Document 99 · Letter
1 February 1799
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports that he was assured in Berlin that the Prince would receive the Krotoszyn estates. He says Voss has become more yielding. According to Köckritz, Knobloch and Prittwitz are to bring the matter to an end, with Wildeganst assisting Prittwitz. Voss received a draft by Councillor v Cöln at Krotoszyn and applied to the King to have it quashed. In Berlin war is expected. A patent as Councillor of Commissions is requested for Carl Theodor Fischbach in Pszczew. Broniewski will probably receive nothing.
Triebenfeld berichtet, man habe ihm in Berlin versichert, der Fürst werde die Krotoszyner Güter erhalten. Voss soll nachgiebiger geworden sein. Nach Köckritz sollen Knobloch und Prittwitz die Sache beenden, Wildeganst soll Prittwitz assistieren. Einen Entwurf des K. Rath v Cöln zu Krotoszyn erhielt Voss, der beim König auf dessen Kassation antrug. In Berlin erwartet man Krieg. Erbeten wird ein Patent als Comissions Rath für Carl Theodor Fischbach in Pszczew. Broniewski wird wohl nichts erhalten.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Meine heißesten Wünsche sind noch immer nur diese daß Ewr.
- Hochfürstliche Durchlaucht recht glücklich und zufrieden u
- Öhringen angelangt sein mögten, die Geschäfte welche
- mich sonsten am Herzen liegen werden gewiß bestens been-
- digt und alles ann erwünschten Ziele gebracht werden
- Auf das zu lezt auch d. O[brist]. v. Zastrow eingereichte Schreiben
- ist zwar nur die beigebogene Antwort erfolgt, indes
- bin ich mit der ersten Versicherung von jeden Abgereiset
- daß Euer Hochfürstliche Durchlaucht die Krotoszyner Güter
- erhalten. Selbst Herr v. Voss soll seinen Ton sehr herab
- gestimmt haben, und der berüchtigte Nöldichen ist in Gedränge
- Durchlaucht v Köckritz der sich jezt ganz leidentlich in dieser Sache,
- verhält, sagt daß dem 9. f. v. Knobloch und Prittwitz
- die Beendigung der Sache übertragen werden wird,
- Hier kan Wildeganst alles thun, der ist man beiden intimer
- Freund und er sieht heller als mancher — ich habe daher
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Meine heißesten Wünsche sind noch immer nur diese daß Ewr. Hochfürstliche Durchlaucht recht glücklich und zufrieden u Öhringen angelangt sein mögten, die Geschäfte welche mich sonsten am Herzen liegen werden gewiß bestens beendigt und alles ann erwünschten Ziele gebracht werden Auf das zu lezt auch d. O[brist]. v. Zastrow eingereichte Schreiben ist zwar nur die beigebogene Antwort erfolgt, indes bin ich mit der ersten Versicherung von jeden Abgereiset daß Euer Hochfürstliche Durchlaucht die Krotoszyner Güter erhalten. Selbst Herr v. Voss soll seinen Ton sehr herab gestimmt haben, und der berüchtigte Nöldichen ist in Gedränge Durchlaucht v Köckritz der sich jezt ganz leidentlich in dieser Sache, verhält, sagt daß dem 9. f. v. Knobloch und Prittwitz die Beendigung der Sache übertragen werden wird, Hier kan Wildeganst alles thun, der ist man beiden intimer Freund und er sieht heller als mancher — ich habe daher
- die Sache in das Schreiben am Hr. v. Prittwitz schon so einge-
- leitet daß er Wildegansten zu seinen Assistenten nehmen
- wird
- Bey meiner Abreise von Berlin schien alles voller
- banger Erwartung wegen des Krieges zu sein.
