Traces in the Sand

Document 64 · Letter

6 December 1809

Unknown

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports the death of the Queen at Strelitz and the King's serious illness. He says the Collonna affair is now an absurdity and the Prince should secure his 100,000 Rthl. Because of the interest on the invalids' capital, he says sequestration of his estates is threatened. Enclosed is a proposal to a friend: Knobelsdorff's estates Biskupice and Molna at 700,000 Rthl in exchange for the Zagórów estates and the discharge of the claims of Weigelt and Stössel. In a postscript Triebenfeld urgently asks for 300 Rthl in Gold.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 64
  2. Den Augenblick erhalte ich von Freund F aus Berlin die Nachricht
  3. daß die Königin am 19ten früh in 9 Uhr zu Strelitz gestorben ist.
  4. auch daß der König sehr kranck ist, und daß man die aller
  5. traurigsten Folgen befürchtet —
  6. Ob ich gleich diese Sachen zu Exp zu senden bötte alle Eile empfehle,
  7. so werden Ewr Durchlaucht doch wohl die Nachricht ehender haben.
  8. Die Collonnasche Sache ist nun ein Unding, jezt müßen Sie
  9. gnädiger Herr nur sorgen, daß Sie ihre 100000 rt erhalten
  10. Habe Sie schon die Papiere durch Köckritz zurück? schreiben
  11. Sie mir das eiligst, den ich gehn bald nach Berlin —
  12. Ich werde mir das Reise Geld nur aufzubringen suchen und
  13. der dahin eilen — Freund Fahndet eigene Dage.
  14. Den Besuch von Pr Willhelm Lämmen Sie sich vieleicht nicht hoch
  15. genug in Anschlag bringen Einwieder Ihnen vermuthlich seigen
  16. bringen, das heist die Fälle müßen der Folgen reihe nach
  17. eintrete — vorher war das Gegentheil da — die gewiße
  18. Antwort erhalten Sie gnädigster Herr nun jenseits — Gott
  19. gebe aber erst etwan nach 35 Jahre —
  20. Ich muß, wenn ich nur das Reise Geld auftreibe, absolut nach
  21. Berlin eilen — Mann ängstiget mich fürchterlich um die Interessen
  22. wegen das Invaliden Capitals — Roßem möchte ich werden
  23. der Plumpe Sack will meine Güter Sequestiren und Sub hastiren
  24. laßen — sehen sie das leide ich alles um Ihrent willen — könte
  25. doch einer von die Ver: Freunde helfen.
  26. Hätte ich Geld — hätter ich nur wenigstens Pferde so flöge
  27. ich von einen Ort zum andern, aber die verdammten Post
  28. Gelder fragen den Beutel zu sehr, und ich bin noch
  29. zu sehr zurück. Ewig jedoch
  30. Ew Durchlaucht
  31. 6 Xbr 1809
  32. treuer Knecht
  33. v. Triebenfeld
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  1. Copia
  2. Lieber redlicher Freund
  3. Anliegend über mache ich Ihnen die Anschläge, und Abschrift der Landsch. Taxe von den Bisch-
  4. dorffer und Molnaer Güter. Leztere sind mir figura zeigt Solide, so daß jeder die for-
  5. derung des Herrn v Knobelsdorff billig finden muß
  6. die auf die Güter intabulirte Schulden bestehen im Pfand Briefe und kleinen Hypothequen. Sie
  7. betragen zusammen 330000 rt, und kennen, da nur 75000 rt nach Verlauf des Moratoriums
  8. Kündbar sind, Ihnen mein biederer Freund bey Ihren Vermögen im lastig werden.
  9. Alles kömt darauf an wie sie dh v Stössel zu behandeln im Stande sind.
  10. Er ist im Gedränge und bietet wie ich weis seine Papiere zu 50 prCt aus, ich
  11. glaube Sie kaufen die ganzen 180000 rt von ihm für 90/m rt wobey er noch solide
  12. zahlungs Termine einräumen muß — diesen Herrn anzuziehen ist keine Sünde
  13. den er hat dem guten beiden Fürsten gräßlich bey den Koschentiner Handel mit
  14. genommen. Indes überlaße ich das Ihrer Weisheit.
  15. Übrigens steht die Sache jezt so —
  16. Bischdorff trägt nach der Landschaft. Taxe jährl 20462 rt 12 gg
  17. Mollna 10951 rt 18 gg
  18. Der König Ertrag ist gering — das Schauß nur mit 12 so angenommen, sehr
  19. füglich können daher die 60000 rt. zugesagt werden thut also mehr 3000 rt.
