Document 98 · Letter
9 January 1799
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld says he will stay in Berlin until the matter is settled, and is sending Glenck ahead to the Prince. The King invites the Prince to Berlin; if he leaves on the 14th or 15th, he can stay 3 to 4 days. In confidence he reports the secret marriage of Prince Solms to the widowed Princess Louise, and Hoym's secret opinion, which Voss cites, and advises not mentioning the secularisation business but pursuing it with Prince George in Vienna.
Triebenfeld bleibt in Berlin, bis die Sache geklärt ist, und schickt Glenck zum Fürsten voraus. Der König lädt den Fürsten nach Berlin ein; reist er am 14. oder 15. ab, kann er 3 bis 4 Tage bleiben. Vertraulich berichtet er von der geheimen Heirat des Prinzen Solms mit der verwitweten Prinzessin Louise, von Hoyms geheimem Gutachten, auf das sich Voss beruft, und rät, das Secularisations Geschäft nicht zu erwähnen, sondern mit Prinz George in Wien zu betreiben.
- 98
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Herr!
- So quaal voll mich der hiesige Aufenthalt nach Gerade auch
- immer wird, so will ich doch schon aushalten bis ich die Quest:
- Sache aufs Reine ſehn —
- Glenck aber ſchicke ich eiligſt ab damit Ewer Hochfürſtliche
- Durchlaucht jemanden haben dem Höchſt Sie dorten alle
- Befehle erteilen können.
- Wie hart hier der Kampf gewesen, wird Ewr Durchlaucht
- der Glenck schildern; Gutes werden die Früchte des Sieges
- desto Wannvoller und [C?]abewesen.
- daß es der König Köckritz und Zastrow mit Ewr Durchlaucht
- gut meinen beweiset die Einladung — es macht
- Höchſt Ihnen dies die Reiſe ein wenig Mühſahm, aber
- Die Ehre ist desto größer, und wann Ewer Durchlaucht
- dorten den 14ten oder höchstens 15ten Abreisen, so könne
98
Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Herr!
So quaal voll mich der hiesige Aufenthalt nach Gerade auch immer wird, so will ich doch schon aushalten bis ich die Quest: Sache aufs Reine ſehn — Glenck aber ſchicke ich eiligſt ab damit Ewer Hochfürſtliche Durchlaucht jemanden haben dem Höchſt Sie dorten alle Befehle erteilen können.
Wie hart hier der Kampf gewesen, wird Ewr Durchlaucht der Glenck schildern; Gutes werden die Früchte des Sieges desto Wannvoller und [C?]abewesen.
daß es der König Köckritz und Zastrow mit Ewr Durchlaucht gut meinen beweiset die Einladung — es macht Höchſt Ihnen dies die Reiſe ein wenig Mühſahm, aber Die Ehre ist desto größer, und wann Ewer Durchlaucht dorten den 14ten oder höchstens 15ten Abreisen, so könne
- Höchstdieselben sehr füglich 3 bis 4 Tage hier bleiben —
- Der Monarch muß keine guten Gründe haben, daß
- Er Ewr Durchlaucht Tour hier über Berlin gelegt
- wißen will. Grundlich weis ich nichts — indes Be-
- es wohl mit um den Prinzen Solms ſind —
- Dieser hatt sich schon vor 5 Monath in Geheim mit
- der Wittwe Princess Louise verheirathet
- Der König ist darüber ſehr entrüſtet und dies trägt
- zu seiner Unpäßlichkeit viel bey die Königen aber
- stält noch immer aus einer Gemacht in die andere —
- Gestern Abend ist der Princes die würde als König
- Hoheit abgenommen, der Hoffstaat eingezogen über den
- Kinder anders disponirt, und nun soll sie eilig mit ihren
- Gemahl, der als Major bey den Hausaren nach Ausbach
- verſezt wird, abreiſen — das dies bey Hofe ein
- gewaltiges terreur macht, können sich Ewr Durchlaucht
Höchstdieselben sehr füglich 3 bis 4 Tage hier bleiben — Der Monarch muß keine guten Gründe haben, daß Er Ewr Durchlaucht Tour hier über Berlin gelegt wißen will. Grundlich weis ich nichts — indes Bees wohl mit um den Prinzen Solms ſind — Dieser hatt sich schon vor 5 Monath in Geheim mit der Wittwe Princess Louise verheirathet Der König ist darüber ſehr entrüſtet und dies trägt zu seiner Unpäßlichkeit viel bey die Königen aber stält noch immer aus einer Gemacht in die andere — Gestern Abend ist der Princes die würde als König Hoheit abgenommen, der Hoffstaat eingezogen über den Kinder anders disponirt, und nun soll sie eilig mit ihren Gemahl, der als Major bey den Hausaren nach Ausbach verſezt wird, abreiſen — das dies bey Hofe ein gewaltiges terreur macht, können sich Ewr Durchlaucht
- leicht vorstellen. Und ich glaube es wird dem Monarchen
- eine Linderung sein, wan Er höchst Sie ein paar Tage
- hier haben kan.
