23. zu auf das schleunigste und allen fals zu Estaffette zu antwor-
  24. ten sonsten muß ich hier zu lange vergeblich liegen —
  25. In tiefsten Respect ersterbe, als
  26. Ewr Durchlaucht
  27. Erhalte ich die Tressor Scheine so
  28. werde ich trachte diesen und jene
  29. was abzureisen — Geruhen ihm durchl.
  30. mir noch einige Blaugeabs zu Briefen zu sehen, mit / ergebenster den / ganz ergebener Der /
  31. Berlin d. 1 ten May
  32. 1806.
  33. treu gehorsamster Diener
  34. v Triebenfeld
Written sideways on the page
  1. Die mit der Unterschrift an König habe ich noch alle aus die andern sind alle —
  2. Heute ist hier alles in Allern und bricht auß — Es sieht hier sehr bunt aus —