Document 16 · Letter
15 April 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld has asked Lieutenant Colonel v Thiel whether the King will still be in Vienna when Prince Adolph arrives on the 20th. Thiel assures him the King will be pleased and that no one will leave before the 22nd. Triebenfeld has not yet spoken with Hardenberg, and the Prince's affairs continue to rest. He reports that Murat has advanced as far as Mantua and that Bonaparte is gathering troops near Paris. An equivalent must be given to the Prince for estates. The closing passage, about a mortgage at Zagórów, is barely legible.
Triebenfeld hat Obristlieutenant v Thiel gefragt, ob der König bei Prinz Adolphs Ankunft am 20. noch in Wien sei. Thiel versichert, der König werde sich freuen und man reise nicht vor dem 22. ab. Mit Hardenberg hat Triebenfeld noch nicht gesprochen, die Sachen des Fürsten ruhen weiter. Er berichtet, Murat sei bis Mantua vorgedrungen und Bonaparte sammle Truppen bei Paris. Dem Fürsten müsse für Güter ein Äquivalent gegeben werden. Der Schluss über eine Hypothek bei Zagórów ist kaum lesbar.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Herr!
- Die Nachrichten oder Sagen über die Abreisen der Monarchen von hier, wechseln wie Ebbe und Fluth.
- Eine Stunde heißt, an 3- 4 Tagen geht alles ab — in der 2te sagt mann den Aufbruch nach Wochen
- hinaus, so hieß um z. B. vorgestern — künftig in Sonnabend geht der König von Preußen und
- der Rußische Kayser von hier über Berlin zur Armee — Heut versichert man daß deren
- Abreise erst Anfangs May geschehen solle mit Deutschlands Angelegenheiten noch erst Absolut
- zu Arrangiren wären. Beigelegene Nota ist eine Norm von den was geschehen wird.
- Nicht jeder ist damit zufrieden besonders ist Harum ein Gegenstand des Streites
- Ich war indes Bericht nur genau zu erfahren, ob auch der König am 20ten folglich bis zu
- Pr. Adolphs Ankunft noch hier sein würde, daher gieng ich zu dem Herrn Obristlieut-
- nant v Thiel. Ich machte ihm mit Ewr Durchlaucht und des Prinzen Entschluß bekannt und
- Bath ihm dem Lang zu sagen, daß der Pr Adolph den 20 ten hier sein, und wünschen würde
- Se M[ajestät] vorgestelt zu werden, wo er bitten würde in der Armee zu plaziren.
- Ich schilderte den Prinzen und seine Umstände genau, und wünschte mir zu wißen
- ob er auch dem König noch treffe würde
- dH. O L v Thiels trug mir auf ihm Ewr Durchlaucht ehrerbietigst zu empfehlen, und versicherte
- daß der König gewiß eine große Freude haben würde — Er ſezte hinzu
- Der ist von guter Race und nicht der Geist seines braven Vaters auf ihm
- so macht der König nun wichtige Emplette — übrigens kan ich Ihnen verſichern
- daß wir vor den 22ten nicht von hier abgehen —
- Mit Fürst Hardenberg habe ich noch nicht gesprochen, und ihm dies vortragen können; indes ist dies
- auch nicht deßen Sache — das Milit Dep: und das Civile — sind 2 heterogene Dinge —
- Ich hielt dies für Pflicht Ewr Durchlaucht zu melden. Ihre Sachen liegen troz den tausend
- ſchönen Verſicherungen noch immer in der Mauke, und theilen das Schickſahl mit vielen
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Herr!
