Document 274 · Letter
25 February 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
On the Trąbczyn vindication Triebenfeld says he has still had no decision from the Prince Chancellor. At a commission under General Amstetten he was advised against submitting it for the time being. He says he had the documents copied and certified, and the court papers translated into German under oath. He hopes the advance of 112,000 Rthl will soon be granted. From the congress he reports on the Württemberg assembly of estates set for 15 March and the protest of the estates. Barbe and Göschel ask that Prince August be warned to concede nothing.
Zur Trąbczyner Vindication hat Triebenfeld noch keine Resolution des Fürsten Kanzler. Bei einer Kommission unter General Amstetten wurde ihm die Einreichung vorerst widerraten. Die Urkunden ließ er abschreiben und vidimieren, die Prozessakten beeidigt ins Deutsche übersetzen. Die Bewilligung des Vorschusses von 112000 Rthl erhofft er bald. Vom Kongress berichtet er über den württembergischen Landtag zum 15. März und den Protest der Stände. Barbe und Göschel bitten, Fürst August zu warnen, nichts einzuräumen.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Der König von Würtemberg hat, da er seine Gemalt Grenzen gesezt sah, die Stände, was Ewr
- Durchlaucht bekannt ist (wieder hebstellt, und bald darauf hat er eine Art von Landtag ausge-
- ſchrieben, wo er alle Stände, den 15 ten Merz zu erſcheinen entboten — Hier will er ſich mit ſeiner
- Vasallen, Stände, und Unterthanen einigen — Voraus aber befiehlt er und setzt rechte, daß
- von herabſagung der Studern, welche um 50 pct. erhöht darauf nicht die Rede ſein dürfe den ſo wohl
- die Neue als alten Abgaben müsten zu immerwährenden Zeiten wie heut verstehen bleiben und
- bey strengster Execution entrichtet werden —
- die W[ürtembergische]. Majestät hat dies selbst an die Ehrwürdigen Alten Fürſten Häuser mit dem Allerhöchſt-Ausdruck
- Wirpfriedrich König zu W pp befohlen Euch pp.
- bekannt gemacht und so insinuiren laßen. Von diesem Huldwaller erhobenen Gesinnungen jedoch
- dem Congress hieselbst Anzeige gemacht — darauf ist aber nichts geantwortet —
- Die Mehrzahl der Stände worunter besonders der alte Metternich ist haben sofort dage,
- hier beim Congress protestirt, und zugleich angefragt, ob sie verbunden waren den 15
- März vor dem K[önig]. v. W[ürtemberg]. sich zugestellen. Noch ist darauf / und besonders um der
- leztern Frage / keine Antwort gegeben — Jedest habe ich von hoher Hand den Winck
- daß es nichts schade wenn die Stände erschienen. — Nur solle sich keiner zu uns verbin-
- den und überlisten laßen — Es wird eine allgemeine Constitution entworfen
- und darin alle Normen zwischen Hf[?], Vassalen, und Unterthanen, in Betref der
- Abgaben, selbst zölle ppp bestimmt und festgesezt — und mit dieser wird jeder zu
- frieden sein können — B[arbe]: und Göschel wünschen nun daß ich Ewer Durchlaucht
- davon die schleunigste Nachricht geben soll, damit Sie dem Fürsten August muß das eiligsten
- warnen, daß er dorten aus tiefer Devotion für den Oncle nichts zum Nachteil seiner
- Selbst und zum Schaden des Ganzen einräume oder sich überlisten laße — dieses lezteren
- Ansuchens entledige ich mit hiermit, wobey ich auch bemerke daß sich dH. v. Göschel
- viel Mühe giebt, jedoch dem Fürsten Kanzler selbst durch 5 Monath noch nicht ein
- mahl gesprochen hat ein Herr v. Gärtner dar sich zudrung hat viel verlohren und liegt
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Der König von Würtemberg hat, da er seine Gemalt Grenzen gesezt sah, die Stände, was Ewr Durchlaucht bekannt ist (wieder hebstellt, und bald darauf hat er eine Art von Landtag ausgeſchrieben, wo er alle Stände, den 15 ten Merz zu erſcheinen entboten — Hier will er ſich mit ſeiner Vasallen, Stände, und Unterthanen einigen — Voraus aber befiehlt er und setzt rechte, daß von herabſagung der Studern, welche um 50 pct. erhöht darauf nicht die Rede ſein dürfe den ſo wohl die Neue als alten Abgaben müsten zu immerwährenden Zeiten wie heut verstehen bleiben und bey strengster Execution entrichtet werden — die W[ürtembergische]. Majestät hat dies selbst an die Ehrwürdigen Alten Fürſten Häuser mit dem Allerhöchſt-Ausdruck Wirpfriedrich König zu W pp befohlen Euch pp.
