Traces in the Sand

Document 66 · Letter

16 December 1809

Konotop (Kontop)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld says he expects the false informers to be given six years' imprisonment in a fortress and the agitators to be expelled. Honrichs' claim against Hecker, he says, is three times the latter's security. Requests from the colonists and peasants for a reduction of interest should be refused. For Garczynski, Zakrzewski and Brzechffa he is having three bucks shot. The boatmen Kulawy and Neumann are holding back some seventy odd Centner of iron over 243 Rthl 14 sg of freight charges; he asks for the receipts. The Trąbczyn lawsuit will cost a great deal. Coste, he says, would pay 8,000 Rthl for 2,000 Centner of bar iron.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 66
  2. Das Urteil wird nun wohl dahin / wie man mir schreibt / ausfallen
  3. daß die falschen Denuncianten mit 6 jähriger Vestungs
  4. Strafe belegt werden sollen, — die Aufwiegler aber
  5. ausgestänzt und Landes verwiesen.
  6. Wegen Hecker werde ich dennoch um seines Vaters willen, der Ober
  7. Consistorial Rath in Berlin ist, alles mögliche thun, aber Honrichs
  8. macht an ihm eine Praetension die seine Papierne Caution 3 mahl
  9. übersteigt, auch von Seiten Ewr Durchlaucht wird er in Anspruch
  10. genommen, den durch ihm ward die Administration eingeführt.
  11. Wann sonsten die dasigen Collonisten und alten Bauren wegen Nachlaß der Zinsen
  12. für die Zukunft / den jezt zahlt Niemann was weil Honrichs nichts nehmen
  13. darf aber auch keinen andern par force nichts nehmen läst / betteln,
  14. ſo muß man darauf nicht höhren —
  15. Haben die Kerls nichts, so kan man ihnen vor der Hand nichtes nehmen.
  16. bey einen Verkauf aber hat man den Vorteil daß man alle Reste
  17. dennoch mit anrechnen kan. Und ein Prefect hat in Pohlen eine
  18. ausgedehnte Macht — Kauft Brzechffa, der würde die armen
  19. Thiere schon martern — er kan sie in Ansehung öffentlicher
  20. Abgaben und Lasten wieder schonen — folglich dürfen Ewr.
  21. Hochfürstliche Durchlaucht vor jezt auf die Pinseleinen
  22. nicht achten, und den Kerlen nichts nachgeben, sie zahlen ja so
  23. nichts und haben schon lange nichts gegeben. Ich laße
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  1. hier drey Weh Böcke schießen, wo Honrichs den einen an den Ober
  2. Prefect Garczynski, einen für den Ober Tribunals Praesidenten
  3. Zakrzewski, und einen für dem sind Prefect Brzechffa mit nehmen soll, das
  4. denke ich wird mehr würken als Geld den die Kerls haben ja alles
  5. in Händen und schneiden ihre Pfeifen noch willkühr —
  6. Gehts nach Wunsch den erhält Honrichs die Casse auf Neujahr zu
  7. rück, die Administration wird ganz aufgehoben und dem erhalten
  8. wir viel Geld — Mann hat jezt dort völlige Gewalt über
  9. die Unterthanen, daher wünschen diese Claße Menschen alle die
  10. Preußische Regierung zurük, aber unter des kan man sie schmerz —
  11. Soweit die Pohlnische Angelegenheiten —
  12. Ob der König würklich nach Berlin kommen wird, wird noch von
  13. vielen bezweifelt, kömmt er würklich so geht er auch nach
  14. Paris — den mir schrieb noch vor ein paar Tagen Jemand
  15. Gehts zu rück nach Berlin, so gehts auch nach Paris den
  16. wo solte Louise die Kraft hernehmen die Einladung zu
  17. refusiren den Ort nicht zu sehen, wo die schönste Moden
  18. der Welt winken —
  19. Inzwischen glaube ich von dem Promessen die man unsern guten
  20. König gemacht haben soll alle nichts. Mann wird uns
  21. wohl im Seat liegen laßen, und unsere ärmseelige
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  1. Executent als einen Punckt auf der Charte vom Europa wie im Tilsit
  2. und Schönbrunn übersehen —
  3. Es hieß vor ein paar Tagen wir bekämen Hannover ein Stück von
  4. Hessen Braunschweig Magdeburg und das Hallerstädtische wieder
  5. Hierzu gehört aber ein größerer Glaube als der welchen Friedrich der Einzige
  6. dem Prataten von Scharnewand zu sprach als er ihm den Berg bey Cont wegen
  7. schaffen müße.
  8. Hier will man Absolut daß Napoleon an der Brust Waßer sucht leide und
  9. sein Reise Paß schon bey Pluto zur Unterschrift aufen Tischlinge
