Traces in the Sand

Document 288 · Letter

19 April 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld hopes Prince Adolph will arrive by the 22nd at the latest. He complains that the Cosmar matter has been dragged out for 5 months; Cosmar, he says, should deposit all the money with the High Court of Appeal at Brzeg and render an account. Over Trąbczyn he has approached Minister v. Stein, and he expects much from a French letter by the Prince that can be shown to the Russian Emperor. He rejects Otto's valuation of Trąbczyn at no more than 160,000 Rthl; compensation, he says, should be demanded according to Blomberg's estimate of 316,000 Rthl.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 288
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Herr!
  4. Die Ankunft des Prinzen Adolphs sehe ich sehnsuchtsvoll entgegen, umsammehr als schon
  5. darnach gefragt worden. Der Fürſt Kanzler hat auch verſprochen dem Prinzen S. M. be-
  6. stens zu empfehlen und für ihm väterlich zu sorgen. Mein heißer Wunsch ist daß der
  7. gute Adolph nur bis höchstens den 22 d. hier eintrifft, den sonsten risquirt er S. M. dem
  8. König Gott wird wohin nachreiſen zu müßen, und es entſteht die Frage, ob dann die Auf-
  9. nahme sie gut sein dürfte — auch ginge die ſchöne Gelegenheit verlohren dem Fürsten
  10. Kanzler hier noch etwas über Cosmars Spitzbüberey ins Ohr sagen zu können —
  11. Es ist bey Gott zum verzweifeln, daß man die Sache so hinhält — und daß Stägemann
  12. durchaus nicht darüber Vortrag macht — Die Versprechungen sind stets wunderschön
  13. aber weiter erfolgt nichts —
  14. Ich will nur daß Cosmar befehligt wird alle Gelder bey das Brieger Ober Landes
  15. Gericht zu deponiren, und Rechnung zu legen angehalten wird. Dann, daß mann ihm
  16. die Executorie abnimmt und einen Ober Aufseher anstelt — Mann verspricht dies
  17. stets und thut es dennoch rien — Jeder von den guten Menschen schüttelt den Kopf
  18. und fängt an, an das gepriesene Wohlwollen des F[ürst]. Kanz. — zu zweifeln, denn bey einem
  19. Quentchen gute Gesinnung kan man ohnmöglich 5 Monathe eine gerechte Sache zurücklegen
  20. und den bider Mann einen Spitz — forthin plündern und eine familie ruiniren laßen.
  21. In der Pohl[nischen] oder eigentl. in den Trąbczyner Güter Angelegenheit habe ich mich nur gerade
  22. an d. M v Stein Exz gewandt; Ein Franz: Brief von Ewr Durchlaucht an dH p. v. Stein / der
  23. dem R[ussischen]. Kayser vorgezeigt werden kan / wird vermuthlich mehr als unternen Versprechungen
  24. würken — Ich hoffe ein schnelles Resultat.
  25. Fatal ist es daß ich keine Tabellen von den Pohl[nischen] Ämtern hier habe — ich werde
  26. daher aufs Gerathewohl, das Amt Sokolnik und Klunowo hinter Wieruszów
  27. vorschlagen — Laße nur das Gott gelingen —
  28. So eben erhalte ich Ewr Durchlaucht höchst verehrtes Schreiben nebst den Beilagen
  29. das Tableau von Otto kan ich zu nichts brauchen — Es ist schade um das Port[e?] —
  30. Otto wolte damals im trüben fischen. Er rechnete den Werth von Trąbczyn ja nur
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  1. wilunver Szetlewek auf höchstens 160000 rt an, was ließe sich meine 760000 rt.
  2. Schulden in Abzug gebracht werden, für ein Ersatz fordern? Überdem ist dies keine
  3. Instrument welches fidem hat — wer war Otto?
  4. Ich nehme den Überschlag, dem der Landrath v. Blomberg, und der Krieges Rath [Bus?]ttollen[?], auf
  5. Befehle der Kammer und selbst des Königes, bey Entwerfung der Dismembration angefertiget
  6. haben; zur Na[??]r und dieser muß 316000 rt betragen. Dafür ist Entschädigung zu fordern —
  7. Die baare Auslage bey oder vom Kaemen kan nie bestritten werden — und es muß diese
  8. in der Folge entweder baar ersezt werden, oder man mich der Donna[?] die Güter
  9. weg — Mons: Zerboni ist eben der Meinung —
  10. Ewr Durchlaucht Militairische Talente höhre ich jezt öfters hochpreisen. Mann sagt der König sich
  11. Ewr Durchlaucht, aber man thut nichts für See — der bidere B sagt, Sie müßten einen
  12. heimlichen Feind haben — Nöthig ist es dies zu erforschen —
  13. Die Kriegerischen Gerüchte sind so manichfelt daß man nicht weis was man davon denken
  14. soll, jez Italien ficht man mit abwechstelnden Glück — die übrigen zubereitung gehen sehr langerilig
  15. und schleppend — Lucian Bonaparte, der sehr Jacobinisch denckt, hat sich nun auch nach
  16. Paris hin und durchgeſchlichen — Mann glaubt daß ihm der Vice-König ſchnelle folge
  17. wird — den Brück das ganze Gesippe zusammen —
  18. In tiefster Ehrfurcht verharre als
  19. Ewr Durchlaucht
  20. von Eberhard sehen und höhre ich nichts — Es ist
  21. ein verdamtes Mißgeschickt daß man die Sache
  22. nicht vergleichen können — der Fond zur Tilgung
  23. würde sich gefunden, haben —
  24. Der H. O[brist]. L[ieutenant]. v Thielen sagte mir lezthin — der Fürst ist
  25. ein braver Mann, aber seine verfluchte Schulden —
  26. ich glaube man fürchtet sich daher mit dem Fürsten
  27. was anzufangen —
  28. Wien den 19ten April
  29. 1815
  30. treu gehorsamster Diener
  31. v Triebenfeld