Traces in the Sand

Document 65 · Letter

9 October 1809

Konotop (Kontop)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld asks that the Koszęcin ironworks lend him 300 Centner of bar and hoop iron against the enclosed bill of exchange, at 4 Rthl 12 Groschen per Centner delivered free to Bojadła. The freight charges should be paid there, since he says boatmen have taken iron from him in the past. He intends to trade iron for spirits. A commission is to bring his sequestration to an end, after which he means to travel to Sławięcice. He sets out his debts, amounting to 25,100 Rthl in all, and reports a rumour that the Prince has been appointed Governor General of Silesia.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 65
  2. Durchlauchtigster Fürst,
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Die Glogausche Landschaft mit v d Lahr vereint mit das Glanz[?] Ober Landgericht
  5. haben mich bis auf die Knochen ausgeschält — ich bin ein wahrer Lungenheim
  6. und lebe mit meinen jüngsten Sohn von Erloffeln Brod Salz und Wester —
  7. Indes bin ich froher als ein Gott den ich sehe nun das Ende meiner Leiden.
  8. Übermorgen kömt die Commission welche mich mit der Sequestration auseinander
  9. sezzen soll. Dann werde ich wieder Herr meiner Güter — die ich so lange
  10. unverschuldeter weise mit dem Rücken ansehen müße.
  11. Sobald die Comission abgeht mache auch ich mich aufs Geleise und komme nach
  12. Schlawenschitz. Ich schreibe zu dem Ende an Lombardini, daß er nur 40 fr d'or
  13. schicken soll. Ewr Durchlaucht haben 20[?] erlaubt, ich bitte ihm aber um
  14. 40 Stück weil ich eine detour machen muß — Er thut mich wohn auf
  15. der Art Geld zu nehmen, ich kan mich aber so wahr Gott ist jezt nicht an-
  16. ders helfen — Aufs Neu Jahr wenn mein Pächter anzieht um ich Gelder
  17. von mehreren Seite einbekomme den kan ich wieder geben
  18. Jezt habe ich nun einen Plan wodurch ich eine Probe machen will, ob ich mich
  19. nicht etwas Vorteile, nach alle den ausgestandenen Leiden, verschaffen kan
  20. Ich will Eysen für Baar Geld kaufen und das gegentheil[en] Spiritus umsezzen.
  21. das Eysen kauft niemand Spiritus aber geht nach Sachsen und alle Wege
  22. hin. Nun ist meine Bitte, daß mir die Koschäntner Hütte bis zum 18ten
  23. Februar[?] 300 Centner Eysen gegen den hier beigehenden Wechsel Borgt.
  24. ich zahle alsdann prompt und baar. Ich gebe für den Centner bis auf
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  1. Boyedler Ablage frey abgeliefert 4 rt 12 g. in Münz Courant das heiß
  2. den Rth zu 45 fg. gerechnet.
  3. Wollen Ewr Durchlaucht mir diese Gefälligkeit erzeigen so geruhen Sie
  4. Gnädigst die Sache dorten dergestalt einzuleiten, daß mir die 300 Centner
  5. Schien und Reifen Eysen auf das allerbaldigste Franco bis Boyadel her-
  6. gesandt werden. Ich zahle dann laut den beiliegenden Wechsel prompt
  7. Nur bitte ich devotest, daß dorten die Schiffs Fracht und etwanigen Kosten bis
  8. nach Boyadel verdungen und berichtiget werden, damit nicht wieder eine
  9. ebenmäßige Irrung wie beym Transport der Einkaufend Leuth geschieht, wo
  10. sich die Schifer für die Fracht und Kosten so viel Eysen genommen, und es
  11. verkauft haben, daß ich nur 751 Centl. erhalten habe.
