Traces in the Sand

Document 63 · Letter

16 December 1809 [supplied]

Unknown

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Writing after a seven-week illness, Triebenfeld reports that before Konotop can be leased he must pay 8,000 Rthl in arrears, and that he hopes for a timber buyer. Honrichs has arrived; Triebenfeld advises coming to terms with the Prefect, who wants to buy the estates and can help in recovering the Trąbczyn estates, in wresting the appropriated estates from Dąbska and in turning away the administrator. He says Hecker and Hawich incited Niedźwiecki and Ostarszewski to make a denunciation that brought about Honrichs' arrest, and that the informers have retracted it in writing.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 63
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr
  4. So eben war ich im Begriff an Ewr Hochfürstliche Durchlaucht per Expressen zu
  5. Schreiben als ich höchst deren Schreibn vom 9ten erhielt was 6 Tage zulauf
  6. hat. Ich danke Ewr Hochfürstliche Durchlaucht herzlich für daß nur darin
  7. geäußerte Wohlwollen, welches ich mir zu erhalten devotest bitte.
  8. Ich habe an 7 Wochen krank gelegen, wo ich die Hälfte Zeit recht
  9. glücklich lebte, den ich war meiner Sinne beraubt, und fühlte nichts
  10. von Kummer. Seit etwan 8 Tagen bin ich wieder denkender Mensch
  11. und arbeite an Beseitigung meiner Leiden — Ob es mir glücken wird
  12. kan ich nicht genau bestimmen — ich habe zwar einen Pächter zu Kon-
  13. top aber ich muß erst 8000 rt. rückständige Zinsen und Schulden bezahlen.
  14. der durch Franz: Lieferung reich gewordene Carte aus Berlin der
  15. von Bettelhund oder Fürber Gesellen sich bis zum reichsten Particulier
  16. hinauf geschwungen und 1,600000 durch den kurzen Krieg erworben hat,
  17. will Holz von mich kaufen und alles voraus bezahlen, ich erwarte
  18. ihm täglich, thut der das dan habe ich erst freue Hand zu verpachten
  19. und alles im Geleise zu bringen. Zu Zeit vom 8 Tagen muß das alles
  20. abgemacht sein, oder ich bin in Ansehung meiner Haabe verlohren
  21. Gehts gut den bin ich zum Neu Jahr in Schlawenschitz mich Ewr
  22. Hochfürstliche Durchlaucht zu Füßen zu legen.
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  1. Nun in Ansehung Euer Durchlaucht Sachen — In Königsberg sollen diese sehr gut stehen
  2. umsomehr als B von dort weg ist.
  3. In Pohlen geht es bunt her, mein Bemühen Geld von daher zu schaffen war ver-
  4. Geblich, das beweiset das Beigehende Decret: Ich bis zu dem Ende Hon-
  5. richs herkommen der eben heute hier eingetroffen ist.
  6. beygehendes pro Memoria beweiset seine Plane — geruhen Ewr Durchlaucht
  7. selbiges Ihrer Aufmerksamkeit zu würdigen und geben mir noch ehe ich von
  8. hier abgehe die allerschleunigste Antwort.
  9. 1. Ich glaube daß man den sind Prefect der die Güter kaufen will nicht zu
  10. rückweisen, und sich mit demselben einlaßen muß, weil er zur wieder Er-
  11. langung der Trąbczyner Güter sehr behülflich sein kan.
  12. 2. Glaube ich nun sogleich alle Resorte in Bewegung zu sezzen, um der Dąbska
  13. diese gewalthätig sich zugeeigneten Güter zu entreißen.
  14. 3. Mit aller Macht darauf zu halten, daß die Gelder den die Sequestration
  15. aufgehoben ist, Absolut an Ewr Durchlaucht und nicht in der Casse
  16. des zur Ungebühr angesetzten Administrators fließen müßen auch daß
  17. dieser, dem Honrichs noch nicht in die Güter eingelaßen hat, so fort
  18. zu rückgewiesen werde.
  19. Provisorisit gabe ich Honrichs dazu die Vollmacht, aber ich muß
  20. auch hierzu sehr schnell Ewr Durchlaucht Authorisation haben
  21. Glückt es daß die Rußen oder wir dorten einrukken, den wird
  22. sich das weitere schon finden, und mir brauche keiner fremden Hülfe
  23. der Rußische Batek wird uns allewege genug sein
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  1. Was sonsten Ewr Durchlaucht von Schlawenschitz geschrieben werden kan daran
  2. ist sich nicht einzulaßen — Hawich und Hecker sind Buben die Züchtigung verdienen
  3. ich sagte leztern an, weil ich in ihm einen treuen Menschen zu finden glaubte
  4. er machte eine Papierne Caution von 5/m rt. — Aber gab den Dienst
  5. auf nahm sich land wolte eigener Herr heißen und hing sich an
  6. eine Pohlnische Vettel nehmlich an der Schwester des Niedźwiecki.
  7. Honrichs müste Niedźwiecki wegen 7000 rt Pacht Reste so wie
  8. den Lenski und Ostarszewski verklagen, welche leztere auch an
  9. 5000 rt baarschuldig sind — mit diese einigte Hecker und gab den
  10. Honrichs an daß er auf Bonaparte geschimpft, ja daß es
  11. nebst Schenck und Cabanis des Bonapartes Portrait / nehmlich
  12. einen Holz stich den die Pohlen wie die schwarze Maria zu Czenstochau
  13. verehren / en Procession übern Hoft[?] an s. v. Kloack getra-
  14. und dorten verscharren laßen — Auch daß Honrichs immer zu
  15. nur reise Gelder versuche aus dem Lande zu schlezzen, ja
  16. wohl gar eine reconfeileration anzugetteln bemüht sey.
  17. Hecker ließ diese Denungiation an Wybicki bringen Honrichs
  18. ward sofort arretirt und solte fuselirt werden — der
  19. pod prefect Zychlinski aus Kalisz benächtigte mich davon
  20. ich schrieb sofort an Wybicki, an Wo[e?]da nach Warschau
  21. an Garczynski und alle Teufel und heiligen Pensrats —
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  1. Es glang mir den Honrichs im so weit zu retten, daß man ihm seines
  2. Arestes entlies, und wan bearbeite die Sache in ordinairen
  3. Prozeß — daß er Bonaparten in Kloack vergraben hätten
  4. schlug man nieder, weil es im Anfang des Krieges geschehen
  5. war. Überdem, daß Honrichs Bonaparte noch kurz vor seiner
  6. Arretirung einen Räuber geheißen schwebt nach der Prozeß —
  7. Nun aber, hat Ostarszewski der 1ten und 2ten auch Niedźwiecki
  8. und Consorten ein schriftliches Bekanntnis von sich gegeben
  9. daß sie durch Hecker und Hawich aufgehezt wären, daß
  10. sie alles nur von hören sagen hätten, daß sie aus Aeger
  11. weil Honrichs immer pro Prussen gedacht hätte, ihm aus
  12. Woche angegeben hätte — daher sie ihre Denunciation
  13. zurück nehmen, und sich willig der Strafe des falschen
  14. Denunciantens unterwerfen müßten, weil sie die
  15. Angabe gegen den Honrichs weder beweisen noch weni-
  16. ger Beschwörz könten.
  17. Dieses gerichtlich schriftliche Erkenntnis der durch Hecker und
  18. Hawich aufgesezten Denuncianten ist nun beim Praesidio
  19. des Criminal Gerichts, so wie auch bey das Warschauer
  20. Ministerium und der Ober Prefectus eingereicht
  21. worauf ich das Ende mit allen Recht schnell erwarten kann.