  10. Wäre das, den ließe sich wohl noch etwas hoffen besonders wann man
  11. bey uns nicht mehr der organisirte, sondern mit Energie handelte
  12. Etwas muß den doch los sein die Pohlen wären auf den Rükmarsch solte, den
  13. 11ten in die Winter Quartiers und ihrem Garnisonen einrükken, sie warm
  14. schon bis unter Konin Kalisz und den Gegenden — den 8ten aber kam contre
  15. Ordre, daß sie den Augenblick zurück bis nach Galizien gehen mußen
  16. weil die Rußen Galizien besezten und die dort stehenden Pohlen
  17. zurück drängtzen Honrichs sagt, daß seitdem alles voll sey
  18. die Müßen können, um sich die Provinz Warschau zu zu eigenen —
  19. Sobald ich hier fertig bin komme ich sogleich nach Schlawenschitz und den bleibe
  20. ich lange dort — Ich will alles verpachte man nur Coste worden hält und ich erst
  21. wieder freie Hand habe.
  22. daß die Prinzeß Emilie recht glücklich sein möge wünsche ich von Grund
  23. des Herzens — Es ist die Krone des weiblichen Geschlechts, wenn allein was ich
  24. zu sehen —
  25. Um die fortdauer höchſt Dero Wohlwollens bitte ich und erſterbe in tiefſter
  26. Hochachtung.
  27. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  28. Es liegen hier an
  29. Kontop den 16ten Decbr
  30. 1809.
  31. treuester Knecht
  32. v Triebenfeld
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  1. Neuholz noch etliche 70 Centner Eyse, im Arrest, welche die Schiffer Kulawy
  2. und Neumann für Frachtlohn in Neusalz arretieren laßen
  3. der Kulawy und Neumann haben erst von dem Synditeur Horne zu Oppeln
  4. 173 rt 6 gg. Münze erhalten — der Centy ist bis Boyadel a 10 gg. münze ver-
  5. dungen, thut für 1000 Centz 416 rt. 16 g. Münze die Menschen haben also
  6. noch zu erhalten an Fracht Lohn — 243 rt. 14 sg. Münze
  7. hierzu die etwanigen Kosten im Breslau die sie aber fälschlich
  8. gemacht habe, den der Kulawy und Neumann hat das Eysen wieder
  9. Schuster aus Neasal[?], Nahmens Macholy, Christ Liebs, Vogel —
  10. benomtade, und diese halten das Eysen an weil sie ihre Fracht nicht erhalten haben
  11. Ewr durchlaucht versprachen das Frachtlohn berichtigen zu laßen, sein Sie also so
  12. gnädig und schicken nur eiligst die Quittungen, daß die Schiffer Kulawy und
  13. Neumann wegen des Frachtlohns durchaus befriediget sind, den
  14. erhalte ich die 74 Centz Eysen zu rück und kan mich damit helfen —
  15. Das Geld ist zu wäre — ich muß wöchentlich an Post Geld, Bothen Lohnen,
  16. Prozeß verschüste, im Ewr Durchlaucht Angelegenheiten Geld geben und
  17. bin doch selbst am Noth. dort erhält man keinen darinnen weil alles noch
  18. Arretirt ist — Liegen darf ich nichts laßen, daher schafte ich wo möglich
  19. Rath — die Einrichtung in Pohlen ist jezt toll — für einen Prozeß zur
  20. Vollmacht wo die Sache 1000 rt. beträgt muß ein Stempel Bogen
  21. von 10 rt. gemeinen werden — so auch müßen die Vorschüße gleich
  22. eben mäßig an den sogenannten Burggreßen gezahlt werden.
  23. Der Trąbczyner Prozeß der Niedźwieckische der Ostarszewskische pp.
  24. werden noch gräulich Geld kosten, schon Kosten jezt die beiden lezteren
  25. an 320 rt. Für den Trąbczyner Bebt nur das Herz-Es muß aber
  26. geschehen um die Güter zu retten — das Weib sizt in Warschau und hurt
  27. vieleicht überflügelt man die Curence[?] und kömt raschen Ziele
  28. Schnee, Sie ja die Quittungen damit ich das Eysen flott kriege und die Kosten bestimmte kan —
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  1. Solte daß nicht möglich sein, daß Ewr Hochfürstliche durchlaucht 2000 Centl
  2. Schien Eysen bald könten her liefern laßen? Es solten dafür sogleich
  3. 8000 rt in klingend Courant bezahlt werden.
  4. der General Lieferant Coste würde die Gelder sogleich anweisen.
  5. Ich dächte wenn Sie das Eyſen aus der Breslauer Niederlage hierher
  6. zu liefern anwiesen und ließen wieder von dort so viel nach
  7. Breslau bringen, da könte das wann wir noch 14 Tage gut
  8. Wetter hätten abgemacht sey — ich erwarte Costes jede Stunde
  9. er soll eine Anweisung gebe, die ich gleich zur Estaffette hinsenden
  10. will — Wirds angenommen gut — wo nicht so kömt die Anweisung
  11. zurük — Coste mit dafür aus Pohlen wohlfeiles Getraide
  12. 16. Xbr. 1809
  13. v Triebenfeld