bekannt gemacht und so insinuiren laßen. Von diesem Huldwaller erhobenen Gesinnungen jedoch dem Congress hieselbst Anzeige gemacht — darauf ist aber nichts geantwortet — Die Mehrzahl der Stände worunter besonders der alte Metternich ist haben sofort dage, hier beim Congress protestirt, und zugleich angefragt, ob sie verbunden waren den 15 März vor dem K[önig]. v. W[ürtemberg]. sich zugestellen. Noch ist darauf / und besonders um der leztern Frage / keine Antwort gegeben — Jedest habe ich von hoher Hand den Winck daß es nichts schade wenn die Stände erschienen. — Nur solle sich keiner zu uns verbinden und überlisten laßen — Es wird eine allgemeine Constitution entworfen und darin alle Normen zwischen Hf[?], Vassalen, und Unterthanen, in Betref der Abgaben, selbst zölle ppp bestimmt und festgesezt — und mit dieser wird jeder zu frieden sein können — B[arbe]: und Göschel wünschen nun daß ich Ewer Durchlaucht davon die schleunigste Nachricht geben soll, damit Sie dem Fürsten August muß das eiligsten warnen, daß er dorten aus tiefer Devotion für den Oncle nichts zum Nachteil seiner Selbst und zum Schaden des Ganzen einräume oder sich überlisten laße — dieses lezteren Ansuchens entledige ich mit hiermit, wobey ich auch bemerke daß sich dH. v. Göschel viel Mühe giebt, jedoch dem Fürsten Kanzler selbst durch 5 Monath noch nicht ein mahl gesprochen hat ein Herr v. Gärtner dar sich zudrung hat viel verlohren und liegt
- würklich seit ein paar Wochen sehr krank
- Übrigens könt nun würklich der König von Sachsen nach Brünn wohin er beschieden
- iſt, er darf seine Reiſe nicht über Dresden nehmen, ſondern muß durch Schleſien gehen
- da Brünn ſoll er ſich erklären, daß er zufrieden iſt und den ihm angewießenen
- Fleck mit höchsten Dankbarkeit annehmen, und sich dabey für immerdar beruhigen wolle —
- vorläufig ist dies schon geſchehen — Nur soll die Sache, wann er nicht mehr wie in Berlin
- Gefängener heißt, Gültiger werden, wenn er die Erklärung in der Freyheit widerhohlt —
- der Großherzog vom Heßendarmstadt welcher wegen Westphalen einen schrecklichen
- Lerm machte, und sich beikommen lies sogar zu drohen — ist ganz honette artig
- und überaus kräftig bedient werden. Er beobachtet nun ein Menschen artiges
- Stillschweigen und sagt nun willig zu allem. [J?]. A. also ist auch diese Sache
- abgemacht — Ost Friesland haben die Engeländer, so wie es ihm vor
- dem Krieg für ihrem Beitritt im Geheim versprochen war, erhalten
- und unsre Herr hat dafür ganz Schwedisch Pommern und daher sind
- nach dieſe Sachen zur Zufriedenheit beſeitiget —
- die Schweiz, Italien, und Spanien erregt jezt noch den Aufmerksamkeit der combinirten
- Mächte, dies aber interessirt wohl unser Hoff nicht so sehen und es ist mit höchster Zuversicht
- auf einen dauerhaften Frieden zu rechnen —
- wann ich nun gewiß / zwar erst seit 3 Tagen / weis, daß Ewer Durchlaucht Angelegenheiten,
- besonders die Gewährungen vorschußes von 112000 rt. sich pure darum so lange verzögert hat, so hoffe
- ich nun das baldigst beste Ende in der Fürst Kanzler welcher die Gemehungung des
- Königes wegen den Vorschuß einhohlen muß dürfte nicht ehender damit vortreten
- bis alle Furcht eines neuen Krieges beseitiget war — dies soll nun der Fall
- sein, und nun hoffe ich das Ende —
- Die Trąbczyner Vindication wird mir viel Sorge machen — vom Fürst Kanzler habe
- ich darüber noch keine Resolution, ich weiß nicht was ich beginnen soll, den
- ohne seine Befehle darauf ich nirgends mus anfangen — Es ist eine Comission
- niedergesagt worin der General Amstetten Präſidirt, gerne hätte ich