- Fast jeder hielt ihm für unvermeidlich und selbst
- Der König soll Lust bezeigt habe, mit der ganzen Armee
- los zu schlagen
- Der Cab[inets]. R[ath]. Mencke wolte Brand: nicht erlaubt, auf
- 10 Tage zu verreisen, weil er glaubte daß in
- kurzen wichtige Dinge passiren, und selbst in Ministeris
- Veränderungen vorgehen dürfte —
- Auch hieß es ganz gewis, daß noch ein oder zwey
- Cabinets Räthe angestellt werden solten, als wozu schon
- ein paar vorgeschlagen wären — dies ist nun freilich
- wünschens werth, den dann wird doch ein Cab[inets]. Schr[eiben]. nicht
- mehr einen Regierenden Fürsten, und ersten Feldherrn auch
- nicht mehr Minister und ganze Dicasteria bescheiden dürfen
die Sache in das Schreiben am Hr. v. Prittwitz schon so eingeleitet daß er Wildegansten zu seinen Assistenten nehmen wird Bey meiner Abreise von Berlin schien alles voller banger Erwartung wegen des Krieges zu sein. Fast jeder hielt ihm für unvermeidlich und selbst Der König soll Lust bezeigt habe, mit der ganzen Armee los zu schlagen Der Cab[inets]. R[ath]. Mencke wolte Brand: nicht erlaubt, auf 10 Tage zu verreisen, weil er glaubte daß in kurzen wichtige Dinge passiren, und selbst in Ministeris Veränderungen vorgehen dürfte — Auch hieß es ganz gewis, daß noch ein oder zwey Cabinets Räthe angestellt werden solten, als wozu schon ein paar vorgeschlagen wären — dies ist nun freilich wünschens werth, den dann wird doch ein Cab[inets]. Schr[eiben]. nicht mehr einen Regierenden Fürsten, und ersten Feldherrn auch nicht mehr Minister und ganze Dicasteria bescheiden dürfen
- wann sie an Souverain schreiben —
- den Entwurf den der K. Rath v Cöln wegen Krotoszyn
- gemacht, und den der König an den Cab[inets]. R[ath]. Bey[me]: allen gegeben, ist
- von leztern dHl v. Voss behändigt — der aber zu höppig
- hatt am König geschrieben und auf die Cassation dieses Man-
- nes angetragen — der O v Kö[ckritz]. ist hierüber sehr ent-
- rüstet und halt um 13 für falsch — Er hatt die Sache
- gleich tournirt das Löte als der ehrlichste Mann
- nach Breslau versezt werden soll — dies ist nun
- schon beßer ausgefallen, als jemand es den konte
- Für den Carl Theodor Fischbach zu Betsche
- geruhen, Ewr Durchlaucht doch ja das Patent als
- Comissions Rath ausfertigen zu laßen.
- In tiefster Submission ersterbe
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Broniewski wird wohl nicht einen heller
- erhalten dürfen, den nun sind Mier Zeuge
- da daß der Kerl mehr als ihn komt schon
- aus die Güter genommen hatt — ich werde die
- Sache jezt mit Eifer betreiben — auch
- gut wan man hier eine Summa rett kan.
- Breslau den 1ten Febr. 1799.
- treu unterthänigster Knecht
- v. Triebenfeld
wann sie an Souverain schreiben — den Entwurf den der K. Rath v Cöln wegen Krotoszyn gemacht, und den der König an den Cab[inets]. R[ath]. Bey[me]: allen gegeben, ist von leztern dHl v. Voss behändigt — der aber zu höppig hatt am König geschrieben und auf die Cassation dieses Mannes angetragen — der O v Kö[ckritz]. ist hierüber sehr entrüstet und halt um 13 für falsch — Er hatt die Sache gleich tournirt das Löte als der ehrlichste Mann nach Breslau versezt werden soll — dies ist nun schon beßer ausgefallen, als jemand es den konte Für den Carl Theodor Fischbach zu Betsche geruhen, Ewr Durchlaucht doch ja das Patent als Comissions Rath ausfertigen zu laßen. In tiefster Submission ersterbe Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Broniewski wird wohl nicht einen heller erhalten dürfen, den nun sind Mier Zeuge da daß der Kerl mehr als ihn komt schon aus die Güter genommen hatt — ich werde die Sache jezt mit Eifer betreiben — auch gut wan man hier eine Summa rett kan. Breslau den 1ten Febr. 1799.
treu unterthänigster Knecht
v. Triebenfeld


