Traces in the Sand

Document 96 · Letter

1 January 1799

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports, on the instructions of Colonel v Köckritz, that the exchange is as good as approved; only the King's indisposition is delaying its conclusion. For the journey to Öhringen he advises asking the King for leave at once, sending the letter to him by express courier, and travelling by way of Berlin rather than through Bohemia. He says Wedel in Wrocław gave a false opinion in the Krotoszyn matter, and that another gentleman credited Krotoszyn with a capacity of 50/m Rthl. Beyme let him read the files.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-19
  1. 96
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Herr!
  4. Der wahrhaft verehrungswürdige Obrist v Köckritz hatt
  5. mich widerhohlt aufgetragen Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  6. Seine gehorsamste Empfehlung, als auch dies zu versichern,
  7. daß der Tausch nun so gut als approbirt und abgeschlossen
  8. anzusehen sey. Auch daß der Monarch Ewr Durchlaucht
  9. wahrhaft sehr schäzze, und daß Er höchst dero treuester
  10. Verehrer sey, so wie auch daß die Sache hier schon been
  11. digt sein würde, wann die Unpäßlichkeit unsers guten
  12. Königs nicht ein Hindernis in den Weg gelegt hätte, als
  13. weswegen jezt kein Vortrag sey.
  14. Daß ich Ewr Hochfürstliche Durchlaucht diese Nachricht mit den mir
  15. danklichst frohesten Herzen melde, darf ich höchst denenselben
  16. wohl nicht erst weitläuftig betheuren. Der Geber alles
  17. Guten gebe Ihnen Erhabensten Großer Menschenfreund nun
  18. die dauerhafteste Gesundheit daß Höchst Sie dies Glück lange
  19. gemeßen, besonders daß dies die erste Seegens Quelle sey
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  1. woraus Ewr Durchlaucht so viel gute Quelle reinen die jeden
  2. Trübsahl und Leiden bis zur gänzlichen Vergeßenheit wegwaschen,
  3. und dann wann die Vorsehung diesen meinen wahrhaft redlichen
  4. Wunsch gewährt, dann erhalten Sie gnädigster Herr mich ihre
  5. Gnade und Wohlwollen welches ich mit dem glühendesten Eyfer
  6. stets zu verdienen, bemüht sein werde.
  7. Wegen der Reise nach Öhringen habe ich heute früh mit den
  8. Herrn Obristen auch gesprochen — Der Obrist wünscht daß Ewr.
  9. Hochfürstliche Durchlaucht auf das eiligste an Sr Majest. schreiben
  10. und den Urlaub nach suchen mögten.
  11. Mein Rath ist also der daß Höchstdieselben, so gleich nach Eingang
  12. dieses an den König schreiben und den Brief an mir pr Estaffette
  13. übermachen, ich besorge dies noch um eile dan zurück damit Ewr.
  14. Durchlaucht als dann Ihren Weg hier über Berlin nehmen, und gleich noch
  15. dem König danken können. Dies ist aus mir der Rath des würdigen Obrist
  16. von Köckritz besonders daß Ewr Durchlaucht nicht etwan durch Böhmen
  17. sondern über Berlin Ihre Tour nehmen.
  18. Ich rechne nun daß mein Schreiben den Freytag früh in Ew Durchlaucht
  19. Hände ist. Hochstdieselbe geruhen in der Stunde am König in den
  20. Urlaub zu schreiben, und senden mich den Brief zu Estaffette, den
  21. erhalte ich den Sontag gegen Mittag, gebe ihm den Tag an dH Obristen
  22. den Montag erhalte ich Antwort, und mit dieser treffe ich den
  23. Mittwoch in Breslau ein.
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  1. In Ansehung des Secularisations Geschäft werde ich dann Ewr
  2. Durchlaucht meine unvorgreifliche Meinungen vorlegen. Jezt
  3. ist deswegen hier nichts zu thun und ich meine daß auch hier
  4. um der Ort wegen Betreibung dieses Geschäftes sein dürfte —
  5. Dtsch. Prinz von Hessen Darmstadt Durchlaucht empfehlen Sich zu Gnaden
  6. Im Grunde haben Ewr Durchlaucht nur drey Achte Freunde hier
  7. dies sind der König, der Obrist von Köckritz und der Prinz von H Darms[tadt]
  8. alle andere denken beynahe wie der Breslauer
  9. Unter allen Buben aber bleibt Wedel in Breslau doch immer der größte
  10. den dieser elende Mensch hatt in Ansehung der Krotoszyner
  11. Sache einen Bericht oder Gutachten gegeben, wie es nur irgend
  12. in den Gehirn eines erz Lügeners und Bösewichts ausgeheckt
  13. werden kann — Auf dieses Gutachten hatt dan der andere Herr
  14. der so viel gethan haben will, seine Meinung auch schriftlich
  15. dahin gegeben, daß Krot[oszyn]. füglich 50/m Rthl tragen könne — und
  16. eben die infamien allein haben mich zu besiegen so schröcklich viel
  17. Mühe gemacht. Der redliche Cab[inets]: Rath Beyme hatt mich die
  18. Sachen in Cab[inet]: selbst lesen laßen.
  19. behalten und es Ewr Durchlaucht alles Gehirn, und glauben jeden aus
  20. Politique was er zu lügen vor gut findet.
  21. In tiefsten Respect ersterbe.
  22. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  23. Soll etwa das Urlaubs Gesuch
  24. von G geschrieben worden damit es
  25. mir Hand bleibt?
  26. Berlin d 1ten Januar 1799
  27. untertänigster treuer Diener
  28. v Triebenfeld