- die Schwangerschaft der Armez verwerten Princess gab erst
- in Publicum viele Anlaß zu unsäglichen Reiformements
- und noch weis Niemand das Mindeste von dieser vor
- gesezten würklichen Sache. Geruhen Sie dorten darüber
- auch nichts zu ſagen.
- Über des Minister Hoyms Benehmen mündlich ein mehreres
- Einmahl hatt er in Köckritzes Gegenwart vor dem König
- sehr gut gesprochen — in Geheim aber mit seinen Weddi[?]
- ein niederträchtiges Gutachten gegeben, worauf sich
- eben dH. v. Voss immerhin beruft
- Aus eben dem Grunde sah ich es gerne daß Ewr Durchlaucht
- der König so schmeichelhaft hierher einlud — den und
- werden die B — wieder zittern — weil sie ihr Gewißen
- foltern wird —
- der Fürstin Sacken durchl. sagen Ewr Durchlaucht
leicht vorstellen. Und ich glaube es wird dem Monarchen eine Linderung sein, wan Er höchst Sie ein paar Tage hier haben kan.
die Schwangerschaft der Armez verwerten Princess gab erst in Publicum viele Anlaß zu unsäglichen Reiformements und noch weis Niemand das Mindeste von dieser vor gesezten würklichen Sache. Geruhen Sie dorten darüber auch nichts zu ſagen.
Über des Minister Hoyms Benehmen mündlich ein mehreres Einmahl hatt er in Köckritzes Gegenwart vor dem König sehr gut gesprochen — in Geheim aber mit seinen Weddi[?] ein niederträchtiges Gutachten gegeben, worauf sich eben dH. v. Voss immerhin beruft Aus eben dem Grunde sah ich es gerne daß Ewr Durchlaucht der König so schmeichelhaft hierher einlud — den und werden die B — wieder zittern — weil sie ihr Gewißen foltern wird — der Fürstin Sacken durchl. sagen Ewr Durchlaucht
- hier nichts davon, daß ich Höchst Ihnen die schlechten Streiche
- des Hoyms und Wedells entdeckt habe — Auch laßen
- sie sich dorten nichts merken —
- wegen den Secularisations Geschäft erwehnen Ewr
- Durchlaucht ja nichts — dies ist eine bloße posse —
- der Prinz George wider räth dies sehr — soll in
- der Sache einmahl was können gethan werden, so
- wollen wir dies in Wien machen — ich verspreche
- Ewr Durchlaucht mit dem Prinzen George dorten zu
- seiner Zeit so als hier zu würken — den vom
- Unserer Seite thut man nichts — und wan Sie was kriegen
- und Ihre Reiche erweitern können, so gilt es gleich ob Sie
- es von daher oder durch hiesige Würkung erhalten —
- Ausgemacht bleibts — haben Sie darauf viel, so macht
- man Ihnen desto mehr Complimente.
- Haugwitz spielt jezt eine große Rolle Schulemburg
- aber entfernt man weil der leztere immer Krieg will
- In tiefer Submission ersterbe
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Berlin den 9ten Januar
- 1799.
- unterthänigster treuer Knecht
- v. Triebenfeld.
hier nichts davon, daß ich Höchst Ihnen die schlechten Streiche des Hoyms und Wedells entdeckt habe — Auch laßen sie sich dorten nichts merken — wegen den Secularisations Geschäft erwehnen Ewr Durchlaucht ja nichts — dies ist eine bloße posse — der Prinz George wider räth dies sehr — soll in der Sache einmahl was können gethan werden, so wollen wir dies in Wien machen — ich verspreche Ewr Durchlaucht mit dem Prinzen George dorten zu seiner Zeit so als hier zu würken — den vom Unserer Seite thut man nichts — und wan Sie was kriegen und Ihre Reiche erweitern können, so gilt es gleich ob Sie es von daher oder durch hiesige Würkung erhalten — Ausgemacht bleibts — haben Sie darauf viel, so macht man Ihnen desto mehr Complimente.
Haugwitz spielt jezt eine große Rolle Schulemburg aber entfernt man weil der leztere immer Krieg will In tiefer Submission ersterbe
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Berlin den 9ten Januar
1799.
unterthänigster treuer Knecht
v. Triebenfeld.