Die Nachrichten oder Sagen über die Abreisen der Monarchen von hier, wechseln wie Ebbe und Fluth. Eine Stunde heißt, an 3- 4 Tagen geht alles ab — in der 2te sagt mann den Aufbruch nach Wochen hinaus, so hieß um z. B. vorgestern — künftig in Sonnabend geht der König von Preußen und der Rußische Kayser von hier über Berlin zur Armee — Heut versichert man daß deren Abreise erst Anfangs May geschehen solle mit Deutschlands Angelegenheiten noch erst Absolut zu Arrangiren wären. Beigelegene Nota ist eine Norm von den was geschehen wird. Nicht jeder ist damit zufrieden besonders ist Harum ein Gegenstand des Streites Ich war indes Bericht nur genau zu erfahren, ob auch der König am 20ten folglich bis zu Pr. Adolphs Ankunft noch hier sein würde, daher gieng ich zu dem Herrn Obristlieutnant v Thiel. Ich machte ihm mit Ewr Durchlaucht und des Prinzen Entschluß bekannt und Bath ihm dem Lang zu sagen, daß der Pr Adolph den 20 ten hier sein, und wünschen würde Se M[ajestät] vorgestelt zu werden, wo er bitten würde in der Armee zu plaziren. Ich schilderte den Prinzen und seine Umstände genau, und wünschte mir zu wißen ob er auch dem König noch treffe würde dH. O L v Thiels trug mir auf ihm Ewr Durchlaucht ehrerbietigst zu empfehlen, und versicherte daß der König gewiß eine große Freude haben würde — Er ſezte hinzu Der ist von guter Race und nicht der Geist seines braven Vaters auf ihm so macht der König nun wichtige Emplette — übrigens kan ich Ihnen verſichern daß wir vor den 22ten nicht von hier abgehen — Mit Fürst Hardenberg habe ich noch nicht gesprochen, und ihm dies vortragen können; indes ist dies auch nicht deßen Sache — das Milit Dep: und das Civile — sind 2 heterogene Dinge — Ich hielt dies für Pflicht Ewr Durchlaucht zu melden. Ihre Sachen liegen troz den tausend ſchönen Verſicherungen noch immer in der Mauke, und theilen das Schickſahl mit vielen
- Der K[önig] — Murat macht sich in Italien sehr brauß, und ist schon bis Mantua vorgedrungen —
- Noch halten sich die Osterreicher sehr gut auch eilen viel Truppen dahin um dies Ungeheuer
- zu bekämpfen — Die Rußen scheinen wie auch rege zu werden, sie müßen ohne
- Waßtag marchiren. d. h. 3 Tagen laufen und den 4 ten werden sie gefahren, was den
- raß Tag ersezt — Kurz von allen Seiten eilen Herrn herbey —
- Bonaparte bildet dagegen, auch eine fürchterliche Armee — er zieht alle seine Truppen in ein
- und bey Paris zusammen, hauft große Vorräthe und Magazine an, zieht kleinen von Ver-
- schanzungen die schwer zu durchbrechen sind. — Inzwischen sollen zwischen den Soldaten, und
- Bürgern welche leztere durch das Militair sehr gedruckt werden / schon bedeutende Auftritte
- vorgefallen sind, und dies noch ein Motif werden, wodurch der blutigste Krieg sehr ge-
- mildert werden kan.
- Die Kosten Güter Angelegenheit macht auch viel Sorge man weiß gar nicht wo man jezt
- die Sache angreifen soll. — Ein der Sache angemeßenes Equivalent muß Ew. Durchlaucht
- gegeben werden — wer soll es aber thun und wo soll man es nachsuchen, alles schreibe
- jagt über schrecklich große Arbeiten, und nennt dies Bagatelle — Unfäng möcht ich werden
- daß kein Creditor seine Krallen dann einschlagen soll dafür bürgen ich Ihnen — Sie dürfen
- Ja nun an bey Zagorowo eine hypotheque auf mich ausstellen, da bleibt Ihm alles
- In tiefster Hochachtung ersterbe
- Ew Durchlaucht
- Wien den 15ten April
- 1815.
- treu gehorsamer Diener
- v Triebenfeld
Der K[önig] — Murat macht sich in Italien sehr brauß, und ist schon bis Mantua vorgedrungen — Noch halten sich die Osterreicher sehr gut auch eilen viel Truppen dahin um dies Ungeheuer zu bekämpfen — Die Rußen scheinen wie auch rege zu werden, sie müßen ohne Waßtag marchiren. d. h. 3 Tagen laufen und den 4 ten werden sie gefahren, was den raß Tag ersezt — Kurz von allen Seiten eilen Herrn herbey — Bonaparte bildet dagegen, auch eine fürchterliche Armee — er zieht alle seine Truppen in ein und bey Paris zusammen, hauft große Vorräthe und Magazine an, zieht kleinen von Verschanzungen die schwer zu durchbrechen sind. — Inzwischen sollen zwischen den Soldaten, und Bürgern welche leztere durch das Militair sehr gedruckt werden / schon bedeutende Auftritte vorgefallen sind, und dies noch ein Motif werden, wodurch der blutigste Krieg sehr gemildert werden kan.
Die Kosten Güter Angelegenheit macht auch viel Sorge man weiß gar nicht wo man jezt die Sache angreifen soll. — Ein der Sache angemeßenes Equivalent muß Ew. Durchlaucht gegeben werden — wer soll es aber thun und wo soll man es nachsuchen, alles schreibe jagt über schrecklich große Arbeiten, und nennt dies Bagatelle — Unfäng möcht ich werden daß kein Creditor seine Krallen dann einschlagen soll dafür bürgen ich Ihnen — Sie dürfen Ja nun an bey Zagorowo eine hypotheque auf mich ausstellen, da bleibt Ihm alles In tiefster Hochachtung ersterbe
Ew Durchlaucht
Wien den 15ten April
1815.
treu gehorsamer Diener
v Triebenfeld

