Traces in the Sand

Document 15 · Letter

19 February 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that, according to a letter from the State Chancellor, the King has no objection to the payment of the 100,000 Rthl claimed by Prince August, a bequest of Princess Sakkin; he says Kircheisen has been instructed. The advance of 112,000 Rthl is regarded as secured, and Cosmar's removal has been decided. He says the Trąbczyn matter will meet great difficulties: the Polish files would have to be translated, but he lacks the 260 gulden for the translator. Gravely ill and without means, he urgently asks for help, also for his daughter.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 15
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Herr!
  4. Ich ward ahngeſtern befragt, was es mit die 100000 rt. für eine Bewandnis habe, welchen
  5. der Fürſt August fordere, ich habe geantwort, daß dies allein ein Vermächtnis der
  6. verstorbenen Fürstin Sakkin sey, womit der fürst August die im Hohenlohiſchen etwanigen
  7. Schulden bezahlen solle. Heut geht ein Schreiben von den Fürsten Staats Kanzler nach
  8. Öhringen ab, worin dem F[ürst]. August bekannt gemacht wird, daß Sr Majestät gegen
  9. Abfolgung der 100000 rt nichts hätten, und daß dem Justiz Ministerio Kircheisen aufgetragen
  10. ſeyn, dies wenn keine rechtliche Einwendungen der Sache entgegen ſtünden, geſchehen zu laßen,
  11. und des baldigsten zu bewerkstelligen
  12. Ewr Durchlaucht Sache liegt immer noch bey dem Geheimen Staatstrath Stägemann. Noch hat er nicht
  13. Gelegenheit gehabt Sr Durchlaucht darüber Vortrag machen zu können. Eingeleitet ist
  14. alles auf das Tadelloſeste — Nach B[arbe]. u. und anderer Verſicherungen, iſt die
  15. Sache wegen des vorschußes von 112000 rt. als völlig gelungen zu betrachten
  16. Cosmars Entfernung ist nächst diesen ein Hauptgegenstand, und hier beschloßen, indes muß dies
  17. von Berlin aus kundgemacht werden.
  18. Was die Pohl[nischen] Angelegenheiten betrift, ſoll ich jezt die Urkunden und in Kalisch verhandeln
  19. Acten einreichen — das was im Groß Herzogthum Posen fält oder liegt wird nicht
  20. schwer fallen zu erhalten, dagegen wird die Trąbczyner Sache / welche Güter der
  21. Prosna liegen / große Widerwärtigkeiten unterworfen ſein
  22. Ich habe zum Glück die ſämtliche Acten hier — aber es iſt alles Pohl[nisch] verhandelt, und da
  23. muß alles überſezt und von dem vereideten Translateur altesſtirt ſein
  24. Der Mann verlangt dafür 260 fl. — diese habe ich nicht und kan sie nicht einlösen — dafür
  25. wird sich die Sache verzögern — Es ist überhaupt hier sehr schwer ohne einen Groschen
  26. zu würken; bey den Rußen ist es aber ein Werk der Unmöglichkeit
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  1. Im Grunde weiß ich nun nicht wie das mit mir enden soll — bis zur 24ten Febr
  2. habe ich Logis, Caſte und Hintzung bezahlt, was hier immer voraus geſchehen, nur mich
  3. 5 Tage und ich risquire auf der Gaße geworfen zu werden. Von Barbe kan ich nichts
  4. mehr borgen, er hat selbst nichts mehr, er ſieht meine Noth mit kummervoller Mine an
  5. kan aber nicht helfen — 6 Tage hätte ich schon das Zimmer und 4 Tage drücke ich wenn
  6. Lager den ich bin wahrlich kranck — Trocken Brodt und Waßer ist meine Nahrung
  7. Es ist wahrlich sehr weit mit mir gekommen — bisher habe ich gebeten, mich nicht in Schande
  8. und Spott untergehen zu laßen — jezt bettle ich nicht mehr — Auch wird mit Gott
  9. bewahren, um nicht ein Nachspiel von Stössel auf führen zu müßen
  10. Seit des Schreiben vom 7ten Febr ist von Ewr Durchlaucht hier nichts eingegangen.
  11. Respectsvoll verharre ich als
  12. Ewr Durchlaucht
  13. Ich liegen heute sehr kranck,
  14. retten Sie nicht so muß ich unterliegen.
  15. auch unterstüzzen Sie ja meine
  16. Tochter —
  17. Wien den 19ten Febr.
  18. 1815
  19. ganz gehorſamer Diener
  20. v Triebenfeld
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  1. Seit dem 7 ten Febr habe ich von Ewr Durchlaucht kein Schreiben erhalten
  2. und seit 8 Tage liege ich am schleine Fieber und einen schlimmen Hals
  3. sehr krank — ich bin ohne alle Hülfe, ich habe weder Geld noch Credit
  4. der allmächtige Gott helfe mir nur diesmahl. Barbe ist der Einzige
  5. den mich täglich beſucht, aber unterſtüzzen kan er mich weiter nicht —
  6. nächst diesem habe ich noch einen wahren Freund das ist der geheime,
  7. Staats Rath v. Beguelin, der auch dem Fürsten Kanzler noch heute versprach
  8. so lange anzuliegen bis er gemäß seines Verſprechens / den er hat
  9. dH v Beguelin es lezthin erſt verſichert Ewr Durchlaucht ganz zu helfen
  10. ſein Wort erfüllt — auch wird er eben noch heute dem H. Ge. Staats
  11. Rath Stägemann angehen Ewer Durchlaucht Angelegenheiten dem
  12. Herr Fürsten Staats Kanzler vorzulegen und die Sache ein Ende zu machen
  13. Zur Einlösung der Pappiere weiß ich nicht wo ich das Geld hernehmen soll.
  14. ich sterbe hier am Ende noch für Schaam — Barben bin ich 70 # längst
  15. schuldig — könte er mir helfen er thäte es gewiß, was mir jezt
  16. nöthig ist an Medezin / den eßen kan ich nichts / das kauft er, und das
  17. fält ihm schwer, sieht er mich über meine Laage zämmeren, so schämet
  18. er für Wuth und da muß ich mich verstellen, damit dieser redliche
  19. mann nicht ganz mißtrauisch wird. Kurz ich leide unaussprechlich und
  20. retten Sie mein Fürst um dem ich alles leide, nicht schnell, so wird Ihr
  21. Verlust Gränzenlos — den Barbe rächt mich — und solte der Himmel
  22. über mich gebieten, so wird er mich auch nachher vertheidigen —
  23. Schaffen Sie alſo ſo ſchleunig als möglich Rath — ich bitte den
  24. nen Gottes willen.
  25. ad 19. Febr. 1815