  20. Folglich jährl. Revenue 34414 rt.
  21. die Interessen betragen an der Landschaft geh. a 4 1/4 pct = 10264 rt
  22. An die Hypothequerischen Gläubiger = 3750 rt
  23. An Stössel den, ich 100000 Capital doch noch annehme = 5000 rt.
  24. Für des H. C. R. R. N Weigelts Capital 190000 rt = 9500 rt.
  25. = 28514 rt
  26. und hiernach bleibt Ihnen lieber Freund schon ein Überschuß von 5900 rt.
  27. Mit Ihre Zinſen die doch von Zinŭsen und Gott weis, was herühren haben Sie lieber alter
  28. Freund nun wenn Sie Erb und Gerichts Herr der obig genannte Herrschaften heiße
  29. eine jährl. reine Revenue von 16000 rt. und was werden Sie als ein Reicher
  30. Mann nicht noch die Eisenwerke benuzzen?
  31. Ich wünſche Ihnen dazu alles Glück Siegen, und noch ſo eine 20 Jährige Lebensdauer,
  32. wobey ich mich dem oft freuen werde der Mittelsman gewesen zu sein Ihnen
  33. und dem guten Fürsten auf eine solide Art gedient zu haben.
  34. Mit vorzüglicher Hochachtung pp
  35. v Triebenfeld
  36. umstehend das weitere
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  1. die Güter dH. v. Knobelsdorff sind laut den Anschlägen sub litt. A auf 976365 rt taxirt
  2. diese Taxen können aber nie zur Norm genommen werden, sondern es
  3. müßen mir die Landschaften sub B gelten. Nach diesen ist der Werth = 630279 rt angegeben.
  4. da indes der Anschlag sub A viel zu hoch und die Taxe sub B auch zu niedrig ist
  5. so verlangt der Herr v Knobelsdorff = 700000 Rthl
  6. ich glaube daß diese Forderung ohne Risico acceptirt werden kan.
  7. wann nun würkl der Werth für die Knobelsdorffs Güter mit 700000 rt.
  8. angenommen wird, und auf selbige noch der Frauen Vermögen 390000 rt
  9. Schulden haften, so bleibt reines Capital = 310000 t.
  10. die Forderung dH. Weigelt an Sie durch aber betracht 190000 rt.
  11. die Stösselsche = 180000 Rthl
  12. thut = 370000 rt
  13. Folglich mehr = 60000 rt.
  14. diese 60000 rt muß H v Knobelsdorff noch von seiner Gemahlin
  15. Vermögen löschen, damit die Beken Posten von 370000 rt dem
  16. fürsten völlig quittirt werden können —
  17. des Fürsten Durchlaucht geben dafür die Zagorower Güter in Pohlen
  18. diese haben einen Werth von = 550000 rt
  19. Schulden haften voll darauf = 200000 rt
  20. auf Swięcia für Haugt = 18000 rt
  21. = 218000 rt
  22. bleibt reines Capital = 332000 rt.
  23. hierzu kömt der Canon von Wittow mit 500 rt thut = 10000 rt.
  24. An Resten so in den Gütern ausſtehen werden, baar angewieſen = 28000 rt
  25. Sind vorgenannte 370000 rt
  26. die auf die Güter haftende alte Schulden sind Pfandbrief = 255000 Rthl
  27. Hypothequarische Schulden so nach die 60000 rt. bleiben = 75000 rt.
  28. An diese 700000 rt Werthe Güter hätte den dH. p. Weigelt 190000 rt.
  29. das beträgt zusammen, das Kauf Praeteren[?] im = 700000 rt.
  30. und H. v. Stössel = 180000 rt
  31. was zusammen beträgt = 370000 rt
  32. worüber der Fürst Quittirt werden und die Schulden auf Koschen-
  33. tin und wo sie sonsten eingetragen stehen gelöscht oder an den Fürsten
  34. zurück cedirt werden müßen.
  35. Übrigens bleibt es Sache des H. p. Weigelt jetzt bald mit H v Stössel
  36. zu unterhandeln und ihm die 180000 rt abzukaufen ehe der
  37. Kauf lautbar wird
  38. v Triebenfeld
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  1. Nachtrag am 30ten Octobr.
  2. Weil Ewr Durchlaucht Schreiben vom 9ten 11 Tage gelaufen hatte ehe ich es erhielt, so ge[...]
  3. ich der Poste Lauf sey schuld, daß ich von Ewr Durchlaucht keine Antwort auf [...]
  4. 5 Briefe bekam — jezt aber höhre ich von des Fürsten Kanzlers durchl. daß [...]
