Document 180 · Letter
8 May 1806
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld replies that the claim of the Jew Nathan Liepmann is already listed in the schedule of liabilities; all creditors are to be satisfied. He says he cannot count on the dismemberment money of about 60,000 Rthl coming in quickly and must go on borrowing. Once the Pszczewer matter is concluded, the people are to pay 2,000 Rthl and Raven 1,200 Rthl in transfer fees (Laudemium); should Raven refuse, the communities are to reclaim the estate. Pochammer is to speak with Beyme on the 11th about the loan; the valuations are going back to Kalisz.
Triebenfeld antwortet, die Forderung des Juden Nathan Liepmann stehe schon in der Designation der Passiva; alle Creditoren sollen befriedigt werden. Auf die Dismembrationsgelder von an 60000 Rthl könne er nicht schnell rechnen und müsse weiter borgen. Nach Ende der Pszczewer Sache sollen die Leute 2000 Rthl, Raven 1200 Rthl Laudemien zahlen; weigert Raven sich, sollen die Gemeinden das Gut zurückfordern. Pochammer soll am 11. bei Beyme über das Anlehn sprechen; die Taxen gehen zurück nach Kalisz.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr,
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht gnädige Schreiben von 8ten und 18ten Aprill habe ich hier mit
- den Beilage zu erhalten die Ehre gehabt. Da der Inhalt des erstern vorzüglich den
- Klage des Juden Nathan Liepmann betrifft, so erwiedere ich darauf ganz gehorsamst
- daß deßen Post bereits in der Ewr Hochfürstliche Durchlaucht übersandten Designation
- aller nur bekandten Passiva aufgeführt ist; und daß sowohl dieſer Jude
- als alle Creditoren, wann die Vorsehung mein Bemühen steignet, befriediget werden
- sollen. Jezt kan nichts geschehen als diese Sachen alle so hinzu halten.
- Auf den Dismembrations Gelder die an 60000 rt betragen, kan ich nicht so schnell
- rechnen, weil diese sehr langsam eingehen dürften. Ich muß so zur Bestreitung
- der Kosten und Bezahlung der Zinsen noch fortwährend andern Rathschaft und
- Gelder auf kurze Zeit borgen.
- Da indes jezt die Betſchen Sache völlig beendiget ist, ſo müßen die Leute daher
- nun nach Abzug der 6000 rt für Echaust — 2000 rt zahlen, desgleichen muß
- Raven 1200 rt Laudemien abführen — dies sind erst 3200 rt — Hierzu werde
- ich sehen was gegen Johanni aus den Gütern an Pacht, Zinsen und Einstand
- Gelder zu sammen zu treiben ist um die 30/m rt durch aufzubringen, den von den
- andern Geldern, welche zur Tilgung der Schulden in Tresor scheinen geschaft
- werden soll ist nichts zu nehmen.
- Was die in 2 te Schreiben gerügte Sache mit der Michaelis betrift, so geht
- dies Ewr Durchlaucht nichts mehr an und außer solches jetzt die Betscher
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr, Ewr Hochfürstliche Durchlaucht gnädige Schreiben von 8ten und 18ten Aprill habe ich hier mit den Beilage zu erhalten die Ehre gehabt. Da der Inhalt des erstern vorzüglich den Klage des Juden Nathan Liepmann betrifft, so erwiedere ich darauf ganz gehorsamst daß deßen Post bereits in der Ewr Hochfürstliche Durchlaucht übersandten Designation aller nur bekandten Passiva aufgeführt ist; und daß sowohl dieſer Jude als alle Creditoren, wann die Vorsehung mein Bemühen steignet, befriediget werden sollen. Jezt kan nichts geschehen als diese Sachen alle so hinzu halten. Auf den Dismembrations Gelder die an 60,000 rt betragen, kan ich nicht so schnell rechnen, weil diese sehr langsam eingehen dürften. Ich muß so zur Bestreitung der Kosten und Bezahlung der Zinsen noch fortwährend andern Rathschaft und Gelder auf kurze Zeit borgen.