  12. Gott! mit Schaudern denke ich an jene ewig verwünschte Geschichte zurück
  13. die Forderung der Invaliden Casse betrug alles in allen 3125 rt. Wünste
  14. da mich die Franzosen Arretirten, den Wucherern in die Klauen fallen,
  15. vom Lahr 5040 um von Holz Apfel 1000 rt Papiere nehmen dafür aber
  16. baarserwant verschreiben — für diesen ganzen Wust erhielt ich 2003 rt Cour[ant]
  17. Mein Haabe legte ich was ich in meinen Reisekosten mit 1160 rt zu
  18. Nun war ich kahl und mein Credit war dahin = 3173 rt
  19. Die 3 Monath verflogen sehr schnell Zastrow um Grevenitz wolten vorhand
  20. werden, ich solte da Capo eingesteckt werden, ihn borgte an Coste als[o?]
  21. 9000 rt Papiere und deponirte diese diese habe ich zwar zurückgegeben
  22. sie kosteteten aber Intressen um Proxenetica 750 rt Courant — da
  23. rauf kamen die 3000 r. von Ewr Durchlaucht, davon gab ich Lahr 2000 r.
  24. das andere ging auf Interessen Prozeß Kosten und Proxenetica drauf
  25. 3000 blieb ich Lahr und 1000 rt dem Holz Apfel schuldig. Ich durfte
  26. mich von Berlin nicht entfernen, und fräß mich mit 2400 rt. feste
  27. dies alles zog die Folge nach sich, daß meine Creditoren toll wurden
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  1. meine Güter Sequestriten, und Lahr mich auspfänden lies —
  2. Die Berliner Schuld betrug nun ohne Prozeß Kosten, wofür Leute sich jetzt nebst Intressen
  3. an 700 rt. gerechnet 7100 r. Rückständige Intressen von den Gütern durch den 2 Kriegen
  4. Jahre beliefen sich auf 18000 rt. also zusammen 25100 rt.
  5. Alles dies wird mit Gottes Hülfe auf Weinachten getilgt und ich aller Noth entledigt sein
  6. Die Empfindung ist nicht zu beschreiben. Es stand Ehre haabe um alles aufs Spiel
  7. Es grauset mich wann ich zurück denke — ich werde bey der Alternative,
  8. ob ich dies noch einmahl dulden oder dem Todt leiden solte.
  9. bey Gott rufen — Hau zu Freund Ham.
  10. Für die Zukunft will ich mich für ein Recidio dieser Art hüthen, und daher
  11. suchen ich Quellen wie die Umstehende mit den Eysen und Spiritus Handel auf —
  12. Gewähre Sie Gnädigster Fürst und Herr ja diese meine Bitte und schicke
  13. die 300 Centl Eysen ich zahle dann wahrlich prompt —
  14. Vor 5 Tagen hörte ich hier von mehrern Seiten Ewr Durchlaucht Sache sey
  15. Gerecht entschieden, und Höchst Sie wären als General Gouverneur von
  16. Schlesien ernannt. Wolte doch Gott daß diese Nachricht ſohnen beſtätigt würde,
  17. In 1 Tagen kan der Bothe wohl zurück sein, und dann wird meine Comission
  18. wohl beendigt sind wornach ich dann sofort von hier über Glatz und
  19. f. w nach Schlawenschitz abreisen kan. Nur gerne möchte ich Ewr
  20. Durchlaucht Antwort wegen der 300 Rthl Eysen — Es darf im Grunde
  21. mir Schien Ersten sein, — hier noch abwarten um darnach die Arran-
  22. gemente wegen den Umsaz gegen Spiritus zu treffen.
  23. In tiefsten Respect ersterbe
  24. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  25. Ein gewißer Margraff aus Berlin schreibt
  26. heute die Fürsten Sacken sey sehr schwach
  27. Ich weiß nicht was daran ist — Es ist,
  28. dies ho[?]t nie[?] ehrlicher Mann —
  29. Kontop
  30. d 9tn Octobr
  31. 1809.
  32. treu unterthänigster Diener
  33. v Triebenfeld