  5. Durchlaucht an Ihm geschrieben haben — folglich muß ich glauben, daß meine [...]
  6. strengungen hier nicht beifällig aufgenommen werden, und daß Ewr Durchlaucht nicht [...]
  7. Antwort würdigen wollen — wäre dies würklich der Fall so geruhen Sie zum [...]
  8. ster Fürst es mir wenigstens wißen zu laßen —
  9. Was übrigens Ewr Durchlaucht Sache betrift, so nimt der Fürst Staats Kanz. diese sich
  10. mit wahrem Ernst an — deßen Worte sind heute gewesen —
  11. Ich will dem alten Mann helfen. Ich meine der Lang auß die Lerische Schuld
  12. bezahlen. Der König hat die Schuld garantirt und die Zinsen bis 1806 bezahlt
  13. Auch ist ja der Fürst [?]ir Cassirt — dem Gehalt müßte ihm werden — Fräge
  14. min viel hat der Forst jahr den gehabten Ant: 14000 Rthl und sind eben 112000 rt.
  15. O Schön! er ſoll geholfen werden.
  16. Der König kommt[?] der besten Männer aus der Affaire und an der Schuldpost werden
  17. ja an 300000 rt gewonnen —
  18. Schade daß der Fürst seine Militairische Angelegenheiten so hat liegen laßen
  19. und daß er nicht auf ein Erkenntnis gedrungen hat —
  20. das Geld oder die 112000 rt werden ganz gewiß gegeben, und der Transactoren 1811 aufgegeben
  21. Auf vieleicht, Ewr durch laucht Ehre betreffend noch ein großes bewürckt — Morgen
  22. am Allerheiligen Tage trägt der Fürst Staats Kanzler dem König die Sache vor
  23. Stolz werde ich sein wenn meine Eingabe so viel gute Würkungen hervor bringen.
  24. Hier erfolgt das leztere p[ro]. Mem[oria] was ich eine erreicht habe — eine fatalität ist
  25. es daß ich keine Abschrift habe, den meine Hände verkommen mir von allen schreiben
  26. Ich habe mir vorgenommen die Antichambres zu evitiren und alles schriftl. zutraitiren, und
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  1. ich sehe ich Jahre beßer —
  2. Jezt Gnädigster Herr bitte ich Sie nochmahls schicken Sie nur 300 rt im Golde umgesetzt
  3. damit ich hier im Stande bey fortzuhandeln —
  4. Sie können Gnädigster Fürst jezt dienst auf das was ich gesagt habe zählen
  5. den der redlich große Mann Fürst Hardenberg verläst sie nicht
  6. Leute sendet der Ober Post Director Mann diese Briefe — Geruhen
  7. Ewr Durchlaucht Ihre Briefe seine Ausschlag an den Königl. Preuße OberPost
  8. Director Herrn Mann Wohlgeb. in Wien zu Adressiren den erhalte ich alles
  9. Nur um Gottes willen Geld
  10. Ein Schreiben von der Prinzeßin am Heßen Rothenburg erfolgt anbey —
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  1. Erbarmen sich Ewr Durchlaucht und schicken nur Geld — 300 rt in Golde muß ich haben
  2. wenn ich hier fort würcken, und wenn nicht im Schande und Spott untergehen
  3. soll — Schon ist es lumpig wann ich unter Menschen die ich täglich brauche,
  4. auch wie ein Bettelhund herum treiben muß — heute bin ich ausgezogen und
  5. wohne große Schuller Straße 872, wo ich auf Credit lebe, den ihm
  6. den Aubergen muß jeder Ausländer hier alles sofort bezahlen —
  7. und meine Haabe ist noch 57 Gulden — Schicken Eure Durchlaucht nicht
  8. eilig Geld, so stürzt alles zusammen, ohne Geld macht kein Bedienter hier gerne
  9. die Thüre auf — Es ist alles zu schrecklich theuer
  10. Vom Gottes Barmherzigkeit willen schicken Ewr Durchlaucht vor Geld
  11. uſ habe ſchon geſtern die gröſten Prostitution erduldet — d
  12. wäre ich doch dies mahl nicht hierher gegangen Einen Bettel
  13. buben gleich treibe ich mich hier herum. Wer wird mich
  14. in der Gestalt höhren und ansehen?
  15. Ich opfere alles, wünsche dem großen bösewicht für Ewie
  16. Durchlaucht, die sie auf ein einmahle zu retten, den
  17. Händsche, Allein, und ohne Hülfe einiger Freunde kommen
  18. ich nicht fort — was wird aber mit einem Leup[?]
  19. halten?