Document 14 · Letter
21 February 1815
Brzeg (Brieg)
The writer asks why nothing has yet been decided on the complaint of the Prince of Hohenlohe. He considers an investigation said to have been opened against Cosmar harmful, since Cosmar could then withhold the rent outstanding since Midsummer 1812. A settlement over the debt, he says, has failed: the general attorneys refuse, because councillor of justice Henneberg was told in Berlin to let the matter rest. The King should take over the debt entirely; the Prince might well also be released from 35,000 Rthl.
Der Schreiber fragt, warum auf die Beschwerde des Fürsten zu Hohenlohe noch nichts verfügt sei. Er hält eine angeblich eingeleitete Untersuchung gegen Cosmar für schädlich, da Cosmar dann die seit Johannis 1812 rückständige Rente zurückhalten könnte. Ein Vergleich über die Schuld sei gescheitert: Die Generalmandatarien lehnen ab, weil Justizrath Henneberg in Berlin beschieden wurde, die Sache ruhen zu lassen. Der König solle die Schuld ganz übernehmen; dem Fürsten dürften wohl auch 35000 Rthl erlassen werden.
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- Lösen Sie mir Theuerstag Freund das Räthsel: warum dH Staats lang durch noch nicht auf die
- Beschwerde dH. Fürsten zu Hohenlohe verfügt hat? und wenn es geschehen ist, warum das Fürst, von dem
- was geschehen ist, keine Notiz erhalten hat? Mit lezter Post ist von Berlin die Privat Nachricht
- eingegangen, daß in Folge dieser Beschwerde bereits bey den Thurmard Pupillen Collegio eine
- Untersuchung gegen den Cosmar eingeleitet worden sey; mir ist dieß unglaublich — diese Maaß
- regel würde nicht zum Zweck führen, sondern das Uebel worunter d. Fürst erliegt
- vergrößern, aber nicht heben, indem Cosmar sich nur erst recht inquiri würde, dem H.
- Fürsten nicht nur alle Sustentation zu rauben, sondern auch die seit Joh[anni]s 1812 rückstän-
- dige Rente behufs der Befriedigung der Creditoren zurück zu behalten
- In Ansehung der herzoglich Karl Schuld ist mein Bestreben, diese Sache zu vergleichen,
- gescheitert, die Gen[eral]. Mandatarien haben allen und jeden Vergleich vor der Hand von sich gewiesen
- und zwar aus dem Grunde, weil der Justizrath Henneberg in Berlin, der jezt diese Angelegen-
- heit cst[?] Fiscum betreibet, kurz von der Abreise des Königes Majestät bescheiden worden ist, daß
- die Beilegung dieser Angelegenheit, bis auch der Völlehr aus Wien ausgesezt bleiben solle.
- Wäre ich mir in Wien gewesen, ich würde, da gerade die Prinzeßinnen sich dort befinden
- diese Sache gewiß regulirt haben; nur dort konte die Sache verglichen werden, da die 3 Erbenen ge-
- rade anwesend waren. Was in Ihren Kräften steht tragen Sie dazu bey, daß des Königs Majest. dieſen
- Schuld nicht blos vorschießen, sondern gänzl übernehmen, und dadurch dem H. Fürsten, für die seit den Jahren 1806
- erlittenen Entbehrungen entschädige, wobey aber nicht zu vergeßen ist daß das Fürst dem König. auch auch
- außerdem 35000 rth. schuldig ist, die ihm wohl auch erlaßen werden dürfte. Solte aber noch in Zukunft
- ein Vergleich wegen der Curischen Schuld möglich sein, so bitte ich Sie Freund, mich mitwürken zu laßen
- Unendlich werde ich mich freuen, mich bald wieder von Ihnen mit einer Zuschrift beehrt zu wißen,
- noch angenehmer aber wird es mir sein, Sie bey Ihrer Rückkehr aus Wien zu sprechen, und Ihnen
- mündlich die unwandelbare Verehrung wiederhohlen zu können mit der ich bin
- Ihr
- treu ergebenster
- Eberhard
- Brieg d 21ten Febr. 1815
- NB Ich halte dies für einen Schreckſchuß — den hier ist nichts
- verfügt. Es müßen Lügen sind
- Wenn es nur möglich wäre daß Eberhard schnell herkommen könnte ich
- glaube selbst sicher daß er die Sache hier vergliche den die 3 Wochen
- sind im höchsten Noth
14 Lösen Sie mir Theuerstag Freund das Räthsel: warum dH Staats lang durch noch nicht auf die Beschwerde dH. Fürsten zu Hohenlohe verfügt hat? und wenn es geschehen ist, warum das Fürst, von dem was geschehen ist, keine Notiz erhalten hat? Mit lezter Post ist von Berlin die Privat Nachricht eingegangen, daß in Folge dieser Beschwerde bereits bey den Thurmard Pupillen Collegio eine Untersuchung gegen den Cosmar eingeleitet worden sey; mir ist dieß unglaublich — diese Maaß regel würde nicht zum Zweck führen, sondern das Uebel worunter d. Fürst erliegt vergrößern, aber nicht heben, indem Cosmar sich nur erst recht inquiri würde, dem H. Fürsten nicht nur alle Sustentation zu rauben, sondern auch die seit Joh[anni]s 1812 rückständige Rente behufs der Befriedigung der Creditoren zurück zu behalten In Ansehung der herzoglich Karl Schuld ist mein Bestreben, diese Sache zu vergleichen, gescheitert, die Gen[eral]. Mandatarien haben allen und jeden Vergleich vor der Hand von sich gewiesen und zwar aus dem Grunde, weil der Justizrath Henneberg in Berlin, der jezt diese Angelegenheit cst[?] Fiscum betreibet, kurz von der Abreise des Königes Majestät bescheiden worden ist, daß die Beilegung dieser Angelegenheit, bis auch der Völlehr aus Wien ausgesezt bleiben solle. Wäre ich mir in Wien gewesen, ich würde, da gerade die Prinzeßinnen sich dort befinden diese Sache gewiß regulirt haben; nur dort konte die Sache verglichen werden, da die 3 Erbenen gerade anwesend waren. Was in Ihren Kräften steht tragen Sie dazu bey, daß des Königs Majest. dieſen Schuld nicht blos vorschießen, sondern gänzl übernehmen, und dadurch dem H. Fürsten, für die seit den Jahren 1806 erlittenen Entbehrungen entschädige, wobey aber nicht zu vergeßen ist daß das Fürst dem König. auch auch außerdem 35,000 rth. schuldig ist, die ihm wohl auch erlaßen werden dürfte. Solte aber noch in Zukunft ein Vergleich wegen der Curischen Schuld möglich sein, so bitte ich Sie Freund, mich mitwürken zu laßen Unendlich werde ich mich freuen, mich bald wieder von Ihnen mit einer Zuschrift beehrt zu wißen, noch angenehmer aber wird es mir sein, Sie bey Ihrer Rückkehr aus Wien zu sprechen, und Ihnen mündlich die unwandelbare Verehrung wiederhohlen zu können mit der ich bin Ihr
treu ergebenster
Eberhard
Brieg d 21ten Febr. 1815
NB Ich halte dies für einen Schreckſchuß — den hier ist nichts
verfügt. Es müßen Lügen sind Wenn es nur möglich wäre daß Eberhard schnell herkommen könnte ich glaube selbst sicher daß er die Sache hier vergliche den die 3 Wochen sind im höchsten Noth