würklich seit ein paar Wochen sehr krank Übrigens könt nun würklich der König von Sachsen nach Brünn wohin er beschieden iſt, er darf seine Reiſe nicht über Dresden nehmen, ſondern muß durch Schleſien gehen da Brünn ſoll er ſich erklären, daß er zufrieden iſt und den ihm angewießenen Fleck mit höchsten Dankbarkeit annehmen, und sich dabey für immerdar beruhigen wolle — vorläufig ist dies schon geſchehen — Nur soll die Sache, wann er nicht mehr wie in Berlin Gefängener heißt, Gültiger werden, wenn er die Erklärung in der Freyheit widerhohlt — der Großherzog vom Heßendarmstadt welcher wegen Westphalen einen schrecklichen Lerm machte, und sich beikommen lies sogar zu drohen — ist ganz honette artig und überaus kräftig bedient werden. Er beobachtet nun ein Menschen artiges Stillschweigen und sagt nun willig zu allem. [J?]. A. also ist auch diese Sache abgemacht — Ost Friesland haben die Engeländer, so wie es ihm vor dem Krieg für ihrem Beitritt im Geheim versprochen war, erhalten und unsre Herr hat dafür ganz Schwedisch Pommern und daher sind nach dieſe Sachen zur Zufriedenheit beſeitiget — die Schweiz, Italien, und Spanien erregt jezt noch den Aufmerksamkeit der combinirten Mächte, dies aber interessirt wohl unser Hoff nicht so sehen und es ist mit höchster Zuversicht auf einen dauerhaften Frieden zu rechnen — wann ich nun gewiß / zwar erst seit 3 Tagen / weis, daß Ewer Durchlaucht Angelegenheiten, besonders die Gewährungen vorschußes von 112,000 rt. sich pure darum so lange verzögert hat, so hoffe ich nun das baldigst beste Ende in der Fürst Kanzler welcher die Gemehungung des Königes wegen den Vorschuß einhohlen muß dürfte nicht ehender damit vortreten bis alle Furcht eines neuen Krieges beseitiget war — dies soll nun der Fall sein, und nun hoffe ich das Ende — Die Trąbczyner Vindication wird mir viel Sorge machen — vom Fürst Kanzler habe ich darüber noch keine Resolution, ich weiß nicht was ich beginnen soll, den ohne seine Befehle darauf ich nirgends mus anfangen — Es ist eine Comission niedergesagt worin der General Amstetten Präſidirt, gerne hätte ich
- ſchon dorten die Sachen eingereicht — es iſt mir aber widerrathen — so
- viel ward unregedeutet, die Acten und Beweismittel in Bereitschaft zu halten.
- Ich habe daher die Urkunden Abschreiben und vidimen laßen — Eben so sind die
- Prozeß Acten bereits ins Teutſche überſezt und vom geſchwornen Dollmetſcher
- unterschrieben — sie dürfen mir ausgekauft und wohin es befohlen wird, ein
- gereicht werden —
- In Betref Euer Durchlaucht Militairiſchen Angelegenheiten, wird der Fürſt Kanzler wohl
- Gelegenheit nehmen mit Sr Majestät zu ſprechen, wann er dem König wegen den
- Vorschuß von 112/m rt Vortrag machen wird.
- der Congress wird noch, wie man sagt, 6 Wochen dauern — Alle Ausgleichungen
- sollen hier völlig beendiget werden —
- dHerr Finanz Minister von Bülow liegt am hizzigen Fieber sehr krank darnieder
- es herrscht hier eine Krankheit, wovon wenig verschont bleiben —
- Dies iſt was ich Ewr Durchlaucht heute von meinen Lager habe ſchreiben können.
- Respetsvoll verharre als
- Ewr Durchlaucht
- Wien
- den 25 Febr 1815
- ganz gehorsamer Diener
- v Triebenfeld
ſchon dorten die Sachen eingereicht — es iſt mir aber widerrathen — so viel ward unregedeutet, die Acten und Beweismittel in Bereitschaft zu halten. Ich habe daher die Urkunden Abschreiben und vidimen laßen — Eben so sind die Prozeß Acten bereits ins Teutſche überſezt und vom geſchwornen Dollmetſcher unterschrieben — sie dürfen mir ausgekauft und wohin es befohlen wird, ein gereicht werden — In Betref Euer Durchlaucht Militairiſchen Angelegenheiten, wird der Fürſt Kanzler wohl Gelegenheit nehmen mit Sr Majestät zu ſprechen, wann er dem König wegen den Vorschuß von 112/m rt Vortrag machen wird.
der Congress wird noch, wie man sagt, 6 Wochen dauern — Alle Ausgleichungen sollen hier völlig beendiget werden — dHerr Finanz Minister von Bülow liegt am hizzigen Fieber sehr krank darnieder es herrscht hier eine Krankheit, wovon wenig verschont bleiben — Dies iſt was ich Ewr Durchlaucht heute von meinen Lager habe ſchreiben können. Respetsvoll verharre als
Ewr Durchlaucht
Wien
den 25 Febr 1815
ganz gehorsamer Diener
v Triebenfeld