Da indes jezt die Betſchen Sache völlig beendiget ist, ſo müßen die Leute daher nun nach Abzug der 6,000 rt für Echaust — 2,000 rt zahlen, desgleichen muß Raven 1,200 rt Laudemien abführen — dies sind erst 3,200 rt — Hierzu werde ich sehen was gegen Johanni aus den Gütern an Pacht, Zinsen und Einstand Gelder zu sammen zu treiben ist um die 30/m rt durch aufzubringen, den von den andern Geldern, welche zur Tilgung der Schulden in Tresor scheinen geschaft werden soll ist nichts zu nehmen.
Was die in 2 te Schreiben gerügte Sache mit der Michaelis betrift, so geht dies Ewr Durchlaucht nichts mehr an und außer solches jetzt die Betscher
- Unterthanen bezahlen.
- Die Geschichte von dem Müller in Posen wofür 1 rt 7 g bezahlt werden
- müße, ist mir ganz unbekannt, und es ist dies ein Beweis wie
- schlecht die Mandatarien Ewr Durchlaucht diene-
- könte ich allgegenwärtig sein, so solten keine Absonditat dieser Art
- vorkommen.
- des v Raven Schreiben ist eine Büberey ähnlich — den Consens wird er
- wann die Gemeinden nichts dawider haben, erhalten, allein der Kerl weigert
- sich die Laudemien zu zahlen, und thut er daß nicht, so werde die Ge-
- meinden, die jezt für alles responsable sein müßen, das Gut
- zurück fordern und den Werth ſelbſt bezahlen.
- Die Glenckschen Sache habe ich Ewr Durchlaucht in meinen leztern
- schon gehorsamst angezeigt, und meine Meinung darüber gesagt —
- Den künftigen Sontag, das ist den 11ten d. ist Pochammer nach Stege-
- litz zu den H. Geh[eimen]. Cab[inets]: Rath Beyme gebeten und soll die Sache wegen
- des Anlehns beſprochen werden.
- Traurig ist es daß sich alles so lange schleppt, so hat man
- Die Taxen erst wieder nach Kalisz woselbst die Cammer das
- Attest und die detaxations Tabellen nach der Approbation, aus
- fertigen, und mir aushändigen soll. Unterdes muß ich hier
- umsonst sizzen und harren.
- Gott gebe daß die Sache nur einmahl beendigt würde, den ich sezge-
- alles meine hintenz und erlebe noch das nur denklichste Unglück.
- In tiefster Hochachtung ersterbe.
- Ewr Durchlaucht
- Berlin den 8ten May
- 1806
- treuester Knecht auf
- v Triebenfeld
Unterthanen bezahlen.
Die Geschichte von dem Müller in Posen wofür 1 rt 7 g bezahlt werden müße, ist mir ganz unbekannt, und es ist dies ein Beweis wie schlecht die Mandatarien Ewr Durchlaucht diene- könte ich allgegenwärtig sein, so solten keine Absonditat dieser Art vorkommen.
des v Raven Schreiben ist eine Büberey ähnlich — den Consens wird er wann die Gemeinden nichts dawider haben, erhalten, allein der Kerl weigert sich die Laudemien zu zahlen, und thut er daß nicht, so werde die Gemeinden, die jezt für alles responsable sein müßen, das Gut zurück fordern und den Werth ſelbſt bezahlen. Die Glenckschen Sache habe ich Ewr Durchlaucht in meinen leztern schon gehorsamst angezeigt, und meine Meinung darüber gesagt — Den künftigen Sontag, das ist den 11ten d. ist Pochammer nach Stegelitz zu den H. Geh[eimen]. Cab[inets]: Rath Beyme gebeten und soll die Sache wegen des Anlehns beſprochen werden.
Traurig ist es daß sich alles so lange schleppt, so hat man Die Taxen erst wieder nach Kalisz woselbst die Cammer das Attest und die detaxations Tabellen nach der Approbation, aus fertigen, und mir aushändigen soll. Unterdes muß ich hier umsonst sizzen und harren.
Gott gebe daß die Sache nur einmahl beendigt würde, den ich sezgealles meine hintenz und erlebe noch das nur denklichste Unglück. In tiefster Hochachtung ersterbe.
Ewr Durchlaucht
Berlin den 8ten May
1806
treuester Knecht auf
v Triebenfeld

